• XRP-Kurs unter 2 US-Dollar:
    Nach dem jüngsten Rückgang notiert XRP unter der wichtigen 2-Dollar-Marke und belastet kurzfristig die Marktstimmung.
  • Retail-Sentiment in extremer Angst:
    Daten von Santiment zeigen einen schnellen Wechsel von Gier zu Extreme Fear, was historisch häufig als Kontraindikator wirkte.
  • Negative Funding Rates im Derivatemarkt:
    Die Short-Seite ist stark besetzt. In der Vergangenheit folgten auf ähnliche Konstellationen oft Erholungsbewegungen.
  • 🔔 Noch ausführlichere Informationen zu Bitcoin und Altcoins? 
    Auf unserem Trading2Go-YouTube-Kanal findest Du regelmäßig Analysen und Prognosen zu verschiedenen Kryptowährungen:
    👉🏻 Hier geht es zum Trading2Go YouTube-Kanal!

XRP-Kurs unter 2 US-Dollar – kippt die Stimmung zu stark?

Der XRP-Kurs ist zuletzt deutlich unter Druck geraten und fiel unter die Marke von 2 US-Dollar. Vom Hoch Anfang Januar 2026 entspricht das einem Rückgang von rund 19 %. Die Korrektur hat die Marktstimmung spürbar belastet. Gleichzeitig mehren sich jedoch Hinweise darauf, dass genau diese negative Stimmung mittelfristig als konstruktives Signal interpretiert werden könnte.

XRP-Kurs in den letzten 30 Tagen auf Coinmarketcap
XRP-Kurs in den letzten 30 Tagen auf Coinmarketcap

Besonders auffällig ist der schnelle Stimmungsumschwung unter Privatanlegern. Daten von Santiment zeigen, dass das Verhältnis von positiven zu negativen Kommentaren rund um XRP inzwischen in den Bereich „Extreme Fear“ gefallen ist. Noch vor einer Woche dominierte laut denselben Daten klar die Gier.

Historisch betrachtet markieren solche Sentiment-Extreme häufig potenzielle Wendepunkte. Märkte bewegen sich nicht selten entgegen der Mehrheitsmeinung. Santiment weist darauf hin, dass Phasen ausgeprägter negativer Kommentare bei XRP in der Vergangenheit oft mit anschließenden Erholungen zusammenfielen. Der aktuelle Stimmungsumschwung deutet daher weniger auf strukturelle Schwäche als auf eine stark verunsicherte Marktteilnehmerbasis hin.

XRP-Kurs: Negative Funding Rates deuten auf überfüllte Short-Seite

Auch der Derivatemarkt liefert ein mögliches Umkehrsignal. Laut Daten von CryptoQuant ist die Funding Rate bei XRP-Perpetuals zuletzt ins Negative gerutscht. Das bedeutet, dass Short-Positionen gegenüber Long-Positionen überwiegen und Short-Trader dafür zahlen, ihre Positionen zu halten.

Solche Konstellationen traten seit 2024 nur selten auf. In den Phasen August bis September 2024 sowie im April 2025 gingen negative Funding Rates jeweils einer spürbaren Erholung des XRP-Kurses voraus. Der Hintergrund ist bekannt: Während Shorts kurzfristig Verkaufsdruck erzeugen, baut sich gleichzeitig latente Kaufkraft auf. Beginnt der Kurs zu steigen, können Zwangsliquidationen diese Bewegung zusätzlich verstärken.

CryptoQuant-Analyst Darkfost beschreibt dieses Muster als klassisches Verhalten von Märkten, die gegen einen späten Konsens laufen. Je einseitiger die Positionierung wird, desto anfälliger wird sie für Gegenbewegungen.

XRP Funding Rate. Quelle: CryptoQuant
XRP Funding Rate. Quelle: CryptoQuant

Neben Sentiment- und Derivatedaten gibt es auch positive Impulse auf der strukturellen Seite. Binance kündigte am 21. Januar 2026 die Einführung eines neuen XRP/RLUSD-Handelspaars an. Damit erhält der Ripple-Stablecoin Zugang zu einer deutlich breiteren Nutzerbasis.

Ripple-CEO Brad Garlinghouse begrüßte den Schritt ausdrücklich. Die zusätzliche Liquidität stärkt das XRP-Ledger-Ökosystem und schafft einen weiteren Handelskanal für XRP. Langfristig kann eine höhere Markttiefe die Volatilität reduzieren und die Attraktivität für neues Kapital erhöhen, sofern das übergeordnete Marktumfeld mitspielt.

Fazit: Konträre Signale sprechen für Vorsicht und Chance zugleich

Der XRP-Kurs befindet sich aktuell in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht eine deutlich verunsicherte Retail-Basis mit extrem negativem Sentiment. Auf der anderen Seite zeigen genau diese Extreme, zusammen mit negativen Funding Rates, einer bullischen Divergenz und positiven strukturellen Entwicklungen, ein potenziell konstruktives Bild.

Ob daraus eine nachhaltige Erholung entsteht, hängt weniger vom Sentiment allein ab, sondern davon, ob sich der Markt stabilisieren und neue Nachfrage entwickeln kann. Kurzfristig sprechen mehrere Signale dafür, dass das Abwärtspotenzial begrenzt ist. Für einen dauerhaften Trendwechsel bleibt jedoch Geduld gefragt.