• Bitcoin-Kurs weiter schwach:
    Der Bitcoin-Kurs notiert aktuell bei rund 87.500 US-Dollar und bleibt damit klar unter der 90.000-US-Dollar-Marke. Erholungsversuche stoßen weiterhin auf Verkaufsinteresse.
  • Politische Unsicherheit belastet die Nachfrage:
    Ein möglicher US-Government-Shutdown sorgt für Zurückhaltung bei Anlegern. In unsicheren Phasen ziehen sich viele Marktteilnehmer zurück und warten auf Klarheit.
  • Japanischer Anleihemarkt als globales Risiko:
    Die Renditen japanischer Staatsanleihen, besonders bei langen Laufzeiten, sind deutlich gestiegen und liegen auf ungewöhnlich hohen Niveaus. Das kann globale Zinsen, Kapitalflüsse und damit auch Bitcoin beeinflussen.
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Bitcoin-Kurs bleibt unter Druck

Der Bitcoin-Kurs bleibt weiterhin unter der Marke von 90.000 US-Dollar. Nach dem jüngsten Rücksetzer fehlt es an klaren Kaufimpulsen, während mehrere globale Unsicherheiten gleichzeitig auf die Märkte wirken. Neben politischen Risiken in den USA rückt zunehmend ein Faktor in den Fokus, der lange als stabiler Hintergrund galt: der japanische Anleihemarkt.

Bitcoin-kurs in den letzten 7 Tagen auf Coinmarketcap
Bitcoin-kurs in den letzten 7 Tagen auf Coinmarketcap

Politische Unsicherheit in den USA

Ein kurzfristiger Belastungsfaktor bleibt der mögliche Government Shutdown in den USA. Kommt es zu keiner Einigung im Haushaltsstreit, drohen vorübergehende Ausgabensperren und Verzögerungen bei wichtigen staatlichen Abläufen. Für die Märkte bedeutet das vor allem Unsicherheit und sinkende Planbarkeit. In solchen Phasen ziehen sich Anleger häufig zurück, was auch Assets wie Bitcoin unter Druck setzten kann.

Japanischer Anleihemarkt verliert seine Stabilitätsrolle

Deutlich schwerer wiegt jedoch die Entwicklung in Japan. Der japanische Anleihemarkt galt über Jahrzehnte als einer der stabilsten der Welt. Niedrige Zinsen, geringe Volatilität und verlässliche Finanzierung machten ihn zum Fundament vieler globaler Strategien. Diese Rolle gerät nun ins Wanken.

Innerhalb kurzer Zeit sind die Renditen japanischer Staatsanleihen stark gestiegen. Besonders auffällig sind die langen Laufzeiten. Vierzigjährige Anleihen rentieren inzwischen bei über 4 %, ein Niveau, das noch vor Kurzem als kaum vorstellbar galt. Bewegungen, die früher Wochen oder Monate dauerten, spielten sich innerhalb weniger Handelstage ab.

Die Renditen japanischer 40-jähriger Staatsanleihen erreichten ihren höchsten Stand.
Die Renditen japanischer 40-jähriger Staatsanleihen erreichten ihren höchsten Stand.

Japan ist der größte Gläubiger der Welt. Rund fünf Billionen US-Dollar japanischen Kapitals sind außerhalb des Landes investiert. Zusätzlich sind hunderte Milliarden Dollar über den Yen finanziert. Damit sind japanische Zinsen kein nationales Thema, sondern ein zentraler Bestandteil der globalen Zinsstruktur. Steigen die Renditen in Japan, verändert das die relativen Attraktivitäten weltweit. US-Staatsanleihen, europäische Anleihen und andere Märkte geraten unter Anpassungsdruck, da Kapitalströme neu bewertet werden.

Ursachen: Inflation, Fiskalpolitik und Notenbankrückzug

Mehrere Faktoren treffen derzeit zusammen. Nach Jahrzehnten der Deflation hält sich die Inflation in Japan über dem Zielwert. Gleichzeitig setzt die neue Regierung auf expansive Ausgabenprogramme, obwohl die Staatsverschuldung bereits bei rund 230 % des Bruttoinlandsprodukts liegt. Hinzu kommt der schrittweise Rückzug der Bank of Japan aus dem Anleihemarkt. Der Markt muss Preise wieder selbst bilden und reagiert entsprechend abrupt. Das führt nicht zu Panik, aber zu einem spürbaren Vertrauensverlust. In einem Markt, der auf extrem niedrige Volatilität ausgelegt war, reicht das aus, um Instabilität zu erzeugen.

Die Auswirkungen reichen längst über Japan hinaus. Steigende Renditen erhöhen den Anreiz für japanische Investoren, Kapital aus dem Ausland zurückzuführen. Dieses Kapital fehlt dann an anderen Stellen, etwa bei US-Staatsanleihen, europäischen Märkten oder anderen Assets wie Bitcoin.

Zusätzlich gerät der Yen unter Druck. Sollte die Währung zu stark fallen, könnte Japan gezwungen sein, Devisenreserven einzusetzen. Diese bestehen zu einem großen Teil aus US-Staatsanleihen, was den Zinsdruck in den USA weiter erhöhen würde. Ein weiterer Risikokanal ist der Yen Carry Trade. Steigende Zinsen machen dieses Finanzierungsmodell zunehmend unattraktiv. Positionen müssen reduziert werden, was vor allem Märkte trifft, die stark von globaler Liquidität abhängen.


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Fazit: Bitcoin weiter unter Druck

Bitcoin zeigt seit Wochen strukturelle Schwäche und bleibt hinter anderen Märkten zurück. Die aktuelle makroökonomische Lage verstärkt diesen Trend, ist aber nicht seine alleinige Ursache. Fehlende Nachfrage, sinkende Risikobereitschaft und fragile Liquidität prägen das Bild.

Die Entwicklungen in Japan verschärfen das Umfeld zusätzlich. Steigende Renditen, mögliche Kapitalrückflüsse und der Abbau von Carry Trades erhöhen den Druck auf globale Märkte. Für Bitcoin bedeutet das ein schwieriges Umfeld, in dem Erholungen bislang schnell verkauft werden.

Solange keine klaren Impulse auf der Nachfrageseite entstehen, dürfte der Markt anfällig bleiben. Erst eine Kombination aus stabileren makroökonomischen Rahmenbedingungen und wiederkehrender Kaufbereitschaft könnte die aktuelle Schwächephase beenden.


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