Funding Rate: Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Funding Rate? Sie ist der Prozentsatz für regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen bei Perpetual Futures. Der Mechanismus schafft Anreize, den Kontraktpreis nahe am Spotpreis zu halten.
  • Was passiert bei einer positiven Funding Rate? Long-Positionen zahlen an Short-Positionen. Bei 10.000 USD Positionswert und +0,01 % beträgt die Zahlung 1 USD pro Abrechnung.
  • Was passiert bei einer negativen Funding Rate? Short-Positionen zahlen an Long-Positionen. Das Vorzeichen beschreibt die Zahlungsrichtung und liefert allein keine verlässliche Kursprognose.
  • Mit welchen Tools kann ich die Funding Rate analysieren? Coinalyze bietet Funding-Charts; CoinGlass ermöglicht einen Überblick per Heatmap. Achte auf Börse, Kontrakt, Zeitraum und die Unterscheidung zwischen abgerechneter und geschätzter Rate.
  • Wo finde ich passende Handelsplattformen? Unser Krypto-Börsen-Vergleich hilft bei der Auswahl. Ob ein bestimmtes Derivat verfügbar ist, hängt zusätzlich von deinem Wohnsitz und Konto ab.

Was ist die Funding Rate?

Die Funding Rate ist ein Prozentsatz, mit dem regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen bei Perpetual Futures berechnet werden. Long-Positionen setzen auf steigende Preise, Short-Positionen auf fallende. Die Zahlung selbst heißt Funding-Zahlung oder Funding-Gebühr.

Perpetual Futures sind Verträge auf die Preisentwicklung eines Basiswerts wie Bitcoin. Der Vertrag und der Basiswert werden auf unterschiedlichen Märkten gehandelt. Deshalb kann der Preis eines Perpetuals vom Spotpreis abweichen, also vom Preis für den direkten Kauf oder Verkauf beim Spot Trading.

Bei klassischen Futures sorgt die Lieferung oder Abrechnung am festgelegten Laufzeitende dafür, dass sich der Kontraktpreis und der Preis des Basiswerts annähern. Perpetual Futures haben dagegen kein festes Verfallsdatum. Ihnen fehlt damit dieser Termin für die Preisannäherung.

Der Funding-Mechanismus schafft deshalb einen laufenden Anreiz, beide Preise nahe beieinander zu halten: Die Zahlungen verteuern das Halten einer Marktseite und machen die Gegenposition attraktiver. Dadurch sollen Käufe und Verkäufe angeregt werden, die die Preisabweichung verringern.

Funktion und Mechanismus der Funding Rate

Der Hauptzweck der Funding Rate ist es, die Preise der Perpetual Futures nahe am Spotpreis zu halten. Dazu verändert die Zahlung die Kosten einer offenen Position und schafft einen Anreiz für die gegenüberliegende Marktseite:

  • Positive Funding Rate: Long-Positionen zahlen eine Funding-Gebühr an Short-Positionen. Das Verteuern der Long-Seite und die Einnahme auf der Short-Seite können zusätzliche Verkäufe des Kontrakts begünstigen.
  • Negative Funding Rate: Short-Positionen zahlen eine Funding-Gebühr an Long-Positionen. Das Verteuern der Short-Seite und die Einnahme auf der Long-Seite können zusätzliche Käufe des Kontrakts begünstigen.

Handelt ein Perpetual deutlich über dem Spotpreis, kann eine positive Rate dazu beitragen, die Differenz zu verringern. Handelt er deutlich darunter, wirkt der Anreiz bei einer negativen Rate in die Gegenrichtung. Funding erzwingt jedoch keine sofortige Preisgleichheit. Die tatsächlich berechnete Rate hängt auch von Mittelwerten und den Regeln der Plattform ab.

Ein Arbeitspapier von He und Mitautoren untersucht fünf Binance-Kryptomärkte von 2020 bis März 2024. Bei großen Preisabweichungen zwischen Perpetual und Spotmarkt war derselbe Kauf- oder Verkaufsdruck mit einer rund dreimal so starken Veränderung der Preisdifferenz verbunden wie bei kleinen Abweichungen. Für die Einordnung von Funding heißt das: Der Anreiz für Gegenpositionen beseitigt bestehende Preisabweichungen nicht zwangsläufig sofort.

Berechnung der Funding Rate

Bei der Berechnung unterscheiden wir zwei Fragen: Wie bestimmt die Plattform den Prozentsatz? Und welcher Zahlungsbetrag entsteht daraus für deine Position? Eine einzige Formel für alle Börsen würde die Unterschiede zwischen den Produkten verschleiern.

1. Prämie/Discount-Komponente

Diese Komponente reflektiert den Unterschied zwischen dem Preis des Perpetual Futures und dem Spotpreis des zugrunde liegenden Vermögenswerts. Ein Preisaufschlag heißt Premium; ein Preisabschlag heißt Discount.

Die einfache relative Preisdifferenz lässt sich so berechnen:

Relative Preisdifferenz = (Perpetualpreis − Spotpreis) / Spotpreis × 100

Bei 50.500 USD für den Perpetual und 50.000 USD am Spotmarkt beträgt der Aufschlag 1 %. Dieser Aufschlag ist noch keine Funding Rate. Plattformen verwenden für ihre Berechnung häufig einen Preisindex aus mehreren Spotmärkten und mitteln die Preisabweichung über einen Zeitraum. Manche beziehen außerdem die Preise ein, zu denen eine bestimmte Ordergröße tatsächlich ausführbar wäre.

Bitcoin-Kursverlauf mit türkisfarbener Preisdifferenz zwischen Perpetual Swaps und Spotmarkt. Die Differenz schwankt oberhalb und unterhalb der Nulllinie.
Die Prämie/Discount-Komponente zeigt, ob Perpetual Swaps über oder unter dem Spotpreis handeln.

Die Bitcoin-Grafik veranschaulicht die Preisbeziehung. Ihre türkisfarbene Kurve misst die prozentuale Differenz: Werte oberhalb der Nulllinie bedeuten einen teureren Perpetual, Werte darunter einen günstigeren Perpetual. Sie zeigt damit eine Eingangsgröße für Funding und keine abgerechnete Funding Rate.

2. Zinskomponente

Viele Modelle ergänzen die gemittelte Preisabweichung um eine Zinskomponente. Sie ist ein Parameter der Funding-Formel, der den Finanzierungsunterschied zwischen Geld und Basiswert abbilden soll. Sie entspricht nicht automatisch einem Kreditzins, den du persönlich für geliehenes Kapital zahlst.

Die OKX-Dokumentation zeigt beispielhaft, wie die Zinskomponente in die Berechnung eingeht:

  1. Preisabweichung mitteln: Ausgangspunkt ist der gemittelte Premium-Index.
  2. Zinskorrektur berechnen: Vom Zinsparameter wird der Premium-Index abgezogen. Diese Differenz wird begrenzt und zum Premium-Index addiert.
  3. Gesamte Rate begrenzen: Eine Ober- und Untergrenze bestimmen, wie hoch oder niedrig die Funding Rate ausfallen darf.

Angenommen, der Premium-Index beträgt 0 % und der Zinsparameter 0,01 %. Dann ergibt sich eine Funding Rate von +0,01 %, sofern keine Begrenzung greift. Funding kann daher auch ohne durchschnittliche Preisabweichung entstehen.

Vom Prozentsatz zur Funding-Zahlung

Die Funding-Zahlung berechnet sich aus dem für die Abrechnung maßgeblichen Positionswert und der Rate:

Betrag der Funding-Zahlung = Positionswert × Betrag der Funding Rate / 100

Hier setzt du den Prozentwert ein, beispielsweise 0,024 für 0,024 %. Das Vorzeichen bestimmt anschließend, welche Seite zahlt. Die konkrete Umrechnung des Positionswerts und die Abrechnungswährung stehen in den Kontraktregeln. Bei einer Abrechnung zu festen Zeitpunkten ist zudem maßgeblich, ob du die Position zu diesem Zeitpunkt hältst.

Funding bezieht sich auf den Positionswert, nicht nur auf deine hinterlegte Sicherheit. Diese Sicherheit heißt Margin. Wie Margin und Hebel die Positionsgröße bestimmen, erklärt unser Beitrag zu Margin Trading.

Beispielrechnung zur Funding Rate

Angenommen, die Funding Rate beträgt −0,024 % für eine Periode von acht Stunden. Das bedeutet, dass Short-Positionen an Long-Positionen zahlen. Im Bitcoin-Beispiel umfasst die Position 10 BTC, der für die Abrechnung angenommene Referenzpreis beträgt 50.000 USD je BTC.

Der Positionswert beträgt damit 10 × 50.000 USD = 500.000 USD. Die Funding-Zahlung beträgt 500.000 USD × 0,024 / 100 = 120 USD. Die folgende Tabelle stellt beide Vorzeichen gegenüber; alle Werte sind illustrative Annahmen.

Funding-Zahlung bei 500.000 USD Positionswert pro Abrechnung
Funding RateLong-PositionShort-Position
−0,024 %Erhält 120 USDZahlt 120 USD
0 %Keine ZahlungKeine Zahlung
+0,024 %Zahlt 120 USDErhält 120 USD

Hältst du die Short-Position über drei Abrechnungen und bleiben Positionswert und negative Rate unverändert, zahlst du insgesamt 360 USD innerhalb von 24 Stunden. Über sieben Tage mit jeweils drei Abrechnungen wären es 2.520 USD. In der Praxis ändern sich Rate und Positionswert; die Gesamtzahlung ergibt sich deshalb aus den einzelnen Abrechnungen.

Bei einem angenommenen Hebel von 10 würdest du für die Position zunächst 50.000 USD Margin hinterlegen. Die Funding-Kosten von 2.520 USD entsprächen bereits 5,04 % dieser anfänglichen Margin. Die Rechnung berücksichtigt weder Kursgewinne oder Kursverluste noch Handelsgebühren.

Funding-Abbuchungen können die verfügbare Sicherheit verringern und damit die Liquidation näherbringen. Eine erhaltene Zahlung ist umgekehrt noch kein Gewinn des gesamten Trades. Für die Bewertung zählen Kursbewegung, Funding und weitere Kosten gemeinsam. Unser Beitrag zum Trading-Risikomanagement erklärt, wie du diese Belastungen in deinen Plan einordnest.

Interpretation der Funding Rate: Signale und Grenzen

Wie kannst du anhand der Funding Rate den Markt besser verstehen? Zunächst zeigt sie, welche Seite zahlt und wie teuer das Halten der Position zum jeweiligen Abrechnungstermin ist. Im Verhältnis zur eigenen Historie kann eine auffällige Rate zusätzlichen Aufschluss über die Nachfrage nach gehebelten Positionen geben.

Dabei kann sich die Prämie/Discount-Komponente durch Bewegungen auf beiden Märkten verändern. So kommt ein Discount nicht zwangsläufig durch starke Abverkäufe am Perpetual-Markt zustande. Ebenso kann hoher Kaufdruck am Spotmarkt die Differenz vergrößern. Oder beide Faktoren wirken gemeinsam.

Eine Funding Rate braucht den Kontext von Kursverlauf, Spotmarkt und Perpetual-Markt. Ihr Vorzeichen allein erklärt weder die Ursache der Preisdifferenz noch die nächste Kursbewegung.

Die Rate zählt auch keine Long- und Short-Positionen. Jeder offene Kontrakt verbindet beide Seiten. Eine zahlende Position kann außerdem Teil einer Absicherung sein und muss keine reine Wette auf eine Kursrichtung darstellen. Als Sentiment-Indikator liefert Funding deshalb einen Baustein der Analyse.

Divergenzen

Divergenzen entstehen hier, wenn Kosten und Kursentwicklung gegen dieselbe Marktseite arbeiten:

  • Hohe positive Funding Rate mit sinkenden Preisen: Long-Positionen zahlen hohe Funding-Kosten, während die Kursbewegung Verluste verursacht. Bei stark gehebelten Positionen kann das die Sicherheit aufzehren und Zwangsschließungen begünstigen.
  • Deutlich negative Funding Rate mit steigenden Preisen: Short-Positionen zahlen Funding und verlieren zugleich durch den steigenden Kurs. Zwangsschließungen von Shorts können zusätzliche Käufe auslösen und den Anstieg verstärken.

In beiden Fällen bewegt sich der Preis gegen die zahlende Seite. Ob daraus tatsächlich viele Liquidationen entstehen, hängt unter anderem von Hebel, Sicherheiten und offenen Positionen ab. Funding allein zeigt diese Größen nicht. Eine Divergenz ist deshalb ein Anlass zur weiteren Prüfung und kein automatischer Einstieg.

Spot-Premium

Ein Spot-Premium beschreibt den Umstand, dass der Spotmarkt höher handelt als der Perpetual. Steigt der Spotpreis durch Käufe schneller als der Kontraktpreis, kann der Perpetual relativ günstiger werden und die Funding Rate sinken.

Diese Konstellation lässt sich als spotgetriebene Nachfrage einordnen, wenn passende Handelsdaten sie bestätigen. Aus der Preisdifferenz allein folgt jedoch kein „gesundes“ Marktumfeld: Auch stärkere Verkäufe im Perpetual können denselben Abstand erzeugen. Vergleiche deshalb denselben Basiswert und Zeitpunkt und prüfe beide Märkte, statt aus dem Preisaufschlag die Ursache abzuleiten.

Massenliquidierungen

Während extremer Marktbedingungen können Perpetuals stärker vom Spotpreis abweichen. Schließt eine Plattform viele Long-Positionen zwangsweise, erzeugt das zusätzlichen Verkaufsdruck im Kontrakt. Schließt sie Shorts, entstehen zusätzliche Käufe. Weitere Liquidationen können diese Bewegung verstärken.

Eine negative Funding Rate nach einem Markteinbruch bedeutet daher nicht unbedingt, dass viele Händler neu auf weiter fallende Preise setzen. Sie kann auch die vorangegangene Verkaufswelle widerspiegeln. Weil die Berechnung vergangene Preisabweichungen einbezieht, kann das Signal der aktuellen Bewegung zeitlich hinterherlaufen.

Kombination mit anderen Indikatoren

Die bloße Verwendung der Funding Rate ist aus diesen Gründen nicht ausreichend, um eine detaillierte Analyse zu erstellen. Um den Ursprung von Kauf- und Verkaufsdruck besser zu verstehen und zu quantifizieren, können mehrere zusätzliche Indikatoren und Metriken herangezogen werden.

  • Open Interest: Das Open Interest misst den Bestand offener Kontrakte. Jeder Kontrakt wird dabei einmal gezählt, obwohl er eine Long- und eine Short-Seite besitzt. Ein steigender Bestand zeigt zusätzliche offene Kontrakte, aber keine Kursrichtung.
  • Cumulative Volume Delta (CVD): Bei tradebasierten Daten summiert das CVD die Differenz zwischen dem Volumen aggressiver Käufe und aggressiver Verkäufe. „Aggressiv“ bedeutet hier, dass die initiierende Order sofort gegen vorhandene Angebote handelt. Jedes Geschäft hat trotzdem einen Käufer und einen Verkäufer.
  • Liquidationen: Diese Daten zeigen bereits zwangsweise geschlossene Positionen, deren Sicherheiten nicht mehr ausreichten. Sie helfen bei der Einordnung vergangener Bewegungen; noch mögliche künftige Liquidationen sind darin nicht vollständig enthalten.

Insbesondere das CVD ist in Kombination mit der Funding Rate interessant. Eine getrennte Darstellung für Spot und Perpetuals hilft, die initiierende Marktseite genauer einzugrenzen. Sinkt das Spot-CVD, während das Perpetual-CVD stabil bleibt, weist das für die erfassten Handelsplätze auf mehr aggressive Verkäufe am Spotmarkt hin.

Im historischen Screenshot ist die Spot-Kurve blau und die Perpetual-Kurve pink dargestellt. Rechts im Bild fällt die blaue Kurve weiter, während die pinke Kurve weitgehend seitwärts läuft.

Historischer Bitcoin-Chart mit grauem Kursverlauf, pinkem Perpetual-CVD und blauem Spot-CVD. Rechts fällt das Spot-CVD, während das Perpetual-CVD weitgehend seitwärts verläuft.
Historisches Bitcoin-Beispiel mit getrenntem Spot-CVD und Perpetual-CVD zur Einordnung des Kauf- und Verkaufsdrucks.

Die Überlagerung der Kurven hilft bei der Zuordnung von Kauf- und Verkaufsdruck, beweist aber keine alleinige Ursache der Kursbewegung. Die Aussage hängt davon ab, welche Börsen das Tool erfasst und wie es Trades zuordnet. Manche Anwendungen schätzen diese Zuordnung aus Kursbewegungen. Für eine Übung bietet es sich an, Funding, Preis, Open Interest und CVD über denselben Zeitraum zu betrachten und die beobachteten Unterschiede zu notieren.

Funding Rate Ressourcen und Tools: Charts und Heatmaps

Wo kannst du die Bitcoin Funding Rate analysieren? Diese Plattformen bieten passende Daten und ergänzende Werkzeuge:

  • Coinalyze: Zeigt BTC-Funding-Charts mit aktuellen und vorausgeschätzten Raten sowie historischen Daten. So lässt sich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum betrachten.
  • CoinGlass: Die Funding Rate Heatmap stellt positive und negative Werte farblich gegenüber. Ergänzend bietet die Plattform Übersichten zu Open Interest und Liquidationen.
  • The Block: Bietet Charts zu Bitcoin-Funding-Raten und Liquidationen. Zwei dieser Übersichten sind bereits oben im Artikel eingebunden.
  • Aggr: Führt ausgeführte Trades verschiedener Märkte zusammen und hilft bei der Analyse aggressiver Käufe und Verkäufe. Das ergänzt die Einordnung von Spot- und Perpetual-Märkten.

Achte beim Datenvergleich auf denselben Zeitraum und darauf, ob eine Rate bereits abgerechnet wurde oder geschätzt ist. Die tatsächlichen Funding-Zahlungen deiner Position findest du auf deiner Handelsplattform. Weitere Werkzeuge findest du in unserem Beitrag zu Trading Tools.

Fazit zur Bitcoin Funding Rate

Aus unserer Sicht liegt der größte Nutzen der Funding Rate in der Verbindung von Haltekosten und Marktanalyse. Sie zeigt, welche Position für das Halten zahlt, und kann ungewöhnliche Nachfrage im Perpetual-Markt sichtbar machen. Wer sie isoliert als Kursprognose liest, überspringt jedoch die Ursachen der Preisdifferenz.

  • Kosten mitrechnen: Wiederholte Funding-Zahlungen können einen Trade belasten, auch wenn der Kurs zunächst in die erwartete Richtung läuft.
  • Vergleichsmaßstab prüfen: Börse, Kontrakt, Zeitraum und Gewichtung bestimmen, was ein angezeigter Wert aussagt.
  • Ursache untersuchen: Spotkäufe, Perpetual-Verkäufe und Liquidationen können ähnliche Funding-Werte erzeugen, obwohl unterschiedliche Marktbewegungen dahinterstehen.
  • Signale bestätigen: Kurs, Open Interest und CVD helfen, eine auffällige Rate einzuordnen; kein einzelner Wert ersetzt den Risikoplan.

Als nächste Übung kannst du für einen konkreten BTC-Kontrakt die Rate und den Abrechnungszeitpunkt ablesen und die Zahlung für einen angenommenen Positionswert berechnen. Vergleiche danach denselben Zeitraum mit dem Kurschart. So verbindest du die Kostenrechnung mit einer überprüfbaren Beobachtung, ohne aus dem Vorzeichen allein einen Trade abzuleiten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

In diesem Abschnitt beantworten wir häufige Fragen rund um die Bitcoin Funding Rate.

  • Wann ist eine Funding Rate hoch?

    Einen festen Grenzwert gibt es nicht. Vergleiche die Rate mit der Historie desselben Kontrakts und beachte das Abrechnungsintervall. Eine auffällige Rate bedeutet keine sichere Kursumkehr.
  • Lässt sich mit Funding Rate Arbitrage Geld verdienen?

    Ja, bei positiver Rate kann ein Spot-Kauf mit gleich großer Perpetual-Short-Position Funding-Einnahmen erzielen. Diese Arbitrage-Strategie birgt durch wechselnde Raten, Handelskosten und mögliche Liquidationen weiterhin Risiken.
  • Zahle ich Funding auch bei einem Verlusttrade?

    Ja, wenn du zum Abrechnungszeitpunkt die zahlende Position hältst. Ob dein Trade im Gewinn oder Verlust liegt, ändert die Zahlungsrichtung nicht.
  • Welche Krypto-Börse hat die beste Funding Rate?

    Eine dauerhaft beste Börse gibt es nicht. Ob eine Rate günstig ist, hängt davon ab, ob du zahlst oder empfängst. Vergleiche passende Kontrakte über denselben Zeitraum einschließlich der Handelsgebühren.