- Historische Yen-Intervention:
Japan soll an nur einem Tag rund 53 Milliarden US$ eingesetzt haben, um den Yen zu stützen. Erstmals seit 15 Jahren griff dabei auch das US-Finanzministerium aktiv ein und kaufte gemeinsam mit Tokio Yen. - US-Anleiherenditen erhöhen den Druck:
Japan ist der größte ausländische Gläubiger der USA. Weitere Yen-Käufe könnten Verkäufe von US-Staatsanleihen nötig machen und die Renditen noch stärker nach oben treiben, was Risikoanlagen zusätzlich belastet. - Bitcoin bleibt vom Carry Trade abhängig:
Ein stärkerer Yen zwingt viele Investoren dazu, gehebelte Positionen aufzulösen und Yen zurückzukaufen. Dadurch kann Liquidität aus Aktien und Kryptowährungen abfließen, wie bereits beim Carry-Trade-Schock im August 2024. - Deine Bitcoin verdienen einen sicheren Start:
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Warum die USA plötzlich Yen kaufen
Japan und die USA haben gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen, um den Absturz des Yen zu stoppen. Nach Berechnungen von Bloomberg auf Basis der Konten der japanischen Notenbank könnte Tokio an einem einzigen Tag rund 8,45 Billionen Yen beziehungsweise etwa 53 Milliarden US-Dollar eingesetzt haben. Später bestätigte Japan offiziell eine Intervention im Umfang von umgerechnet rund 36,6 Milliarden US-Dollar. Die unterschiedlichen Werte beruhen auf verschiedenen Schätzungen und Abrechnungszeiträumen.
Wie ernst Washington die Lage nahm, zeigte ausgerechnet ein handschriftlicher Notizzettel von US-Finanzminister Scott Bessent. Ein Reuters-Fotograf hielt darauf den Eintrag fest, Yen im Wert von fünf bis zehn Milliarden US-Dollar zu kaufen. Wenig später verkaufte die New Yorker Notenbank im Auftrag des Finanzministeriums Euro und kaufte über Goldman Sachs und Morgan Stanley japanische Yen. Es war die erste gemeinsame Intervention dieser Art seit vielen Jahren.

Der Yen war zuvor bis auf fast 164 je US-Dollar gefallen und damit so schwach wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr. Nach dem Eingriff wertete er zeitweise bis in den Bereich um 155 auf. Dauerhaft gelöst ist das Problem damit aber nicht. Die Bank of Japan hält ihren Leitzins bei 1 Prozent, während die Fed bei 3,50 bis 3,75 Prozent liegt. Diese Lücke macht es weiterhin attraktiv, günstig Yen zu leihen und das Geld in höher verzinste Anlagen zu stecken.
Auch die USA haben ein eigenes Interesse an der Aktion. Japan ist der größte ausländische Besitzer amerikanischer Staatsanleihen. Müsste Tokio im großen Stil US-Anleihen verkaufen, um weitere Interventionen zu finanzieren, könnte das die Renditen nach oben treiben und die Finanzierungskosten der USA erhöhen. Reuters zufolge gehörte die Stabilität am Markt für US-Staatsanleihen zu den Gründen für die enge Abstimmung mit Japan.
PRESIDENT TRUMP ON U.S. INTERVENTION IN THE YEN MARKET:
— Bull Theory (@BullTheoryio) August 3, 2026
“Japan wanted a little bit of help, and we’re always there for Japan.”
Trump says the U.S. expects a financial benefit from the deal and called the intervention “good for the world economy.” pic.twitter.com/h4PQglt11Z
Warum ein stärkerer Yen Bitcoin belasten kann
Für Bitcoin liegt das Risiko im sogenannten Yen-Carry-Trade. Anleger leihen sich günstig Yen und investieren das Geld in Aktien, Anleihen oder Kryptowährungen. Steigt der Yen plötzlich stark, wird diese Strategie ungemütlich. Die Schulden in Yen werden teurer und viele Händler müssen ihre Positionen schließen. Dafür verkaufen sie andere Anlagen und kaufen Yen zurück.
Wie schnell daraus eine Kettenreaktion entstehen kann, zeigte der August 2024. Damals wurden große Carry-Trade-Positionen aufgelöst, der Nikkei brach ein und der Bitcoin-Kurs verlor innerhalb kurzer Zeit rund 15 Prozent. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sah den stärkeren Yen und den Abbau gehebelter Positionen als wichtige Auslöser der damaligen Marktunruhe.
Charttechnisch passt diese Unsicherheit zur aktuellen Lage. Bitcoin hat den Point of Control als wichtige Unterstützung verlassen. Bleibt die Rückeroberung aus, könnte der Kurs erneut die Zone zwischen 60.000 und 61.000 US-Dollar anlaufen. Auch die Liquidation Heatmap zeigt unterhalb des aktuellen Kurses noch größere Liquiditätsbereiche. Oberhalb bleibt zwar die Zone um 66.000 US-Dollar interessant, zunächst ist der Weg nach unten aber nicht vollständig abgearbeitet.

Fazit
Die Intervention richtet sich offiziell gegen einen zu schwachen Yen. Für Bitcoin kann ein schneller Yen-Anstieg trotzdem Gegenwind bedeuten, weil Carry Trades aufgelöst und Risikoanlagen verkauft werden. Noch muss daraus kein neuer Ausverkauf entstehen. Unterhalb des verlorenen Point of Control bleibt die Gefahr eines Rücksetzers bis 60.000 US-Dollar jedoch erhöht.