Trotz des gegenwärtigen Tiefpunkts der historischen Korrektur im Bitcoin Kurs vom 19. Mai 2021 scheint das Interesse an den Kryptomärkten weiterhin bei den Altcoins zu liegen. So überholt Ethereum die größte Kryptowährung der Welt mit einem Handelsvolumen von rund 60 Mrd. USD, während BTC es lediglich auf ca. 50 Mrd. USD schaffte.

Die Nummer 2 der größten Kryptowährungen, Ethereum (ETH), sieht frisches Interesse von Investoren. Wenngleich auch der Ethereum Kurs durch den historischen Einbruch bei BTC stark unter Druck geriet, scheint die Erholung bei ETH nun besser zu laufen. Das tägliche Tradingvolumen jedenfalls zeigt Ether klar vor Bitcoin.

Das erhöhte Interesse an Ethereum spiegelt sich auch im Premium des Grayscale Ethereum Trust (ETHE) wider. Denn dieser Premium ist nun wieder gegeben mit rund 11 %, während es auf Bitcoin nach wie vor Discounts gibt. Ein klares Zeichen, welches Asset die institutionellen Investoren bei Grayscale aktuell bevorzugen.

Ethereum im Rampenlicht bei den Investoren an den Märkten

Das Jahr 2021 ist nicht nur das Jahr des Bullenmarktes bei Bitcoin, sondern vor allem auch das Jahr von mehr und mehr Interesse verschiedener Investoren in andere Kryptowährungen. So wie Anleger in den Kryptomärkten die Kapitalrotation in Altcoins (aka die Altcoin Season) gewohnt sind, scheint auch bei institutionellen Anlegern ein Trend hin zu „nicht nur Bitcoin“ zu entstehen. Allen voran: Ethereum (ETH).

Quelle: Tradingview

Und nicht nur der Retail-Markt selbst suggeriert ein gegenwärtig größeres Interesse an Ethereum. Institutionelle Investoren bei Grayscale scheinen ebenfalls mehr Potenziale bei der Nummer 2 der Kryptowährungen zu sehen. Immerhin liegt der Premium beim ETHE im Plus, während der Bitcoin-Premium seit März 2021 nun im Minus liegt.

Goldman Sachs sieht ETH vor Bitcoin

Das sog. „Flippening“ von Bitcoin durch Ethereum sorgt durch die jüngste Marktsituation auch wieder für Diskussionen. „Flippening“ bedeutet hierbei, dass ETH eine größere Marktkapitalisierung (einen höheren Gesamtwert) als Bitcoin aufweist. Und der US-Finanzgigant Goldman Sachs geht genau auf diese Diskussion ein, indem Ethereum als potenziell besserer Wertspeicher als Bitcoin bezeichnet wird.

Ethereum schlägt Bitcoin als Wertspeicher. Das [ETH] Ökosystem […] bietet Entwicklern die Möglichkeit Innovationen zu entwickeln. Die meisten DApps laufen auf Ethereum. Die größere Anzahl an Transaktionen via ETH demonstrieren diese Dominanz.

Zudem führt Goldman Sachs an, dass ein Wertspeicher nicht durch Rarität, sondern Nachfrage definiert würde. Damit wäre das Kernargument der starken Limitierung der Gesamtmenge bei Bitcoin vom Tisch. Doch so einfach ist die Diskussion nicht. Ein Flippening würde Ethereum lediglich im Gesamtwert über Bitcoin stellen, doch die Use Cases beider Assets ändern sich dadurch nicht.

Ethereum hatte nie den Anspruch eine gängige Währung zu sein, noch ein Wertspeicher im Sinne von beispielsweise Gold. Selbst wenn nun der Verlauf der Gesamtmenge an ETH mit EIP-1559 diesen Sommer deflationär würde, der Use Case von Ether liegt weiterhin anders gelagert.

Wo digitales Gold ist, kann es auch digitales Silber geben

Während Bitcoin als „digitales Gold“ weiterhin Ethereum hinterherläuft, scheinen verschiedene Communitys und Institutionen hier das Narrativ des „digitalen Silbers“ etablieren zu wollen. Ein Flippening oder auch der potenziell deflationäre Verlauf bei Ethereum würden dieses Narrativ beschleunigen, Bitcoin als Wertspeicher insgesamt aber nicht entwerten.