Was hat der Kauf von 12,2 % Aktienanteilen an MicroStrategy durch den 2,3 Billionen USD schweren Vermögensverwalter Capital International mit Bitcoin zu tun? Nun, zum einen fährt Capital International mit dem Aktienkauf eine scheinbar neue Strategie und zum anderen dient der Kauf der Aktienanteile an MicroStrategy auch der Exposure in BTC.

Klar scheint es bei dem Kauf von 12,2 % Aktienanteilen an MicroStrategy durch Capital International primär mal darum zu gehen, dass der Vermögensverwalter aus den USA großes Vertrauen in das Unternehmen und CEO Michael Saylor setzt. Aber mit 105.084 BTC und einer Strategie zur Rücklagenbildung auf den Schultern der ersten und größten dezentralen Kryptowährung dienen MSTR-Aktien auch als eine Art Bitcoin ETF.

Capital International kauft sich in MicroStrategy und Bitcoin ein

Die strategischen Investitionen von Capital International sind nicht erst seit Kurzem der Rede wert. In Sachen Kryptowährungen – oder spezifischer Bitcoin – allerdings, machte der billionenschwere Vermögensverwalter aus den USA erst jüngst auf sich aufmerksam. Und dabei investierte die Investmentgruppe gar nicht in Bitcoin und Co., sondern in MicroStrategy.

Aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC von MicroStrategy vom 30. Juni 2021 geht hervor, dass Capital International insgesamt 953.242 Aktien des Unternehmens unter der Leitung von CEO Michael Saylor gekauft hatte. Das sind mal eben rund 12,2 % Aktienanteile. Der Kauf markiert eine ungewöhnliche Strategie der Capital International Investoren, die mit einem scheinbar hohem Vertrauen in MicroStrategy einhergeht. Aber nicht nur das!

MicroStrategy hält seinerseits mehr als 100.000 BTC und adoptierte bereits im vergangenen Sommer 2020 den Bitcoin Standard in der Rücklagenbildung. Dieser Umstand lässt die Korrelation der Aktie des internationalen Business Intelligence Unternehmens mit Bitcoin (BTC) natürlich zunehmen. Und dieser Umstand wiederum schafft eine Art inoffiziellen Bitcoin ETF.

Lesetipp: Bitcoin Kurs Prognose 2021: Wie realistisch sind 100.000 USD pro BTC?

Aktienkurs von MSTR und Bitcoin Kurs bleiben unberührt

Doch der Marktpreis von MSTR und von BTC blieb von den Käufen unberührt. Klar herrschte zunächst Euphorie bei den Anlegern in MSTR, doch diese verflog schnell wieder. Der aktuelle Kurs der MSTR-Aktie liegt bei nur knapp 590 USD und damit weiterhin rund 55 % unter dem Allzeithoch vom 09. Februar 2021 bei 1.315 USD.

Quelle: Tradingview

Der Bitcoin Kurs selbst blieb von den Neuigkeiten gleich gänzlich unberührt. Mit einem Preis von 33.250 USDT via Binance befindet sich der Preis weiterhin in einer Preisspanne zwischen rund 30.000 und 40.000 USD, während die jüngsten Preisbewegungen immer mehr an Volatilität verlieren. Zusammen mit abnehmendem Handelsvolumen und immer enger werdenden Bollinger Bändern, darf von einer größeren Preisbewegung in der Zukunft ausgegangen werden.

Dies legen übrigens auch fundamentale On-Chain Daten von Glassnode nahe.

MicroStrategy-Aktien ein inoffizieller Bitcoin ETF?

So weit, so gut. Aber wer sagt denn, dass Capital International nicht einfach an MicroStrategy und deren Langzeitaussichten glaubt, ganz abseits von Bitcoin (BTC)? Nun, die Sache ist die: Bitcoin darf und kann de facto nicht mehr aus Investmententscheidungen herausgelassen werden in Sachen MicroStrategy. Eine Rücklagenbildung auf Basis von BTC ist zu fundamental, um sie zu ignorieren.

Das wissen die Investoren bei Capital International sicherlich auch und MicroStrategy-CEO Michael Saylor hob einst selbst hervor, warum ein Kauf von MSTR-Aktien anstelle von direkten Investitionen in Bitcoin lohnenswert sein könnte! Erstens könne das Unternehmen seinen Cash-Flow in BTC umwandeln und zweitens kann das Unternehmen Fremdkapital zum Kauf von mehr BTC hernehmen.

In Sachen Cash-Flow in BTC umwandeln kaufte MicroStrategy auch immer wieder Bitcoin in 15 Mio. USD Häppchen. Und Fremdkapital für mehr BTC herzunehmen ist für MicroStrategy auch keine unbekannte Strategie mehr. Im Juni dieses Jahres gab das Unternehmen erneut Schuldverschreibungen in Höhe von mindestens 400 Mio. USD heraus, um mit dem Fremdkapital mehr Bitcoin zu kaufen.

Der langfristige Zeithorizont zählt

Capital International scheint mit dem Kauf von 12,2 % Aktienanteilen an MicroStrategy also in der Tat die von Michael Saylor genannten Vorteile gegenüber einer direkten Investition in Bitcoin zumindest in Betracht gezogen zu haben. Anders ist es bei einem billionenschweren Vermögensverwalter kaum denkbar. Diese faire Annahme führt dann auch zur Schlussfolgerung, dass institutionelles Interesse in Bitcoin weiterhin besteht.

Institutionelles Geld war einer der primären Motoren für die Preisentwicklung im Bitcoin Kurs seit Sommer 2020. Und seit dem Abflachen dieses Interesses seit Q1/2021 und der mangelnden Liquidität von Privatanlegern, um Preisniveaus oberhalb von 50.000 oder gar 60.000 USD zu halten, befindet sich der Bitcoin Kurs auf einem unentschlossenen Pfad irgendwo zwischen 30.000 und 40.000 USD.

Doch Capital International lehrt uns mit dem jüngsten Aktienkauf eine wichtige Lektion. Tagesfluktuationen im Preis eines Investments spielen auf jahrelange Sicht keine größere Rolle. Und das Vertrauen in die positive Langzeitperformance bei Bitcoin scheint vonseiten der institutionellen Anleger unerschüttert.