Nach einem erneut roten Wochenende für den Bitcoin Kurs und andere Kryptowährungen erreichte der Fear & Greed Index ein neues Jahrestief bei einem Wert von 10. Dies platziert das Sentiment in BTC und Co. im extrem ängstlichen Bereich. Zuletzt wurden ähnliche Werte im März 2020 gemessen, als die globalen Finanzmärkte in einem Black Swan Event eingebrochen waren.

Dass Angst und Gier vorwiegende Emotionen an den Märkten sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Diese und weitere Emotionen steuern oder beeinflussen dabei schätzungsweise 80 % und mehr aller Marktaktivitäten. Bei Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen könnte dieser Prozentsatz sogar noch höher liegen.

Durch die Messung verschiedener, relevanter Daten wird beim Fear & Greed Index für BTC – und damit stellvertretend für die Kryptomärkte – ein Wert zwischen 0 und 100 ermittelt. 100 stünde für maximale Gier, während 0 maximale Angst markieren würde. Der Wert dieses Index fiel nun auf ein neues Jahrestief bei einem Wert von 10, während die Kryptomärkte die signifikantesten Korrekturen dieses Bullenmarktes erleben.

Angst bei Bitcoin & Co. sorgt für Jahrestiefstände im Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index für Bitcoin erreichte einen neuen, niedrigsten Stand in diesem Jahr. Mit einem Wert von 10 befindet sich der Index in der Region extremer Angst, was auf Grundlage des zyklischen Verhaltens von Sentiment und Preis an den Märkten zu guten Kaufgelegenheiten führen könnte. Der Index blickt dabei auf die Bitcoin Dominanz, Volumen im Markt, Volatilität und Daten aus den sozialen Medien.

Quelle: Alternative.me

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Der aktuelle Wert ist klar ersichtlich vergleichbar mit dem Black Swan Event aus dem März 2020, auch bekannt als „Black Thursday“. Damals brachen die Finanzmärkte global ein, während die Covid-19-Pandemie weltweit für Angst sorgte. Heute steckt allerdings kein solches Black Swan Event dahinter. Vielmehr handelt es sich um eine erklärbare Entwicklung, da Sentiment, ebenso wie Preise an den Märkten, in Zyklen verlaufen.

Das zyklische Verhalten von Sentiment und Preis an den Finanzmärkten

Noch im Februar 2021 hatten wir Fear & Greed Werte von über 90 bei Bitcoin und damit stellvertretend für die Kryptomärkte. Das entspricht extremer Gier. Gemäß dem zyklischen Verlauf von Sentiment kommt es bei Erreichen von Extremen zum Umkehrpunkt. Folglich schwingt das Sentiment von einem Extrem ins Andere. Der Fear & Greed Index zeigt uns ein ähnliches Verhalten in 2019, als der Bitcoin Kurs ein neues Jahreshoch markierte.

Damals ging es von einem Höchstwert von 95 auf einen Wert unter 10. Die Folge war damals eine Erholung im Sentiment auf mittlere Werte, ehe es dann im März 2020 zum erneuten Einbruch kam. In Preisen ausgedrückt: Nachdem der Bitcoin Kurs von 13.970 USD im Juni 2019 auf zeitweise 6.435 USD fiel, ging es danach um mehr als 60 % in die Höhe (10.500 USD), ehe das Black Swan Event 2020 dem Anstieg ein vorläufiges Ende bereitete.

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Bitcoin Kurs im Tageschart: Erholung oder weiterer Abverkauf?

Die extreme Angst in den Kryptomärkten ist nachvollziehbar. Seit Erreichen eines Allzeithochs bei 64.854 USD ging es zeitweise um mehr als 50 % in den Abverkauf. Tiefstand: 30.000 USD. Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen (inkl. BTC) brach um zeitweise 53,60 % ein. Manche Altcoins zeigten bisherige Tiefststände bei mehr als 60 oder gar 70 % Abstand zu den aktuellen Höchstständen.

Quelle: Tradingview

Ein Boden könnte derweilen gefunden sein. Allerdings braucht es mehr Bestätigung durch die Käufer im Markt, um von einer wahren Erholung zu sprechen. Bisweilen hält das 0.5 Fibonacci-Level bei 34.318 USD, doch es fehlen wichtige Durchbrüche bei 36.671 und 40.000 bis 42.000 USD. Ein extrem ängstliches Sentiment könnte aber durchaus Gelder in den Markt ziehen, welche in Form von Stablecoins längst an den Seitenlinien warten.

In einem bärischen Verlauf kämen neben 32.250 und 30.000 USD auch 27.111 (0.618 Fibonacci-Level) und sogar 25.000 USD ins Spiel.

Haben Bitcoin und Co. einen Boden gefunden?

Wohin der Markt genau läuft, ist in extrem emotionalen Situationen nie mit letzter Gewissheit zu sagen. Allerdings lehrt uns das zyklische Verhalten von Sentiment, dass das Erreichen von Extremen zu einem Umkehrpunkt führt. Ob dieser aktuell schon eingetreten ist oder ob die Angst im Bitcoin Kurs und in anderen Kryptowährungen erst nochmal zunehmen muss, ist dabei nicht abschließend geklärt.

Eine Rückeroberung im Bitcoin Kurs von 36.671 und 42.000 USD wäre ein starkes Signal in Sachen Erholung. Ein weiterer Anstieg auf 50.000 und folgend 53.475 USD (Grenze zur 1 Billion USD Marktkapitalisierung) wäre dann denkbar. Sollte die aktuelle Unterstützung allerdings wegbrechen und mehr Angst im Markt erzeugt werden, lägen Szenarien bis 25.000 USD auf dem Tisch.