Disclaimer: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Steuer- und Rechtsexperten von Winheller entstanden. Er beruht auf dem aktuellsten Kenntnisstand der Gesetzgebung, ersetzt jedoch nicht die professionelle Beratung in Sonderfällen und dient lediglich als Informationsgrundlage.

Wie erfolgt die Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland?

Nach wie vor ist das Thema der richtigen Besteuerung von Kryptowerten noch nicht vollends geklärt. Der Gesetzgeber hat Kryptowerte im Bankrecht bereits anerkannt und sie dort als Finanzinstrumente und bestimmte Geschäfte mit ihnen als Finanzdienstleistung erlaubnispflichtig gemacht. Im Steuerrecht gibt es jedoch noch keine speziellen gesetzlichen Regelungen, auf die man sich verlassen könnte.

Damit gibt es keine finale Grundlage zum Thema Kryptowährung und Steuern.

Selbst die Frage, ob eine Kryptowährung überhaupt versteuert werden muss, ist umstritten. Auch für neue Entwicklungen in der Kryptoszene, wie beispielsweise die Besteuerung von NFTs, Helium Mining oder Liquidity Mining, gibt es bisher noch wenige konkrete Hinweise der Handhabung.

Dieser Steuer Guide gibt einen Überblick zum bisherigen Kenntnisstand hinsichtlich der Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland. Berücksichtigt werden insbesondere die neuesten Erörterungen des Bundesfinanzministerium (BMF) aus dem BMF-Entwurf-Schreiben vom 3. Juni 2021. Daneben enthält der Guide erste Einschätzungen zur Besteuerung von Non-Fungible Tokens (NFTs).

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Kryptowährung und Steuer: Entwurf des BMF-Schreibens und Auswirkungen auf Kryptobesteuerung

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat sich zu diversen steuerrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Besteuerung von Bitcoin und Co. im Rahmen eines Entwurfs eines BMF-Schreibens am 03.06.2021 geäußert und seine Sicht der Dinge dargestellt.

Dadurch sollen viele der bestehenden Unklarheiten bezüglich der Besteuerung von Kryptowerten beseitigt werden. Das Schreiben ist noch nicht final und daher noch nicht bindend.

Ein BMF-Schreiben bindet alle Finanzbehörden über die Besteuerung von Kryptowerten einheitlich zu entscheiden. Kryptoinvestoren können sich, sobald das BMF-Schreiben finalisiert ist, auf die Ausführungen im BMF-Schreiben berufen.

Wichtig ist, dass ein BMF-Schreiben nur die Finanzämter zu einem einheitlichen Handeln verpflichtet, es kann aber nicht die Steuergesetze ändern. Das heißt, es besteht keine Verpflichtung der Finanzgerichte, dem BMF-Schreiben zu folgen. Die Finanzgerichte entscheiden selbst über die Auslegung der Steuergesetze. Daher haben Steuerpflichtige trotz BMF-Schreiben immer die Möglichkeit, eine andere und vor allem steuerlich günstigere Rechtsauffassung zu vertreten. Sie müssen nur die Richter davon überzeugen, dass ihre Ansicht richtig ist.

Vor einem Prozess sollte man allerdings im Hinterkopf behalten, dass es sich bei den derzeitigen Äußerungen des BMF zum Thema Kryptowährung und Steuern noch um einen Entwurf handelt. Änderungen sind daher noch möglich und die Finanzämter vor allem noch nicht an die Äußerungen des BMF gebunden. Erfahrungsgemäß ist jedoch zu erwarten, dass der überwiegende Teil der Inhalte auch im finalen BMF-Schreiben wiederzufinden sein wird.

Welche Auswirkungen die Rechtsansichten des BMF auf die Besteuerung von Kryptowährungen, Staking, NFTs, DeFi und Mining hat, wird in den nachfolgenden Abschnitten betrachtet.

Staking und Steuer: Besteuerung beim Staking von Kryptowährungen

In diesem Abschnitt erläutern wir die bestehenden Grundlagen zum Thema Staking und Steuern. Zunächst einmal blicken wir auf die Steuern für Gewinne beim generellen Handel mit Kryptowerten.

Gewinne aus § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG beim Handel mit Kryptowerten sind grundsätzlich steuerfrei, wenn diese nach Ablauf der einjährigen Haltefrist veräußert werden. Da jedoch regelmäßig nicht alle Kryptowerte zum gleichen Zeitpunkt angeschafft und wieder veräußert werden, ist fraglich, wie der Gewinn der Veräußerungsvorgänge berechnet wird.

Das BMF geht hier bei der Berechnung der Steuer für Kryptowährungen grundsätzlich von der Anwendung der First in First out (FiFo)-Methode aus. Das bedeutet, es ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Einheiten eines Kryptowertes zuerst veräußert werden. Ein Sonderfall liegt vor, wenn sich für einen Teil der Kryptowerte die Haltefrist auf zehn Jahre verlängert hat, der andere Teil aber bei einer Haltefrist von einem Jahr bleibt. In diesem Fall gilt der Teil der Kryptowährung als zuerst veräußert, bei dem die Veräußerungsfrist bereits abgelaufen ist.

Im Entwurf des BMF-Schreibens ist festgelegt, dass Kryptowährungen, die aus Staking stammen, als angeschafft gelten. Sie werden also wie gekaufte Kryptowährungen nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG behandelt, wenn sie verkauft werden.

Verlängert sich beim Staking die Haltefrist auf 10 Jahre?

Auf die lang diskutierte Frage, ob die Nutzung von Kryptowerten im Rahmen von bestimmten Vorgängen wie zum Beispiel Staking zu einer Haltefristverlängerung auf insgesamt zehn Jahre führt, hat das BMF zum Bedauern vieler Kryptoinvestoren eine Verlängerung der Haltefrist bejaht.

Damit verlängert sich die Haltefrist beim Staking von Kryptowährungen auf 10 Jahre seit Anschaffung.

Es hält eine Nutzung als Einkunftsquelle vor allem bei Vorgängen wie Lending oder Staking für gegeben. Dies soll nach Auffassung des BMF immer dann vorliegen, wenn die Verwendung von Kryptowerten eine Zuteilung neuer Coins zur Folge hat. Damit sollten Kryptoinvestoren beim Thema Staking und Steuern also mit einer Verlängerung der Haltefrist rechnen. Bei Betrachtung des Wortlauts der Vorschrift für die Haltefristverlängerung gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG erscheint eine solche Auslegung zwar auf den ersten Blick nicht unplausibel, allerdings sprechen bessere Gründe dafür, eine Haltefristverlängerung entgegen der Ansicht aus dem BMF-Entwurf-Schreiben trotzdem abzulehnen.

Welche Argumente gibt es gegen eine Haltefristverlängerung beim Staking und Lending?

Vor allem der Sinn und Zweck des § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG lässt ein anderes Verständnis zu. Die Haltefristverlängerung wurde zur Verhinderung eines speziellen Steuersparmodells (sog. Containerleasingmodell) in die Welt gerufen.

Im Rahmen dieses Sparmodells konnten Investoren Container kaufen und anschließend weitervermieten, um dadurch steuerliche Abzüge für die Abnutzung von ihren Einnahmen aus der Vermietung abzuziehen und anschließend die Container steuerfrei zu veräußern. Da die tatsächliche Abnutzung der Container bedeutend geringer ausfiel, war der Wert bei Weiterveräußerung viel höher als die rechnerische Abnutzung, welche bereits steuermindernd geltend gemacht werden konnte. Dies führte im Ergebnis zu einem erheblichen steuerlichen Vorteil. Um einen steuerfreien Rückverkauf der Container durch die Investoren in Zukunft zu verhindern, wurde die Haltefrist für solche Fälle auf zehn Jahre verlängert. Da bei Vorgängen wie dem Staking jedoch keine vergleichbare Missbrauchsgefahr mangels etwaiger Abnutzbarkeit der Token besteht, überzeugt es nicht, eine Haltefristverlängerung beim Staking oder Lending auf 10 Jahre anzuwenden.

Daneben lässt sich nicht ohne weiteres eine Nutzung der Kryptowerte als Einkunftsquelle annehmen. Entgegen der Auffassung des BMF ist hierfür nötig, dass diese eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Dies ist lediglich dann der Fall, wenn Einkünfte unmittelbar aus dem Wirtschaftsgut selbst vorliegen. Bei korrekter Betrachtung des Stakings werden jedoch nicht Einkünfte aus den gestakten Kryptowerten selbst erzielt, sondern diese resultieren vielmehr aus der Aufgabe der Verfügungsmacht, indem die Coins dem Netzwerk zur Blockfindung zur Verfügung gestellt und zur Validierung genutzt werden.

Mit den gleichen Argumenten lässt sich ebenfalls unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck der Norm eine „rückwirkende“ Haltefristverlängerung verneinen. Sollte also die einjährige Haltefrist eines Kryptowerts bereits abgelaufen sein, kommt es nicht zu einem „Wiederaufleben“ der Haltefrist. Zu dieser Problematik schweigt das BMF-Entwurf-Schreiben.

Mining und Steuern: Wie wird Krypto Mining besteuert?

Speziell bei der Besteuerung von Mining von Kryptowährungen trifft das BMF-Entwurf-Schreiben eine weitere negative Aussage. Unabhängig von der Höhe der Aufwendungen für Hardware und Strom wird widerlegbar eine gewerbliche Tätigkeit vermutet.

Wie wird Helium-Mining besteuert?

Demnach dürfte sich eine solche Betrachtung in Zukunft auch nachteilig auf die Steuern beim Helium-Mining (Kryptomining über Funk) auswirken. Es ist davon auszugehen, dass das Helium-Mining dementsprechend auch als gewerbliche Tätigkeit klassifiziert wird.

Ist das Mining von Kryptowährungen eine gewerbliche Tätigkeit?

Gewerbliche Einkünfte haben für Kryptoinvestoren eine Vielzahl an Nachteilen. So können sich gewerbliche Kryptoinvestoren nicht auf die steuerlich günstige Haltefrist berufen. Auch fällt für diese zusätzlich Gewerbesteuer an und sie sind verpflichtet einmal im Jahr eine Gewinnermittlung abzugeben, was wiederum mit zusätzlichen Steuerberaterkosten verbunden ist. Nichtsdestotrotz haben die Finanzämter bei besonders hohen Aufwendungskosten für Hardware und Strom die Gewinnerzielungsabsicht zu prüfen und für das Vorliegen der Gewerblichkeit entsprechend darzulegen.

DeFi und Steuern: Besteuerung von Liquidity Mining

Zum Themenkomplex von Decentralized Finance (DeFi) gibt das BMF-Entwurf-Schreiben keinerlei Auskünfte. Gleichzeitig erfreut sich jedoch insbesondere das Liquidity Mining immer größerer Beliebtheit. Mangels jeglicher Stellungnahme des BMF sind Kryptoinvestoren bei der Besteuerung im DeFi-Bereich großen Unsicherheiten ausgesetzt – haben aber auch entsprechende steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Worauf gilt es beim Themenkomplex DeFi, Liquidity Mining und Steuern also zu achten?

Für die steuerliche Beurteilung kommen beim Liquidity Mining insgesamt drei Phasen in Betracht.

1. Hingabe der Token

Zunächst ist die Hingabe der Tokens in den Liquidity-Pool relevant. Gibt ein Kryptoinvestor ein Handelspaar (bspw. ETH/DAI) in den Pool, erhält dieser als Gegenleistung einen Liquidity-Token verbunden mit einem Anspruch auf spätere Rückzahlung der Handelspaare sowie einer Vergütung in Gestalt der Rewards.

Wie sind Liquidity-Token zu versteuern?

Auf den Tausch der Handelspaare gegen den Liquidity-Token finden steuerlich die Grundsätze wie beim Handel mit Kryptowährungen statt. Das bedeutet, dass für das Hinzufügen der Handelspaare in den Pool ein privates Veräußerungsgeschäft im Sinne des § 23 EStG einschlägig ist. Gewinne innerhalb der einjährigen Haltefrist sind demnach mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern.

2. Teilnahme am Pool

Kryptoinvestoren werden für die Teilnahme am Pool durch sogenannte Rewards belohnt. Diese erhalten sie deshalb, weil sie dem Pool Liquidität zur Verfügung stellen. Die Gewinne stellen dabei ebenfalls ein steuerlich relevantes Ereignis dar und lassen sich entweder als Kapitalerträge im Sinne des § 20 EStG oder aber als sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 Nr. 3 EstG einordnen.

Wie sind Rewards beim Liquidity Mining zu versteuern?

Damit gilt für die Regelung der Steuer beim Liquidity Mining, dass die Rewards entweder der Kapitalertragssteuer oder dem persönlichen Einkommensteuersatz unterliegen.

3. Rücknahme aus dem Pool

Bei der Rücknahme der eingebrachten Handelspaare aus dem Pool wird der Liquidity-Token gegen die Handelspaare zurückgetauscht. Während die Anschaffungskosten des Liquidity-Tokens sich aus dem Wert der Handelspaare zum Zeitpunkt der Hingabe in den Pool ergibt, ergibt sich der Wert zum Zeitpunkt des Verkaufs aus dem Wert der erhaltenen Handelspaare zum Zeitpunkt des Rücktauschs. Werden hierbei Gewinne erzielt, können diese als Kapitaleinkünfte zu werten sein und, je nach konkreter Ausgestaltung des Liquidity Pools, kann die Haltefrist von neu zu laufen beginnen.

Besteuerung von NFTs

Zu der Besteuerung von Non-Fungible Tokens (NFTs) gibt das BMF-Entwurf-Schreiben keine Auskunft. Da sich das BMF lediglich mit Fungible Tokens, das heißt austauschbaren Kryptowerten wie zum Beispiel Bitcoin oder Ethereum beschäftigt, lassen sich die Ausführungen nicht ohne weiteres auf die NFT Steuer übertragen.

Wie werden NFTs versteuert?

Aufgrund der technischen Ausgestaltung von NFTs und ihrer damit verbundenen Andersartigkeit zu Kryptowerten wie Bitcoin oder Ethereum, ist die steuerrechtliche Einordnung noch ungeklärter als bei den seit Jahren bestehenden fungiblen Kryptowerten.

Sind Gewinne aus NFTs nach einem Jahr steuerfrei?

Dennoch liegt es nahe, beim privaten Handel von NFTs ein privates Veräußerungsgeschäft gemäß § 23 Abs. 1 Satz. 1 Nr. 2 EStG anzunehmen. Kryptoinvestoren laufen hier allerdings Gefahr, beim wiederholten An- und Verkauf von NFTs in die Gewerblichkeit hineinzurutschen und damit als gewerbliche Händler eingestuft zu werden. In diesem Fall wären Gewinne auch außerhalb der Jahresfrist steuerpflichtig und Kryptoinvestoren müssten zusätzlich Gewerbesteuer entrichten.

Wann ist der Handel mit NFTs gewerblich?

Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Klarheit darüber, ob und ab wann ein gewerblicher Handel bei NFTs eintritt. Deshalb sollten Kryptoinvestoren vorerst auch hier alle ihre Gewinne im Zusammenhang mit dem NFT-Handel offenlegen, um sich nicht der Gefahr einer Steuerhinterziehung aussetzen zu müssen.

Weitergehende erste Einschätzungen zum Thema Besteuerung von NFTs liefert das spannende YouTube-Video im Rahmen der AMA-Session mit Steuerexperte Philipp Hornung der Kanzlei WINHELLER sowie der Blogartikel „5 Fragen zur Besteuerung von NFTs“.

Wie kann die Steuer auf Kryptowährungen berechnet werden?

Für Kryptoinvestoren ist die aktuell noch unsichere Lage sehr unbefriedigend. Schließlich handelt es sich selbst bei dem BMF-Entwurf-Schreiben um einen Entwurf, d.h. noch nicht um eine finale und für die Finanzämter bindende Vorschrift. Deshalb haben viele Anbieter von Steuertools, darunter auch ACCOINTING, die rechtlichen Erwägungen des BMF-Entwurf-Schreibens bewusst noch nicht in ihre Software integriert.

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Kryptoinvestoren ist es daher zu empfehlen, sich nicht in vorauseilendem Gehorsam den Ausführungen des BMF-Entwurf-Schreibens zu unterwerfen und dadurch einen womöglich für sie nachteiligen Steuerbescheid zu erwirken.

Vielmehr sollten Kryptoinvestoren von den derzeitigen Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch machen, indem sie die für sie günstigere Rechtsauffassung gegenüber dem Finanzamt vertreten, um einen günstigen Steuerbescheid herbeizuführen.

Zwar hat das Finanzamt in vielen Fällen zumindest theoretisch die Möglichkeit, die Steuerbescheide unter Umständen nachträglich zu ändern, zum Beispiel wenn das BMF-Schreiben in finaler Form veröffentlicht wird. Um dies zu tun, müssten die Finanzbehörden allerdings die dargelegte Gewinnermittlung im Detail prüfen und entsprechend widerlegen. Da dies mit einem enormen Zeitaufwand der Finanzämter verbunden ist, passiert eine nachträgliche Änderung der Steuerbescheide erfahrungsgemäß sehr selten.

Müssen Gewinne durch Kryptowährungen beim Finanzamt angegeben werden?

Um diese Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen, ist es für Kryptoinvestoren unverzichtbar, im Rahmen ihrer Steuererklärung alle ihre Kryptodaten gegenüber dem Finanzamt offenzulegen. Aufgrund der regelmäßig hohen Anzahl an Kryptotransaktionen und um eine lückenlose Dokumentation aller Kryptovorgänge zu gewährleisten, gelingt dies nur mithilfe von bestimmten Steuertools wie beispielsweise von ACCOINTING, das automatisch einen vollständigen und rechtssicheren Steuerreport für eine Vielzahl an eingebundenen Kryptobörsen erstellt.

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Die rechtliche Unsicherheit kann Kryptoinvestoren allerdings in die Hände spielen. Denn die Finanzämter sind in der Beweispflicht, wenn sie von einer Steuerpflicht ausgehen. Daher sollte bei Zweifeln oder bei besonders komplizierten Sachverhalten professioneller Rat durch Steuerberater oder Rechtsanwälte hinzugezogen werden, um den Fall zu prüfen und sich gegen unrechtmäßige Steuerbescheide zur Wehr zu setzen.

Allgemeine Grundlagen der Besteuerung in Deutschland

Im nachfolgenden Abschnitt werden allgemeine Grundlagen zur Besteuerung in Deutschland erläutert. Diese Grundlagen beziehen sich nicht ausschließlich auf das Thema Kryptowährung und Steuern.

Wer muss in Deutschland Steuern zahlen?

Steuern zahlen muss in Deutschland jeder, der in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist und Einkünfte oberhalb des Grundfreibetrags von 9.744,00 Euro pro Jahr erzielt. Unbeschränkt steuerpflichtig sind in Deutschland grundsätzlich alle Menschen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Lohnt es sich, den Wohnsitz ins Ausland zu verlagern, um Steuern zu sparen?

Für viele Kryptoinvestoren kann es dabei attraktiv sein, ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt ins Ausland zu verschieben, sodass die Steuerpflicht in Deutschland entfällt und womöglich gar keine Steuern auf Kryptogewinne gezahlt werden müssen. In diesen Fällen lohnt sich der Weg zu einem Rechtsanwalt oder Steuerberater, denn ein solcher Schritt sollte wohlüberlegt und rechtlich sicher sein.

Wann liegen steuerpflichtige Einkünfte vor?

Steuerpflichtige Einkünfte liegen vereinfacht gesagt vor, wenn mit bestimmten Tätigkeiten Geld eingenommen wurde. Allerdings lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen. Denn aufgrund der erwähnten Unklarheiten bei der Besteuerung von Kryptowerten können Finanzämter fälschlicherweise von einer Steuerpflicht ausgehen. Das müssen Kryptoinvestoren jedoch nicht dulden und können sich gegen die Bescheide im Wege des Einspruchs oder gerichtlich zur Wehr setzen.

Wann muss man in Deutschland Steuern zahlen?

Dabei ist einerseits zu beachten, dass Steuern nur gezahlt werden müssen, wenn alle Einkünfte zusammen den Grundfreibetrag von 9.744 Euro pro Jahr übersteigen. Andererseits ist auch genau hinzuschauen, wie genau die verschiedenen Einkünfte zu versteuern sind.

Vorwurf der Steuerhinterziehung durch Steuererklärung vermeiden

Ob Kryptoinvestoren darüber hinaus eine Steuererklärung abgeben sollten, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass Kryptoinvestoren in aller Regel gut beraten sind, eine Erklärung abzugeben. Zum einen können dadurch Verluste festgestellt werden, die beispielsweise die Steuerlast in zukünftigen Jahren mindern können.  Zum anderen lässt sich dadurch ein Vorwurf der Steuerhinterziehung von vornherein vermeiden. Steuerhinterziehung kann nämlich nur dann vorliegen, wenn etwaige zu versteuernde Gewinne gegenüber dem Finanzamt verschwiegen werden. Legt man hingegen alle Gewinne bei Abgabe einer Steuererklärung offen und vertritt dabei gegebenenfalls eine andere Rechtsansicht als das Finanzamt, ist ein solches Vorgehen niemals strafbar.

Sollten bereits in der Vergangenheit steuerpflichtige Gewinne erzielt und diese gegenüber dem Finanzamt nicht angegeben worden sein, können Kryptoinvestoren durch Abgabe einer Selbstanzeige dennoch zur Straffreiheit gelangen, solange noch kein Strafverfahren eingeleitet wurde. Da für die Wirksamkeit einer Selbstanzeige einige Voraussetzungen erfüllt werden müssen und dabei schnell einiges schiefgehen kann, ist auch hier die Unterstützung durch einen Experten dringend zu empfehlen.

Wie können Steuern auf Kryptowährungen automatisch ermittelt werden?

Damit die Steuererklärung gelingt, müssen alle erzielten Gewinne ermittelt und aufgelistet werden. Das Steuertool von ACCOINTING hilft Kryptoinvestoren dabei, indem es für alle Kryptotransaktionen einen Steuerreport erstellt und die einzelnen Transaktionen rechtlich bewertet. Darüber hinaus bietet die Software zahlreiche Crpyto Tracking Features.

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Rechtliche Würdigung von Kryptovorgängen

Bislang haben sich nur wenige Finanzgerichte mit Kryptowerten befasst. Dabei stand zunächst einmal die Frage im Raum, ob Kryptogewinne überhaupt versteuert werden müssen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Beschluss vom 20.06.2019, Az. 13 V 13100/19) ging dabei davon aus, dass Spekulationen mit Kryptowerten steuerpflichtig seien. Das Finanzgericht Nürnberg (Beschluss vom 08.04.2020, Az. 3 V 1239/19) war sich dem jedoch nicht so sicher und empfand die Argumentation des anderen Finanzgerichts nicht nachvollziehbar.

Sind Kryptowährungen immaterielle Wirtschaftgüter?

In einer neuen Entscheidung hat sich das Finanzgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 11.06.2021, Az. 5 K 1996/19) ebenfalls mit der Frage beschäftigt und geht von einer Steuerbarkeit von Kryptogewinnen aus, weil es immaterielle Wirtschaftsgüter seien, also vermögenswerte Vorteile, deren Erlangung sich der Steuerpflichtige etwas kosten lässt und die einer selbstständigen Bewertung zugänglich sind. Es sei zudem auch kein strukturelles Vollzugsdefizit erkennbar, da eine Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen bestehe, durch die auch Auslandstransaktionen erfasst werden könnten.

Das zeigt, wie umkämpft bereits grundlegende Fragen der Kryptobesteuerung sind. Für Kryptoinvestoren positiv ist dabei, dass die Finanzämter nachweisen müssen, dass Kryptowerte steuerpflichtig sind. Dabei spielen auch technische Besonderheiten der Kryptowerte eine Rolle. Mittlerweile haben auch die Finanzämter anerkannt, dass ein Vollzugsmangel vorliegt, der zur Verfassungswidrigkeit führen kann. Eine Chance für alle Kryptoinvestoren!

Ob und wie Gewinne durch Kryptowährungen besteuert werden, ist in vielen Fällen bislang noch unklar.

Relevante Gesetze im Zusammenhang mit der Besteuerung von Kryptowährungen

Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Bestimmung der Rechtslage neuartiger Erscheinungen wie Kryptowerte anhand der Auslegung bestehender (älterer) Steuergesetze erfolgt und dadurch verschiedenste Rechtsauffassungen entstehen können. Einschlägige Steuergesetze sind für den Handel mit Kryptowerten (Trading) so gut wie immer § 23 Abs. 1 Satz. 1 Nr. 2 EStG (privates Veräußerungsgeschäft). Für Vorgänge wie das Mining und Staking ist wiederum § 22 Nr. 3 EStG (Einkünfte aus sonstigen Leistungen) maßgeblich und § 20 EStG (Einkünfte aus Kapitalvermögen) für den Handel mit Kryptoderivaten. Außerhalb des privaten Bereichs können jedoch auch gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG) vorliegen.

Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Kryptowährung, Bitcoin und Steuern

In diesem Abschnitt geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen wie Bitcoin.

  • Wann ist der Handel mit Kryptowährungen gewerblich?

    Daneben haben private Kryptoinvestoren in der Regel nicht zu befürchten, dass sie etwa durch ein hohes Ausmaß von An- und Verkäufen oder durch ein besonders hohes Handelsvolumen von Kryptowerten in eine Gewerblichkeit hineinrutschen. Für eine gewerbliche Einordnung setzt das BMF besonders hohe Maßstäbe. Zwar ist dies im Einzelfall denkbar, laut BMF-Entwurf-Schreiben ist dafür allerdings nötig, dass der Steuerpflichtige sich „wie ein Händler“ bzw. „bankentypisch“ verhält, was in den allermeisten Fällen zu verneinen ist.
  • Wie ist ein Fork bei einer Kryptowährung zu besteuern?

    Auch sind die Auswirkungen des BMF-Entwurf-Schreibens bezüglich der Besteuerung von sogenannten Hardforks durchaus zu begrüßen. Zwar ist eine Hardfork laut Ansicht des BMF als Anschaffung zu werten, weshalb Gewinne aufgrund einer Veräußerung der erhaltenen Coins aus der Hardfork innerhalb eines Jahres steuerpflichtig sind. Jedoch hängt dabei die Höhe des Gewinns von den Anschaffungskosten ab, die sich am Wert des geforkten Coins orientieren.
  • Wie sind Gewinne aus Masternodes zu besteuern?

    Besonders nachteilig für alle Kryptoinvestoren ist hingegen, dass das BMF den Begriff der Anschaffung sehr weit auslegt und dadurch auch die Zuflüsse aus Mining oder Staking sowie Masternodes als angeschafft ansieht. Das hat die Konsequenz, dass eine anschließende Veräußerung der erhaltenen Rewards innerhalb eines Jahres steuerpflichtig ist und damit etwaige Wertsteigerungen besteuert werden.