- Strategy verkauft erstmals seit Jahren wieder Bitcoin:
Zwischen dem 26. und 31. Mai veräußerte das Unternehmen 32 Bitcoin im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar. Gemessen an den mehr als 843.000 Bitcoin in den Reserven ist die Menge zwar gering, die Signalwirkung jedoch deutlich größer. - Eine wichtige On-Chain-Kennzahl nähert sich historischen Tiefpunkten:
Aktuell befinden sich rund 40,6 Prozent des Bitcoin-Angebots im Verlust. In früheren Marktzyklen rückte dieser Wert vor größeren Tiefpunkten häufig in einen ähnlichen Bereich vor und markierte attraktive Akkumulationszonen. - Große Marktteilnehmer treten deutlich vorsichtiger auf:
Die Bestände der sogenannten Dolphins wachsen seit Monaten langsamer, während die Wallets der Wale kaum noch Zuwächse zeigen. Ein wichtiger Nachfrageimpuls bleibt damit weiterhin aus. - Oberhalb von 75.000 US-Dollar wartet viel Liquidität:
Die aktuelle Liquidation Heatmap zeigt das größte Liquiditätscluster oberhalb dieser Marke. Sollte sich - Jetzt in Bitcoin investieren:
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Bitcoin verliert weiter an Stärke
Die Lage am Kryptomarkt bleibt angespannt. Bitcoin ist unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar gefallen und hat damit eine Zone erreicht, die viele Anleger seit Wochen beobachten. Die Unterstützungen bei 70.000 und 68.000 US-Dollar konnten nicht gehalten werden. Statt einer klaren Stabilisierung kam es zu weiterem Verkaufsdruck, wodurch sich das technische Bild spürbar eingetrübt hat.

Ein Belastungsfaktor bleibt die geopolitische Lage rund um den Nahen Osten. Nachdem zeitweise Hoffnung auf eine Entspannung aufgekommen war, scheint diese Erwartung inzwischen wieder zu bröckeln. Neue Unsicherheiten und mögliche militärische Aktionen sorgen dafür, dass Anleger Risiko reduzieren. Auffällig ist jedoch, dass Bitcoin deutlich schwächer reagiert als der Aktienmarkt. Während viele Aktienindizes vergleichsweise stabil bleiben, baut Bitcoin seine vorherige Erholung fast vollständig ab. Das zeigt, dass nicht nur externe Unsicherheiten den Kurs belasten, sondern auch kryptospezifische Faktoren eine Rolle spielen.
Dazu gehört der Bitcoin-Verkauf von Strategy. Die verkaufte Menge ist gemessen an den gesamten Beständen des Unternehmens kaum relevant und hat keinen direkten Verkaufsdruck im Markt ausgelöst. Die Signalwirkung fällt jedoch deutlich größer aus. Strategy galt über Jahre als Symbol für das „Never Sell“-Narrativ. Wenn selbst dieses Unternehmen Bitcoin unter bestimmten Umständen verkauft, verändert das die Wahrnehmung vieler Anleger. Es geht also weniger um die Menge, sondern um den psychologischen Effekt.
Auch die Stimmung am Markt bleibt schwach. Der Fear and Greed Index notiert im Angstbereich bei rund 30 Punkten. Anleger agieren vorsichtig, Risiko wird reduziert und neue Käufe bleiben bislang überschaubar. Dazu passen die ETF-Daten. Die US-Spot Bitcoin-ETFs verzeichneten in den vergangenen zehn Handelstagen ausschließlich Nettoabflüsse. Damit fällt eine wichtige Nachfragequelle weg, die den Markt in früheren Phasen noch stabilisieren konnte.
Hinzu kommt das rückläufige Handelsvolumen. Sowohl im Spotmarkt als auch im Derivatemarkt nimmt die Aktivität ab. Viele Marktteilnehmer warten ab, statt größere Positionen aufzubauen. Dadurch fehlt Bitcoin aktuell die Kraft, um eine echte Gegenbewegung einzuleiten.
Ein ungewöhnlich ruhiger Markt
Während der Bitcoin-Kurs zuletzt deutlich nachgegeben hat, wird der Markt zugleich immer ruhiger. Die realisierte Volatilität von Bitcoin ist auf rund 17 Prozent gefallen. Zu Beginn des Quartals lag dieser Wert noch bei fast 39 Prozent. Damit bewegt sich die Schwankungsbreite auf einem Niveau, das in den vergangenen Jahren nur selten erreicht wurde. Die realisierte Volatilität misst die tatsächlichen Kursbewegungen der Vergangenheit. Sie zeigt also, wie stark Bitcoin tatsächlich geschwankt hat und nicht, welche Erwartungen der Markt für die Zukunft hat. Mit aktuell rund 17 Prozent liegt dieser Wert deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.
Solche Phasen wirken auf den ersten Blick ruhig. Historisch entstanden aus vergleichbaren Situationen jedoch immer wieder größere Kursbewegungen. Der Markt verliert an Dynamik, viele Anleger warten ab und die Handelsspanne wird zunehmend enger. Dazu passt die Entwicklung der größten Marktteilnehmer. Die Wallet-Bestände der sogenannten Dolphins wachsen seit Monaten immer langsamer, während die Bestände der Wale seit Februar kaum noch Veränderungen zeigen. In früheren Aufwärtsphasen floss deutlich mehr Kapital von diesen Investorengruppen in den Markt. Aktuell bleibt ein solcher Nachfrageimpuls aus, was die verhaltene Kursentwicklung zusätzlich erklärt.
Eine weitere wichtige Kennzahl ist die sogenannte Supply in Loss. Sie zeigt, welcher Anteil des umlaufenden Bitcoin-Angebots aktuell unterhalb des jeweiligen Kaufpreises liegt. Der Wert liegt derzeit bei rund 40,6 Prozent. Das bedeutet, dass ein großer Teil des Marktes bereits unter Wasser steht.
Historisch war diese Kennzahl oft ein wichtiger Hinweis auf starke Stressphasen. Seit 2015 wurden größere Zyklustiefs immer dann erreicht, wenn die Supply in Loss in den oberen Bereich einer langfristig fallenden Trendlinie vorgedrungen ist. Früher mussten dafür mehr als 60 Prozent des Angebots im Verlust liegen. In späteren Zyklen reichten bereits niedrigere Werte aus.

Das spricht dafür, dass der Bitcoin-Markt reifer geworden ist. Ein größerer Teil des Angebots liegt heute bei langfristigen Haltern, ETFs, institutionellen Investoren und Anlegern mit höherer Überzeugung. Der Markt muss daher möglicherweise nicht mehr dieselbe extreme Schmerzgrenze erreichen wie in früheren Bärenmärkten, um eine größere Akkumulationschance auszubilden.
Der aktuelle Wert zeigt bereits deutlichen Stress, liegt aber noch nicht in jener Zone, die historisch die attraktivsten Einstiegsfenster markiert hat. Sollte Bitcoin weiter schwächeln oder länger auf niedrigem Niveau konsolidieren, könnte ein erneuter Anstieg der Supply in Loss in Richtung dieser langfristigen Struktur eines der wichtigsten Signale für den Markt werden. Solche Phasen bedeuten nicht, dass der Boden sofort erreicht ist. Sie können von Fehlausbrüchen, starken Schwankungen und emotionaler Erschöpfung begleitet werden. Für das Chancen-Risiko-Verhältnis wäre ein solcher Bereich jedoch sehr relevant.
Welche Kurszonen jetzt wichtig werden
Für die kommenden Handelstage bleibt die Region um 70.000 US-Dollar zentral. Bitcoin hat diese Marke bereits unterschritten und kämpft nun darum, wieder Stabilität aufzubauen. Solange das nicht gelingt, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer erhöht.
Die aktuellen Liquidationsdaten zeichnen dabei ein recht klares Bild. Unterhalb des aktuellen Kursniveaus befinden sich nur noch vergleichsweise wenige größere Liquiditätsbereiche. Ein Großteil der Long-Positionen wurde durch die jüngste Korrektur bereits aus dem Markt gedrängt.
Auf der Oberseite zeigt sich dagegen ein deutlich größeres Liquiditätscluster oberhalb von 75.000 US-Dollar. Dort sammeln sich Stop-Orders, offene Positionierungen und potenzielle Liquidationen. Je größer diese Ansammlung ausfällt, desto relevanter wird die Zone für den Markt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin kurzfristig in Richtung 75.000 US-Dollar steigen muss. Sollte sich die Stimmung jedoch etwas stabilisieren, könnte dieser Bereich schnell wieder angelaufen werden. Gerade das sehr negative Sentiment erhöht kurzfristig die Chance auf eine technische Gegenbewegung oder einen Short Squeeze.
Die Lage bleibt dennoch angespannt. ETF-Abflüsse, schwächere Nachfrage großer Marktteilnehmer und der Bruch wichtiger Unterstützungen sprechen weiterhin für Vorsicht. Eine Erholung bleibt möglich, doch dafür müsste Bitcoin zunächst wieder Vertrauen zurückgewinnen und die zuletzt verlorenen Kursbereiche zurückerobern.