Der Kryptomarkt im ├ťberblick

  • Bitcoin (BTC) startet mit negativen Vorzeichen in die neue Handelswoche, nachdem es dem Bitcoin Kurs vergangene Woche nicht gelungen ist, die Marke von 38.000 US-Dollar erfolgreich nach oben hin zu durchbrechen. Stattdessen haben wir einen gescheiterten Ausbruch gesehen, der zu dem derzeitigen Abverkauf gef├╝hrt hat.
  • Bei Ethereum (ETH) ergibt sich ein relativ ├Ąhnliches Bild: ETH hat das Hoch von 2.140 US-Dollar am vergangenen Freitag angetestet, dieses jedoch nicht nach oben hin durchbrochen und konsolidiert damit weiter in der Range zwischen 2.140 und 1.920 US-Dollar.
  • Bei den Altcoins lassen sich durch die Bank Gewinnmitnahmen der letzten Wochen verzeichnen, wobei dies nicht zwangsl├Ąufig auf einen weiteren Ausverkauf im Kryptomarkt hindeutet - m├Âglich w├Ąre eine kurze Konsolidierungsphase, bevor es im Dezember noch einmal zu einer st├Ąrken Jahresendrallye kommt.

Makro-Events diese Woche

Makro-Events diese Woche, Quelle: Tradingeconomics.com
  • Mittwoch, 29. November 2023: Um 14:30 Uhr (MEZ) ver├Âffentlicht das US Bureau of Labor Statistics die Zahlen des US-Bruttoinlandsprodukts (GDP) in Q3 2023. Mit einer Prognose der GDPs von 4,9 Prozent Wachstum liegen Zahlen deutlich oberhalb des letzten Werts von lediglich 2,1 Prozent, was auf eine anhaltende Erholung der US-Wirtschaft hindeutet.
  • Donnerstag: 30. November 2023: Um 14:30 Uhr (MEZ) pr├Ąsentiert anschlie├čend das Bureau of Economic Analysis die neusten Zahlen zur Kerninflation (Core PCE) im Oktober. Die Prognosen belaufen sich auf eine Kerninflationsrate von +0,2 bis 0,3 Prozent und nimmt damit im Vergleich zu den beiden Vormonaten wieder leicht zu. Insgesamt sind dies aber keine besorgniserregenden Zahlen, die f├╝r weitere Zinsschritte sprechen w├╝rden.
  • Freitag, 01. Dezember 2023: Zum Wochenende hin folgt am Freitag um 17:00 Uhr (MEZ) noch die Rede des Fed-Chefs Jerome Powell. In dieser Rede d├╝rfte es konkrete Hinweise dar├╝ber geben, wie die FED in puncto Zinsen bis Ende des Jahres und wom├Âglich auch in Q1 2024 weiter verf├Ąhrt. Aktuell geht der Markt mit einer 96-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht davon aus, dass es weitere Zinsschritte in diesem Jahr geben wird:
FedWatchTool, Quelle: cmegroup.com
FedWatchTool, Quelle: cmegroup.com

Ähnlich sieht es mit dem Zinsentscheid im Januar aus. Von einer weiteren Pause im Januar 2024 gehen derzeit laut den Prognosen des Fedwatchtools (englisch) 93,6 Prozent aus.  

Bitcoin Kurshistorie: Dezember meist ein bullischer Monat f├╝r BTC!

Das Jahr 2023 neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Insgesamt war dieses Jahr bereits ein ├Ąu├čerst bullisches f├╝r die M├Ąrkte, insbesondere aber f├╝r Bitcoin und Altcoins. Bis dato hat BTC eine Performance von ├╝ber 140 Prozent YTD hingelegt und hat damit die hohen Verluste im vergangenen Jahr gr├Â├čtenteils wieder wettgemacht.

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Nun aber stellt sich die Frage, ob wir in diesem Jahr noch im Dezember eine letzte Jahresendrallye sehen werden, nachdem das Momentum nach dem steilen Kursanstieg im Oktober und November zur├╝ckgegangen ist. 

Um diese Frage beantworten zu k├Ânnen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, denn in den letzten 10 Jahren war der Monat Dezember statistisch gesehen ein positiver Monat f├╝r Kryptow├Ąhrungen. Dies ist insbesondere dann der Fall gewesen, wenn die Monate Oktober und November bereits positive Renditen verzeichnet haben:

Bitcoin monatliche Performance, Quelle: CryptoRank
Bitcoin monatliche Performance, Quelle: CryptoRank

Nachdem Bitcoin im Jahr 2015 die Monate Oktober und November mit einem Plus von 33,1 % bzw. 19,8 % abgeschlossen hatte, stieg er im Dezember um 14,1 % an. In den Jahren 2016 und 2017 waren die Zuw├Ąchse noch bemerkenswerter, mit positiven Renditen im Dezember von 29,2 % bzw. 38,8 %. Im Jahr 2020 stieg BTC nach Zuw├Ąchsen von 28,1 % und 42,9 % im Oktober und November im Dezember um 47,8 % und zeigte damit einen best├Ąndigen historischen Trend.

Zwar gibt es Ausnahmen wie 2013, als Bitcoin im Dezember einen Einbruch von 33,2 % erlebte, doch k├Ânnte man argumentieren, dass der Kryptomarkt damals ganz anders aussah und dem "Wilden Westen" ├Ąhnelte, mit beispiellosen Preisschwankungen, wie einem atemberaubenden Anstieg von 453,9 % im November jenes Jahres, auf den logischerweise eine Korrektur folgen musste.

In diesem Jahr hat BTC seinen Aufw├Ąrtstrend fortgesetzt, schloss den Oktober mit einem Plus von 28,5 % ab und wird den November voraussichtlich mit einem Anstieg von 7,18 % beenden.

Statistisch gesehen hat sich das letzte Quartal des Jahres als eines der bullischsten f├╝r den Kryptomarkt erwiesen, was f├╝r die typische Endjahresrallye spricht, wie man sie auch aus den traditionellen M├Ąrkten kennt. Im Moment schlie├čt das vierte Quartal 2023 mit einem beachtlichen Plus von 37,7 % und markiert damit das potenzielle achte Mal in 13 Jahren, dass das Jahr mit einem Aufw├Ąrtstrend abschlie├čt.

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Mit diesem historischen Einblick sind momentan alle Augen auf Bitcoin gerichtet, wie sich der Bitcoin Kurs in den n├Ąchsten Tagen entwickelt und ob es Anzeichen auf einen weiteren Preisanstieg im Dezember gibt.

­čôł Bitcoin Chartanalyse: BTC konsolidiert unter der Marke von 38.000 USD

Bitcoin (BTC) ist in der vergangenen Woche daran gescheitert, die Marke von 38.000 US-Dollar zur├╝ckzuerobern, womit der Ausbruchsversuch als ┬╗Swing Failure Pattern┬ź (SFP) gewertet werden muss und die aktuelle Korrektur bedingt.

Nichtsdestotrotz befindet sich der Bitcoin Kurs weiter in der aufsteigenden Dreiecksformation, die schon in K├╝rze ihren Endpunkt erreicht und eine h├Âhere Wahrscheinlichkeit hat, nach oben hin auszubrechen, wodurch der Kurs in den n├Ąchsten Tagen weiter auf das n├Ąchste Kursziel von 40.000 USD laufen k├Ânnte - die n├Ąchste psychologische Widerstandsmarke:

Bitcoin Chart, 1D, Quelle: Tradingview.com
Bitcoin Chart, 1D, Quelle: Tradingview.com

Besorgniserregend ist allerdings das abflachende Momentum, das im sinkenden Relative St├Ąrkeindex RSI ersichtlich ist. Au├čerdem ergibt sich aus dem aufsteigenden Bitcoin Kurs und dem abflachenden RSI eine b├Ąrische Divergenz, die durchaus auch f├╝r eine st├Ąrkere Korrektur sprechen w├╝rde.

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Die n├Ąchsten 24 Stunden bis zum Ausbruch aus dem Pattern werden also entscheidend sein und die Richtung f├╝r Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt in den n├Ąchsten Tagen und im Dezember vorgeben. 

Funding Rates k├╝hlen sich ab

Als positiv ist hingegen die Situation rund um die Funding Rates zu bewerten. Denn diese sind nach Wochen besorgniserregend hoher Funding Rates wieder abgek├╝hlt und teilweise sogar schon ins Negative gedreht, was daf├╝r spricht, dass weniger Trader auf steigende Kurse wetten und tendenziell wieder mehr Bitcoin Shorts auf fallende Kurse ge├Âffnet werden.

Krypto Funding Rates, Quelle: Coinglass.com
Krypto Funding Rates, Quelle: Coinglass.com

Der Grund, weshalb dies ein positives Signal ist, liegt darin begr├╝ndet, dass der Markt immer in Richtung der Liquidit├Ąt l├Ąuft --> Werden wieder mehr Shorts er├Âffnet, haben Market Maker einen Anreiz, diese auf dem Weg nach oben auszustoppen bzw. zu liquidieren.

­čôł Ethereum Chartanalyse: ETH konsolidiert in der Range

Ethereum (ETH) hat vergangene Woche ein bullisches Golden Cross-Signal auf den Tageskerzen geliefert, das R├╝ckenwind f├╝r einen weiteren Anlauf der Hochs bei 2.140 USD gegeben hat. Leider wurde aufgrund der Schw├Ąche des Bitcoins kein neues Hoch markiert, sodass der Ethereum Kurs hier weiter in der Range zwischen 1.920 und 2.140 US-Dollar konsolidiert.

Ethereum Chart, 1D, Quelle: Tradingview.com
Ethereum Chart, 1D, Quelle: Tradingview.com

Genau wie beim Bitcoin nimmt das Momentum auch bei Ethereum ab, was jedoch nicht zwangsl├Ąufig auf fallende Kurse schlie├čen l├Ąsst. Letztlich wird der Ausbruch aus dem Chartpattern bei Bitcoin die Richtung von Ethereum diktieren. Wenn Bitcoin hoch auf die Marke von 40.000 USD l├Ąuft, wird auch Ethereum ein neues Jahreshoch von bis zu 2.300 US-Dollar erreichen. Korrigiert Bitcoin hingegen, w├Ąre bei Ethereum ein Antesten des 50-er Simple Moving Average bei rund 1.850 US-Dollar denkbar.

Fazit zum derzeitigen Kryptomarkt

Der Kryptomarkt konsolidiert weiter auf hohen Kursniveaus, nachdem der Ausbruch beim Bitcoin vergangenen Freitag nicht erfolgreich gewesen ist. Zwar scheint die Genehmigung eines Bitcoin Spot ETFs im Januar unabdingbar, trotzdem gibt es aktuell weniger bullische Impulse, die f├╝r einen nachhaltigeren Kursanstieg sorgen. Letztlich bleibt es abzuwarten, in welche Richtung der Bitcoin Kurs aus dem aufsteigenden Chartpattern ausbrechen wird, wobei die Chance f├╝r steigende Kurse h├Âher ist.


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