Warum steigt der Ripple Kurs nicht mehr? Das XRP Dilemma

Ripple und XRP sorgen immer wieder für Kontroversen innerhalb der Crypto Communities. Die Spannungen scheinen aber in den letzten Jahren stark zugenommen zu haben. Ebenso wie die Kritik an Ripple durch die regelmäßigen Verkäufe der eigenen XRP, die den Preis weiter unter Druck setzen. Doch ist das der einzige Grund, warum sich der XRP Kurs in den letzten Jahren nicht mehr aus seinem Downtrend lösen konnte oder gibt es weitere Gründe?

Du bist neu bei Crypto und überlegst einzusteigen? Dann solltest du dir erstmal ein vollumfängliches Bild machen, bevor du dich in das Abenteuer Crypto stürzt. Unsere B2Go-Checkliste wird dir dabei helfen, alles einzurichten und das nötige Wissen mitzunehmen, was es für den Einstieg und das Verständnis von Bitcoin, XRP und anderen Kryptowährungen erfordert.

Ripple mit RippleNet und ODL für internationalen Zahlungsverkehr

Ripple will den Zahlungsverkehr zwischen Banken und Zahlungsdienstleistern revolutionieren. Dafür stellt das Unternehmen aus San Francisco zwei Lösungen bereit: RippleNet und On-Demand-Liquidity (ODL). Bei RippleNet handelt es sich um ein Netzwerk, das dazu dient, globale Transaktionen zwischen verschiedenen Parteien weltweit abzuwickeln, ähnlich wie die SWIFT. Dabei wird der XRP Coin nicht gebraucht.

Anders sieht es bei ODL aus: Hier fungiert XRP als Brückenwährung zwischen zwei verschiedenen Währungen und bietet auf Abruf die nötige Liquidität. Damit brauchen Banken und Zahlungsdienstleister keine vorfinanzierten Konten bei einer Fremdbank in einem anderen Land zu halten (Nostrokonten). Damit wird theoretisch eine gewaltige Summe an gebundenem Kapital frei, das die Banken anderweitig nutzen können – so viel zur Theorie.

Oft werden das RippleNet und ODL vermischt und falsch interpretiert. Denn die meisten Kunden von Ripple – darunter auch große Namen wie die Santander Bank – nutzen ausschließlich das RippleNet, bei dem XRP gar nicht zum Einsatz kommt. Daher spielen diese großen Partner bei der Preisfindung von XRP keine Rolle, sondern sorgen höchstens für den nötigen Zündstoff, um Spekulationen anzufeuern. Der einzige echte Usecase von XRP ist die Funktion als Brückenwährung innerhalb von ODL, worauf sich die XRP Investoren hauptsächlich stützen. Warum eine Brückenwährung unbedingt im Preis steigen sollte, weiß keiner so genau – aber es gibt natürlich viele mögliche Erklärungsversuche.

Vermeintliche Argumente für einen Kurs-Anstieg

Unter anderem werden folgende Gründe genannt:

  • Die Anzahl an XRP ist begrenzt und wird mit zunehmender Nutzung in ODL zu einem Preisanstieg führen
  • Ein gewisser Teil an XRP wird bei jeder Transaktion über den XRP Ledger für immer vernichtet. Langfristig wird damit die Anzahl, und somit auch das Angebot an XRP reduziert.
  • Banken müssen teilweise sehr hohe Beträge transferieren. Ein geringer Preis pro XRP würde für dieses Ausmaß nicht ausreichen – daher muss der XRP Kurs steigen.

Die ersten beiden Punkte sind nicht komplett aus der Luft gegriffen und hören sich auf den ersten Blick logisch an. Dabei wird aber oft verdrängt, dass Ripple selbst noch über 55 Milliarden XRP hält. Zur Erinnerung: aktuell befinden sich ca. 44,8 Milliarden XRP im Umlauf. Somit hat Ripple noch ausreichend XRP, um über die nächsten Jahre die mögliche Nachfrage innerhalb der ODL Zahlungskorridore zu stillen. Demnach spielt auch die Vernichtung einiger XRP keine große Rolle. Daher braucht man an dieser Stelle nicht auf eine Preissteigerung durch die beiden Argumente zu hoffen. Dazu ist es auch nicht ersichtlich, ob es jemals zu einer hohen Nachfrage nach ODL kommen wird. Denn XRP hat ein weiteres Problem, welches es als Brückenwährung nur bedingt brauchbar macht – Liquidität.

Keine natürliche Liquidität

Abgesehen davon, dass der XRP Kurs enorm vom Bitcoin Kurs abhängt und somit weitaus volatiler ist als der BTC Preis selbst, hat er auch eine unzureichende Liquidität, um große Volumina abzubilden. Ripple hat in einigen Interviews gesagt, dass Market Maker für verschiedene ODL-Zahlungskorridoren eingesetzt werden, um die nötige Liquidität bereitzustellen. Die natürliche Liquidität reicht dafür nicht aus und muss künstlich ergänzt werden. Das ist für eine internationale Brückenwährung, die weltweite Transaktionen zwischen Banken durchführen soll, eine ziemlich schlechte Grundlage. Daher braucht man sich auch hier keine Gedanken darüber zu machen, dass der Preis steigen muss, damit Banken ihre hohen Transaktionen durchführen können. Erstmal muss sich das natürliche Handelsvolumen um ein Vielfaches vergrößern – und sogar dann gibt es keine Garantie dafür, dass der Preis steigt.

Verkäufe von Ripple selbst belasten den XRP Kurs

Für die Investoren von heute spielen diese Faktoren somit erstmal keine große Rolle. Letztendlich ist ODL noch nicht so alt. Vielleicht wird es in Zukunft wirklich eine hohe Nachfrage geben, die zu einem XRP Kurs-Anstieg führen könnte. Viele würden sagen, dass man frühzeitig investieren soll, um eben bereits eine Position zu haben, wenn der Zug ins Rollen kommt. Doch hier kommen wieder die regelmäßigen XRP Verkäufe von Ripple ins Spiel, die jeden Monat stattfinden, und den XRP Kurs nach unten drücken. Zwar werden die Verkäufe oftmals OTC (Over-The-Counter) durchgeführt, und haben erstmal keinen direkten Einfluss auf den XRP Kurs, aber irgendwann landen auch diese Coins auf einer Börse und erhöhen das Angebot. Alleine diesen Monat hat Ripple weitere 85 Millionen XRP verkauft. Dieses Spielchen wird uns noch viele Jahre erhalten bleiben.

Hinzu kommen die regelmäßigen Auszahlungen an die drei Hauptentwickler, die ebenfalls ihre XRP auf dem Markt verkaufen. Diesen Monat gingen zB. wieder über 55 Millionen XRP in die Hände von Jeb McCaleb.

Hier ist Ripple Hoffnung und Feind zugleich. Auf der einen Seite könnte es durch die vielversprechenden Partnerschaften und das dazugehörige Marketing für einen XRP Kurs-Anstieg sorgen. Auf der anderen Seite stellt es durch die Verkäufe der eigenen XRP den Kurs immer wieder zusätzlich unter Druck.

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Ripple Investoren sollten sich Gedanken machen

Letztendlich kann man sagen, dass der Hauptgrund für den langanhaltenden Downtrend die regelmäßigen Verkäufe von Ripple sind. Dazu kommt, dass sich viele Investoren mittlerweile im Klaren darüber sind, dass Ripple seine XRP jeden Monat dem Markt zur Verfügung stellt und somit das Angebot erhöht. Rippels native Kryptowährung wurde bereits vollständig im Vorfeld erstellt und zu 80 Prozent dem Unternehmen geschenkt. Zudem haben sich viele Investoren durch die schlechte Performance in den letzten Jahren von XRP abgewendet und sich anderen Projekten gewidmet.

Es gibt aktuell keine richtige Grundlage, um auf einen langfristigen Preisanstieg zu hoffen. Es kann zwar durchaus zu kurzfristigen Spekulationen und XRP Kurs-Anstiegen kommen, dennoch ist die nötige Basis aktuell schlichtweg nicht gegeben. Ob sich ein Investment in XRP lohnt, oder ob ihr eure bestehenden XRP Positionen verkaufen sollt, müsst ihr an dieser Stelle selbst entscheiden. Macht eure Hausaufgaben und überlegt euch ganz genau, warum der Preis einer Brückenwährung, die kaum nachgefragt wird, und bei der das umlaufende Angebot jeden Monat relativ willkürlich erhöht wird, steigen sollte. Wir wollen und können euch diese Entscheidung nicht abnehmen.

Wir werden euch natürlich weiterhin bei wichtigen News rundum Ripple und XRP auf dem Laufenden halten. Stay tuned.

WICHTIG: Die hier dargestellten Informationen stellen keine Handelsempfehlung dar und dienen lediglich der Unterstützung eurer eigenen Recherche. Bitte investiert immer mit Bedacht!

[Bildquelle: Shutterstock]

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