Was ist Ethereum? – Entstehung, Vision, Smart Contracts, ETH Ökosystem und vieles mehr

Wer in die Welt von Bitcoin und Blockchain einsteigt, der kommt nicht an Ethereum (ETH) vorbei. In den letzten 5 Jahren hat sich Ethereum zu der bekanntesten und beliebtesten Smart Contract Plattform entwickelt und die immer größer werdende Nische von Decentralized Finance (DeFi) eingenommen. Daher wollen wir dich in diesem Artikel über das Projekt Ethereum im Detail aufklären.

Dabei nehmen wir dich mit auf die Reise in die Entstehung, Vision, Funktionalität, Partnerschaften, Usecases und den nativen Coin von Ethereum. Darüber hinaus sprechen wir über den bevorstehenden Wechsel von Ethereum von Proof-of-Work (PoW) zu Proof-of-Stake (PoS) und was das für dich zu bedeuten hat – Stichwort: Staking. Zudem klären wir dich über die grundlegenden Unterschiede zu Bitcoin auf.

Übersicht: Was ist Ethereum (ETH)

Ethereum Entstehungsgeschichte

Ende 2013 wurde das erste Ethereum Whitepaper von Vitalik Buterin, der Hauptgründer von Ethereum, veröffentlicht. Dabei wurde das grundsätzliche Konzept, die Funktionsweise und der dazugehörige ETH Coin beschrieben. Buterin hat sich damals dazu entschieden sein Konzept nicht auf der Basis von Bitcoin aufzubauen, weil ihm die vorliegende technische Basis zu starr war und die Komplexität seiner Idee nicht abbilden konnte. Dabei wollte er dezentrale Anwendungsfälle möglich machen, die über das reine Verschieben von kryptographischen Guthaben hinausgeht.

Am 25. Januar in 2014 war es dann endlich soweit. Auf der North American Bitcoin Conference hat Vitalik Buterin sein Konzept und das dazugehörige Whitepaper der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge dessen wurde zunächst ein Unternehmen in der Schweiz gegründet – die Ethereum Switzerland GmbH. Die wichtigsten Entwickler waren zu diesem Zeitpunkt Vitalik Buterin selbst, Mihai Alisie, Anthony Di lorio und Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano. Gleichzeitig wurde zudem eine Non-Profit Organisation gegründet – die Ethereum Foundation.

Ethereum Crowdsale (ICO)

Für die Finanzierung von Ethereum wurde zwischen Juli und August Geld von interessierten Investoren in einer öffentlichen ICO (Initial Coin Offering) eingesammelt. Dabei wurden die ersten ETH Coins an die Investoren ausgegeben. Investoren konnten damals nur mit Bitcoin an der ICO teilnehmen.

Insgesamt wurden ca. 30.000 BTC investiert, was zu diesem Zeitpunkt einem Gegenwert von ca. 18 Millionen USD entsprach. Dabei wurden 60 Millionen ETH an die Investoren ausgegeben. Im Vergleich zu den ICOs in 2017 und 2018 entspricht es einer verhältnismäßig kleinen Summe aber zu den damaligen Zeiten war es ein unglaublicher Erfolg.

Für jeden investierten BTC erhielten die Investoren 2.000 ETH. Damals lag der Bitcoin Kurs bei ca. 600 USD und somit lagen die umgerechneten Kosten für 1 ETH bei ca. 0,3 USD. Kaum zu glauben, wenn man den späteren Kursverlauf von Ethereum hinzuzieht.

Der Startschuss, DAO und der erste Fork

Im Jahr 2015 erfolgte dann nach monatelanger Entwicklung und einigen Prototypen der Startschuss für das Netzwerk. Die erste öffentliche Betaversion trug den Namen Ethereum Frontier.

The DAO

Bereits ein knappes Jahr nach der Veröffentlichung von Ethereum fand „The DAO“ (Decentralized Autonomous Organisation) im April 2016 seinen Weg auf die Ethereum Blockchain. In einem weiteren Crowdsale wurden insgesamt über 150 Millionen USD eingesammelt. Ein unglaublicher Erfolg, nach nur so kurzer Zeit und der Start eines großen Hypes rund um ICOs.

Die Idee hinter The DAO war es einen Venture Capital Fund ohne direktes Management zu erschaffen. Über die jeweiligen Investitionen in den Fund sollte demokratisch entschieden werden. Hierzu wurden die Stimmen anhand der gehaltenen Menge der Token gewichtet. Die komplette Funktionalität von The DAO wurde über Smart Contracts auf Ethereum sichergestellt.

Bereits im Juni 2016 gab es aber bereits den großen Knall, der weitreichende Folgen mit sich brachte.

Durch einen Fehler im Smart Contract ist es Hackern gelungen rund 3,6 Millionen ETH von The DAO für sich zu beanspruchen und diese zu blockieren. Zum damaligen Ethereum Kurs belief sich die Summe auf umgerechnet 50 Millionen USD. Das Ergebnis war aber ein sehr viel größerer Schaden, denn es kam zum bekannten Ethereum Fork, einer Spaltung der Community und der großen Frage: Ist eine Blockchain doch veränderbar? Sollte man Fehler rückgängig machen?

Der Ethereum Classic Fork

Der „The DAO“ Hack führte zu einer heftigen Diskussion innerhalb der Community und damit letztendlich zur Spaltung (Fork).

Die Community spaltete sich in zwei Lager. Auf der einen Seite vertrat man die Meinung, dass man den Investoren von „The DAO“ helfen und den Fehler rückgängig machen sollte, damit die Investoren wieder Zugang zu den gestohlenen ETH bekommen und die Hacker leer ausgehen. Auf der anderen Seite wurde hingegen die Meinung vertreten, dass es kein grundsätzliches Problem von Ethereum sei und The DAO selbst die Konsequenzen tragen müsse.

Diese Unstimmigkeiten innerhalb der Community führten zum wohl bekanntesten Ethereum Fork – Ethereum Classic (ETC). Das neue Projekt wurde von der Ethereum Foundation nicht mehr unterstützt und wurde nur noch von ambitionierten Entwicklern weitergeführt.

Die Vision von Ethereum

Um die Vision von Ethereum besser zu verstehen, müssen wir erstmal eine der wichtigsten Grundlagen verstehen – Smart Contracts. Wenn man die Funktionsweise und den Sinn hinter Smart Contracts verstanden hat, wird das ambitionierte Vorhaben von Ethereum deutlich.

Bei einem Smart Contract handelt es sich um einen „intelligenten“ Vertrag, der in der Regel zwischen zwei Personen oder Parteien stattfindet. Ein Smart Contract ist letztendlich ein Code oder eine Art Programm, der auf der Ethereum Blockchain läuft. Er wird also in einer öffentlichen Datenbank gespeichert und kann nicht mehr verändert werden.

Transaktionen werden über die im Smart Contract vorgeschriebenen Bedingungen ausgeführt und auf der Ethereum Blockchain verarbeitet. Das eliminiert die jeweilige Drittpartei, die normalerweise dafür notwendig ist, die Einhaltung der Regeln in einem Vertrag der verschiedenen teilnehmenden Parteien zu gewährleisten.

Vorteile von Smart Contracts

Der Vorteil von Smart Contracts auf Ethereum liegt vor allem an der Dezentralität. Hierbei ist, wie bereits erwähnt, keine weitere Person oder Partei notwendig. Der Smart Contract wird auf der Blockchain ausgeführt und komplett automatisiert über das vertrauenswürdige Ethereum Netzwerk verarbeitet.

Smart Contracts Funktionsweise
 Quelle: DoubleSlash

Mit diesem revolutionären Konstrukt hat Ethereum einen wichtigen Grundstein gesetzt, Entwicklern eine dezentrale Plattform bereitzustellen, welche eine theoretisch endlose Bandbreite von dezentralen Anwendungen (dApps) möglich macht.

Entwickler können demnach ohne Einschränkungen das offene Ethereum Netzwerk und dessen Sicherheit und Dezentralität nutzen, um Tausende von verschiedenen Anwendungen zu erstellen. Dies bildet auch die Basis für die heute wohl gefragteste Ethereum Anwendung: Decentralized Finance (DeFi).

Technisch möglich macht all dies die sog. Ethereum Virtual Machine (EVM), auf die wir im folgenden näher eingehen.

Ethereum Virtual Machine (EVM)

Bei der EVM handelt es sich wohl um eine der wichtigsten Innovationen im Ethereum Netzwerk. Vor Ethereum konnten Anwendungen nur so konzipiert werden, dass sie nur eine begrenzte Anzahl von Operationen durchführen konnten. So auch Bitcoin, dass grundsätzlich dazu konzipiert wurde, um der Öffentlichkeit eine digitale Peer-to-Peer Währung bereitzustellen. Komplexere Anwendungen konnten nicht direkt über die Bitcoin Blockchain durchgeführt werden.

Die EVM ermöglicht hingegen jedem, jedes Programm, unabhängig von der Programmiersprache, auszuführen. Die einzigen Restriktionen sind hier Speicher und Zeit, die ausreichend zur Verfügung stehen müssen.

Durch die Ethereum Virtual Machine wurde der Prozess der Erstellung von Blockchain-Anwendungen um ein vielfaches vereinfacht und effizienter gemacht. Neue Anwendungen brauchen keine eigene Blockchain mehr, sondern können allesamt über das Ethereum Netzwerk betrieben werden. Dafür werden die bereits angesprochenen Smart Contracts genutzt.

Damit hat Ethereum es geschafft eine weitere Innovation nach Bitcoin zu schaffen und ermöglicht somit viele neue Use-Cases, die vorher nicht möglich waren.

Das ETH Ökosystem

Die meisten wird wohl an dieser Stelle interessieren, wozu der native ETH Coin benötigt wird und welche Funktion er im Ethereum Netzwerk erfüllt.

Bei ETH handelt es sich ebenfalls um eine Kryptowährung wie Bitcoin, natürlich mit einigen wichtigen Unterschieden, auf die wir im späteren Verlauf der Artikels näher eingehen werden.

Der native Coin wird grundsätzlich dafür verwendet, um für Transaktionen und Operationen von Smart Contracts im Netzwerk zu bezahlen. Die Gebühren werden innerhalb des Ethereum Netzwerks als Gas (Brennstoff) verarbeitet, um für die entstehenden Gebühren zu bezahlen. ETH bzw. Gas treibt somit die Ethereum Maschinerie an und hat sich in den letzten Jahren zu der zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung entwickelt.

Maximale Anzahl an ETH und die Herausforderungen

Die maximale Anzahl an ETH ist unbegrenzt und unterliegt einer festgelegten Inflation, die aktuell noch variieren kann. Demnach gibt es keine Obergrenze für die Anzahl an ETH, die sich irgendwann in Umlauf befinden werden.

Die Gebühren im Ethereum Netzwerk sind abhängig von der Anzahl der Operationen im Smart Contract und der Auslastung des Netzwerks. Aktuell ist das Netzwerk nämlich stark begrenzt und kann nur eine bestimmte Anzahl an Transaktionen/Operationen durchführen. Je mehr Transaktionen auf dem Netzwerk verarbeitet werden müssen, umso höher werden die jeweiligen Gebühren.

Diese Problematik und die steigende Anzahl an dezentralen Anwendungen, die über Ethereum laufen, haben dazu geführt, dass sich Ethereum für einen Wechsel von Proof-of-Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS) entschieden hat. Dadurch wird der mögliche Durchsatz erhöht und die Gebühren reduziert.

Der Wechsel geht noch mit weiteren Veränderungen einher, die auch für Investoren relevant sind. In diesem Artikel erfährst du alles wissenswerte über Ethereum 2.0, Staking und den Wandel der Plattform.

ERC20 Token und der ICO Boom

Unter Smart Contracts fallen auch verschiedene Token-Standards, die auf Ethereum möglich gemacht wurden. Dadurch können Privatpersonen oder Unternehmen auf Ethereum eigene Token emittieren. Die Funktionalität und Komplexität der jeweiligen Token kann hierbei sehr unterschiedlich sein.

In der Regel nutzen Projekte den ERC20 Token-Standard für eine eigene Anwendung. Dadurch können neue Nutzer nicht nur für bestimmte Aktionen innerhalb der Anwendung incentiviert werden, sondern können weitere Eigenschaften wie Staking, Burning usw. aufweisen. Damit versuchen die Initiatoren sicherzustellen, dass der jeweilige ERC20 Token, die besten Eigenschaften erhält, um im Preis zu wachsen.

Der ICO Boom

2017 wurde durch Ethereum und den ERC20 Token-Standard ein ICO-Boom ausgelöst. Viele Projekte haben interessante Ideen vorgestellt, die auf Ethereum aufbauen und das Ökosystem bereichern sollten. Hierfür wurden eigene ERC20 Token erstellt und als Crowdfunding Mechanismus genutzt. Interessierte Investoren konnte somit über ETH an der ICO teilnehmen und wurden im Gegenzug vom Unternehmen in den eigenen ERC20 Token ausbezahlt.

Diese neue und gleichzeitig einfache Möglichkeit, um an Geld für die Entwicklung eines Projektes zu kommen, wurde nicht nur für seriöse und nützliche Projekte genutzt, sondern auch für viele Scams (Betrug). Insgesamt wurden seit 2016 bis heute weit über 30 Milliarden USD in ICOs investiert.

ICO Blase 2017 und 2018

Dabei sind die meisten dieser ERC20 Token, die bei den ICOs herausgegeben wurden, extrem im Preis gefallen oder komplett von der Bildfläche verschwunden oder einige wurden rückabgewickelt, wie beispielsweise Telegram.

Dadurch, dass man in die jeweiligen ICO nur mit dem ETH Coin investieren konnte, stieg die Nachfrage nach ETH rasant und dementsprechend auch der Kurs. Den Peak erreichte der Ethereum Kurs Anfang 2018 bei ca. 1.400 USD.

Wir erinnern uns: Der Kurs lag beim Projektstart noch bei 0,30 USD. Eine ähnliche Performance erhofften sich dann ICO Investoren anderer Projekte.

ERC721 Token Standard

Ein weiterer bekannter Token Standard auf Ethereum ist der ERC721. Dadurch können einzigartige digitale Vermögenswerte geschaffen werden, die sich deutlich zu allen anderen unterscheiden.

Einer der beliebtesten Usecases sind hierbei Sammelkarten (Collectibles). Jeder Token könnte somit eine bestimmte Sammelkarte oder auch Kunstwert digital repräsentieren und gewährleisten, dass es sich tatsächlich um die originale Sammelstück handelt.

Die erste erfolgreiche Anwendung auf diesem Token-Standard war in 2017 CryptoKitties und hat zu einer kurzfristigen Überladung des Ethereum Netzwerkes geführt. Mittlerweile bauen bereits viele weitere Spiele auf diesem Standard auf.

Auf Ethereum sind noch weitere Token Standards möglich, auf die wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen wollen. Grundsätzlich lassen sich alle physischen Werte auf Basis der verschiedenen Token-Standards digital repräsentieren. Das ermöglicht eine Fülle von Möglichkeiten, die in Zukunft unsere physische Welt „tokenisieren“ könnten.

Was ist Decentralized Finance (DeFi)?

Durch Ethereum und andere Smart Contract Plattformen wurde ein neuer Wirtschaftszweig geschaffen – Decentralized Finance (dezentrale Finanzwelt). Dabei geht es grundsätzlich um Ethereum basierte dApps, Protokolle, digitale Assets und Smart Contracts, die dafür genutzt werden.

Der neue Wirtschaftszweig soll ein neues Finanzsystem schaffen, welches ohne Mittelsmänner wie Banken und Finanzdienstleister funktioniert. Völlig offen, dezentral und ohne die Notwendigkeit jemandem zu Vertrauen.

Vergleich zwischen traditionellem Finanzsystem und Decentralized Finance (DeFi)
Quelle: Stably

Durch DeFi werden bereits bekannte Finanzinstrumente auf der Ethereum Blockchain abgebildet und durch die nötigen Smart Contracts funktionsfähig gemacht. Dadurch haben auch Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die zuvor durch verschiedene Faktoren aus der traditionellen Finanzwelt ausgeschlossen wurden.

Das bietet enorme Vorteile und kann dazu führen, dass in Zukunft unser Finanzsystem revolutioniert, dezentralisiert und digitalisiert wird. Doch aktuell befinden wir uns erst am Anfang einer langen Reise und daher wollen wir kurz auf die Vor- und Nachteile von DeFi eingehen.

Die Vorteile von DeFi

Die Vorteile von Protokollen und dApps auf Ethereum weisen in der Regel die folgenden Punkte auf:

  • Zensurresistenz
  • Unveränderbarkeit
  • Sicherheit

Dezentrale Applikationen und Protokolle stehen auf Ethereum allen Menschen zur Verfügung. Unabhängig von Herkunft, Religion oder finanziellen Umständen.

Die genutzten Smart Contracts für die verschiedenen DeFi Anwendungen und Protokolle können im Nachhinein nicht mehr verändert werden.

Durch den dezentralen Aufbau von Ethereum, genießen auch alle Anwendungen und Protokolle, die auf Ethereum aufbauen, eine hohe Sicherheit. Es gibt keinen zentralen Angriffspunkt und somit auch keine Möglichkeit für Hacker an die Mittel der Nutzer zu kommen. Hierbei gibt es aber eine wichtige Ausnahme, auf die wir nun zu sprechen kommen.

Nachteile von DeFi

Natürlich gibt es auch, wie so oft, Nachteile in dem aufblühenden DeFi Bereich:

  • Fehler im Code
  • Irreversibilität

Die verschiedenen Anwendungen und Protokolle werden von Entwicklern in Form von Code erstellt und weisen demnach auch logischerweise Fehler auf, die bereits manche Nutzer teuer zu stehen kamen.

Bei einem Fehler in einem Smart Contract kann es nicht nur zu Fehlern in der eigentlichen Anwendung kommen, sondern auch Hackern ermöglichen, diese Fehler ausnutzten und an die hinterlegten Mittel der Nutzer im Smart Contract zu kommen.

Wenn das passieren sollte, dann gibt es nur wenig Möglichkeiten an die gestohlenen Mittel zu kommen. Der Prozess ist quasi nicht umkehrbar (=irreversibel). Die einzige Möglichkeit ist einen Konsens im ETH Netzwerk zu erzielen, um den jeweiligen Code neu zu schreiben. Das widerspricht aber den Grundprinzipien eines dezentralen Netzwerks. Denn einer der wichtigsten Vorteile ist hier die Unveränderbarkeit.

An dem "The DAO" Beispiel haben wir bereits gesehen, zu was so ein Vorgehen führen kann. Demnach sollte jedem an dieser Stelle bewusst sein, dass man sich bei Ethereum und den verschiedenen DeFi Anwendungen und Protokollen noch in einer Art Testphase mit Kinderkrankheiten befindet.

Die Enterprise Ethereum Alliance und ihre Mitglieder

Ethereum hat es in seiner Laufzeit geschafft auch die klassischen Industriezweige für sich zu gewinnen. Im Zuge dessen wurde die Enterprise Ethereum Alliance (EEA) gegründet. Das Ziel dieser Allianz und der dazugehörigen Industrieorganisationen ist es, die Technologie der Ethereum Blockchain als Standard in den verschiedenen Industriezweigen durchzusetzen.

Mittlerweile umfasst die EEA eine große Anzahl an verschiedenen Mitgliedern. Unter anderem zählen hierzu Microsoft, Accenture, FedEx, Ernst & Young, ING Bank und viele weitere. Die Liste aller Mitglieder findest du auf der offiziellen Seite der EEA.

Ethereum EEA wichtigsten Mitglieder

Grundsätzlich geht es darum gemeinsam eine öffentliche und standardisierte Architektur und Dokumentation bereitzustellen, um die Adoption von Ethereum in der Industrie zu beschleunigen. Ethereum ist mittlerweile zu einem der beliebtesten dezentralen Blockchain Infrastrukturen in der Industrie geworden. Dennoch weichen viele Unternehmen auf zentrale Lösungen wie Hyperledger und Corda aus.

Proof-of-Work (PoW) und Proof-of-Stake (PoS) bei Ethereum

Kommen wir nun zum vorletzten Punkt in unserem Artikel „Was ist Ethereum?“. Hier wollen wir dir eine Basis für den grundlegenden Unterschied der beiden Konsensalgorithmen schaffen und dir zeigen, wie du durch den Wechsel als Investor profitieren kannst.

Ethereum basiert, so wie Bitcoin auch, auf dem Proof-of-Work Algorithmus.

Dabei wird durch die Rechenleistung spezialisierte Hardware nach neuen Blöcken im Netzwerk gesucht. Für das Finden eines Blocks bekommen die Miner eine Belohnung in Form von ETH ausgezahlt. Dieser Mechanismus basiert auf der Spieltheorie und bringt durch immer mehr Rechenleistung, die in das Netzwerk fließt, zunehmen mehr Sicherheit. Der Hashalgorithmus von Ethereum (Ethash) mit dem nach den neuen Blöcken gesucht wird, unterscheidet sich zu dem von Bitcoin (SHA-256). Daher ist es nicht möglich mit der Mining-Hardware von Bitcoin auf Ethereum Mining zu betreiben.

Grund für den Wechsel zu PoS

Doch der PoW Konsensalgorithmus zeigt eine deutliche Schwäche in Sachen Skalierbarkeit und Netzwerkgebühren. Die Blöcke sind in der Größe begrenzt und werden nur alle 10 bis 19 Sekunden gefunden. Dadurch sind die Transaktionen, die pro Sekunde durch das Netzwerk laufen können, stark begrenzt. Durch die schnell steigende Anzahl an Anwendungen und Protokollen auf dem Ethereum Netzwerk, wird bei den gegeben Bedingungen irgendwann das gesamte Netzwerk verstopft sein und macht die Ausführung der verschiedenen dApps unmöglich.

Deswegen hat sich die Ethereum Foundation dazu entschlossen auf einen anderen Konsensalgorithmus zu wechseln – Proof-of-Stake.

Dadurch wird das klassische Mining mit einem hohen Energieaufwand nicht mehr nötig sein. Neue Blöcke und Transaktionen werden durch Knoten (Nodes) mit einer Mindestanzahl von 32 ETH gefunden und verifiziert – Staking. Damit kann jeder Nutzer, der mehr als 32 ETH besitzt, an der Validierung neuer Blöcke teilnehmen und im Gegenzug eine Belohnung in ETH kassieren. Je mehr ETH gestaked werden, umso höher ist die Chance einen Block zu finden und die jeweilige Belohnung zu erhalten.

Das erhöht den Durchlauf enorm aber birgt auch gewisse Risiken für die Sicherheit und den Grad der Dezentralisierung. Der Wechsel soll über einen längeren Zeitraum erfolgen und zusammen mit anderen Veränderungen in Ethereum 2.0 resultieren. Weitere Informationen zu Ethereum 2.0 findest du in diesem Artikel.

Über die einzelnen Vor- und Nachteile von PoW und PoS werden wir dich in einem dedizierten Artikel im Detail aufklären.

Fazit und Unterschiede zwischen Ethereum und Bitcoin

An dieser Stelle wollen wir euch über die grundlegenden Unterschiede zwischen Ethereum und Bitcoin aufklären. Hierbei geht es nicht nur um die technische Komponente, sondern auch um den eigentlichen Use Case der beiden Kryptowährungen.

Wenn du wissen willst was genau hinter Bitcoin steckt, dann schau in unseren Artikel „Was ist Bitcoin?„.

Beide Kryptowährungen basieren auf dem Prinzip der Blockchain und verarbeiten Transaktionen und die dazugehörigen Operationen in Blöcken. Doch der grundlegende Aufbau der Blöcke und welche Daten sie verarbeiten können, ist grundverschieden.

Bei Ethereum wird Anstelle von UTXOs ein kontenbasiertes Modell (Account Based Model) verwendet. Bei Bitcoin ist das verfügbare Guthaben eines Nutzers die Summe der nicht ausgegebenen Transaktionsausgaben (Unspend Transactions), die durch seine privaten Schlüssel kontrolliert werden. In Ethereum wird das verfügbare Guthaben eines Benutzers im Konto des Benutzers selbst aufgezeichnet. Das birgt ebenfalls Möglichkeiten und Risiken, auf die wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen werden.

ETH und BTC besetzen verschiedene Bereiche

Wie bereits weiter oben beschrieben, konnte Bitcoin in seinem Grundaufbau die Komplexität von den aktuellen Smart Contracts auf Ethereum nicht abbilden. Hier unterscheiden sich die grundlegende Zielsetzung der beiden Projekte enorm.

Bitcoin ist als Peer-2-Peer Cash System gedacht, was es ermöglicht ohne Mittelsmann und völlig dezentral Guthaben von einer Adresse auf eine andere zu transferieren. Bei Ethereum ist das Ziel eine dezentrale Smart Contract Plattform zu schaffen, die es Entwicklern auf der ganzen Welt ermöglicht dezentrale Anwendungen und Protokolle auf Ethereum zu bauen.

Die beiden Infrastrukturen sind somit nur schwer miteinander zu vergleichen und weisen verschiedene Vor- und Nachteile auf. Dabei spielen vor allem Sicherheit, Unveränderbarkeit und der Grad der Dezentralisierung eine enorme Rolle.

Ethereum hat es geschafft eine weitere Nische neben Bitcoin zu besetzen, die eine Fülle von neuen Möglichkeiten für Entwickler bereitstellt. Nicht umsonst steht ETH aktuell auf dem zweiten Platz nach Marktkapitalisierung hinter BTC.

Abschlusswort

Damit sind wir bereits am Ende des Artikels. Wir hoffen, dass deine Frage „Was ist Ethereum?“ grundlegend beantwortet werden konnte. Im Folgenden findest du noch unser FAQ mit den häufigsten gestellten Fragen zu dem Projekt. Wenn du noch weitere Fragen hast, hinterlasse uns doch einfach einen Kommentar.

Wenn du wissen willst wo du Ethereum (ETH) kaufen kannst, empfehlen wir dir einen Blick auf unseren Börsenvergleich zu werfen:

FAQ – Antworten zu den häufigsten Fragen

Ethereum ist eine dezentrale Smart Contract Plattform, die es Entwicklern weltweit ermöglicht dezentrale Andwendungen auf Ethereum zu bauen. Die native Kryptowährung ETH wird innerhalb des Netzwerks als Zahlungsmittel (Gas) verwendet, um für Smart Contract und Transaktions-Gebühren zu bezahlen.

Ethereum und Bitcoin lassen sich nur bedingt vergleichen. Beide Netzwerke verfolgen einen unterschiedliche Zielsetzung. Während Bitcoin dezentrales, zensurresistentes Geld ist, ist Ethereum eine Smart Contract Plattform für die Entwicklung von dezentralen Anwendungen und Protokollen.

Aktuell befinden sich ca. 111.444.655 ETH in Umlauf. Es gibt jedoch keine maximale Anzahl wie zum Beispiel bei Bitcoin. Theoretisch kann sich also in Zukunft eine unbegrenzte Menge an ETH in Umlauf befinden.

Jeder neue Block beinhaltet eine festgelegte Anzahl an ETH, die als Belohnung an den Miner/Staker ausgezahlt wird, der den Block gefunden hat.

Wie ist deine Meinung zu Ethereum und dessen zukünftigen Aussichten?

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[Bildquelle: Shutterstock, medium.com, entethalliance.org, ethereum.org]

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