Wenn es um Marktzyklen geht, dann sehen viele Analysten und Experten den Bitcoin (BTC) am Anfang eines bullischen Zyklus. Die Marktteilnehmer sind noch zu oft unentschlossen, als dass ein neues Allzeithoch greifbar wäre. Doch bei den Bitcoin Futures zeigen sich jetzt Hinweise, dass eine entscheidende Trendwende eintreten könnte.

Marktzyklen zu untersuchen und zu evaluieren ist kein leichtes Unterfangen. Vor allem dann nicht, wenn zugrundeliegende Basiswerte keine jahrzehntelangen, historischen Daten aufweisen. Beim Bitcoin (BTC) haben wir genau so einen Fall. Zudem werden Kryptowährungen, mehr als andere Assets, stark von der Community angetrieben. Das ändert sich bei den Bitcoin Futures. Denn hier haben wir es mit wohlbekannten Marktteilnehmern zu tun: institutionelle Investoren, Derivate-Trader und Whales.

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Was ist nochmal ein Marktzyklus?

Und weil wir diese drei Gruppen an Marktteilnehmern gut kennen, können wir die Daten aus den Bitcoin Futures auch recht akkurat untersuchen. Doch zunächst nochmal zurück zum Marktzyklus. Diese Zyklen dauern in der Regel um die 4 Jahre. Dabei durchläuft ein Marktzyklus einen sog. Bullenmarkt und einen Bärenmarkt, ehe wieder ein Bullenmarkt erreicht wird. Vereinfacht ausgedrückt:

Ein Marktzyklus beschreibt die Zeit zwischen einem starken Aufwärtstrend, einem anschließenden, starken Abwärtstrend und dem Beginn eines neuen, starken Aufwärtstrends.

Manche Assets sind dabei mehr abhängig von Marktzyklen als andere. Der Anteil von Bullen- und Bärenmärkten in diesen Zyklen beträgt dabei zwischen einem Jahr und drei Jahre. Der letzte Marktzyklus, an den sich wohl die meisten Nutzer erinnern können, stammt aus dem Jahr 2016 und führte zum aktuellen Allzeithoch im Dezember 2017 bei über 19.000 US-Dollar. Ein darauffolgender Bärenmarkt drückte den Preis auf unter 3.300 USD im Sommer 2019. Wir merken alleine daran schon, dass wir noch früh in einem neuen Zyklus sind.

Bevor wir zu den Bitcoin Futures und damit dem eigentlichen Thema kommen, noch eine Sache. Ein Marktzyklus steht eng in Verbindung mit den vorherrschenden Emotionen der Marktteilnehmer in jeder der Phasen dieses Zyklus. Dies lässt sich am besten durch eine Grafik darstellen:

Aktueller Bitcoin Marktzyklus: Wir sind noch am Anfang!

Gegenwärtig nehmen viele Analysten und Experten an, dass wir irgendwo zwischen Disbelief (Zweifel) und Hope (Hoffnung) stecken. Wie wir in unserem Artikel Der Bitcoin Markt: Ein Abstecher in Sentiment und Marktpsychologie evaluierten, muss der Preis des BTC noch ein wenig mehr Überzeugungsarbeit leisten, ehe der Großteil aller Marktteilnehmer Hoffnung schöpft und eventuell Optimismus findet. Daten aus dem Derivatemärkten rund um den BTC allerdings zeigen, dass wir eventuell vor einer Trendwende stehen.

Was wir anhand des Charts von Skew.com sehen können ist, dass die Liquidationen der Käufer (Bullen) in den letzten Tagen die Liquidationen der Verkäufer (Bären) abdeckten. In den letzten 3 Monaten hingegen war dieser Trend genau anders herum. Solche Events erscheinen den meisten Menschen als eher unwichtig. Für institutionelle Investoren und Whales allerdings sind diese Daten bedeutend. Und solcherlei Signale können dann auch einen Dominoeffekt auslösen.

Dominoeffekt in den Bitcoin Futures möglich

Als wir das letzte Mal einen solchen Effekt erlebten, erreichte das tägliche Tradingvolumen in den Bitcoin Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME) einen Wert von 445 Mio. USD. Es gab eine Rally auf bis zu 614 Mio. USD. Zum Zeitpunkt dieses Artikels lag das tägliche Tradingvolumen an der CME um 63,3 % höher, als noch vor 6 Monaten. 614 Mio. USD sind also durchaus nicht undenkbar.

Wenn wir uns in die Zeit von 2017 zurückversetzen, dann sehen wir auch, dass damals das Suchvolumen nach „Bitcoin“ und „Crypto“ Rekorde brach. Die Folge dieses steigenden Interesses war der Übergang von Optimismus zu Enthusiasmus und das darauffolgende Allzeithoch im Dezember des Jahres. Auch damals schon folgte das institutionelle Interesse und das Wachstum der Derivatemarktes diesem Trend. Dieser Trend erreichte einen Höhepunkt am 27. Juli 2020, als das tägliche Gesamtvolumen in den Bitcoin Futures 184 Mrd. USD erreichte.

Interesse der institutionellen Investoren und BTC Whales steigt

Dass institutionelle Investoren und Whales mehr und mehr Interesse an den BTC Futures haben wird auch deutlich, wenn wir uns Folgendes ansehen. Wenngleich wir zuletzt Einbrüche im Preis des BTC sehen, fällt das Tradingvolumen nicht mehr unter die Level von vor Juli 2020. Es scheint fast so, als herrsche im Derivatemarkt bereits mehr Optimismus, als am Kassamarkt. Das zeigen auch Handelsplattform wie Bakkt. Das tägliche Tradingvolumen lag die vergangene Woche oberhalb von 80 Mio. USD, bei einem konstanten Open Interest von mehr als 10 Mio. USD.

Diese Entwicklungen sind stark bullisch und zeigen uns, dass die Lage in den Bitcoin Futures sich positiver entwickelt, als am Kassamarkt. Und wir sind uns hoffentlich einig, dass ein erneuter Bull Run zu einem neuen Allzeithoch vor allem institutionelle Investoren und Whales braucht, die diesen Run starten, noch bevor die meisten Marktteilnehmer wissen, dass ein solcher Run gestartet hat. Die meisten Marktteilnehmer steigen nämlich erst in der Phase „Belief“ bzw. „Thrill“ ein.

Fazit zu Marktzyklen und der Trendwende in den Bitcoin Futures

Wie die Daten von Skew nahelegen, koppeln sich die Emotionen in den Bitcoin Futures von den Emotionen des Spot Handels ab. Während wir in den aktuellen Preisbewegungen des Bitcoins öfter Unentschlossenheit, Zweifel oder gar Furcht erkennen können, scheinen Marktteilnehmer beim Derivatehandel optimistischer. Wer sind diese Marktteilnehmer? Institutionelle Investoren, BTC Whales und Derivate-Trader mit signifikantem Handelsvolumen.

Diese Gruppen an Marktteilnehmer sind dafür bekannt, Trends mit als Erstes zu erkennen. Noch lange bevor der Großteil aller Marktteilnehmer überhaupt auf einen schon lange fahrenden Zug mit aufspringt. Der Derivatemarkt ist also ein guter Indikator für eine mögliche Abfahrt des Zuges in Richtung neues Allzeithoch. Und die Trendwende dorthin könnte tatsächlich schon unterwegs sein. Experten sehen das Resultat dieser womöglichen Trendwende aber erst 2021 entfalten.