Kann Bitcoin verboten werden? – Gr√ľnde gegen ein BTC Verbot

Willkommen zu dem n√§chsten Artikel aus der Reihe¬†Bitcoin in der Tiefe verstehen ‚Äď Revolution und Aufstieg des digitalen Geldes.¬†Das letzte Mal haben wir intensiv √ľber das Mysterium der 21 Millionen BTC unterhalten und ob Satoshi Nakamoto die regelm√§√üigen Bitcoin Kurs Blasen geplant hat. Wer es verpasst hat kann hier zum Artikel. Heute wollen wir aber in eine ganz andere Richtung schauen und uns Bitcoin von der regulatorischen Seite anschauen und uns der Frage widmen: Kann Bitcoin verboten werden und wie realistisch w√§re ein BTC Verbot eigentlich?

Wenn man das erste Mal von Bitcoin h√∂rt, denkt man an Science-Fiction, an „Magic Internet Money“ von irgendwelchen Computer-Nerds und an irgendwelche illegalen Gesch√§fte im Darknet. Doch mittlerweile wissen wir es besser. BTC hat sich langsam aber sicher zu einem anerkannten Asset vorgearbeitet und verliert nach und nach seinen negativen Ruf der letzten Jahre.

Doch eine Sorge bleibt bei vielen Investoren bestehen РWas passiert, wenn Regierungen Bitcoin verbieten? Diese Frage wurde in den letzten Tagen wieder intensiver diskutiert, als bekannt wurde, dass in Russland ein Gesetzesentwurf vorgelegt wurde, um Kryptowährungen komplett zu verbieten.

Daher wollen wir uns in diesem Artikel genauer anschauen, ob und wie man Bitcoin verbieten könnte, und welchen Einfluss das auf den BTC Kurs und die allgemeine Adoption hätte.

Du willst Bitcoin verstehen und nochmal bei den Grundlagen anfangen? Dann empfehlen wir dir unseren „Was ist Bitcoin?“ Artikel in dem wir auch mit vielen Mythen und Unwahrheiten rund um BTC aufr√§umen.

Bitcoin ist nicht aufzuhalten

Bitcoin ist freies, dezentrales, neutrales und begrenztes Geld. Es hat das Potential unsere gesamte Finanzwelt auf den Kopf zu stellen. Zentralbanken und Regierungen w√ľrden ihre monet√§re Macht verlieren und h√§tten somit weniger Kontrolle √ľber das jeweilige Volk. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass Bitcoin f√ľr viele Regierungen ein Dorn im Auge ist und eigentlich bek√§mpft oder gar verboten werden sollte. Doch warum sehen wir aktuell genau das Gegenteil?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, m√ľssen wir erstmal verstehen, welche M√∂glichkeiten eine Regierung hat, um Bitcoin zu verbieten oder einzud√§mmen. Erst danach k√∂nnen wir abw√§gen, warum die meisten Regierungen aktuell gegen√ľber BTC und anderen Kryptow√§hrungen positiv gestimmt sind.

Ein Protokoll ohne zentrale Instanz

Bei Bitcoin handelt es sich um ein unabh√§ngiges Protokoll, √§hnlich wie beim Internet TCP/IP. Es ist ein Open-Source Netzwerk, welches jedem die M√∂glichkeit gibt daran zu partizipieren oder es einfach zu nutzen. Bitcoin ist sozusagen das Internet des Geldes und stellt die n√§chste Stufe unserer monet√§ren Grundlage dar. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine funktionierende M√∂glichkeit geschaffen, um echtes freies und zensurresistentes Geld f√ľr jeden zug√§nglich zu machen.

Durch den dezentralen Charakter von BTC hat das Netzwerk keinen zentralen Angriffsvektor und kann somit nicht einfach aufgehalten werden. Es gibt zudem niemanden der daf√ľr in Verantwortung gezogen werden kann. Bitcoin hat keinen „Aus“-Knopf.

Das Netzwerk von BTC ist anpassungsf√§hig und kann sich den √§u√üeren Bedingungen relativ schnell anpassen. Es ist so, wie wenn man das gesamte Internet auf der Welt abschalten wollen w√ľrde. Das w√ľrde zwar kurzfristig regional durch die zentralen Serverstrukturen gut funktionieren aber anschlie√üend w√ľrde sich das Netzwerk um diese zentralen Stellen herum entwickeln. So √§hnlich ist es bei Bitcoin auch.

Bitcoin verbieten? – Verbote bewirken oft genau das Gegenteil

Viele wissen nicht, dass in den fr√ľhen Zeiten des Internets ebenfalls Vorschl√§ge und sogar Versuche unternommen wurden, um das Internet zu stoppen. Am Ende sind diese Versuche alle kl√§glich gescheitert und man hat sich dazu entschieden nicht dagegen anzuk√§mpfen, sondern alles daran zu setzen, um eine gewisse Kontrolle beizubehalten. Staaten und Regierungen mussten sich unterordnen, weil die Auswirkungen dieser revolution√§ren Technologie zu weitreichend waren und nicht gestoppt werden konnten.

Dar√ľber hinaus f√ľhren Verbote oftmals genau zum Gegenteil und erregen noch mehr Aufmerksamkeit, unabh√§ngig davon dass Verbote in der digitalen Welt selten ihr Ziel erreichen. Das haben wir zuletzt ebenfalls in Russland gesehen. Dort wurde vor einigen Jahren die Nutzung vom Messaging-Dienst Telegram unterbunden und verboten.

Der Hauptgrund lag darin, dass Pavel Durov, Gr√ľnder von Telegram, sich geweigert hat mit der russischen Regierung zusammenzuarbeiten. Nach einigen Jahren musste die Regierung in Moskau aber feststellen, dass das Verbot nicht funktioniert hat und Telegram sich weiterhin reger Beliebtheit im Land erfreut. Vor wenigen Monaten wurde das Verbot dann letztendlich offiziell aufgehoben.

Wir können uns also vorstellen, wie das erneut aufkeimende Bitcoin Verbot bei der Bevölkerung ankommen könnte.

Verbote f√ľhren zu Problemen

Wenn Menschen einen realen Nutzen in etwas sehen, dann werden sie sich von ihrer Regierung nicht ohne Weiteres einschr√§nken lassen. Zwar k√∂nnten Regierungen nicht nur den Gebrauch verbieten, sondern auch unter Strafe stellen. Dies wiederum k√∂nnte aber in einem demokratischen Land schnell zu weiteren Problemen f√ľhren und das Vertrauen in eine faire Regierung untergraben. Das ist so √§hnlich wie wenn der Gebrauch des Internets unter Strafe gestellt werden sollte. Dann w√ľrden wir uns schnell in einem totalit√§ren Staat wiederfinden und sollten unsere Regierung dann mehr denn je in Frage stellen.

Bevor wir zu weiteren Gr√ľnden kommen, warum Bitcoin nicht verboten werden kann, wollen wir uns nochmal die Adoption von BTC und die Folgen eines theoretischen Bitcoin Verbots vor Augen f√ľhren.

Die Adoption w√ľrde man verlangsamen aber nicht aufhalten

Unabh√§ngig davon, dass Verbote langfristig nichts bringen und oftmals genau das Gegenteil bewirken, k√∂nnte eine staatliche Einschr√§nkung dennoch passieren. Das w√ľrde die BTC Adoption ganz sicher verlangsamen oder gar komplett stoppen.

Menschen h√§tten keinen einfachen Zugang mehr zu Bitcoin und m√ľssten komplizierte Umwege gehen, um das freie Zahlungsnetzwerk zu nutzen. F√ľr die Masse wird es zu kompliziert und viele Menschen h√§tten Angst sich strafbar zu machen. Demnach k√∂nnte ein Bitcoin Verbot oder gar Strafen von Regierungen f√ľr die Nutzung und Aufbewahrung von BTC massive Folgen nach sich ziehen und die Adoption um Jahre nach hinten werfen.

Ein Bitcoin Verbot wäre das Spiel mit dem Feuer

Doch die Menschen w√ľrden sich sicherlich fragen, warum eine Regierung ein freies Netzwerk verbieten will. Man w√ľrde schnell darauf kommen, dass vor allem Zentralbanken, die Geld jederzeit aus dem Nichts in unbegrenzter Menge erstellen k√∂nnen, etwas gegen Bitcoin haben. Das w√ľrde wiederum viele Menschen zum Nachdenken √ľber unser aktuelles Geldsystem bringen und vielleicht sogar eine Revolution verursachen. √Ąhnlich hat es bereits Henry Ford gesehen:

W√ľrden die Menschen das Banken- und Geldsystem verstehen, h√§tten wir eine Revolution noch vor morgen fr√ľh.

Zudem sehen wir bereits in Ländern wie Venezuela und Argentinien, wo die eigene Währung bereits seit Jahren einer starken Hyperinflation unterliegt, dass die Bitcoin Verbote bzw. Einschränkungen nicht greifen. Diese Menschen haben nichts zu verlieren und suchen nach Auswegen aus der Geldentwertung Рeiner davon ist BTC.

In diesen L√§ndern wurden zum Beispiel √ľber LocalBitcoins in den letzten Jahren Rekordsummen in Bitcoin gehandelt und es sieht nicht danach aus, dass dieser Trend in den n√§chsten Jahren abnehmen sollte.

Weitere Gr√ľnde die gegen ein Verbot von Bitcoin sprechen

Es gibt aber noch weitere Gr√ľnde, warum die meisten Regierungen mittlerweile eher positiv gegen√ľber Bitcoin gestimmt sind.

Bitcoin treibt die Innovation der Distributed Ledger Technology (DLT) voran, dass im Volksmund unter Blockchain verallgemeinert wird. Mittlerweile gibt es unzählige Kryptowährungen und DLT-Infrastrukturen, mit denen bereits einige große Unternehmen erste Usecases testen.

Durch das Verbot von Bitcoin w√ľrde einer der gr√∂√üten Treiber in diesem Feld einen starken D√§mpfer bekommen. Das Land w√ľrde eine gro√üe Chance verpassen, einschlie√ülich erheblicher Einnahmeverluste durch Steuern und Mining. Zudem w√ľrde das Land Innovatoren, Unternehmer, Programmierer, Rechtsanw√§lte usw. verlieren, die in diesem Sektor arbeiten. Diese Menschen w√ľrden auf L√§nder ausweichen, die bessere Bedingungen bieten.

Das Netzwerk von Bitcoin ist pseudoanonym und ist f√ľr jedermann komplett transparent. Jede einzelne Transaktion l√§sst sich in der Blockchain f√ľr immer nachverfolgen. Genau das bietet vielen Staaten die n√∂tige Transparenz, um gegen BTC nicht weiter vorzugehen.

Anders sieht es bei komplett anonymen Kryptow√§hrungen wie Monero aus. Hier finden bereits erste regulatorische Einschr√§nkungen statt. Bei BTC haben Staaten die M√∂glichkeit die Blockchain zu beobachten und zu analysieren und somit alle Zahlungen zur√ľckzuverfolgen. Das ist sogar weitaus leichter, als die Geldfl√ľsse mit Bargeld zu verfolgen. Es ist einfacher etwas zu kontrollieren, als es zu verbieten.

Das nötige Verständnis fehlt

Regierungen verstehen Bitcoin nicht. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Menschen BTC nicht verstehen. Das ist nicht anders als beim Internet. Hier wissen die meisten ebenfalls nicht wie es funktioniert, aber nutzen es jeden Tag. Viele wissen nicht, dass Bitcoin programmierbar ist und sich den äußeren Bedingungen anpassen kann.

Demnach k√∂nnte sich Bitcoin in den n√§chsten 20 Jahren massiv weiterentwickeln und mit heute kaum mehr zu vergleichen sein. Regierungen sehen aktuell noch keine Gefahr in der aufstrebenden Kryptow√§hrung und daher keinen Grund Bitcoin zu verbieten. Wenn BTC aber zu einer Gefahr werden sollte, dann k√∂nnte es bereits zu sp√§t sein dagegen vorzugehen – wenn dies nicht bereits jetzt schon der Fall ist. Bitcoin ist wie ein Trojanische Pferd f√ľr das traditionelle Geldsystem.

Bitcoin ist noch kein Geld. Regierungen sehen in Bitcoin h√∂chstens einen Store of Value (Wertaufbewahrungsmittel) wie Gold. Durch die starke Knappheit ist es f√ľr viele als Medium of Exchange, eine der 3 Hauptfunktionen von Geld, ungeeignet und wird sich als solches niemals durchsetzen.

Das Grundger√ľst von Bitcoin basiert n√§mlich auf der √Ėsterreichischen Schule und ist kontr√§r zu dem Ansatz von Keynes. Daher sehen es viele, wohl auch einige Regierungen, aktuell nicht als Bedrohung f√ľr das eigene Geld, das weiterhin keine Begrenzung nach oben hat. Warum Regierungen und viele andere Menschen an dieser Stelle falsch liegen k√∂nnte, werden wir in einem der folgenden Artikel n√§her erl√§utern.

Fazit РBitcoin nicht verbieten sondern fördern

Es gibt bestimmt noch unz√§hlige weitere Gr√ľnde, warum die meisten Regierungen Bitcoin nicht verbieten, sondern sogar aktuell die n√∂tigen Rahmenbedingungen setzten, um die Adoption zu beschleunigen. Am Ende kann so gut wie nichts verboten werden, was die Menschen nutzen wollen. Es werden immer Wege gefunden, um Verbote zu umgehen. Vor allem wenn es sich im digitalen Zeitalter abspielt.

Dennoch k√∂nnen wir nicht abschlie√üend sagen, wie sich ein Bitcoin Verbot auswirken w√ľrde. Sicher ist aber eines – der Bitcoin Kurs w√ľrde negativ auf solche Nachrichten reagieren. Die Frage ist nur f√ľr wie lange und wie es sich in den n√§chsten Jahren weiterentwickeln w√ľrde. Zum Gl√ľck m√ľssen wir uns aktuell dar√ľber keine Sorgen machen und k√∂nnen weiterhin einer bitcoin-freundlichen Umgebung entgegenblicken.

Wir hoffen, dass dir der Artikel gefallen hat und du ein paar Insights von Bitcoin mitnehmen konntest. Nächste Woche erwartet dich eine weitere Reise in die Tiefen von Bitcoin. Stay tuned!

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[Bildquelle: Shutterstock]

 

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