Ein formelles Ethereum Improvement Proposal (EIP) für die bevorstehende Zusammenführung der Ethereum-Chains wurde erstellt und damit auch ein weiterer Schritt in Richtung des lange erwarteten Übergang zu Proof-of-Stake (PoS) getan. Doch wann kommt denn nun der Umstieg von ETH 1.0 auf ETH 2.0 genau?

EIP-3675 soll den Weg zu PoS für Ethereum ebnen

Am 22. Juli 2021 erstellte Mikhail Kalinin einen Pull Request für EIP-3675 auf GitHub, der den ETH 2.0 Merge zum ersten Mal als Verbesserungsvorschlag auf digitales Papier bringt. Bei Github handelt es sich um einen Webserver für Software-Projekte. Entwickler stellen hier ihren Code über öffentlich einsehbare Repositorys bereit, sodass die Community ihn prüfen und gegebenenfalls weiterentwickeln kann.

EIP-3675 soll die bestehende Ethereum-Blockchain und die neue ETH 2.0 Beacon Chain zusammenführen und den Konsensmechanismus des Netzwerks von Proof-of-Work (PoW) zu Proof-of-Stake (PoS) ändern.

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Merge in 2021 eher unwahrscheinlich

Es wird außerdem festgestellt, dass es seit dem Start der Beacon Chain im Dezember 2020 weder Sicherheits- noch Liveness-Fehler gegeben habe.

Der lange Zeitraum ohne Ausfälle des Beacon-Chain-Systems zeugt von seiner Bereitschaft, den Betrieb aufzunehmen und ein sicherer Provider für das Ethereum-Mainnet zu werden.

Seit dem Start der Beacon Chain im Dezember 2020 hat sich ETH 2.0 zum zweitgrößten PoS-Netzwerk entwickelt. Trotzdem halten viele der führenden Persönlichkeiten hinter Ethereum, allen voran Hauptentwickler Vitalik Buterin, es für sehr unwahrscheinlich, dass der Merge noch im Jahr 2021 stattfinden wird. Mittlerweile rechnet die Krypto-Community mit einer Umstellung in Q1/2022. Auch Tim Beiko hat sich eher pessimistisch geäußert, wenn es darum ging, ob die Umstellung 2021 stattfinden könnte.

Was ist "der Merge"?

Der Merge ist ein Upgrade von Ethereum, bei dem der aktuelle PoW-Konsensmechanismus durch einen PoS-Konsensmechanismus ersetzt werden soll. Wenn der Merge stattfindet, wird PoW vollständig entfernt sein und alle Blöcke auf Ethereum werden über PoS erzeugt.

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Auch die "Difficulty Bomb" ist verschoben worden

Die Ethereum London Hardfork soll am 4. August ins Mainnet eingeführt werden. Mit ihr kommt die mit Spannung erwartete EIP-1559, die nach Änderung des aktuellen Auktionsmechanismus damit beginnen wird, die Basisgebühren bei Transaktionen zu verbrennen. Ein weiteres Update, nämlich die EIP-3554, wird ebenfalls in der London Hardfork enthalten sein und damit die Difficulty Bomb von Ethereum bis Dezember verzögern.

Was ist die "Difficulty Bomb"?

Die Difficulty Bomb bezieht sich auf den zunehmenden Schwierigkeitsgrad beziehungsweise die Komplexität der "Puzzle" im Proof-of-Work-Mining-Algorithmus. Je schwieriger die Berechnungen werden, desto länger sind die Blockzeiten und desto geringer sind die Belohnungen für die Miner.

Der Mechnismus erhöht den Schwierigkeitsgrad im Laufe der Zeit exponentiell und führt schließlich zu dem, was als "Ice Age" bezeichnet wird. Hier wird das Mining so erschwert, dass die Blockchain einfriert und keine Blöcke mehr produziert.

Die Difficulty Bomb wurde im Wesentlichen als Abschreckung für die Miner eingeführt, sie sich entscheiden könnten, mit dem Proof-of-Work-Mining fortzufahren, nachdem die Blockchain auf Proof-of-Stake umgestellt wurde.

Durch die neuen Berechnungen der Transaktionsgebühren durch EIP-1559 und die erwartbar geringere Profitabilität der ETH-Miner nach der London Hardfork haben sich die Entwickler aber offenbar gegen die geplante Einführung der Difficulty Bomb entschieden und diese für einen späteren Zeitpunkt geplant.

Ethereum und der Merge: Das Warten ist positiv

Ethereum beherbergt in seinem Ökosystem den größten Teil der Decentralized Finance (DeFi), als auch der Non-Fungible Token (NFT) und Projekte aus dem Bereich Blockchain-Gaming. Der "Weltcomputer" bzw. die "Allzweck-Blockchain" blickt gerade auch deshalb mit dem Merge und ETH 2.0 der größten Umstellung der Geschichte der Kryptowährungen entgegen.

Gerade auch deshalb können wir es nur positiv werten, dass die Entwickler von Ethereum sich Zeit lassen mit dem Merge und der Umstellung von PoW auf PoS. Denn die technischen Herausforderungen sind groß und zusammen mit dem Ökosystem rundum ETH steht Einiges auf dem Spiel.

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