Was ist Yield Farming? – Der ultimative Guide für Beginner

Das Thema Decentralized Finance (DeFi) gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nicht nur der subjektive Eindruck, sondern auch ein Blick auf die Google Trends zeigt, dass immer mehr Menschen in Deutschland sich dem neuen Trend-Thema widmen. In diesem Zusammenhang treffen interessierte Nutzer immer wieder auf den Begriff Yield Farming. Doch was ist Yield Farming eigentlich? – Wir können dir bereits so viel verraten: In diesem Artikel gibt es die passende Antwort hierzu.

Wir schauen uns hierfür an, woher der Begriff Yield Farming überhaupt kommt, was wir darunter verstehen und natürlich auch wie es funktioniert. Da man Dinge am besten lernt und versteht, wenn man sie anwendet, wollen wir dir auch gleich zeigen, wie sich das Prinzip bei verschiedenen DeFi Token anwenden lässt.

Doch bei all der Euphorie rund um diesen Trend werden wir natürlich auch über die damit verbundenen Risiken sprechen. Diese sind – um es ein wenig vorwegzunehmen – nicht zu unterschätzen. Starten wir also mit dem Einsteigerguide zur Frage „Was ist Yield Farming?“

Was ist Yield Farming? – Der Begriff

Was wären wir Menschen bloß ohne die ehrliche und anstrengende Arbeit von Landwirten? – Ziemlich hungrig, genau. Denn Landwirte sorgen dafür, dass wir mit ausreichend Nahrung versorgt werden. Dazu bauen sie verschiedene Pflanzen und Getreide auf einer bestimmten Fläche an. Im Englischen wird hierbei für den landwirtschaftlichen Betrieb der Begriff Farm verwendet. Nachdem sie sich reichlich um die Pflanzen gekümmert haben, kommt irgendwann die Erntezeit.

Die Bauern ernten also einen Ertrag für das, was sie eingesetzt haben. Dabei messen sie natürlich auch den Ertrag, den sie für die eingesetzte Menge an Getreide erhalten haben. Dieser Ertrag wiederum wird im Englischen als yield bezeichnet.

Beenden wir an dieser Stelle diesen kleinen Ausflug in die Welt der Landwirtschaft. Warum haben wir diesen Exkurs überhaupt gemacht? – Die Antwort ist einfach: Das Prinzip Yield Farming lässt sich tatsächlich mit dem Prinzip der Farmer vergleichen und der Begriff selbst wurde von der Kryptoszene übernommen.

Schauen wir uns nun eine Definition von Yield Farming an:

Yield Farming beschreibt eine Strategie, die es Menschen ermöglicht, einen fixen oder variablen Zins zu erhalten, indem sie in einen DeFi-Markt investieren.

Yield Farmer sind also Menschen, die ihren Ertrag (engl. yield) als die Rendite bzw. den Zins messen, den sie bekommen, wenn sie ihre Assets wie beispielsweise DAI in einer DeFi Plattform wie Compound parken. Wie genau eine solche Strategie funktionieren kann, schauen wir uns später etwas detaillierter an.

Woher kommt der Hype um Yield Farming?

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist die Basis für diesen Trend das Thema Decentralized Finance. Denn ohne DeFi wäre es nicht möglich, Yield Farming zu betreiben. Während Decentralized Finance bereits im letzten Jahr für breite Aufmerksamkeit sorgte, entstand der große Hype rund um Yield Farming erst in den letzten Wochen und Monaten.

Einer der Hauptgründe für die wachsende Bekanntheit und das gestiegene Interesse war der Launch von Compound’s COMP Token. Denn dieser ermöglicht es – einfach gesagt – dass Nutzer von Compound mit dem COMP Token belohnt werden. Anders formuliert: Eine Vielzahl an Menschen bewegte eine gewaltige Menge an Geldern in Form von Kryptowährungen auf die Compound-Plattform um den COMP Token zu „farmen“. Du kannst es wahrscheinlich bereits erraten; sie betreiben damit Yield Farming.

In Folge dessen stieg auch der Preis von COMP massiv an und führte dazu, dass COMP zum größten DeFi Token wurde. Nun ist es aber wichtig zu betonen, dass es natürlich noch eine Vielzahl anderer (älterer) Projekte gibt, die das gleiche Prinzip ermöglichen. Beispiele hierfür sind Balancer oder Synthetix. Die Botschaft dahinter ist also Folgende: Yield Farming ist zwar ein aktueller Trend, aber keine absolute Neuheit, die es erst seit wenigen Wochen gibt.

Nachdem wir nun bereits Begriffe wie Compound, Balancer und Synthetix gehört haben, wollen wir etwas tiefer einsteigen. Dazu schauen wir uns die Strategien an, mit denen sich auf den jeweiligen Plattformen Yield Farming betreiben lässt.

COMP Farming: Wie lässt sich Compound nutzen?

Zunächst müssen wir festhalten, dass es sich bei Compound um einen sogenannten Money Market handelt. Dieser Begriff entsteht dadurch, dass Compound als Lending (engl: verleihen) und Borrowing (engl: etwas leihen) Protokoll fungiert. Ein Blick auf die Webseite von Compound zeigt, dass hierbei aktuell 1.5 Milliarden Dollar als Lendingsumme zur Verfügung stehen.

Compound und Yield Farming_Lending_Borrowing

Um es etwas konkreter zu formulieren: Mit Compound lässt sich dadurch Geld verdienen, dass man anderen Nutzern Geld leiht. Innerhalb des DeFi-Marktes ist das Verleihen von Geld wohl die einfachste Art und Weise, um eine Rendite zu generieren. Wie wir anhand der oben stehenden Grafik erkennen können, lassen sich sowohl Stablecoins (DAI, USDC) oder auch ETH und weitere Kryptowährungen hinterlegen.

Kommen wir nun aber zu einer Besonderheit von Compound: Neben der eigentlichen variablen Rendite, die abhängig von dem Coin ist, den man einlegt, gibt es noch einen weiteren Anreiz. Denn jede Person, die via Compound Geld leiht oder verleiht, erhält eine gewisse Anzahl an COMP.

Dabei werden 2880 COMP pro Tag (0.5 COMP pro Block) an die Nutzer weitergegeben. Bei einem aktuellen Kurs von 191$ sind das also weitere 500.000 Dollar pro Tag. Den genauen Prozess der Verteilung siehst du in der folgenden Grafik:

Diese Grafik zeigt das Prinzip, wie COMP Token verteilt werden.

Dieser Anreizmechanismus (Zinsen auf verliehenes Kapital + COMP Token) hat dazu geführt, dass viele Trader ihre Assets in Richtung Compound bewegen, um dort Yield Farming zu betreiben. Gerade der zusätzliche Anreiz, dass man COMP Token erhält, die gleichzeitig auf für die Stimmrechte (engl. governance) verwendet werden können, hat zu dem Aufstieg des Protokolls geführt.

Welches Risiko gibt es dabei?

Nun müssen wir natürlich auch über die Schattenseiten von Yield Farming sprechen. Das erste Risiko liegt in dem Wettbewerb in Kombination mit den hohen Gas-Kosten auf Ethereum. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass du als Investor eine „ordentliche Summe an Geld“ investieren musst, damit sich das Prinzip Yield Farming überhaupt für dich lohnt.

Wenn du also mit Summen im Bereich von 100-1000$ arbeiten möchtest, entsteht häufig ein Nettoverlust. Dadurch haben wir zwar kein direktes Risiko, aber viel mehr die Notwendigkeit mit viel Geld zu hantieren, was wiederum ein implizites Risiko bildet.

Außerdem gibt es die Gefahr von Smart Contract Hacks. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen und kam in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Tragen. Das finanzielle Risiko selbst wird dadurch abgedeckt, dass es eine sogenannte over-collateralization gibt. Das heißt, dass die Person, die Geld leiht, mehr Geld hinterlegen muss als die eigentliche Kreditsumme.

Wenn nun durch Kursschwankungen das Verhältnis der hinterlegten Sicherheit (engl. value of collateral) und der aufgenommen Kreditsumme unter eine bestimmte Grenze fällt, kommt es zu einer automatischen Liquidierung. Das heißt in diesem Fall, dass der Kreditgeber die Sicherheit erhält und der Kreditnehmer seine Sicherheit verliert. Dadurch wird das Risiko für den Kreditgeber enorm reduziert.

Yield Farming mit Balancer

Nachdem wir nun das klassische DeFi-Geschäft mit Lending und Borrowing durch Compound abgearbeitet haben, werfen wir einen Blick auf Yield Farming mit Balancer. Bei Balancer handelt es sich um einen sogenannten Liquidity Pool bzw. Market Maker.

Der Grundgedanke dahinter besteht also darin, eigene Assets in einen gemeinsamen Pool zu legen, um diesem Pool eine Liquidität zu verleihen. Als Investor erhältst du wiederum eine Rendite für die Bereitstellung der Liquidität. Das heißt, dass jedes Mal, wenn jemand die Liquidität des Pools nutzt, eine gewisse Gebühr dafür gezahlt werden muss.

Auch hier hat Balancer den Anreiz geschaffen, sich zusätzliche BAL-Token zu farmen, indem Liquidität bereitgestellt wird.

Was ist Yield Farming? – Fazit

Zunächst hoffen wir, dass wir dir mit diesem Einsteigerguide einen Eindruck über das Konzept von Yield Farming vermitteln konnten. Du solltest nun wissen, was Yield Farming ist und wie es funktioniert.

In diesem Artikel wurde deutlich, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, Yield Farming zu betreiben. Diese wiederum unterschieden sich auch in dem damit verbundenen Risiko. Fest steht, dass es mit Sicherheit eine interessante und lukrative Methode ist, um die eigenen Kryptowährungen arbeiten zu lassen. Gerade das Thema Lending und Borrowing mit Stablecoins stellt hierbei eine gute Möglichkeit dar.

Investoren sollten sich jedoch immer der Tatsache bewusst sein, dass gerade durch das Alter von DeFi die Gefahr von Hacks nach wie vor hoch ist. Auch das oben beschriebene Liquidation-Risiko ist vorhanden. Zusätzliche Aspekte wie die hohen Gas-Gebühren tragen einen weiteren Teil zum Risiko bei. Alle Gefahren rund um DeFi findest du auch hier.

In diesem Sinne sei dir bewusst, dass Yield Farming relativ neu ist und sich auch in Zukunft weiterentwickeln wird. Natürlich kannst du dich jederzeit selbst daran ausprobieren und testen, wie die vorgestellten Protokolle funktionieren.

Wie ist deine Meinung zum DeFi Trend und Yield Farming im Speziellen? – Hast du dich selbst bereits daran ausprobiert und welche Erfahrungen konntest du damit machen?

Hinterlasse uns doch ein Kommentar oder tausche dich mit uns auf unserem Telegram-Channel aus. Wir freuen uns auf dein Feedback!

[Bildquelle: Shutterstock.com, Compound.finance]

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