• Quantencomputer benötigen weniger Leistung als gedacht:
    Google geht davon aus, dass bereits unter 500.000 Qubits ausreichen könnten, um Bitcoin anzugreifen, deutlich weniger als frühere Schätzungen.
  • Angriffe könnten innerhalb weniger Minuten erfolgen:
    Ein sogenannter On-Spend-Angriff könnte Private Keys in rund neun bis zwölf Minuten berechnen und Transaktionen im Mempool manipulieren.
  • Millionen von Bitcoin potenziell gefährdet:
    Bis zu 2,3 Millionen BTC gelten als verwundbar, andere Studien sprechen sogar von rund einem Drittel aller Coins.
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Google warnt: Quantencomputer könnten Bitcoin früher knacken als gedacht

Die Diskussion rund um Quantencomputer und Kryptowährungen ist nicht neu, bekommt jetzt aber neue Dynamik. Google Research hat in einem aktuellen Paper darauf hingewiesen, dass die Bedrohung für Bitcoin und andere Netzwerke deutlich näher sein könnte, als viele bisher angenommen haben.

Konkret geht es um die Frage, wann Quantencomputer stark genug sind, um die heutige Kryptografie zu brechen. Während frühere Schätzungen von deutlich höheren Anforderungen ausgegangen sind, kommt Google nun zu dem Ergebnis, dass ein Angriff auf Bitcoin bereits mit weniger als 500.000 physischen Qubits möglich sein könnte. Das wäre rund 20-mal weniger als bislang angenommen und verschiebt die Zeitleiste deutlich nach vorne.

Wie ein Angriff auf Bitcoin aussehen könnte

Im Fokus steht ein Szenario, das als sogenannter On-Spend-Angriff beschrieben wird. Dabei wird der öffentliche Schlüssel einer Wallet sichtbar, sobald eine Transaktion ausgelöst wird. Genau in diesem Moment könnte ein leistungsfähiger Quantencomputer versuchen, daraus den Private Key zu berechnen.

Laut den Berechnungen von Google könnte dieser Prozess innerhalb von neun bis zwölf Minuten abgeschlossen werden. Das ist besonders kritisch, weil das durchschnittliche Bitcoin-Blockintervall bei rund zehn Minuten liegt. Ein Angreifer hätte also theoretisch genug Zeit, um eine Transaktion abzufangen und umzuleiten.

Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um einen sofortigen Angriff handelt, der das gesamte Netzwerk kollabieren lässt. Vielmehr zeigt das Szenario, wo die Schwachstellen liegen und warum die bestehende Sicherheitsarchitektur langfristig angepasst werden muss. Die Problematik beschränkt sich nicht nur auf Bitcoin. Auch andere Systeme könnten betroffen sein. Dazu zählen Ethereum Konten, Smart Contracts, Proof-of-Stake Validatoren und Wallets, deren Public Keys bereits seit längerer Zeit offenliegen.

Besonders kritisch sind dabei sogenannte ruhende Coins. Bei Bitcoin könnten laut dem Paper bis zu 2,3 Millionen BTC potenziell angreifbar sein, da ihre Public Keys bereits exponiert wurden. Andere Studien gehen sogar davon aus, dass rund ein Drittel aller Bitcoin langfristig betroffen sein könnte. Gleichzeitig stellt Google klar, dass nicht jede oft genannte Gefahr tatsächlich relevant ist. So gilt beispielsweise das Mining nicht als primäres Angriffsziel. Der Fokus liegt vielmehr auf der Signatur-Kryptografie, die für Transaktionen genutzt wird.

Ausblick

Die zentrale Botschaft des Papers ist klar. Es geht nicht um einen unmittelbaren Zusammenbruch des Marktes, sondern um die Notwendigkeit, sich frühzeitig auf eine neue technologische Realität vorzubereiten.

Google selbst plant, bis spätestens 2029 auf quantensichere Kryptografie umzusteigen und treibt die Entwicklung mit eigenen Projekten wie dem Quantenprozessor Willow aktiv voran. Für die Krypto-Industrie bedeutet das, dass der Wechsel zu Post-Quantum-Verfahren nicht mehr als langfristiges Thema betrachtet werden kann.

Meine persönliche Meinung ist, dass dieses Thema aktuell noch unterschätzt wird. Kurzfristig wird es keinen direkten Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben, aber langfristig ist es ein strukturelles Risiko. Gleichzeitig liegt darin auch eine Chance, weil Netzwerke, die früh reagieren, sich technologisch deutlich besser positionieren können.