- Die Sell-in-May-Regel stammt aus einer anderen Marktphase:
Die Strategie entstand im 19. Jahrhundert, als Handelsvolumen und Liquidität im Sommer deutlich zurückgingen. Heute funktionieren die Märkte jedoch grundlegend anders. - Bitcoin zeigt aktuell starke Momentum-Struktur:
Der Bitcoin-Kurs konnte im April deutlich zulegen und notiert weiterhin über 80.000 US-Dollar. Bislang setzt sich die Stärke auch im Mai fort. - Analysten sehen saisonale Muster zunehmend kritisch:
Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas hält klassische Strategien wie „Sell in May“ in modernen, algorithmisch geprägten Märkten für deutlich weniger relevant als früher. - Handle Bitcoin und zahlreiche weitere Assets:
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Warum die Börsenregel rund um den Mai überhaupt entstanden ist
Der Mai hat begonnen und die Stimmung an den Märkten bleibt freundlich. Bitcoin konnte sich zuletzt deutlich erholen und notiert weiterhin auf hohem Niveau. Da der Monat Mai angebrochen ist, taucht vermehrt die alte Börsenweisheit „Sell in May“ auf, die Anleger dazu verleiten könnte, Positionen vorschnell zu schließen.
Die Idee hinter dieser Strategie stammt aus einer Zeit, in der die Finanzmärkte noch deutlich einfacher strukturiert waren. Bereits im 19. Jahrhundert verließen viele wohlhabende Investoren während der Sommermonate die Städte und zogen sich auf ihre Landsitze zurück. Dadurch sank die Handelsaktivität und die Märkte verloren an Dynamik. Erst im Herbst floss wieder mehr Kapital in den Markt.
Über viele Jahrzehnte hinweg ließ sich dieses Muster tatsächlich statistisch erkennen. Besonders beim US-Aktienmarkt entwickelte sich die Phase von Mai bis Oktober häufig schwächer als die Monate zuvor. Daraus entstand die bekannte Strategie, im Frühjahr auszusteigen und erst später wieder einzusteigen.
Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass sich solche Muster teilweise selbst verstärken. Wenn genügend Marktteilnehmer an eine bestimmte Regel glauben und entsprechend handeln, beeinflusst das automatisch auch die Kursentwicklung. Ein Teil dieses Effekts entsteht also durch die Erwartungshaltung der Anleger selbst.
Hinzu kommt, dass die Märkte heute völlig anders funktionieren. Kapital bewegt sich global und rund um die Uhr, während algorithmische Handelssysteme große Teile des Volumens bestimmen. Dadurch verlieren viele klassische saisonale Muster zunehmend an Bedeutung. Wer in den vergangenen Jahren konsequent im Mai verkauft hat, verpasste häufig weitere Aufwärtsbewegungen im Sommer.
Warum Bitcoin anders reagiert als klassische Märkte
Für Bitcoin lässt sich die klassische „Sell in May“-Strategie nur bedingt anwenden. Der Markt reagiert deutlich stärker auf Liquidität, Kapitalströme und makroökonomische Entwicklungen als auf feste saisonale Muster.
Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung zeigt das deutlich. Der April verlief für den Bitcoin-Kurs außergewöhnlich stark. Der Kurs legte innerhalb kurzer Zeit deutlich zu und konnte sich wieder oberhalb von 80.000 US-Dollar etablieren. Diese Stärke setzt sich bisher auch im Mai fort. Dieses Verhalten ist typisch für Bitcoin. Wenn Momentum in den Markt kommt, werden Bewegungen häufig weitergetragen, anstatt direkt abzubrechen. Deshalb passt die klassische Logik hinter „Sell in May“ nur schwer auf einen Markt, der rund um die Uhr gehandelt wird und stark von neuen Kapitalzuflüssen abhängt.
Auch Analysten sehen solche saisonalen Strategien inzwischen zunehmend kritisch. Der Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas hält die alte Börsenregel in modernen Märkten für deutlich weniger relevant als früher. Besonders in Märkten, die von algorithmischem Handel, ETFs und globalen Kapitalströmen geprägt sind, verlieren einfache saisonale Muster an Aussagekraft.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Rücksetzer ausgeschlossen sind. Nach der starken Entwicklung der vergangenen Wochen bleiben Korrekturen jederzeit möglich. Zusätzlich sorgen geopolitische Unsicherheiten und makroökonomische Faktoren weiterhin für Volatilität.
Trotzdem zeigt sich Bitcoin aktuell stabil und widerspricht damit einer klassischen saisonalen Schwächephase. Die Diskussion rund um „Sell in May“ bleibt deshalb zwar präsent, lässt sich aber nicht mehr so einfach auf den heutigen Markt übertragen wie noch auf traditionelle Börsenstrukturen früherer Jahrzehnte.
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Fazit: Wie sinnvoll ist Sell in May heute noch
Die bekannte Börsenregel stammt aus einer völlig anderen Marktphase und trifft heute nur noch eingeschränkt auf moderne Märkte zu. Besonders bei Bitcoin zeigt sich, dass Momentum, Kapitalzuflüsse und Marktstruktur oft wichtiger sind als saisonale Muster. Zudem bleiben Rücksetzer nach starken Kursanstiegen jederzeit möglich. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, dass sich Bitcoin bislang stabil hält und die klassische Mai-Schwäche bisher ausbleibt.
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