Bitcoin, Ethereum und weitere Kryptowährungen haben im letzten Jahr ein großes Comeback gehabt. Das Interesse der privaten und vor allem institutionellen Investoren ist in einem rasanten Tempo gestiegen und hat zu einer unglaublich starken Performance vom Bitcoin Kurs und dem Rest des Kryptomarktes geführt.

Doch das Interesse des „Smart Money“, also der großen institutionellen Investoren, hat sich hauptsächlich auf Bitcoin fokussiert. Dieses Jahr könnte sich das Interesse auch auf Ethereum ausweiten, um das Krypto-Portfolio der großen Investoren zu erweitern.

Denn Ethereum hat es neben Bitcoin geschafft eine Nische zu besetzten, die für den traditionellen Markt immer relevanter wird. Wir schauen uns heute einige Fundamentaldaten von ETH an, die für ein mögliches Interesse der institutionellen Investoren sprechen könnten.

Ethereum dominiert Smart Contracts und DeFi

Ethereum dominiert in Sachen Smart Contracts und Decentralized Finance (DeFi) den gesamten Kryptomarkt. Kein anderes offenes Blockchain-Infrastruktur-Projekt kann auf ein so großes und stabiles Netzwerk wie ETH zurückgreifen.

Durch die Möglichkeit dezentrale Applikationen auf der Ethereum Blockchain zu bauen, sind ganz neue Use-Cases entstanden, die teilweise die klassische Finanzwelt alt aussehen lassen.

Bevor wir auf die Fundamentaldaten und DeFi näher eingehen, schauen wir uns die Ethereum Kurs Performance des letzten Jahres kurz an.

Letztes Jahr ist der ETH Preis am Anfang der Coronakrise auf unter 90 USD gefallen. Bis zum Ende des Jahres konnte der Ethereum Kurs über 700 % zulegen und erreichte am 31. Dezember 2020 ca. 750 USD. In diesem Jahr ging die Rally direkt weiter und katapultierte ETH auf kurzzeitig über 1400 USD.

Ethereum konnte mit dieser starken Performance Bitcoin outperformen und eine höhere Rendite erzielen. Das könnte ein möglicher Grund für institutionelle Investoren sein, um sich die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung näher anzuschauen.

Die weiteren Gründe, die für ein steigendes Interesse der institutionellen Investoren sprechen könnten, sind Fundamentaldaten des Ethereum Netzwerks.

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Anzahl der Adressen nimmt stärker zu

Ethereum in den letzten Monaten immer mehr Nutzer an. Unabhängig ob es um die Anzahl der dezentralen Applikationen oder die verschiedenen Handelsvolumina dezentraler Börsen geht. ETH ist in diesen Punkten ungeschlagen und erreicht durch seinen starken Netzwerkeffekt immer mehr Nutzer.

Das bestätigen auch die Ethereum Adressen, die in den letzten Monaten wieder stärker gewachsen sind und nun ein neues Allzeithoch von über 134 Millionen Adressen erreicht haben.

In den letzten Monaten wurden täglich im Durchschnitt mehr als 120.000 neue ETH Adressen erstellt. In 2019 waren es hingegen weniger als 80.000. Den Peak aus 2017/2018 von über 250.000 Adressen täglich haben wir aber noch nicht erreicht.

Immer mehr Transaktionen auf der ETH Blockchain.

Im Jahr 2020 wurden auf der Ethereum Blockchain Transaktionen im Wert von mehr als 1 Billion US-Dollar verzeichnet. Diese Zahlen übersteigen sogar das Transaktionsvolumen von Zahlungsgiganten wie PayPal. Das Unternehmen erreicht aktuell pro Quartal ca. 200 Milliarden USD an Transaktionsvolumen.

Jede dieser Transaktionen kostet auf dem Ethereum Netzwerk Geld, das in Form von ETH an die Miner gezahlt wird. Dadurch kommen Nutzer, die mit den verschiedenen dezentralen Anwendungen interagieren wollen, nicht an ETH vorbei. DeFi ist somit einer der Haupttreiber für die erhöhte Nachfrage nach der nativen Kryptowährung.

Aktuell hat die Anzahl der Transaktionen im ETH Netzwerk das Level von 2017/2018 erreicht. Das Wachstum fand aber in einem weitaus gesünderen Ausmaß statt, als es beim letzten Bullrun der Fall war.

Zudem steht das Ethereum Improvement Proposal (EIP) 1559 in den Startlöchern, dass einen Teil der bezahlten Transaktionsgebühren für immer vernichten wird und somit der Inflation entgegenwirkt. Das könnte das Angebot langfristig im besten Fall minimieren und für einen Nachfrageüberhang sorgen.

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DeFi treibt Ethereum nach vorne

Auf Ethereum sind in den letzten Jahren viele spannende DeFi-Projekte gestartet, die aktuell eine unglaublich hohe Nachfrage genießen. Darunter fallen nicht nur Lending Protokolle, sondern auch Exchanges und andere Finanzdienstleistungen, die nun ohne eine Bank oder einen anderen Mittelsmann funktionieren.

Viele dieser Plattformen generieren bereits dezentrale tägliche Einnahmen in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar und schütten es über verschiedene Mechanismen an die Liquidity-Provider und Staker des nativen Governance-Tokens aus. Dadurch ist eine ganz neue Form von Token auf dem ETH Netzwerk entstanden, die nun mit realen Nutzern und Umsätzen bewertet werden können.

Laut DeFi-Pulse sind mittlerweile über die verschiedenen dezentralen Anwendungen über 25 Milliarden US-Dollar auf der Ethereum Blockchain in Smart Contracts gebunden. Dazu kommen noch Stablecoins wie USDT und USDC, die zum Großteil auf ETH Blockchain zum Einsatz kommen.

Ethereum für institutionelle Investoren

Ethereum ist zu der größten dezentralen Infrastruktur für DeFi-Projekte und Stablecoins geworden und zieht immer mehr Interessenten an, die an diesem starken Wachstumsmarkt partizipieren wollen.

Dieser revolutionärer Markt wird durch das starke Wachstum und Renditen von mehreren hunderten Prozent auch für institutionelle Investoren immer relevanter. Denn auch beim Big Money geht es darum Trends frühzeitig und die bestmögliche Rendite zu erzielen. Zudem unterscheidet sich Ethereum deutlich von Bitcoin und besetzt aktuell eine andere Nische.

Ethereum ist ohne Frage ein sehr interessantes und spannendes Projekt. Nicht nur die Kursperformance der letzten Monate hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, sondern vor allem DeFi. Damit wurden einige Bereiche des traditionellen Marktes revolutioniert und dezentralisiert.

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Chancen und Risiken von ETH

Die kurzfristigen Erwartungen an Ethereum sind gänzlich hoch, doch es gibt auch Risiken, die hier natürlich nicht unerwähnt bleiben dürfen. ETH kämpft seit einigen Monaten, durch die erhöhte Nachfrage nach DeFi, mit erhöhten Transaktionsgebühren. Ein steigender Ethereum Preis lässt die Gebühren zusätzlich steigen und macht den dezentralen Handel extrem kostspielig.

Zudem steht das Netzwerk vor einem großen Update von Proof-of-Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS), das wohl noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Einer der wichtigsten Gründe für diese Entscheidung ist die begrenzte Skalierbarkeit, die zu diesen astronomischen Transaktionsgebühren geführt hat.

Dennoch gibt es auch Möglichkeiten die Skalierbarkeit bereits während des langjährigen Updates in Form von Second Layer Protokollen zu verbessern. Das interessante dabei ist, dass es diese Lösungen bereits gibt aber die nicht wirklich genutzt werden.

Ethereum die Zukunft des Finanzmarktes?

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Notwendigkeit der Nutzer steigt, um diese Lösungen auch aktiv zu nutzen. Die großen Protokolle wie Uniswap müssen den Anfang machen und Second Layer Lösungen in die eigenen Plattformen integrieren. Das würde automatisch dafür sorgen, dass immer mehr Nutzer auf die schnellere und günstige Option wechseln.

Bei Ethereum handelt es sich immer noch um Experiment, dessen langfristige Zukunft ungewiss ist. Kurzfristig können wir aber anhand der im Artikel vorgestellten Gründe auf ein positives Momentum und ein mögliches Interesse der institutionellen Investoren blicken. Ethereum könnte sich zu der wichtigsten Blockchain-Infrastruktur des dezentralen Finanzmarktes entwickeln.

Wir sind gespannt wie das Jahr für Ethereum verlaufen wird und halten euch täglich auf dem Laufenden.

Disclaimer für Marktberichte, fundamentale und technische Analysen

Disclaimer: An dieser Stelle sei erwähnt, dass sämtliche, gemachte Angaben ausdrückliche keine Finanzberatung oder Ermutigung zu irgendwelchen Investitionen darstellen. Vor dem Kauf von Kryptowährungen bzw. der Eröffnung von Handelspositionen ist immer eigene Recherche zu betreiben. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko und es sollte daher nie mehr Kapital eingesetzt werden, als beim Verlust verschmerzt werden kann. Wir nutzen für unsere Analysen Tradingview.