Tesla distanziert sich von Bitcoin: Was bedeutet das für BTC?

Per Twitter gab Tesla CEO Elon Musk am gestrigen 12. Mai 2021 bekannt, dass der Elektroautohersteller seine Unterstützung für Bitcoin als Zahlungsmittel einstelle. Hintergrund des ganzen sei der negative Einfluss des Bitcoin Minings auf die Umwelt. Was das nun für BTC bedeutet und was steckt noch hinter dieser Entscheidung?

Im vergangenen März 2021 erklärte der Elektroautobauer Tesla, dass Bitcoin (BTC) als Zahlungsmittel offiziell akzeptiert würde. Die Meldung kam, nachdem bekannt geworden ist, dass Tesla zudem 1,5 Mrd. USD in die erste und größte dezentrale Kryptowährung investierte.

Doch am gestrigen 12. Mai 2021 meldete sich Tesla CEO Elon Musk zu Wort und verkündete, dass diese Unterstützung von BTC als Zahlungsmittel nun eingestellt würde. Der negative Einfluss von Bitcoin Mining auf die Umwelt sei besorgniserregend, Bitcoin und andere Kryptowährungen mitsamt Blockchain-Technologie aber dennoch spannend. Was bedeutet das nun für Bitcoin und was steckt noch hinter dieser scheinbar plötzlichen Entscheidung?

Tesla und die Umweltdebatte rundum Bitcoin

Wenn Elon Musk sich auf Twitter zu Wort meldet, dann lesen das sehr viele Menschen. Wenn es um Bitcoin oder andere Kryptowährungen (Stichwort: Dogecoin) geht, dann wird es besonders spannend. Denn dann bewegt sich meist was auf diversen Preischarts! Auch am gestrigen 12. Mai 2021 war das nicht anders. Doch kam es nicht zu einem Anstieg, sondern einem beschleunigten Abverkauf bei Bitcoin (BTC).

Wir sind beunruhigt über den rapiden Anstieg an fossilen Brennstoffen für das Bitcoin Mining […] besonders Kohle, welche eine der schlimmsten Emissionen aller Brennstoffe verursacht.

Es geht also um den Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks und die Debatte der Umweltschädigung durch die Nutzung von Energie, welche aus umweltschädlichen Quellen erzeugt wird. Das passt ins Narrativ von Tesla als Konzern. Doch die Tatsache des Stromverbrauchs und der Erzeugungsquellen des Stroms u.a. für das Bitcoin-Netzwerk war schon vorher bekannt. Neu ist die Debatte nämlich nicht.

Bitcoin (BTC) im TageschartQuelle: Tradingview

Lesetipp: Bitcoin Kurs Prognose 2021: Wie realistisch sind 100.000 USD pro BTC?

Neue Debatte oder nicht, Tesla wird die Akzeptanz von BTC als Zahlungsmittel einstellen. Zumindest so lange, bis „nachhaltigere“ Optionen die fossilen Brennstoffe ablösen. Den Bitcoin Kurs sendete das in einen beschleunigten Abverkauf, der erst bei 46.000 USD ein vorläufiges Ende fand. Die gute Nachricht daran: viele nutzten die günstigen Preise für Käufe.

Und wir sehen eine bullische Divergenz im Tageschart. Ein bullisches Umkehrsignal also, falls bestätigt.

BTC in der Klimaschutzecke birgt Gefahren

Dennoch, die Meldung von Tesla hinterlässt einen faden Beigeschmack. Denn wie bereits erwähnt: Die Umweltdebatte war schon längst bekannt, als Tesla initial investierte und BTC als Zahlungsmittel akzeptierte. Aber das spielt keine Rolle. Die Signalwirkung ist das, was zählt. Und das Signal von Tesla drängt Bitcoin in eine gefährliche Ecke.

„Umweltschutz“ und „Klimakatastrophe“ sind echte Buzzwords geworden. Wie der Einzelne darüber denkt, nimmt dabei keinerlei Einfluss auf die Marschrichtung von Regierungen und Unternehmen. Denn bei Nationen und Konzernen geht es um Geld, Image und noch mehr Geld. Und wenn nun BTC als „Umweltzerstörer“ abgestempelt wird (wahr oder nicht), dann kann das Einfluss auf etwaige Investmententscheidungen nehmen.

Dem muss so nicht kommen! Die Adoption schreitet massiv schnell voran und Bitcoin soll in den USA bald bei hunderten Banken verfügbar sein, wie wir berichteten. Doch am Ende ist es nicht der Privatanleger, der den Bitcoin Kurs nachhaltig bewegt, sondern Smart Money. Doch glücklicherweise geht es Tesla wohl eher um eine „weiße Weste“, als um echte Bedenken.

Tesla hatte wohl andere Motive, als nur Umweltschutz

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am heutigen 13. Mai 2021 meldete, sucht Tesla offenbar Zugang zum milliardenschweren US-Markt für erneuerbare Energien. Das Unternehmen scheint darauf zu pokern von den neuen Emissionszielen der Biden-Administration zu profitieren. Und der Vorstand scheint hier Bitcoin als Hindernis zu sehen. Ein Hindernis, das aber nicht etwa verkauft werden soll!

Tesla wird Bitcoin nicht verkaufen […] Wir sehen uns auch nach anderen Kryptowährungen um, die weniger als 1 % des Bitcoin-Netzwerks an Strom verbrauchen.

An einem „umweltschädigenden“ Investment zu verdienen ist also legitim. Für Zahlungen kann BTC aber nicht mehr akzeptiert werden, denn die Transaktionen wiederum müssen ja vom Netzwerk verarbeitet werden. Nun, die gekauften Bitcoins wurden auch irgendwann mal geschürft… vermutlich nicht 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

Bitcoin kein Zahlungsmittel mehr bei Tesla – Der Bullenmarkt endet deshalb nicht

Aber gut, wenigstens haben wir durch die Meldung von Reuters jetzt mehr Kontext. Es ging also am Ende ums Geschäft, wen wundert es. Tesla ist ein Unternehmen, welches umsatzsteigernde Optionen erkunden und nutzen sollte. Daran ist nichts falsch. Nur darf das dann auch so gesagt werden, anstatt den nächstbesten populären Kritikpunkt gegen Bitcoin vorzubringen.

Der Bullenmarkt jedenfalls endet nicht aufgrund eines Tweets von Elon Musk. Vorläufig ist nichts passiert, als ein Abverkauf, der auf lange Sicht nichts weiter als eine Preisfluktuation ist. Doch die Signalwirkung prominenter Persönlichkeiten in der Umweltdebatte rundum Bitcoin könnte Risiken mit sich bringen. Aber wir sollten an den Märkten ohnehin die Augen offenhalten, ob wir nun HODLen oder andere Strategien verfolgen.

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