Bitcoin Whales sind die Schwergewichte der Krypto-Szene. Dabei spreche ich auch von Krypto Whales im Allgemeinen, d.h. diejenigen, die die meisten Token oder Coin Bestände auf sich vereinen. Sie sind faszinierend und gefährlich zugleich, denn sie können ganze Märkte bewegen. Immer wieder beobachten wir Whale Bewegungen auf Börsen, auf die im Anschluss ein starker Absturz bei Bitcoin oder anderen Kryptos folgt. Genauso können sie Kurse aber auch nach belieben nach oben treiben, indem sie ganze Orderbücher verschiedener Börsen leerkaufen. Zugegeben, runter geht es oft schneller als rauf, dennoch verdeutlicht es die Gefahr, die Bitcoin Whales mit sich bringen.

In diesem Artikel wollen wir das Phänomen Bitcoin Whale näher beleuchten und uns anschauen, was sie uns für Mehrwerte oder Insights liefern können. Wissen Krypto Whales mehr als wir? Was können wir von Whales lernen? Wie können wir ihre Bewegungen deuten?

Die Angst vor Bitcoin Whales

Bevor wir darauf eingehen, ob Bitcoin Whales mehr wissen als wir, verdeutlichen wir erstmal die Gefahren, die Schwergewichte mitbringen. Am besten lässt sich das an einem Beispiel zeigen. Denn es braucht nicht immer zwingend viele BTC, die sich bewegen müssen, um Panik bei den Massen auszulösen:

>Am 20.05.2020 hat uns eine Transaktion allesamt in Angst und Schrecken versetzt. Eine vermeintlich irrelevante Transaktion von 50 BTC sorgte für einen Ausverkauf bei Bitcoin und stürzte den Markt rund 7% ins Minus. Doch was ist passiert?

Die 50 BTC waren nicht wirklich zum fürchten, aber die Tatsache, dass sie nur 1 Monat nach dem Start von Bitcoin entstanden sind und zum ersten Mal bewegt wurden umso mehr. Die Angst vor einer möglichen Rückkehr von Satoshi Nakamoto war allgegenwärtig, genauso wie die Frage, was passieren würde, wenn er noch mehr seiner BTC verkaufen würde.

Es gab zwar schnelle Entwarnung, der Schaden jedoch war da und das nicht zum ersten Mal. Whale Watching ist somit fast gefährlicher, als die Bewegungen der Wale selbst. Werden 10.000 BTC auf eine Börse geschickt, verbreitet sich die Nachricht so schnell, dass dem ein oder anderen scheinbar die Sicherung durchbrennt und den „Verkaufen“ Button glühen lässt. Eine sich selbsterfüllende Prophezeiung und vielleicht ein gewollter Bluff eines Whales.

Wir sehen also, nicht nur die Bitcoin Whale Verkäufe auf Börsen lösen Schaden aus, sondern auch die Bewegungen selbst können zur Gefahr werden. Aber wissen die Bitcoin Whales wirklich mehr und nutzen uns aus?

Wissen Whales mehr als wir?

Im obigen Beispiel haben wir nur die Gefahren durch Bitcoin Whales aufgezeigt, aber vor allem bei den anderen Kryptowährungen wimmelt es nur so von Krypto Whales. Die meisten dieser Wale haben einen Großteil der Tokens eines Projekt in sich vereint. Meistens sind es die Gründer selbst, die ihre „Investoren“ damit in Sorge versetzen. Denn was passiert, wenn die Gründer einen Teil ihrer Tokens verkaufen und damit das Angebot bestimmen? Das haben Chainlink und Ripple im letzten Jahr eindrucksvoll bewiesen.

In diesem Fall können wir sicher sagen, dass sie mehr wissen als alle anderen, denn sie führen das Unternehmen und kennen auch die Zeitpunkte in denen sie verkaufen. In einem regulierten Markt ist das Insidergeschäft und wird strafrechtlich verfolgt. Im Krypto Space gibt es hierfür keine Regelungen und ist vergleichbar mit dem wilden Westen.

Es zeigt sich also, dass vor allem bei zentralisierten Kryptowährungen, die eine große Whale Dichte aufweisen, die Gefahren umso größer sind für die langfristig orientierten Investoren. Wer das Angebot beherrscht, beherrscht den Preis. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad.

Wie uns Bitcoin Whale Watching helfen kann

Auch wenn ich in der Einleitung geschrieben habe, dass Whale Watching eine Gefahr darstellt, bietet es dennoch auch Chancen. Diese sind jedoch eher in der Retroperspektive, als in der Gegenwart nützlich. Wenn ein Whale den Markt unter Druck setzen will, tut er es. Das einzige was uns bleibt, ist zuzuschauen und zu hoffen einen guten Schnappschuss zu machen.

In einigen Fällen sind die Bitcoin Whale Bewegungen aber auch etwas positives. Sie zeigen uns, wie stark größere Investoren BTC oder andere Kryptos akkumulieren. Das beste Beispiel bietet hierfür Grayscale, die im Monat Mai mehr BTC gekauft haben, als neu „produziert“ wurden. Dies gibt uns jede Menge Aufschluss darüber wie die Marktlage einzuschätzen ist. Wenn ein Bitcoin Whale seine Position weiter ausbaut, spricht das für Vertrauen im Markt.

Dies gilt sogar, wenn nichts los ist. Denn wenn sich nichts bewegt, spricht dies für eine starke HODL-Mentalität unter den Investoren. Sie halten das Angebot damit weiter knapp und setzen auf weitere Kurssteigerungen.

Krypto Whales können auch Vertrauen schaffen

Wenn wir über den Tellerrand Bitcoin hinausschauen müssen Krypto Whales nicht zwingend etwas schlechtes mitbringen. Viele Bewegungen von Transaktionen über 100.000 USD könnten beispielsweise zeigen, dass sich dort größere Investoren oder Funds eingekauft haben. Bleibt diese Bewegung bzw. Transaktionsgröße über einen längeren Zeitraum konstant, kann dies durchaus auch Vertrauen der Großinvestoren darstellen.

Bitcoin Whales zeigen auch genau das. Von allen Transaktionen, die wir von Bitcoin Whales beobachten können, sind die wenigsten tatsächlich kursrelevant bzw. schädigend. Es zeigt lediglich, dass viele Schwergewichte unterwegs sind. Dies sollte aber eher Vertrauen als Angst schaffen.

Wir können also zusammenfassen, dass die Angst vor Whales unbegründet, wenn auch real ist. Natürlich bewegen die Schwergewichte immer wieder die Märkte. Die Tatsache, dass aber so viele Whales überhaupt dabei sind, sollte uns eher Hoffnung machen, als sie uns zu nehmen. Wir werden die Bewegungen weiter beobachten und für euch deuten. Was ihr daraus macht entscheidet ihr dann selbst.

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