Sam Bankman-Fried Interview: Zusammenfassung

  • Auf dem New York Times DealBook Summit stellt sich Sam Bankman-Fried (SBF) nach dem FTX-Crash unangenehmen Fragen.
  • Der ehemalige Milliardär behauptet, niemals absichtlich Betrug begangen zu haben. Stattdessen habe er die Übersicht über die Finanzen seines Firmenkonstrukts verloren.
  • Sorge vor einer Haftstrafe hat der US-Amerikaner trotz vielzähliger Forderungen nicht.

Warum ist FTX gescheitert?

FTX-Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) nimmt jüngst am New York Times DealBook Summit teil. Dort spricht er über die Hintergründe des FTX-Crashes. Im Interview erklärt er dort:

Wir haben beim Risikomanagement und beim Risiko von Interessenkonflikten völlig versagt. Es gab bei FTX keine Person, die das Risiko unserer Positionen beaufsichtigt hat.

Eine Vielzahl von Zweigstellen habe dieses Problem zusätzlich verschlimmert. Niemand habe den Überblick über die einzelnen Firmen wie FTX Japan, FTX Singapur und FTX Europa behalten.

Als die FTX-Gruppe im November einen Insolvenzantrag einreichte, waren davon 130 Unternehmen betroffen.

“Wäre ich etwas konzentrierter bei der Sache gewesen, hätte ich gründlicher arbeiten können. So hätte ich erkannt, welche Risiken existieren.”

Sam Bankman-Fried lehnt Vorwurf des Betruges ab

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Betrugsvorwürfe lehnt SBF konsequent ab. Wir erinnern uns: FTX veruntreute ganze zehn Milliarden US-Dollar an Kundengeldern. Dieses Vermögen nutzte man, um es dem Schwesterunternehmen Alameda zur Verfügung zu stellen.

Alameda ist ein Trading-Unternehmen, das SBF ebenfalls gründete. Zuletzt führte Caroline Ellison den Betrieb. Ellison lernte genau wie Bankman-Fried bei Jane Street Capital, mit Wertanlagen zu spekulieren.

Alameda tat mit den Anlagen dann genau das, was ein Trading-Unternehmen üblicherweise tut: Man versuchte, das Geld durch Spekulationen zu mehren. Während eines Bank Runs im November war FTX deshalb illiquide und konnte die geforderten Auszahlungen nicht mehr bewältigen.

Ich habe viele Fehler gemacht, aber nie versucht, Betrug zu begehen.

Erklärt SBF trotzdem. Verstrickungen zwischen FTX und Alameda habe er nicht bewusst hergestellt, so erklärt er. Er sei sich den Interessenkonflikten beider Unternehmen bewusst gewesen. Deshalb hätte es zwischen beiden Firmen keine Personalunion gegeben.

Jeder Angestellte von FTX und Alameda habe nur für den jeweiligen Betrieb gearbeitet und niemals für beide gleichzeitig.

Muss SBF ins Gefängnis?

Die Forderung, SBF mit einer Gefängnisstrafe zu belegen, ist allgegenwärtig. Der US-Amerikaner selbst zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt. Bankman-Fried glaubt nicht, dass ihm eine Haftstrafe droht. Über diese Thematik müsse er sich keine Gedanken machen.

Über das vergangene Jahr habe er sich auf den Bahamas aufgehalten. Schon im Vorfeld des Interviews negierte er Gerüchte über seine angebliche Flucht nach Argentinien. SBF hält eine Reise in die USA jederzeit für möglich. Damit impliziert er, auch dort keine Festnahme zu befürchten.

Am 7. November schrieb SBF auf Twitter, FTX würde Kundengelder niemals investieren. Später löschte er den Tweet. Wenige Tage später kollabierte die Krypto-Börse. Seither ist gewiss, dass FTX Kundengelder eben doch investierte.
Genau deshalb fordern Kritiker eine Gefängnisstrafe. Demnach handelt es sich dabei um einen Betrugsfall. Fraglich ist jedoch, ob die krumme Geschäftsmasche tatsächlich geltende Gesetze brach.

Krypto-Regulierung ist global noch immer eine Seltenheit. Entsprechend unklar ist, ob die Unternehmen für die Veruntreuung von Kryptowährungen überhaupt rechtlich zu belangen sind. Außerdem könnte sich die Frage nach der personellen Verantwortung stellen.

Unklar ist auch, welche Gesetzgebung möglicherweise Anwendung findet. Die FTX-Gruppe hatte ihren Hauptsitz offiziell auf den Bahamas. Die Zweigstelle FTX.US, die eine eigene Handelsplattform betrieb, verlegte ihre Geschäftsstelle im September von Chicago nach Miami.

Bild: Bybit via Flickr

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