Ist Bitcoin tot? Den Wert von Kryptowährungen einzuschätzen, ist schwierig. Umso schwieriger ist es, den Wert von Bitcoin oder den Grund für die dafür benötigte Energie wirklich nachzuvollziehen. Aktuell bewerten wir Bitcoin vor allem mit dem äquivalenten Gegenwert in Fiat-Geld.

Das, was der letzte Käufer bereit ist, für Bitcoin zu zahlen, ist für Laien der Wert von Bitcoin. Es lässt sich darüber streiten, wie man den Wert von Bitcoin letztendlich wirklich bestimmt.

Viele sind allerdings der Ansicht, den Wert von Bitcoin bereits bestimmt zu haben. Denn für sie ist Bitcoin wertlos. „Der Bitcoin ist tot“, heißt es immer wieder, wenn BTC mal wieder einen enormen Kursverlust erlitten hat. Doch ist Bitcoin wirklich tot?

Der Tod von Bitcoin: Wie oft wurde BTC für tot erklärt?

Die Webseite 99bitcoins.com hat zusammengestellt, wie oft Bitcoin in den vergangenen Jahren für tot erklärt wurde. Hier beschränkt sich die Webseite allerdings nur auf englischsprachige Berichte von besonders hoher Relevanz.

Genauer definiert heißt es:

  • die Überschrift muss explizit auf die Tatsache eingehen, dass Bitcoin wertlos ist oder sein wird (kein „vielleicht“ oder „könnte“)
  • der Inhalt wurde von einer Person mit einer bemerkenswerten Fangemeinde oder einer Seite mit hohem Traffic erstellt.

Die echte Anzahl an Todesmeldungen ist dementsprechend deutlich größer.

Bitcoin ist tot: Alle Meldungen

Die erste hinterlegte Todesbenachrichtigung des Bitcoins datiert aus dem Jahre 2010. Der monetäre Wert von Bitcoin damals war bei deutlich unter einem US-Dollar.

Damals war Bitcoin allerdings noch nicht im Mainstream angelangt. Das ist Bitcoin, was die Nutzung angeht, zwar noch immer nicht, allerdings hat zumindest der Großteil bereits was von Bitcoin gehört.

Bitcoin ist tot - Grafik
Anzahl der Bitcoin-Todesmeldungen

Den bisherigen Hochpunkt stellt laut 99bitcoins das Jahr 2017 mit rund 124 aufgestellten englischsprachigen Todesnachrichten dar.

Das Jahr 2022 verlief nach einem halben Jahr und 18 Todesmeldungen bisher hingegen sehr moderat.

Bitcoin Todesmeldungen im Überblick

Jahr Anzahl Meldungen Bitcoin Kurs am Jahresende in US-Dollar
2010 1 0,24
2011 6 3,89
2012 1 13,50
2013 17 609
2014 29 324
2015 39 437
2016 28 833
2017 124 15.560
2018 93 3.886
2019 41 7.150
2020 14 22.700
2021 47 48.900
2022 18 ?

Bisher ist das Jahr 2017 also das Jahr mit den häufigsten Todesmeldungen gewesen. Dass es durchaus mehr Meldungen in der Richtung gibt, wird allerdings klar, wenn man sich zusätzlich auf die nationale Berichterstattung statt auf englischsprachige Quellen fokussiert.

Artikel wie „Vorsicht vor dem Bitcoin“ von der FAZ finden in der Statistik von 99bitcoins keine Beachtung.

Das mediale Echo bezüglich der Preisentwicklung von Bitcoin ließe sich in einem logarithmischen Graphen auch so darstellen:

Bitcoin eine Blase?

Wenn Bitcoin fällt, ist Bitcoin tot. Wenn Bitcoin steigt, ist es eine Blase, die eines Tages ohnehin platzen wird. Bisher sind beide Szenarien noch nicht eingetreten. Bitcoin hält sich wacker bei einer Marktkapitalisierung von rund 400 Milliarden US-Dollar.

Bitcoin ist tot: Suchanfragen auf Google erreichen Rekordniveau

Interessant ist in dieser Hinsicht vor allem auch ein Blick auf die Google Suchanfragen. Nach dem Kurssturz auf unter 20.000 Dollar haben die weltweiten Suchanfragen für das Keyword „Bitcoin dead“ rapide zugenommen.

Weltweite Google Suchanfragen nach "Bitcoin dead"
Weltweite Google Suchanfragen nach "Bitcoin dead"

Die aktuelle Lage sorgt anscheinend für deutlich mehr Angst auf dem Markt. Das zeigt auch ein Blick auf den Crypto Fear & Greed Index. Doch hat sich durch die Häufung der Suchanfragen wirklich etwas geändert?

Laut intotheblocks sind 61 Prozent der Bitcoins seit über einem Jahr im Besitz. Die Anzahl institutioneller Investoren, die langfristig von Bitcoin überzeugt sind, nimmt zu. Wir erleben hier keinen plötzlichen Gefühlswechsel bei den großen Investoren. Menschen, die vorher von Bitcoin überzeugt waren, sind es noch immer. Warum sollten diese Menschen sich auch umentscheiden? Schließlich hat sich am Netzwerk nichts geändert.

Bitcoin ist tot: Diese Personen halten Bitcoin für wertlos

Dass Tesla-CEO Elon Musk oder Twitter-Gründer Jack Dorsey große Bitcoin-Befürworter sind, ist bekannt, doch auch auf der Gegenseite gibt es einige wichtige Personen aus dem öffentlichen Leben.

Peter Schiff

Der US-amerikanische Ökonom und Autor gehört zu den größten öffentlichen Bitcoin-Kritikern auf dem Markt. Er ist der Ansicht, Bitcoin und andere Kryptowährungen hätte keinen Wert und das Ende der größten Spekulationsblase sei nah. Vergleiche mit Gold kann er nicht nachvollziehen. Aufgrund der hohen Rendite, die Bitcoin den Investoren eingebracht hat, sagte er allerdings im Jahr 2021: „Ich hätte auch Bitcoin kaufen sollen". Den jüngsten Kurssturz hält er für "längst überfällig".

Christine Lagarde

Die Chefin der Europäischen Zentralbank ist nicht gut auf Kryptowährungen zu sprechen. Die Gefahren, die aus der Volatilität und fehlenden Regulierung hervorgeht, seien zu groß. Sie erklärte: „Meine sehr nüchterne Einschätzung ist, dass Kryptowährungen nichts wert sind, dass sie auf nichts basieren, dass es keinen zugrunde liegenden Vermögenswert gibt, der als Sicherheitsanker fungiert.“ Nebenbei arbeitet die Europäische Zentralbank an einer eigenen CBDC (Central Bank Digital Currency, Zentralbankwährung), dem digitalen Euro.

Warren Buffett

Der Multimilliardär Warren Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren an der Börse. Daher haben seine Aussagen und Handlungen oft Gewicht. Von Bitcoin halte er nicht viel. "Wenn Sie ... alle Bitcoins der Welt besäßen und sie mir für 25 Dollar anbieten würden, würde ich sie nicht nehmen." Tatsächlich wäre Bitcoin nichts wert, wenn lediglich eine Person alle BTC besitzen würde. Ansonsten ist Warren Buffett durch sein Unternehmen Berkshire Hathaway selbst indirekt in Kryptos investiert.

Jamie Dimon (J.P. Morgan CEO)

„Ich halte Bitcoin persönlich für wertlos", war seine Aussage bezüglich des Wertes von Bitcoin. Das ist seine subjektive Einschätzung. Weiterhin sagt er: „Unsere Kunden sind erwachsen. Sie sind anderer Meinung. Das macht die Märkte. Wenn Sie einen Zugang haben wollen, um Bitcoin zu kaufen, können wir sie nicht verwahren, aber dafür einen sicheren Zugang ermöglichen." Allerdings investiert J.P. Morgan selbst massiv in den Kryptosektor. Als erste Großbank hat J.P. Morgan sogar eine Lounge im Metaverse eröffnet.

Die Liste ist sehr lang und kann sicherlich nahezu unendlich weitergeführt werden. Ein weiterer renommierter Ökonom, der den fundamentalen Wert von Bitcoin bei null sieht, ist beispielsweise Steve Hanke.

Allerdings wird der fundamentale Wert von Bitcoin nicht von einzelnen Personen festgelegt, sondern von dem, was die Allgemeinheit will. Und die über Jahre hinweg steigende Nachfrage zeigt vor allem, dass die Leute Bitcoin wollen.

Insbesondere am J.P. Morgan-CEO lässt sich der Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Einschätzung aufzeigen. Auch wenn der CEO der Großbank persönlich keinen Wert in Bitcoin sieht, sieht es das Unternehmen nach einer objektiven Analyse anders. Wo ein Markt ist, ist letztendlich auch ein Wert.

Es ist auch gar nicht notwendig, dass jedes Individuum versteht, welchen Sinn und Zweck Bitcoin bietet. Wichtig ist, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen.

Ist Bitcoin nach einem Verbot wertlos?

Erst kürzlich ging aus einem chinesischen Bericht der Vorwurf hervor, dass Bitcoin und der Kryptomarkt nur so groß werden konnten, weil die großen Staaten dieser Welt lange Zeit untätig geblieben sind, anstatt die Nutzung von digitalen Assets einzuschränken.

Ein globales Verbot von Kryptowährungen ist kein wahrscheinliches Szenario.

Solange es einen kleinen Bereich gibt, in dem Bitcoin legal ist, wird Bitcoin nicht von einem Moment auf den anderen wertlos.

Insbesondere wäre ein Bitcoin-Verbot oft ein eigener Schuss ins Knie. Diese Staaten profitieren nicht von den Vorteilen der Globalisierung. Bitcoin ermöglicht einen weltweiten Wertetransfer nahezu in Echtzeit, ohne dass die Nutzer eine zentrale dritte Instanz wie eine Bank benötigen.

Fazit: Bitcoin ist nicht tot

Wir können festhalten, dass Bitcoin nach rund 13,5 Jahren zu einem echten Finanzinstrument aufgestiegen ist. Bitcoin ist eine echte Währung – ganz unabhängig davon, ob Bitcoin nun alle notwendigen Eigenschaften hierfür erfüllt oder nicht. Bitcoin ist gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador und spätestens seit dem 7. September 2021 offiziell eine Währung.

Das Bitcoin-Netzwerk läuft seit Anbeginn der Zeit stabil und ist seitdem immer sicherer geworden. Wenn wir Bitcoin als technische Errungenschaft betrachten wollen, sind die 13,5 Jahre noch beeindruckender. Technischer Fortschritt geht heute schneller voran als die Adoption neuer Technologien.

Man könnte auch rein mit dem Kurs von Bitcoin argumentieren, um zu zeigen, dass Bitcoin noch nicht tot ist. Letztendlich ist Bitcoin aktuell mehr wert als in den Jahren 2009 bis November 2020. Aus einem Investment von 1.000 Euro Anfang 2017 wären rund 20.000 Euro geworden. Man kann diese Rechnereien ewig weiter führen.

Wie viel ein Bitcoin am Ende wert sein wird, wird davon abhängen, welchen Einfluss BTC noch in unserem Alltag hat, wie groß die Community und das Interesse ist. Selbstverständlich wird der Wert von Bitcoin auch vom Glauben an ihn bestimmt.

Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoins geben. Das ist im Bitcoin-Protokoll vorgegeben. Die Nachfrage ist allerdings rasant gestiegen und steigt weiter.

Der Blick auf die Statistiken zeigt, dass die Community trotz des Kurssturzes auch weiterhin an Bitcoin festhält. Immer mehr Einzelhändler denken darüber nach, zukünftig Bitcoin zu akzeptieren. Dann wird es darauf ankommen, ob die Gesellschaft Bitcoin selbst als Zahlungsmittel annehmen will.

Kann Bitcoin scheitern? Definitiv. Kann Bitcoin bestehen? Definitiv. Was passiert, wird uns die Zeit zeigen. Letztendlich ist es eine Wette. Wann wäre Bitcoin denn wirklich tot? Der Tod von Bitcoin tritt dann ein, wenn das Netzwerk nicht mehr läuft. Von solch einem Szenario sind wir noch weit entfernt.

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