- 1,6 Milliarden US-Dollar kaum genutzt:
Rund 85 Prozent der untersuchten Krypto-Liquidität arbeiteten im ersten Halbjahr 2026 nicht vollständig. - 542 Millionen US-Dollar komplett inaktiv:
Das Kapital lag durchschnittlich außerhalb der festgelegten Preisspannen und brachte keine Handelsgebühren ein. - Bis zu 41 Prozent außerhalb der Range:
Besonders gerichtete Kursbewegungen ließen zahlreiche Positionen auf Uniswap, PancakeSwap und Aerodrome inaktiv werden. - 150 Millionen US-Dollar Gebühren verloren:
Vor allem manuell verwaltete Positionen aus individuellen Wallets blieben häufig außerhalb aktiver Handelsbereiche. - 👀 Krypto-Kapital im Pool? Behalte trotzdem den Überblick:
Mit CoinTracking verfolgst Du Dein Portfolio in Echtzeit und kannst Dir präzise Steuerberichte erstellen lassen. Sichere Dir jetzt ein Leben lang 10 % Rabatt auf alle Lizenzen!
Krypto-Kapital im Standby
Im Krypto-Markt blieben laut einer neuen Untersuchung der Analyseplattform Dune im ersten Halbjahr 2026 rund 1,6 Milliarden US-Dollar an Liquidität weitgehend ungenutzt. Das Geld war zwar vorhanden, arbeitete jedoch nicht und generierte keine entsprechenden Erträge.
Dune erfasste in den untersuchten Liquiditätspools insgesamt 1,84 Milliarden US-Dollar. Rund 1,6 Milliarden US-Dollar davon, also 85 Prozent, wurden nicht vollständig genutzt. Die Untersuchung wurde vom DEX-Aggregator 1inch in Auftrag gegeben, Methodik und Auswertung entwickelte Dune nach eigenen Angaben unabhängig.
1/ Across H1 2026, an average of 85% of concentrated-liquidity capital was underutilized and 29.5% sat outside the active price range. That works out to roughly $542M idle in a typical week.
— Dune (@Dune) July 16, 2026
New onchain research from Dune, produced for @1inch. pic.twitter.com/VeI5SqEuWd
Wenn Liquidität inaktiv wird
Der Bericht führt das Problem auf das Prinzip der konzentrierten Liquidität zurück. Dabei stellen Anbieter ihre Token nicht für jeden denkbaren Kurs bereit, sondern legen vorher eine bestimmte Preisspanne fest.
Wer beispielsweise Liquidität für den Handel zwischen Ethereum (ETH) und USDC bereitstellt und dafür eine Preisspanne von 2.000 bis 2.500 US-Dollar festlegt, erhält nur dann Gebühren, wenn Ethereum innerhalb dieses Bereichs notiert. Steigt der ETH-Kurs über 2.500 US-Dollar oder fällt er unter 2.000 US-Dollar, pausiert die Position.
Das Kapital bleibt zwar im Pool hinterlegt, wird aber nicht mehr für den Handel genutzt und bringt keine Gebühren ein. Der Anbieter muss anschließend die Preisspanne anpassen oder warten, bis der Kurs zurückkehrt. Durchschnittlich befanden sich pro Woche rund 542 Millionen US-Dollar in solchen inaktiven Positionen.
Krypto-Ranges unter Druck
Dune untersuchte Pools mit konzentrierter Liquidität auf den dezentralen Börsen Uniswap, PancakeSwap und Aerodrome. Dafür wertete die Analyseplattform zwischen dem 6. Januar und dem 30. Juni wöchentliche Daten aus sieben Blockchains aus.
Der Anteil inaktiver Positionen bewegte sich meist zwischen 25 und 35 Prozent, erreichte Anfang Februar aber fast 41 Prozent. Dabei hing das Problem stärker mit gerichteten Kursbewegungen als mit hoher Volatilität zusammen.
Ein kontinuierlicher Kurslauf entfernt sich schneller aus einer gesetzten Range, während eine volatile Handelswoche innerhalb des ursprünglichen Preisbereichs enden kann.

Millionen an Gebühren fehlen
Kleine Positionen gerieten besonders häufig aus der Range. Bei Positionen unter 1.000 US-Dollar waren 54 Prozent inaktiv, bei Beträgen über einer Million US-Dollar dagegen 26 Prozent. Dennoch entfielen 47 Prozent des gesamten ungenutzten Kapitals auf Millionenpositionen, insgesamt rund 260 Millionen US-Dollar.
Je nach Blockchain stammten zudem 82 bis 94 Prozent der zugeordneten inaktiven Liquidität auf Uniswap v3 aus individuellen Wallets. Dune schätzt die dadurch entgangenen Gebühren auf rund 150 Millionen US-Dollar pro Jahr.
Die Summe basiert auf einer kombinierten Gebührenrendite von etwa 35 Prozent, ist wegen Transaktionskosten, Ausführungsrisiken und ungünstiger Kursbewegungen jedoch nicht vollständig realisierbar.
Fazit: Krypto-Kapital allein reicht nicht
Die 1,6 Milliarden US-Dollar machen sichtbar, dass hinterlegtes Kapital nicht automatisch den Handel unterstützt. Rund 542 Millionen US-Dollar lagen durchschnittlich vollständig außerhalb der aktiven Preisspannen. Sie standen damit weder für Swaps zur Verfügung noch brachten sie ihren Anbietern Gebühren ein.
Eine dezentrale Börse kann also über viel Kapital verfügen und trotzdem weniger nutzbare Liquidität bieten, als die Gesamtsumme vermuten lässt. Für die Marktqualität zählt deshalb vor allem, wie viel davon tatsächlich aktiv eingesetzt wird.