Mit Bedenken bezüglich der Umwelt und der Transparenz lehnte die Weltbank jüngst eine Anfrage auf Hilfe von El Salvador bezüglich der Implementierung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem US-Dollar ab. El Salvador ist die erste Nation weltweit, welche BTC als gesetzliches Zahlungsmittel offiziell adoptierte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nicht begeistert von dem Umstand, dass El Salvador unter der Führung von Präsident Nayib Bukele jüngst Bitcoin (BTC) als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem US-Dollar anerkannte. Neben dem IWF äußerte nun auch die Weltbank ihre Bedenken.

Wie die UN-Sonderorganisation mit Sitz in den USA  mitteilte, wurde eine Anfrage auf Hilfe zur Implementierung von BTC als gesetzliches Zahlungsmittel vonseiten El Salvadors abgelehnt. Die Hintergründe seien in Umweltbedenken und Gründen der mangelnden Transparenz zu suchen. Gerät die Bitcoin-Adoption im mittelamerikanischen Land nun ins Stocken?

Bitcoin von Vielen gefeiert, von offiziellen Stellen abgelehnt

Von Kryptonauten größtenteils gefeiert, von offiziellen Stellen abgelehnt: El Salvador akzeptierte als erste Nation weltweit Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel – neben dem US-Dollar. Doch die Umsetzung der parlamentarischen Beschlüsse scheint eine Hürde für das mittelamerikanische Land zu sein. Und auf Hilfe, zum Zwecke dieser Umsetzung, braucht die Nation unter der Führung von Präsident Nayib Bukele von offizieller Stelle wohl nicht zu hoffen.

Ich möchte öffentlich machen, dass wir um technische Unterstützung der [Weltbank] gebeten haben, um uns bei der Implementierung und Regulation von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zu helfen.

Die öffentliche Mitteilung des Finanzministers von El Salvador, Alejandro Zelaya, zeigt, dass die Nation dem Beschluss BTC als gesetzliches Zahlungsmittel anzuerkennen Taten folgen lassen möchte. Dafür benötigt das Land aber offenbar Unterstützung, gesucht bei Organisationen, die eigentlich unterstützen sollten.

Lesetipp: Bitcoin Adoption in El Salvador: Internationaler Währungsfonds (IWF) will Kreditvergabe überdenken

Aber es geht um BTC, es geht um Dezentralität, um die ungewollte Tatsache, dass Menschen die Macht über das Geld selbst in den Händen halten könnten.

Weltbank lehnt Hilfe für El Salvador ab – wegen BTC

Und so lehnte die Weltbank, eine UN-Sonderorganisation unter der Leitung von David Malpass in den USA, die Unterstützung ab. Neben dem IWF, von welchem El Salvador einen Kredit in Höhe von 1 Mrd. USD sucht, zeigt nun die nächste offizielle Stelle ihre ablehnende Haltung gegenüber der ersten und größten dezentralen Kryptowährung deutlich.

Die Regierung [von El Salvador] erbat Hilfe von uns bezüglich der Implementierung von Bitcoin, doch das ist etwas, was die Weltbank nicht leisten kann aufgrund von Umweltbedenken und Defiziten in der Transparenz.

Die Weltbank bzw. die Weltbankgruppe ist eine multinationale Entwicklungsbank. Eigentlich sollten Staaten durch diese Gruppe gefördert werden, anstatt in ihrer Entwicklung zurückgehalten. Doch die Debatten um Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem US-Dollar (und nicht als dessen Ersatz) entblößen die Haltung der offiziellen Stellen eindrucksvoll.

Bitcoin-Adoption in El Salvador könnte ins Stocken geraten

Die weitere Entwicklung der Umsetzung der parlamentarischen Entscheidung aus El Salvador könnte nun in der Tat in eine schwierigere Phase übergehen, als zunächst angenommen. Denn auch die Banken im Land scheinen sich gegen eine Integration von Bitcoin in das inländische Finanzsystem zu wehren. Doch die Deadline zur landesweiten Implementierung von BTC läuft.

Laut Beschluss des Parlaments sollen die neuen Gesetze in nunmehr weniger als 90 Tagen umgesetzt werden. Unterstützung aus der Krypto-Branche ist hierfür da, doch es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Unterstützung ausreicht. Denn am Ende ist es wohl eine Frage der verfügbaren Menge an US-Dollar – die Fiatwährung also, in der nach wie vor Verpflichtungen zu begleichen sind.