• Bitcoin-Kurs rutscht unter 60.000 US-Dollar:
    Von 73.000 US-Dollar fällt BTC bis auf 59.375 US-Dollar und erholt sich anschließend auf 63.735 US-Dollar.
  • Über 5,72 Milliarden US-Dollar ETF-Abflüsse:
    Seit der zweiten Maiwoche verzeichnen Bitcoin ETFs massive Abflüsse. Ein Teil der Liquidität soll in das SpaceX IPO umgeschichtet worden sein.
  • Strategy verkauft 32 BTC im Wert von 2,5 Millionen US-Dollar:
    Operativ kaum relevant bei 845.000 BTC Bestand, symbolisch jedoch ein Bruch mit der bisherigen „Never sell“-Haltung.
  • Makro dreht die Woche ins Positive:
    Brent fällt auf rund 85 US-Dollar, SpaceX steigt 19 Prozent auf 161 US-Dollar und auch ETH sowie SOL legen deutlich zu.
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Bitcoin-Kurs mit Volatilität statt Kapitulation

Der Bitcoin-Kurs hat eine der heftigsten Wochen seit Monaten hinter sich. Am Sonntag startete Bitcoin (BTC) noch nahe 73.000 US-Dollar, rutschte im Verlauf unter 60.000 US-Dollar und markierte am 5. Juni bei 59.375 US-Dollar ein Wochentief.

Bis zum heutigen Samstag folgte die Stabilisierung auf rund 63.735 US-Dollar. Damit steht der Bitcoin-Kurs wieder über der Marke von 63.000 US-Dollar, nachdem er kurzzeitig in Bewertungszonen gefallen war, die sonst eher mit späten Phasen eines Bärenmarktes assoziiert werden.

Vom Allzeithoch bei rund 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 ist BTC weiterhin etwa 50 Prozent entfernt.

Im Wochenverlauf zeigte sich der Bitcoin-Kurs deutlich volatil
Im Wochenverlauf zeigte sich der Bitcoin-Kurs deutlich volatil. Quelle: CoinMarketCap

BTC-Kurs unter Verkaufsdruck

Für zusätzliche Unruhe sorgte eine Meldung von Strategy. Das Unternehmen verkaufte zwischen dem 26. und 31. Mai 32 BTC im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar, um Dividenden auf STRC Preferred Shares zu finanzieren.

Gemessen am Gesamtbestand von rund 845.000 BTC, etwa 4 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots, ist das operativ kaum relevant. Symbolisch hatte der Schritt dennoch Gewicht. Zusätzlich platzierte Strategy im gleichen Zeitraum laut Crypto Banter rund 800.000 Aktien über ein At-the-market-Programm und nahm damit 128 Millionen US-Dollar ein.

Parallel dazu erlebten Bitcoin ETFs eine Phase kräftiger Abflüsse. Seit der zweiten Maiwoche summierten sich laut Farside Investors die Rückgaben auf mehr als 5,72 Milliarden US-Dollar. Ein Teil der Liquidität soll in das SpaceX IPO geflossen sein, das am Freitag an der Nasdaq startete.

Makro dreht das Bild

Der Bitcoin-Kurs reagierte in dieser Woche weniger isoliert als vielmehr im Gleichtakt mit klassischen Risikoassets. Entspannungssignale im Iran-Konflikt und fallende Ölpreise sorgten für eine Risk-on-Bewegung. Brent notierte zeitweise bei rund 85 US-Dollar.

Zudem startete SpaceX mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar und schloss TradingView zufolge am ersten Handelstag bei 161 US-Dollar, ein Plus von 19 Prozent. Der Rückenwind machte sich auch im Krypto-Sektor bemerkbar: Ethereum (ETH) legte auf Wochensicht 6,4 Prozent auf 1.663 US-Dollar zu, Solana (SOL) stieg um 9,5 Prozent auf knapp 67 US-Dollar.

Bitcoin-Kurs vor Trendwende?

Geoffrey Kendrick, Analyst bei Standard Chartered, sieht im Bereich um 59.000 US-Dollar das wahrscheinliche Zyklustief. Das entspräche einem Rückgang von 53 Prozent vom Rekordhoch bei 126.000 US-Dollar.

Entscheidend sei nun, ob ETF-Zuflüsse zurückkehren, Unternehmensnachfrage wieder anzieht und der makroökonomische Druck nachlässt. Als Kursziel nennt er 100.000 US-Dollar für Bitcoin und 4.000 US-Dollar für den ETH-Kurs bis Jahresende.

Fazit: 59.000 US-Dollar als Liquiditätstest

Der Bitcoin-Kurs hat bei 59.000 US-Dollar vor allem eines gezeigt: Es gab Verkaufsdruck, aber keinen erzwungenen Abverkauf mit Kettenreaktion. Trotz ETF-Abflüssen von über 5,72 Milliarden US-Dollar und einer symbolisch aufgeladenen Strategy-Transaktion blieb eine systemische Beschleunigung nach unten aus.

Damit verschiebt sich der Fokus. Nicht das Tief selbst ist entscheidend, sondern die Reaktion darauf. Stabilisiert sich der BTC-Kurs über 63.000 US-Dollar und drehen die ETF-Ströme, wäre das 59.000-Level rückblickend ein Liquiditätsboden gewesen. Bleiben Zuflüsse aus, war es nur eine technische Gegenbewegung im Abwärtstrend.

Der Markt hat seine Belastungsprobe absolviert. Ob daraus ein neuer Zyklus entsteht, hängt jetzt von messbarer Nachfrage ab, nicht von Schlagzeilen.