Während die weltweite Adoption von Kryptowährungen immer weitere Kreise zieht, hat nun auch einer der größten internationalen Player der Finanzmärkte einen großen Schritt angekündigt. Die Investmentbank Goldman Sachs will seine Aktivitäten im Kryptosektor weiter verstärken und bald den Handel von Ethereum (ETH) für ihre Kunden anbieten. Schon im März kündigte die Bank an, Bitcoin und Altcoins zu integrieren.

Goldman Sachs will nun den direkten Handel mit Ether und Finanzprodukten des Coins der Ethereum-Blockchain ermöglichen. Ethereum ist die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung nach Bitcoin. Führend ist Ethereum vor allem im Bereich der Smart Contracts und der DApps. DApps sind dezentrale Applikationen die über die Ethereum-Blockchain laufen und dadurch abgesichert sind.

Zurzeit gibt es etwa 3.000 DApps, bei stetigem Wachstum. Der Schritt zur Integration von Ether zu den Angeboten der Bank kann als längst überfällig bezeichnet werden. Ethereum wird von einigen Experten als eine der Kryptowährungen mit den meisten und wichtigsten Use Cases angesehen.

Ethereum ist die Kryptowährungen mit den meisten Anwendungsfällen

Große Banken und institutionelle Anleger folgen letztlich immer dem Ruf des Geldes. Der Kryptosektor hat mit Weiterentwicklungen wie DeFi im letzten Jahr und in 2021 nochmals im ganz großen Stil bewiesen, wie viel Potenzial und Möglichkeiten in ihm stecken. Da erscheint es wirklich logisch, dass nun auch die eher konservativen und traditionellen Player ein Stück vom Krypto-Kuchen wollen.

Goldman Sachs ist dabei relativ spät dran, denn die Konkurrenz wie JPMorgan Chase und Morgan Stanley haben schon länger ihre Fühler in den Bereich von Bitcoin und Co. ausgestreckt. Goldman Sachs will den Handel mit Ethereum für Futures und Optionen anbieten. Laut dem Abteilungsleiter für digitale Assets bei Goldman Sachs wäre zurzeit ein guter Zeitpunkt, um erneut in den Kryptomarkt einzusteigen.

Goldman Sachs sieht die Zeichen der Zeit und hat FOMO

Die Bank hat erst kürzlich wieder einen eigenen Trading-Desk für Kryptos eröffnet, nachdem dieser für drei Jahre geschlossen war. Mit dem Anfang des Bärenmarktes 2018 sahen die Manager von Goldman Sachs wohl keine Zukunft in diesem Markt. Letztes und dieses Jahr wurden sie eines Besseren belehrt. Wie für viele andere institutionelle Anleger auch sind Kryptowährungen seit diesem Jahr für Goldman Sachs nicht mehr wegzudenken.

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Goldman Sachs ist vielleicht die bekannteste Investmentbank der Welt und hat in der Finanzbranche ein polarisierendes Image. Wenn ein Traditionsunternehmen wie Goldman Sachs sich noch weiter für Kryptowährungen öffnet, kann das nur ein positives Signal für den Gesamtmarkt sein. Dies ist ein weiterer Anhaltspunkt, dass der traditionelle Finanzmarkt die Zeichen der Zeit erkennt.