Dieser DeFi Altcoin stieg in nur 24h um mehr als 200%

Nach dem fast 500% Kursanstieg von Compound letzte Woche, sorgt heute ein weiterer DeFi Altcoin für Furore und steigt in nichtmal 24h um mehr als 200%. Erst gestern haben wir in einem Bericht auf die Gefahren des DeFi Hypes hingewiesen und nun zünden weitere DeFi Altcoins ihre Kurs-Raketen. Wie gefährlich das sein kann, zeigt der aktuelle COMP Einbruch.

In diesem Artikel wollen wir uns dem neuen Highflyer widmen, erklären was dahintersteckt und aufklären, welche Chancen und Risiken bestehen.

DeFi Altcoin steigt um mehr als 200%

Da ist es wieder passiert. Der nächste DeFi Altcoin lässt die Leinen los und segelt Richtung Norden. In nur 24h konnte der Token von Balancer Labs (BAL) um mehr als 200% zulegen. Innerhalb eines Handelstages stieg der Kurs von ca. 6,60 USD auf über 22 USD, mehr als eine Verdreifachung! Aktuell notiert der Token noch bei ca. 20 USD:

Preis für BAL Token

Doch woher kommt dieser rasante Anstieg? Bevor wir uns das anschauen, ist es wichtig zu verstehen, wo man den BAL Token derzeit überhaupt bekommt.

Denn es gibt ähnlich wie bei Compound (COMP) auch hier nur die Möglichkeit BAL zu verdienen. Das was aktuell also „handelbar“ ist, sind nur wenige Tokens auf dezentralen Börsen (DEX), die entsprechend wenig Liquidität aufweisen. Ein Nachfrageüberhang führt dann schnell zu einer Kursexplosion, wie bei BAL oder COMP. Die enorme Nachfrage hat aber auch einen Grund, den wir uns jetzt anschauen.

Balancer Labs startet BAL

Gestern gab Balancer Labs den Start des Governance Token BAL für das Balance Protokoll frei. Damit werden nun die ersten 435.000 BAL freigegeben, die durch „Liquidity Mining“ entstanden sind. Dabei haben Nutzer ihre Tokens dem Protokoll als Liquidität zu Verfügung gestellt und dadurch einen Reward in Form von BAL erhalten. Diese Belohnung wurde jetzt erstmalig ausgeschüttet.

Kurz darauf fluteten die BAL Tokens die bekannten DEXes (Dezentrale Börsen) und die Investoren kauften sich fleißig ein. Grund dafür ist die Tatsache, dass man sich mit BAL-Tokens ein Mitbestimmungsrecht für das Protokoll erkauft. Es scheint genug Leute zu geben, die diesem Recht einen so hohen Wert beimessen.

Der Grund ist einfach: Wer mitbestimmt, darf auch entscheiden wie viele neue BAL durch „Liquidity Mining“ entstehen und kann so die Zufuhr entscheidend mitbestimmen. Dies kann gefährlich werden, genauso wie die Token-Verteilung von BAL selbst. Doch bevor wir uns das anschauen, wollen wir verstehen was das Balancer Labs Protokoll überhaupt kann.

So funktioniert Balancer Labs (BAL)

Balancer Labs beschreibt sich selbst als:

Non-Custodial Portfoliomanager, Liquiditätsanbieter und Preissensor

Balancer ermöglicht es Nutzern einen Liquiditätspool zu schaffen, indem man das Interface mit seiner Wallet verbindet. Hier kann dann eine beliebige Anzahl von ERC20 Tokens in einem festen Verhältnis zueinander hinterlegt werden. Hierdurch sorgt der Nutzer für Liquidität auf der dahinter geschalteten DEX. Dafür erhält der Nutzer von den „Handelsgebühren“ (Swap Gebühren) dann eine Belohnung in Form von BAL.

Der Vorteil: Der Liquiditätsanbieter kann also seinen eigenen Index-Fonds mit seinen Tokens anlegen und gleichzeitig Handelsgebühren verdienen.

Tokenverteilung, Angebot und die Gefahren

Viele fragen sich nun, ob es sich noch lohnt in BAL einzusteigen und ebenfalls fette Gewinne einzufahren. Genau wie bei COMP hat die Verteilung von BAL Tokens gerade erst begonnen und die Anzahl der verfügbaren BAL sind überschaubar. Dadurch, dass die aktuell umlaufende Menge an Tokens so niedrig ist, sorgt ein Nachfrageüberhang schnell für steigende bzw. explodierende Preise. Diesen Effekt kennen wir schon von IEOs, die nur begrenzt Tokens herausgegeben haben.

Dennoch kann man die Prozesse unmöglich vergleichen, denn die Tokens (COMP oder BAL) entstehen durch Leistungen, die man als User im Protokoll erbringt. Dennoch wird es noch sehr lange dauern, bis eine angemessene Anzahl an Tokens im Umlauf ist.

Die Tokenverteilung als Nadelöhr

Aktuell ist im Balancer Protokoll festgelegt, dass 145.000 BAL pro Woche ausgeschüttet werden. Das würde bei einer Gesamtanzahl von 100 Millionen BAL gerade mal 7,5 Mio. Tokens pro Jahr bedeuten. Nur ein Bruchteil der insgesamt verfügbaren Tokens. Insgesamt sieht die Verteilung wie folgt aus:

  • 25 Mio. für das Gründerteam, Aktienoptionen, Berater und Investoren. Von diesen 25 Millionen sind 10% als Optionen reserviert, die von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen, die Balancer Labs beitreten, erworben werden können.
  • 5 Mio. für den Balancer Ecosystem Fund. Dieser Fonds wird eingesetzt, um strategische Partner anzuziehen und Anreize zu schaffen, die das Wachstum und den Erfolg des Balancer-Ökosystems unterstützen. Die BAL-Inhaber werden letztlich darüber entscheiden, wie dieser Fonds in den kommenden Jahren verwendet wird.
  • 5 Mio. für den Fundraising-Fonds. Balancer Labs sammelte eine Pre-Seed- und Seed-Runde. Dieser Fonds wird für künftige Fundraising-Runden verwendet werden, um den Betrieb und das Wachstum von Balancer Labs zu unterstützen. BAL-Marken werden niemals an Privatanleger verkauft.
  • 65 Mio. für Liquiditätsanbieter (Liquidity Mining)

Von den 100 Mio. BAL Tokens sind also gerade mal 435.000 im Umlauf und ein großer Teil der Tokens liegt beim Team und den  Investoren. Eine Gefahr, die schon vielen ICO Projekten über die Zeit zum Verhängnis wurden. Ein Schicksal was nicht zwingend bei den DeFi Protokollen einsetzen muss. Dennoch ist es eine Gefahr, die sich in jedem Fall für BAL Investoren ergibt und die unbedingt beachtet werden sollte!

Fazit: Balancer (BAL) kaufen?

Wie oben bereits beschrieben, locken derzeit große Renditen bei DeFi Altcoins. Nicht nur als Investor sondern auch als Nutzer der Protokolle. Diese sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und nicht alles was auf den Markt kommt ist auch gut. Zugegeben die Benutzeroberflächen sind mittlerweile kinderleicht zu bedienen und die Produkte werden immer besser.

Ob sich jedoch alle DEXes und Protokolle durchsetzen, bleibt fraglich. Nur die besten und meistgenutzten werden sich durchsetzen, der First-Mover Advantage gilt also auch hier. Dennoch sollten einem mit Hinblick auf die Token-Verteilung und die technischen Risiken, die Gefahren eines Investments oder der Nutzung von DeFi immer bewusst sein.

Ich persönlich freue mich auf dieses neue Narrativ, das den Krypto-Space aktuell im Sturm erobert. Es bringt Bewegung in den Markt und eröffnet ganz neue Möglichkeiten seine Crypto-Assets zu verwalten oder gewinnbringend einzusetzen. Wir werden weiter berichten und halten euch zu DeFi auf dem Laufenden!

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[Bildquelle: Shutterstock, 1InchExchange]

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