• Bitcoin unter 60.000 US-Dollar gefallen:
    BTC rutschte bis auf 59.743 US-Dollar ab und verlor seit dem 1. Juni zeitweise nahezu 20 Prozent in nur fünf Tagen.
  • 1,57 Milliarden US-Dollar an Liquidationen:
    Vor allem Long-Positionen wurden aus dem Markt gespült, allein bei Bitcoin traf es 381 Millionen US-Dollar.
  • 200 Milliarden US-Dollar Marktwert vernichtet:
    Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung sank auf 2,23 Billionen US-Dollar, Altcoins verzeichneten teils zweistellige Verluste.
  • Makrodruck verstärkt den Abverkauf:
    172.000 neue US-Jobs statt erwarteter 88.000 dämpfen Zinssenkungshoffnungen und erhöhen den Druck auf Risikoassets wie BTC.
  • Bei schnellen Marktbewegungen den Überblick behalten:
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Bitcoin verliert den Halt

Bitcoin (BTC) rutschte am Freitagabend unter die Marke von 60.000 US-Dollar und durchbrach damit eine psychologisch wie technisch relevante Schwelle. Der Bitcoin-Kurs fiel bis auf 59.743 US-Dollar und markierte ein neues Jahrestief – innerhalb von 24 Stunden stand ein Minus von 4 Prozent auf dem Kurszettel.

Seit dem 1. Juni summierte sich der Rückgang zeitweise auf über 14.000 US-Dollar, nahezu 20 Prozent in nur fünf Tagen. Zwar erholte sich BTC im Anschluss wieder in Richtung 61.000 US-Dollar, doch das neue Jahrestief blieb stehen.

Bitcoin im Abwärtstrend: Der BTC-Kurs unterschritt am Freitagabend die 60.000-US-Dollar-Marke
Bitcoin im Abwärtstrend: Der BTC-Kurs unterschritt am Freitagabend die 60.000-US-Dollar-Marke. Quelle: CoinMarketCap

Im Jahresverlauf liegt Bitcoin nun rund 30 Prozent im Minus. Die Marktkapitalisierung fiel Coingecko zufolge zwischenzeitlich unter 1,2 Billionen US-Dollar, ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2024 erreicht wurde.

BTC zieht den Markt mit

Was bei Bitcoin begann, setzte sich im gesamten Markt fort, der Ausverkauf vernichtete rund 200 Milliarden US-Dollar an Marktwert.

Besonders sichtbar wurde die Dynamik im Derivatemarkt. Gehebelte Positionen im Umfang von 1,57 Milliarden US-Dollar wurden Coinglass-Daten zufolge innerhalb kurzer Zeit liquidiert. Es war bereits das vierte Mal in fünf Tagen, dass die Schwelle von 1 Milliarde US-Dollar überschritten wurde.

Die Verteilung spricht für sich: Long-Positionen machten mit 1,28 Milliarden US-Dollar den Großteil aus. Allein bei Bitcoin wurden Long-Positionen im Wert von 381 Millionen US-Dollar ausgelöscht, während Short-Liquidationen bei BTC mit 111 Millionen US-Dollar deutlich geringer ausfielen. Die Abwärtsbewegung war damit nicht nur Spot-getrieben, sondern vor allem ein Hebel-Ereignis.

Abwärtsdynamik verstärkt sich

Mit jedem erzwungenen Verkauf verstärkte sich der Druck: Altcoins wie Worldcoin (WLD) oder Render (RENDER) verzeichneten teils zweistellige Verluste, die gesamte Marktkapitalisierung der Krypto-Wirtschaft sank auf 2,23 Billionen US-Dollar.

Der Markt bewegte sich in einer klassischen Liquidationskaskade, in der fallende Kurse weitere Margin Calls auslösen und diese wiederum neue Verkäufe nach sich ziehen.

Parallel dazu spiegelte der Fear and Greed Index die Stimmungslage wider. Der Wert fiel auf 13 und damit in den Bereich „Extreme Angst“, nachdem er am Vortag noch bei 28 gelegen hatte. Die Marktpsychologie drehte abrupt, und Bitcoin wurde zum Epizentrum dieser Bewegung.

Der Fear and Greed Index fiel in den Bereich "Extreme Angst"
Der Fear and Greed Index fiel in den Bereich "Extreme Angst". Quelle: binance.com

Bitcoin zwischen Technik und Narrativ

Im Zuge des Rückgangs wurde auch der Verkauf von 32 Bitcoins durch Strategy diskutiert, der in den sozialen Medien Thema war. Einzelne Marktteilnehmer sahen darin einen möglichen Auslöser der Bewegung.

Parallel rückten jedoch makroökonomische Faktoren in den Vordergrund, neue US-Arbeitsmarktdaten zeigten 172.000 zusätzliche Stellen statt erwarteter 88.000. Damit sanken die Erwartungen an baldige Zinssenkungen, während höhere Zinsen wieder wahrscheinlicher wurden.

In einem Umfeld steigender Renditen und sinkender Liquidität gerieten Risikoassets zusätzlich unter Druck. In Kombination mit hoher Hebelpositionierung traf diese Gemengelage Bitcoin in einer ohnehin angespannten Marktphase.

Fazit: Bitcoin im strukturellen Belastungstest

Der Fall unter 60.000 US-Dollar ist mehr als nur ein charttechnischer Rückschlag. Bitcoin wurde in kürzester Zeit von einem überhebelten Marktumfeld, massiven Long-Liquidationen und einem makroökonomischen Stimmungswechsel getroffen.

Die Kombination aus restriktiveren Zinserwartungen und systemischer Enthebelung hat gezeigt, wie stark BTC inzwischen in globale Liquiditätszyklen eingebettet ist. Kurzfristig ist der Markt bereinigt, ein großer Teil der gehebelten Positionen wurde aus dem System gespült.

Entscheidend wird nun, ob sich Bitcoin oberhalb der aktuellen Niveaus stabilisieren kann oder ob steigende Renditen und anhaltender Risikoabbau weitere Kapitalabflüsse nach sich ziehen. Die 60.000er-Zone war eine Marke. Was jetzt zählt, ist die Marktstruktur dahinter.