• Fünf Änderungen für den XRP Ledger:
    Mit xrpld 3.3.0 stehen zwei überarbeitete und drei neue Protokollfunktionen vor der Aktivierung.
  • Comeback nach kritischen Bugs:
    Batch und Permission Delegation sollen nach erfolgreichen Bugfixes in den XRP Ledger zurückkehren.
  • Mehr Fokus auf Institutionen:
    Neue Funktionen für Datenschutz, Gebührenübernahme und flexible Token richten sich gezielt an Banken und Finanzdienstleister.
  • Validatoren entscheiden:
    Die fünf Protokolländerungen werden erst aktiviert, wenn mindestens 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren binnen zwei Wochen zustimmen.
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XRP Ledger: fünf Änderungen im Anflug

Der XRP Ledger steht vor einem Upgrade mit ungewöhnlicher Vorgeschichte. Die für die kommende Woche erwartete Serverversion xrpld 3.3.0 bringt fünf vorgeschlagene Protokolländerungen zu den Validatoren.

Neben drei neuen Funktionen kehren mit Batch und Permission Delegation zwei Features zurück, die nach gravierenden Sicherheitsfunden gestoppt wurden.

RippleX-Produktchefin Jazzi Cooper schrieb auf X: „Der XRPL hat bereits bewiesen, dass er tokenisierte Vermögenswerte in großem Maßstab unterstützen kann. Jetzt ist es an der Zeit, diese Assets für globale Überweisungen, Handel, Besicherung und Abwicklung einzusetzen.“

Das kritische Batch-Feature

Batch soll bis zu acht Transaktionen über verschiedene Konten hinweg bündeln. Die Ausführung erfolgt atomar, also vollständig oder gar nicht. Im Februar entdeckten Sicherheitsforscher jedoch einen Fehler in der Signaturprüfung: Ein Angreifer hätte dadurch Transaktionen von fremden Konten auslösen können, ohne deren Private Keys zu besitzen.

Nach der Entdeckung des Fehlers riefen die Entwickler die Validatoren dazu auf, die Aktivierung des Features zunächst abzulehnen. Da Batch nie das Mainnet erreichte, gingen keine Gelder verloren – die überarbeitete Variante soll nun erneut zur Abstimmung kommen.

Wegen einer kritischen Sicherheitslücke wurde Batch aus dem XRP Ledger entfernt. Nun steht das Comeback bevor
Wegen einer kritischen Sicherheitslücke wurde Batch aus dem XRP Ledger entfernt. Nun steht das Comeback bevor. Quelle: xrpl.org

XRPL: Auch Permission Delegation fehlerhaft

Auch Permission Delegation war bereits für das Netzwerk vorgesehen. Die Funktion erlaubt es einem Konto, eng begrenzte Befugnisse an ein anderes Konto zu übertragen, ohne die vollständige Signaturkontrolle abzugeben.

Eine im September 2025 offengelegte Schwachstelle ermöglichte es jedoch, Transaktionsgebühren einem fremden Konto zu belasten und dessen XRP-Bestand potenziell zu leeren. Das Feature wurde deaktiviert und in der Dokumentation der Organisation gemeinsam mit Batch als veraltet geführt, bis korrigierte Versionen bereitstehen.

Mehr Privatsphäre, weniger Hürden

Die übrigen drei Änderungen zielen auf institutionelle Tokenisierung ab. Confidential MPT verbindet Zero-Knowledge-Proofs mit elliptischer Kurvenverschlüsselung. Kontostände und Transfers von Multi-Purpose-Token bleiben dadurch privat, können bei Bedarf aber von Prüfern oder Behörden verifiziert werden.

Cooper schrieb dazu auf X: „Für Finanzinstitute ist Privatsphäre oft eine Voraussetzung für die Nutzung öffentlicher Blockchain-Infrastruktur.“

Sponsored Fees and Reserves erlaubt Banken oder Plattformen, XRP-Gebühren und Mindestreserven für Nutzer zu übernehmen. Dynamic MPT wiederum macht ausgewählte Token-Eigenschaften nachträglich anpassbar, ohne den gesamten Vermögenswert auf einen neuen Token migrieren zu müssen.

XRP-Validatoren haben das letzte Wort

Mit der Veröffentlichung von xrpld 3.3.0 werden die fünf Protokolländerungen nicht automatisch aktiviert. Jedes einzelne Amendment benötigt zunächst die Zustimmung von mindestens 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren über einen Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Wochen.

Erst danach werden die Funktionen im XRP Ledger freigeschaltet. Ob Batch und Permission Delegation ihr Comeback tatsächlich feiern, entscheidet damit nicht Ripple selbst, sondern der Konsens des Netzwerks.

Fazit: XRP Ledger wird attraktiver für Institutionen

Mit dem kommenden Upgrade verfolgt der XRP Ledger zwei Ziele zugleich. Einerseits sollen zuvor gestoppte Funktionen nach erfolgreichen Bugfixes sicher zurückkehren. Andererseits erweitert das Netzwerk seine Möglichkeiten für die Tokenisierung realer Vermögenswerte und institutionelle Anwendungen.

Gerade Funktionen wie Confidential MPT oder Sponsored Fees and Reserves richten sich gezielt an Banken und Finanzdienstleister. Gelingt die Aktivierung durch die Validatoren, dürfte der XRP Ledger einen weiteren Schritt in Richtung professioneller Finanzinfrastruktur machen.


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