Eine zentrale Idee von Kryptowährungen ist die gesteigerte Freiheit des Nutzers. Etablierten Organisationen missfällt diese neue Freiheit oft. Darunter befinden sich auch Banken. Die italienische Bank UniCredit rudert nun nach einem Krypto-Bann von Bitcoin und Co. zurück.

Krypto-Sperre bei UniCredit

Ein Sturm der Entrüstung hatte sich auf Twitter entwickelt, nachdem UniCredit Italia bekannt gab, Nutzer zu sperren, die ihr Geld an Plattformen versenden, welche digitale Währungen ausgeben.

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Der Grund dafür war eine Nachfrage des Nutzers Chef Luca. Nachdem er in den Nutzungsrichtlinien der Bank einen entsprechenden Hinweis fand, wollte er wissen, ob UniCredit wirklich diejenigen Nutzer sperren würde, die ihr Geld an Krypto-Börsen versenden.

Soll das der Realität entsprechen, so könne er der Sperre niemals entgehen, schrieb Luca. UniCredit antwortet darauf, dass eine solche Kontosperre zu erwarten ist, da derartiges Vorgehen tatsächlich die Richtlinien verletzen würde.

Diese Antwort stieß auf wenig Begeisterung auf Twitter. Ein viel beachteter Kommentar machte sich über diese Antwort lustig.

Wenn ich mich entscheiden muss, mein Geld auf einem Konto mit Negativzinsen zu behalten oder lieber dort, wo ich pro Jahr mindestens fünf bis zehn Prozent gewinne, fällt mir die Entscheidung leicht.

Luca selbst bedankte sich für die Antwort. Nutzer könnten nun die richtigen Schlüsse ziehen, schrieb er.

UniCredit zieht Krypto-Bann zurück

Nach fünf Tagen gibt UniCredit heute jedoch eine andere Meldung heraus. Das sei alles bloß ein Missverständnis. Kein Kunde würde daran gehindert, eine Transaktion irgendwohin zu schicken.

Zwar nehme UniCredit selbst keine Investitionen im Krypto-Segment vor, doch ihren Kunden stehe diese Entscheidung frei.

Einerseits wurde diese Reaktion positiv gewertet. Andererseits glauben einige Nutzer nicht an die scheinheilige Reaktion der Bank. Dazu haben sie auch einen guten Grund.

Bereits einen Tag nach der ursprünglichen Frage veröffentlichte der Nutzer Dave Shaw das Bild eines Schreibens von UniCredit. Darauf zu sehen: wegen unerlaubter Betätigung wird sein Konto gesperrt.

Die Echtheit des Schreibens lässt sich natürlich nicht einwandfrei belegen. Shaw ist sich aber sicher, dass seine Investitionen im Krypto-Space das ausschlaggebende Problem waren.

Er hält die Reaktion der Bank für pure Häme.

Also war die Schließung meines Kontos bloß ein Missverständnis?

Schreibt er. Zudem rät er Lesern davon ab, ein Konto bei UniCredit zu eröffnen. Ihn behandelte die Bank laut eigener Aussage wie den Drogenbaron Pablo Escobar.

Im Angesicht dessen blieben viele Nutzer erzürnt und vermuten, dass UniCredit lediglich den guten Ruf wahren möchte. Eine Bank, die dem technologischen Wandel so feindselig gegenüberstehe, würde schnell in Staub aufgehen.

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