Die Invasion der Ukraine durch Russland brachte viele Personen rund um den Globus dazu, Geld zu Spenden. Um einen zusätzlichen Anreiz zu liefern, versprach die Ukraine den Spendern einen Airdrop. Jetzt zieht der Verantwortliche sein Versprechen zurück.

Wie geht es mit Russland und der Ukraine weiter und was bedeutet das für den Bitcoin? Wir analysieren.

Ukraine bittet um Krypto-Spenden

Zu Beginn der Kriegshandlungen am 24. Februar machte sich Angst am Kryptomarkt breit, die jegliche Kurse torpedierte. Schon einen Tag später erholte sich der Markt. Einzelne Währungen machten enorme Gewinne.

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Das Bitcoin-Handelsvolumen explodiert, während sich auch die Kurse vom ersten Schock durch den eskalierenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erholt.

Besonders beliebt wurden neben dem Bitcoin auch USDT und der auf Terra (LUNA) basierende Stablecoin UST. Traditionelle Finanzwege waren oft eingeschränkt, würden mehrere Tage für eine Transaktion brauchen oder würden das tolerierbare Ausmaß an Gebühren übersteigen.

Stattdessen wendeten sich immer mehr Nutzer den Kryptowährungen zu – eine Entwicklung, der sich auch die ukrainische Regierung nicht verschloss, die schließlich selbst zu Spenden mit Kryptos aufrief.

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Bereits in den ersten 24 Stunden der Spendenaktion kamen mit verschiedenen Währungen insgesamt über sieben Millionen US-Dollar zusammen. Die Ukraine wollte diesen Spendenfluss am Leben halten und brachte die Idee eines Airdrops auf.

Zuständig für den Airdrop ist der ukrainische Vizepräsident Mychajlo Albertowytsch Fedorow, der erst kürzlich in die Schlagzeilen kam, nachdem er forderte, russische Nutzer auf Krypto-Börsen zu sperren.

Spenden an die Ukraine erreichen neues Ausmaß

Als der Airdrop angekündigt wurde, sammelte der osteuropäische Staat schon ganze 30 Millionen US-Dollar allein in Form von Kryptowährungen ein. Alle Spender die bis zum heutigen Nachmittag Geld an die offiziellen Wallets der Ukraine sendeten, sollten sich für einen Airdrop qualifizieren.

Wie eine Analyse von Elliptic zeigt, sprangen die Menschen auf den Anreiz an. Dabei blieben viele Details komplett unerwähnt. Aufgrund der schieren Masse an Spendern wäre ein ERC-20 Token das wahrscheinliche Geschenk gewesen.

Verteilung der Spendenbeträge

Dennoch kamen in wenigen Stunden noch einmal viele Millionen US-Dollar in den verschiedensten Kryptos zusammen. Auch unerbetene ERC-20 Token und sogar NFTs erreichten die ukrainische Ether-Adresse.

Folglich stiegen die Spenden an die Ukraine auf ein neues Rekordhoch. Fast 14 Millionen US-Dollar kamen allein gestern im Laufe des Tages zusammen und erhöhten den Gesamtbetrag auf knapp 51 Millionen US-Dollar.

Spendensumme pro Tag

Airdrop der Ukraine ist abgesagt

Während bei vielen Nutzern die Erwartungen steigen, treffen die Organisatoren des Airdrops jedoch eine unerwartete Entscheidung: Der Airdrop der ukrainischen Regierung wird abgesagt – so verkündet es Fedorov auf Twitter.

Fedorov erklärt, man habe sich nach genauer Überlegung dagegen entschieden, ein Geschenk zu veröffentlichen. Eventuell war man mit der Menge an Spendern überfordert. Stattdessen erklärt der Vizepräsident, dass sämtliche fungible Token – also etwa ein ERC-20 Token – nicht geplant sind.

Lieber möchte man schon bald NFTs verkaufen, die dem ukrainischen Militär zugutekommen. Bei einigen Nutzern ruft diese Entscheidung große Enttäuschung hervor. 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwarteten sie weitere Informationen zum Airdrop, bekommen aber lediglich eine Absage.

Mehrere Twitter-Nutzer sehen darin einen klassischen Betrugsfall der Krypto-Szene. Nach voreiligen Versprechungen nehmen die Organisatoren einfach das Geld entgegen und liefern dafür nicht die versprochene Gegenleistung – bekannt als Rug Pull oder Exit Scam.

Spender erhalten Fake Airdrop von Peaceful World (WORLD)

Zwischenzeitlich kam dennoch Freude auf und verschiedene Magazine verkündeten bereits, dass der ukrainische Airdrop beginnen würde. Grund dafür ist das Projekt Peaceful World, das die Aufmerksamkeit für sich nutzen wollte.

Es handelt sich dabei um ERC-20 Token. Laut Etherscan ist die Adresse, welche die Token ausgibt, für betrügerische Aktivitäten bekannt. Etherscan markierte den Versender daraufhin als verdächtig.

Ziel des Airdrops einer dritten Partei ist die Wertsteigerung des Tokens oder laut Etherscan womöglich Phishing.

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