Seit dem 7. September ist der Bitcoin offizielles Zahlungsmittel in El Salvador. Auch wenn viele Menschen aus der Kryptoszene diesen Schritt feierten, gibt es auch reichlich Kritik an die Regierung von Präsident Nayib Bukele.

Zwischen der Ankündigung, dem Vorlegen des Gesetzesentwurfes und der Einführung des Gesetzes vergingen gerade einmal drei Monate. Wie viele Gedanken sich die Verantwortlichem im Voraus über die Auswirkungen dieses Gesetzes gemacht haben, ist nicht bekannt.

Bekannt ist allerdings, dass die Weltbank und der IWF (Internationale Währungsfonds) alles andere als begeistert von dem Vorhaben des mittelamerikanischen Landes waren.

Steht der Kredit durch den IWF auf der Kippe?

Ursprünglich hatte El Salvador einen Kredit in Höhe von einer Milliarde USD vom IWF beantragt. Der IWF hatte bereits im Juni erklärt, dies noch einmal prüfen zu wollen, wenn El Salvador den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel tatsächlich einführen sollte.

Die Sorgen der Anleger wachsen. Denn auch die Kreditwürdigkeit El Salvadors steht auf dem Spiel. Die Spreads von El Salvador-Anleihen zu US-Staatsanleihen erreichten am Donnerstag ein Rekordhoch.

El Salvador erhofft sich mit der Einführung des Bitcoins als gesetzliches Zahlungsmittels unter anderem Unabhängigkeit von der USA. Bisher war der US-Dollar zuletzt die einzige offizielle Währung im Land.

Allerdings sind nicht alle Einwohner des Landes mit dem neuen Gesetz zufrieden. Zuletzt demonstrierten einige Einwohner gegen das neue Gesetz und fordern eine Abschaffung des Bitcoins in El Salvador. Im Zuge der Demonstrationen zerstörten die Teilnehmer unter anderem auch einen Bitcoin-Automaten.

Bei der Entscheidung durch den IWF bezüglich der Kredite nimmt die USA eine wichtige Rolle ein. Die USA sind vom autoritären Führungsstil Bukeles und der Einführung des Bitcoins als gesetzliches Zahlungsmittel allerdings nicht angetan.

Derweil hat El Salvador insgesamt rund 550 BTC gekauft. Ob der Staat weitere Bitcoin kaufen möchte, gab die Regierung um Bukele allerdings nicht bekannt.

Wird sich der Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel durchsetzen?

Es hat etwas mehr als zwölf Jahre gedauert, bis der Bitcoin letztendlich in einem Staat als offizielle Währung anerkannt worden ist. In den Anfangsjahren wurde der Bitcoin von vielen noch belächelt und als Spielerei für Nerds angesehen.

2010 ging der 22. Mai als „Bitcoin Pizza Day“ in die Geschichte ein. Ein Nutzer zahlte 10.000 BTC für zwei Pizzen.

Allerdings sind sich viele Nutzer auch in der Kryptoszene nicht sicher, ob der Bitcoin als Zahlungsmittel geeignet ist. Bezüglich der Gebühren und Transaktionsgeschwindigkeit kann die älteste Kryptowährung nicht annähernd mit konkurrierenden Kryptowährungen mithalten.

Daher betrachten viele den Bitcoin als das digitale Äquivalent zu Gold. Ob sich der Bitcoin als Zahlungsmittel dennoch durchsetzen kann und wird, wird sich im Laufe der nächsten Jahre sicherlich zeigen. Zumindest haben auch große Unternehmen und Institutionen gemerkt, dass der Kryptosektor mehr als reine Spielerei ist.

Die Einführung des Bitcoins als Zahlungsmittel in El Salvador wird dennoch aufzeigen, welchen Einfluss eine Kryptowährung auf die Wirtschaft eines Landes haben kann. Um dies am Ende wirklich einschätzen zu können, ist es vor allem wichtig, dass es sich um kein kurzlebiges Projekt handelt.

Ob El Salvador mit Nayib Bukele beim aufkommenden Druck jedoch diese Geduld haben wird, ist ebenfalls fraglich. Letzten Endes ist es dennoch ein historischer Moment für die Kryptowelt.

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