Nach Sanktionen des US-Justizministeriums verhaftete die niederländische Polizei einen Entwickler des sanktionierten Dienstes. Neue Informationen legen nun nahe, dass man dem Programmierer Alex Pertsev eine Nähe zum russischen FSB unterstellt. Ist er ein Geheimdienstler?

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Verhaftung von Tornado.Cash-Entwickler Alex Pertsev: Mindestens 90 Tage Haft

In der Krypto-Szene verursachte das US-Justizministerium einen Skandal, dessen Folgen noch nicht abschließend zu erkennen sind. Höchstwahrscheinlich zählt es 2022 zu den Ereignissen mit den weitreichendsten Effekten auf die Szene.

Seit zwei Tagen ist bekannt, dass Alexey Pertsev wohl für weitere 90 Tage hinter Gittern bleibt. Das beschließt ein niederländischer Richter, wie Yahoo Finance berichtet. Innerhalb dieser Zeit werde es auch zu einer öffentlichen Anhörung kommen und dem Programmierer der Prozess gemacht.

Bislang gab es seitens der Justiz keine Aussagen darüber, warum Pertsev überhaupt unter Arrest steht. Anfängliche Informationen der Polizei sprachen von der Beihilfe zur Geldwäsche – ein Vorwurf, der aufgrund der Funktionsweise des Mixers Tornado.Cash vermutlich nicht sehr standfest sein dürfte.

Aussagen der Sicherheitsfirma Kharon bringen nun etwas Licht ins Dunkel – oder werfen vielleicht sogar ein komplett neues Licht auf den Vorfall.

Unterhält der Tornado.Cash-Entwickler Kontakte zum russischen Geheimdienst?

Laut Kharon stand Alex Pertsev in Kontakt zum russischen Geheimdienst FSB. Zuletzt nahm Pertsev eine wichtige Rolle für Tornado.Cash ein. Große Teile der Entwicklung trieb das US-Unternehmen PepperSEC voran, dessen Mitgründer und Geschäftsführer Pertsev ist.

Neben Tornado.Cash entwickelte das Unternehmen die Token MultiSender App, die eine leichte Versendung von Token an tausende Empfangsadressen ermöglicht. So lässt sich etwa ein Airdrop durchführen.

Vor dieser Tätigkeit arbeitete Pertsev jedoch für das russische Unternehmen Digital Security OOO als Sicherheitsspezialist und Smart Contract Entwickler. Das US-Finanzministerium erließ bereits 2018 Sanktionen gegen die russische Firma, da diese vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB engagiert wurde.

Für den FSB soll Digital Security OOO technische Unterstützung und nicht näher definiertes Material geliefert haben. Seit 2015 habe das Unternehmen die offensiven Fähigkeiten des FSB im Internet ausgebaut.

Demnach arbeitete Alex Pertsev also bereits damals als Programmierer – allerdings für ein Unternehmen, das vom russischen Geheimdienst engagiert wurde. Eine direkte Anstellung beim FSB existierte hingegen nicht.

Warum wurde Alex Pertsev verhaftet?

Die neuesten Erkenntnisse erklären zwar noch immer nicht im Detail, warum Pertsev verhaftet wurde, legen aber zumindest nahe, dass seine Tätigkeit für Tornado.Cash nicht im Zentrum dessen steht.

Dies sind ziemlich tiefgreifende Informationen, die erklären, warum die US-Regierung und die niederländischen Behörden bestimmte Maßnahmen ergriffen haben.

Sagt Alex Zerden von der Denkfabrik Center for a New American Security.

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