Bitcoin und die Institutionen: Wer steckt eigentlich hinter dem Big Money?

Seit der Entstehung Bitcoins am 03.01.2009 hat die Kryptowährung eine massive Entwicklung hinter sich. Dabei gibt es eine Vielzahl an Bereichen, in denen wir in den letzten Jahren Fortschritte beobachten konnten: Sei es die Entwicklung der Software selbst, die enormen Steigerungen beim Bitcoin Kurs oder die Adoption und somit tatsächliche Nutzung der Kryptowährung.

Während viele dieser Parameter sich über mehrere Jahre entwickelten, können wir seit circa ein bis zwei Jahren auch eine deutliche Veränderung bei der Seite der Käufer sehen. In diesem Artikel mit dem Titel „Bitcoin und die Institutionen: Wer steckt eigentlich hinter dem Big Money?“ wollen wir näher auf die großen Institutionen eingehen.

Wir schauen uns hierfür zunächst die grundsätzliche Veränderung der allgemeinen Stimmung hinsichtlich Bitcoin an. Anschließend werfen wir einen Blick auf die erhöhte Nachfrage durch die Institutionen. Zum Abschluss klären wir noch die Frage wer eigentlich genau gemeint ist, wenn vom Big Money die Rede ist. In diesem Sinne viel Spaß und los geht’s!

Bitcoin und die Institutionen: Liebe auf den zweiten Blick?

Blicken wir zunächst noch einmal in das Jahr 2017. Wir alle kennen die Geschichte und wissen, dass der Bitcoin Kurs in den 12 Monaten des Jahres von anfangs rund 1.000 US-Dollar auf bis zu 20.000 USD anstieg. Die Besonderheit lag vor allem darin, dass die Mehrheit der Investoren, die diesen Bullrun auslösten und vorantrieben, Privatinvestoren waren. Bitcoin und die Institutionen war bis zu diesem Zeitpunkt eine Phrase, die kaum verwendet wurde.

Springen wir nun zurück in die Gegenwart: Aus der heutigen Perspektive notiert der Bitcoin Kurs gute 55% unter seinem Allzeithoch. Während der Kurs also die letzten Jahre nach unten ging, nahm jedoch eine Sache deutlich zu. Die Rede ist von dem großen Geld der institutionellen Anleger. In den Jahren 2018 und 2019 kamen die ersten Institutionen in den Markt.

Spätestens aber seit diesem Jahr erreicht das Big Money neue Höhepunkte. Immer mehr institutionelle Investoren integrieren Bitcoin in das eigene Portfolio. Natürlich stellt man sich in diesem Kontext die Frage welche Gründe es hierfür gibt.

Warum investieren Institutionen in BTC?

Wir denken, dass es hier vor allem drei Aspekte gibt. Schauen wir uns im Folgenden diese drei Gründe nun etwas näher an:

Positive Stimmung und Erkenntnis über Bitcoin als Investment: Beginnen wir mit dem sogenannten positive Sentiment. Gerade in diesem Jahr hat Bitcoin trotz Covid-19 eine deutliche Outperformance gegenüber dem klassischen Finanzmarkt gezeigt. Diese Outperformance sowie die starke Erholung im vergangenen Jahr mit fast 100% Kurswachstum haben die Aufmerksamkeit erhöht. Hinzu kommt die Erkenntnis vieler Institutionen, dass sich die Kryptowährung als Hedge (engl. für Absicherung) im Portfolio eignet.

Bitcoin und der 10-jährige Trackrecord: Die Bitcoin Blockchain hat einen Trackrecord, der älter als 10 Jahre ist. Diese Tatsache zeigt, dass die Kryptowährung sowie deren Blockchain nicht nur für den Moment, sondern für die Ewigkeit gebaut sind. Das Alter in Kombination mit der Stabilität sorgt für Vertrauen. Dieser Aspekt ist enorm wichtig, da institutionelle Anleger langfristig agieren und dies logischerweise nur dann möglich ist, wenn dem zugrundeliegenden Vermögenswert zugetraut wird, über einen langen Zeitraum zu existieren.

Starke Fundamentalwerte: Zu den starken Fundamentalwerten zählt neben der hohen, realen Verwendung und den vielen Transaktionen auf der Blockchain vor allem die Hashrate. Diese stieg in den letzten Monaten und Jahren stark an, was wiederum auch den nachhaltigen Charakter unterstreicht, da eine Investition in Mining-Equipment eine langfristige Investition ist.

Nachdem wir nun über mögliche Gründe gesprochen, wollen wir uns die institutionellen Anleger näher anschauen und der Frage auf den Grund gehen, wer eigentlich gemeint ist, wenn vom Big Money die Rede ist.

Der Lesetipp des Tages: Der Bitcoin Sparplan: Die beste Strategie, um in BTC zu investieren

Bitcoin und die Institutionen: Grayscale als Katalysator

Wenn institutionelle Investoren aktuell in Bitcoin investieren wollen, haben sie primär drei Möglichkeiten. Sie nutzen den Spotmarkt, kaufen über Exchanges Kryptowährungen und verwahren diese selbst. Diese Option ist de facto ausgeschlossen und wird nicht verwendet. Institutionelle Anleger kaufen nicht direkt über Börsen und das Risiko der eigenen Verwahrung ist enorm hoch.

Die zweite Möglichkeit besteht im Kauf über Over-The-Counter Geschäfte und die anschließende eigene Verwahrung. OTC-Geschäfte werden hierbei oft von institutionellen Anlegern getätigt. Dabei bleibt jedoch das Risiko der eigenen Verwahrung. Die dritte Möglichkeit bietet sich nun durch Firmen wie Grayscale.

Grayscale hat mit dem Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) eine Investmentmöglichkeit geschaffen, die den transparenten Handel von Bitcoin ermöglicht, ohne dabei direkt die Kryptowährung kaufen zu müssen und sich mit deren Verwahrung zu beschäftigen. Dabei ist Grayscale mittlerweile die zentrale Anlaufstelle für institutionelle Investoren. Um die Dimension und den Zuwachs zu verdeutlichen, werfen wir einen Blick auf die folgenden Zahlen:

So lag der Wert des Geldes, das Grayscale verwaltet (engl. „AUM“ assets under management) im Dezember 2017 bei rund 3 Milliarden Dollar. Dies war also zu einem Zeitpunkt, bei dem der Bitcoin Kurs bei 20.000 Dollar lag. Wie wir bereits oben feststellten, liegt der Preis von 1 BTC aktuell rund 55% niedriger. Dennoch liegt das AUM von Grayscale aktuell bei 3.5 Milliarden Dollar. Diese Tatsache alleine zeigt, dass das Interesse der institutionellen Anleger in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen ist.

Auch die nachfolgende Grafik zeigt, wie viel Geld quartalsweise in die jeweiligen Grayscale-Produkte geflossen ist:

Grayscale_Report_Inflow_Bitcoin

Hierbei wird deutlich wie stark die Zunahme der Geldströme in den letzten Quartalen war. Wer aber investiert nun genau in die Produkte?

Hedgefonds sind die Hauptkunden

In unserem Artikel Bitcoin und die Institutionen wollen wir uns eben auch fragen, wer nun hinter dem Begriff institutionelle Investoren steckt und wie hoch deren Anteil überhaupt an dem Grayscale Bitcoin Trust ist. Wir verwenden hierfür die aktuellsten Daten des Quartalsberichts der Firma.

Die nachfolgende Grafik zeigt nun zunächst die prozentuale Verteilung der Investoren:


Bitcoin und die Institutionen_Grayscale_Investorenprofil
Aus dieser Grafik können wir ablesen, dass im Q1 2020 88% der Käufe durch institutionelle Investoren getätigt wurden. Die Gruppe der akkreditierten Investoren, Pensionsfonds und Family Offices beläuft sich demnach gerade einmal auf 12% des Gesamtvolumens. Hieraus wird also deutlich wie stark und wichtig die Rolle der institutionellen Investoren überhaupt ist. An dieser Stelle muss man allerdings sagen, dass unter dem Begriff des Big Money bzw. der institutionellen Investoren oft alle diese Gruppen zusammengefasst werden. Zur Gruppe der institutionellen Anleger gehören somit

Hedegfonds, akkreditierte Investoren, Pensions- bzw. Rentenfonds und Family Offices.

Ungeklärt bleibt bisher jedoch noch die Frage, wer genau gemeint ist, wenn von Bitcoin und den Institutionen gesprochen wird. Hier zeigt sich, dass die große Mehrheit der institutionellen Investoren große Hedgefonds-Firmen sind. Grayscale stellt hierzu auch eine Grafik bereit, die die jeweilige Ausrichtung des Hedgefonds näher aufzeigt.

Grayscale_Report_Hedgefonds

Das oben stehende Kreisdiagramm zeigt nun eben die prozentuale Verteilung der Hedgefonds an. Hierbei ist es ziemlich interessant zu sehen, dass fast 50% der Hedgefonds, die via Grayscale in Bitcoin investieren, sogenannte Multi-Strat Hedgefonds sind. Hierbei handelt es sich also um Hedgefonds, die eine Kombination verschiedener Strategien (Long-Short, Arbitrage, etc.) verfolgen. Lediglich 11% des Volumens stammt von Hedgefonds, die primär auf Kryptowährungen ausgerichtet sind. Dies unterstreicht eben auch den Fakt, dass Bitcoin für viele als Teil eines diversifizierten Portfolios unabdingbar ist.

Fazit: Das Big Money wächst weiterhin

An dieser Stelle sind wir auch am Ende des Artikels und wollen nochmals die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen. Wir können festhalten, dass das Volumen durch institutionelle Anleger in den letzten beiden Jahren förmlich explodierte. Bitcoin und die Institutionen ist kein Wunschdenken mehr, sondern wurde zur Realität. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich und reichen von Hedging-Strategien über das Vertrauen in die Zukunft der Kryptowährung bis hin zu deren guten Fundamentalwerten.

Grayscale stellt eine der wichtigsten Anlaufstellen für Institutionen dar. Deren Report zeigt, dass das Volumen in diesem Jahr neue Höchstwerte erreicht und die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Covid-19 das positive Sentiment gegenüber Bitcoin gestärkt haben. Zu den institutionellen Anlegern gehören Hedgefonds, akkreditierte Investoren, Family Offices und Rentenfonds. Die größte und relevanteste Gruppe sind hierbei die Hedgefonds. Sie sind oft das Synonym für „Big Money“.

In diesem Sinne hoffen wir, dass du aus dem Artikel einige neue Informationen gewinnen konntest. Wir freuen uns auf deine Kommentare und dein Feedback.

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[Bildquelle: Shutterstock, Grayscale Report Q1]

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3 Kommentare

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    Nicole Rostock
    7. Juli , 16:09

    Nope… Es war Fidelity, der das seinen Mitarbeitern verdankte, die in den Pausen im Intranet in New York Informationen ab 2012 Infoarmationen BTC tauschten. etwa zu der Zeit begann Fidelity Informationen zu sammeln. 2013 gab es die erste Consensus in New York. Etwa ab 2014 begann Fidelity mit dem BTC-Mining. Danach mit Eth etc. Ca. 100 verschiedene Digital Assets sind im Besitz von Fidelity… Fidelity war der Katalysator, wo über Jahre hinweg die Großinvestoren anzieht. Danach kamen die anderen.
    Hier ein Auszug aus einer aktuellen Stellenanzeige von Fidelity „Fidelity began mining bitcoin (BTC) and ether (ETH) in 2014 and is reportedly its profitable venture. In 2017, Abigail Johnson, CEO of Fidelity, said that the company started mining for educational purposes, but now makes good money out of it. “We set up a small bitcoin and ethereum mining operation…that miraculously now is actually making a lot of money.“

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