Celsius möchte mit ersten Rückzahlungen beginnen, doch die vermeintlich gute Nachricht hat auch eine Kehrseite. Der Lender setzt strenge Limitierungen, wenn es darum geht, wem das Geld zugänglich gemacht wird. Außerdem will man nur 50 Millionen der insgesamt 225 Millionen US-Dollar freigeben.

Celsius meldet Insolvenz an: Was heißt das für Kunden?
Der Verdacht bestätigt sich: Celsius meldet nach Fehlspekulationen Insolvenz an. Was heißt das für Kunden? Sind deren Anlagen verloren?

Celsius Rückzahlung: Welche Nutzer können sie erwarten?

Das bekannte Lending-Unternehmen Celsius stellte gestern einen Antrag vor dem Insolvenzgericht, welcher die Rückzahlung von umgerechnet 50 Millionen US-Dollar zulassen soll.

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Für die Rückzahlungen plant man allerdings strenge Limitierungen. So sollen nur diejenigen Nutzer ihre Gelder erhalten, die maximal 7.575 US-Dollar in Form von Kryptowährungen auf Celsius hielten.

Außerdem will man keine Rückzahlung an Nutzer veranlassen, welche die Earn Programme verwendeten. Stattdessen sollen berechtigte Anleger ihre Gelder bereits mindestens 90 Tage vor dem Insolvenzantrag aus dem Earn Programm entfernt und in den Bereich Custody übertragen haben.

Wegen all dieser Einschränkungen kennt die Freude der Celsius-Kunden bisher deutliche Grenzen.

Celsius vermeidet Erstattung der Kundengelder?

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, warum Celsius nur 50 Millionen US-Dollar zurückzahlen möchte, wenn das Unternehmen Bitcoin und weitere Kryptos hält, die über 225 Millionen US-Dollar wert sind.

Die verbleibenden 175 Millionen US-Dollar will das Celsius Network behalten. Diese Gelder wertet man als legales Eigentum des Lending-Unternehmens. Der Bitcoiner Simon Dixon erklärt Celsius deshalb zu einer „illegalen Bank“.

Im Juli wurde aus Gerichtsunterlagen erstmals ersichtlich, dass Celsius nicht plant, sämtlichen Anlegern ihre Investitionen zu erstatten. Vielmehr verfolgt man den Plan, möglichst viele Wertanlagen als Eigentum der Firma geltend zu machen.

Celsius: Forderung schockt Anleger – droht Beschlagnahme?
Celsius stellt eine neue Forderung auf, die Anleger schockt. Sogar ausgezahlte Kundengelder will man rückwirkend beschlagnahmen.

Celsius unterscheidet zwischen Kryptowährungen, die lediglich in der Verwahrung des Unternehmens waren und zwischen denen, die als Investmentanlage passives Einkommen generierten.

Nur erstere Kategorie soll demnach den Weg zurück zu den ursprünglichen Eigentümern finden, während Celsius die Gelder einbehält, die sich eigenständig vermehren sollten.

Anleger beklagen Umgang mit Kunden

Selbstverständlich ist diese Entwicklung Celsius’ Reputation auch weiterhin nicht zuträglich. Erst gestern erklärte das Unternehmen auf Twitter:

Da wir uns weiterhin auf die Maximierung des Nutzens für alle Interessengruppen konzentrieren, teilen wir unsere ersten positiven Schritt zur Erfüllung der Erwartungen unserer Gemeinschaft.

Anschließend erklärte Celsius seine Rückzahlungspläne und machte auf die Unterscheidung zwischen verschiedenen Kategorien innerhalb der Anleger aufmerksam. Unter jenen erzeugen die Tweets eher Unmut.

Viele Nutzer beklagen, dass Celsius nicht nur den eigenen Nutzungsbestimmungen zuwiderhandelt, sondern darüber hinaus auch geltenden Gesetzen.

Eine Erklärung der Firma, welche anzweifelt, dass ein Großteil der überbliebenen Kundengelder Teil des legitimen Nachlasses sind, bekommt auf Twitter eindeutige Antworten.

Vorwürfe des Betrugs finden sich zahlreich.

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