Im neuen Format DeFi News liefern wir euch immer Dienstags detaillierte Einblicke in das Thema Decentralized Finance (DeFi). Dabei blicken wir auf den derzeitigen Stand von DeFi und analysieren die verschiedenen DeFi-Ökosysteme in Bezug auf das Total Value Locked (TVL), Nutzer und Adoption. Welche Protokolle werden sich langfristig durchsetzen?

Die DeFi News in Kürze

  • Der neue Gesetzesentwurf zur DeFi-Regulierung in den USA spaltet die Community, da dieser zunächst als "Verbot von DeFi" aufgefasst wurde. Die Chefs zentraler Börsen befürworten hingegen stärkere Regulierungen und betreiben sogar Lobby-Arbeit gegen ein "freies Web3".
  • Die Investmentbank JPMorgan erforscht derzeit digitale Wallets im Web3, über die sich die Nutzer "frei und vertrauensvoll" durch digitale Welten bewegen können, indem sie eine digitale Identität an mehreren Orten nutzen.
  • Die Lending-Plattform Aave und die DeFi-App “Oasis” haben in einer Kooperation ein neues Ethereum-Staking-Produkt auf den Weg gebracht. Nutzer sollen mit dem Produkt mehr Rendite auf ihr gestaktes ETH verdienen können, woraus sich eine vereinfachte DeFi-Strategie ergibt.
  • Die jüngste Erholungsrallye im Krypto-Markt hat sich positiv auf das gesperrte Geld auf den 10 größten DeFi-Protokollen ausgewirkt. Nahezu alle Protokolle konnten ihr TVL gegenüber der Vorwoche steigern. Zu den Gewinnern zählen Lido Finance und Aave.
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Gesetzesentwurf zu digitalen Gütern in den USA spaltet die DeFi-Community

Vor einigen Wochen kam der erste Entwurf des sog. "Digital Commodities Consumer Protection Act" (DCCPA) der CFTC-Behörde in den USA an die Öffentlichkeit, der für viel Kritik von Branchenvertretern sorgte.

Die CFTC plant mit dem Gesetz eine allumfassende Regulierung des DeFi-Sektors. Allerdings las sich der erste Entwurf so, als wolle die Politik in den USA die dezentralen Finanzen (DeFi) gänzlich verbieten, da die Definition einer Plattform für digitale Waren zu weit gefasst war, was als komplettes "Verbot von DeFi" interpretiert wurde. Laut des Entwurfs sollen beispielsweise Trades zentralisiert gesteuert werden, was letztlich die "Dezentralisierung in DeFi" eliminiert.

Daher forderten Verbände wie die Blockchain Association, eine Lobbyistengruppe für Kryptowährungen, deutliche Veränderungen an dem DCCPA-Gesetz, um ein De-facto-Verbot für DeFi zu verhindern. 

Neue Version des Gesetzesentwurfs kommt an die Öffentlichkeit

Nun wurde von Gabriel Shapiro, dem Chefanalysten von Delphi Labs, der neue Entwurf des DCCPA publik gemacht. Laut seinen Aussagen wurde diese strittige Aussage im Entwurf geändert, weshalb er selbst nun der Meinung ist, dass der neue Gesetzesentwurf sogar ein Segen für DeFi und Krypto im Allgemeinen sein könnte.

Shapiro erläuterte, dass der neue Entwurf eine begrenzte Ausnahme für den Begriff "Digital Commodity Trading Facility" enthält, die Personen ausschließt, die ausschließlich Software entwickeln oder veröffentlichen.

Viele weitere Experten wie beispielsweise Dr. Martin Hiesboeck, Forschungsleiter bei UpHold, sind ebenfalls optimistisch und sehen in dem neuen Entwurf viele Parallelen zu ähnlichen Regelungen in der EU und im Vereinigten Königreich.

Dies deute darauf hin, dass die USA in Sachen Krypto-Regulierung "endlich die Kurve kriegt".

Chefs von zentralen Börsen befürworten die neuen DeFi-Gesetzesentwurf

Sowohl Sam Bankman-Fried (SBF), CEO der Krypto-Börse FTX als auch Ex-Coinbase CEO Brian Armstrong sind der Ansicht, dass das neue DCCPA-Gesetz einen effektiven Regulierungsrahmen für zentralisierte Börsen schaffen wird, ohne die Existenz von Software, Blockchains, Validatoren, DeFi usw. zu gefährden.

In einem Blog-Post sagte SBF, dass DeFi eines der schwierigsten Dinge ist, die in einem regulatorischen Rahmen berücksichtigt werden müssen.

SBF formulierte sogar seine eigenen Regulierungs-Rahmen, in dem er eine Sanktionsliste für Wallets vorschlägt, die von Regulatoren geführt und in Echtzeit aktualisiert werden könnte. Wallets, die mit diesen Adressen in Kontakt geraten, würden dann ebenfalls zumindest temporär blockiert.

Außerdem spricht er sich in dem Rahmen für die Implementation von Identifikationsmaßnahmen für jegliche DeFi-Front-Ends aus. Auch hält er transparentere Regeln zu Stablecoins aufgrund der jüngsten Ereignisse bzgl. algorithmischen Stablecoins für notwendig.

DeFi-Community sieht SBFs Vorstoß äußerst kritisch

SBFs Vorstoß kam längst nicht bei allen DeFi-Nutzern gut an. Denn viele sahen in in dem selbst veröffentlichten Regulierungs-Framework den Versuch, seine eigene Krypto-Börse besser zu stellen, sollte es zu einer umfänglichen Regulierung des Krypto-Sektors kommen. Daher wurde der Framework sogar zynisch als "Digital Commodities FTX Protection Act" betitelt.

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Auf der einen Seite kann man Nutzer verstehen, dass sie sich über den Vorstoß von CEOs zentraler Krypto-Börsen empören, da sie sich im Falle einer Regulierung vor allem besser positionieren möchten. Auf der anderen Seite sind sie es, die konstruktive Vorschläge mit einbringen, da sich die Mehrheit der DeFi-Community gar nicht erst mit dem Thema Regulierung von DeFi beschäftigen will.

Der DeFi-Markt in Zahlen

Im letzten Abschnitt unserer DeFi News blicken wir auf die wichtigsten Zahlen und Statistiken. Dabei wollen wir regelmäßig auf die Rolle von Ethereum als führende DeFi und Smart-Contract Plattform blicken sowie analysieren, welche Blockchains eine zunehmende Relevanz einnehmen.

Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die meist genutzten DeFi-Protokolle.

Total Value Locked der Top 10-Blockchains

Ethereum baut seine Marktdominanz im DeFi-Bereich weiter aus. In den vergangenen sieben Tagen ist das Total Value Locked (TVL) auf der Blockchain um sieben Prozent auf 32 Mrd. US-Dollar gestiegen. Dadurch konnte Ethereum auch die Dominanz auf 58 Prozent des Gesamtmarktes steigern.

Darüber hinaus konnte auch das DeFi-Ökosystem auf Binance weiter zulegen. Der Börsen-Token BNB konnte überdurchschnittlich stark ansteigen, was wohl für den Anstieg im TVL mitverantwortlich gewesen ist.

Top 10 DeFi-Protokolle (gemessen am TVL)

In den vergangenen sieben Tagen kam es zu einer signifikanten Erholungsrallye im Krypto-Markt, wodurch nahezu alle großen DeFi-Protokolle profitieren konnten. Dabei sticht vor allem der Anstieg des ETH-Staking-Protokolls Lido Finance (Lido) heraus.

Dies dürfte damit zusammenhängen, dass einerseits der Wert von ETH deutlich aufgewertet hat. Zusätzlich steigt die Zahl der Investoren wieder an, die Ethereum langfristig "hodln". Dies belegen die jüngsten Zahlen der Krypto-Analysfirma Santiment.

Neben Lido Finance konnte auch die DeFi-Plattform Aave auf Wochensicht ordentlich zulegen. Das TVL ist um knapp 10% gegenüber der Vorwoche gestiegen, was sich neben der Erholungsrallye vor allem mit dem neu aufgelegten Ethereum-Staking-Produkt in Kooperation mit der DeFi-App Oasis erklären lässt. Nutzer sollen mit dem Produkt mehr Rendite auf ihr gestaktes ETH verdienen können, woraus sich eine vereinfachte DeFi-Strategie ergibt.

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Fazit zu den aktuellen DeFi News

Die Regulierung des DeFi-Marktes ist nur noch eine Frage der Zeit, umgehen lässt sie sich wohl kaum noch. Nun geht es darum, für eine faire Regulierung einzustehen, damit die Regulierung die dezentralen Finanzen nicht "töten". Der neueste Gesetzentwurf zur DCCPA ist laut Branchenexperten vielversprechend.