Die vergangene Woche drehte sich bei Bitcoin selbstverständlich um El Salvador. Denn das mittelamerikanische Land akzeptierte und adoptierte BTC als erste Nation der Erde als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem US-Dollar. Doch der Markt bleibt unentschlossen, während sich On-Chain die Kluft zwischen Kurzzeit- und Langzeitinvestoren weiter auftut.

Bitcoin schrieb erneut Geschichte! El Salvador akzeptierte und adoptierte die erste und größte dezentrale Kryptowährung als erstes Land der Erde als gesetzliches Zahlungsmittel. Klar also, dass so ein Ereignis die Schlagzeilen der vergangenen Woche beherrschte. Doch am Markt blieb das Sentiment relativ unverändert. Darauf lassen zumindest On-Chain Daten von Glassnode schließen.

Doch positive Signale bleiben positive Signale! Selbst dann, wenn der Markt sich nicht oder nur teilweise einpreist. Und Stromerzeugung durch Vulkane in El Salvador ist definitiv ein weiteres, positives Signal. Ebenso wie die Zustimmung des Bitcoin-Netzwerks zu Taproot – dem ambitioniertesten Upgrade für BTC seit Jahren. Gleichzeitig scheinen Kurzzeitinvestoren aus dem Retail-Lager aber weiterhin im bärischem Sentiment gefangen.

Disclaimer: Dieser Report basiert auf Daten und dem wöchentlichen Newsletter in englischer Sprache von Glassnode und wird in dieser Form nur bei Bitcoin2Go erscheinen. Wir freuen uns euch jede Woche die frischen Glassnode On-Chain Daten für den Bitcoin präsentieren zu dürfen.

Quelle: Glassnode

Mehr BTC zurück in profitablen Preiszonen

Die Volatilität im Bitcoin Kurs ist ein oft diskutiertes Thema. Dabei sind die teils wilden Preissprünge eines der Aushängeschilder für BTC als Assetklasse – und das ist keinesfalls negativ zu werten! Denn Trader fühlen sich so fast schon magisch angezogen vom Bitcoin Kurs, da hier Preisschwünge in beide Marktrichtungen monetarisiert werden können.

Langzeitinvestoren fühlen sich aber gleichermaßen wohl, da die starken Fundamentals die führende Kryptowährung zu einem validen Wertspeicher machen. Und beide Gruppen an Marktteilnehmern erfreuten sich am Bitcoin Kurs der vergangenen Woche. Das zeigen Daten zur Gesamtumlaufmenge im Profit.

Quelle: Glassnode

Der BTC Preis zeigte letzte Woche zwei Rallies. Eine kam nach der historischen Abstimmung in El Salvador, eine weitere folgte dann am vergangenen Sonntag und ist wohl am ehesten durch die Einpreisung von Taproot zu begründen. Während beider Rallies scheinen insgesamt rund 1,985 Mio. BTC zurück in nicht realisierten Profit gewandert zu sein. Das sind mal eben ca. 10,5 % der Gesamtumlaufmenge.

Gehalten werden diese Mengen an BTC wohl von drei Kategorien. HODLer, die bereits im oder vor Januar 2021 einstiegen. Neue HODLer, welche die jüngsten Dips gekauft hatten. Und Trader, welche Preisschwünge handeln, um daraus Profite zu erzielen. Und das bringt uns dann auch direkt zu Metriken aus den Bitcoin Futures. Denn hier halten sich Trader im Bitcoin Kurs gerne auf (Stichwort: Hebelzertifikate).

Verhalten von Kurzzeitinvestoren und Tradern in BTC

Kurzzeitinvestoren und Trader sind zwei Kategorien, die am ehesten für Verkaufsdruck auf die kurzfristige Sicht sorgen. Die eine Kategorie hat dabei meist schwache Hände oder nutzt spezifische Strategien für kurzfristige Investitionen. Die andere Kategorie handelt einfach nur den Markt, in beide Richtungen.

Der nachfolgende Chart zeigt uns die Menge an BTC gehalten durch diese beiden Kategorien an Marktteilnehmern (in Grün) und die entsprechende SOPR in Pink. Was entnehmen wir den Daten?

Quelle: Glassnode

  • Nach jedem Anstieg der Gesamtmenge an BTC im Profit gehalten durch Kurzzeitinvestoren und/oder Trader (1, 2, 3, 4 in Grün), stieg auch die SOPR an und hielt sich auf einem erhöhten Niveau (1, 2, 3, 4 in Pink). Das legt uns nahe, dass einige Marktteilnehmer hier Gewinne realisierten. Entweder durch Trading-Positionen oder durch schwache Hände.
  • Nach der Entscheidung aus El Salvador kehrten rund 737.000 BTC in den Händen von Kurzzeitinvestoren zurück in den Profit. Das sind also rund 37 % der vorher genannten 1,985 Mio. BTC. Demnach gehören 63 % dieser Menge den HODLern und wurden vermutlich nicht neu akkumuliert.

Bitcoin Futures unentschlossen

In den Bitcoin Futures angekommen sehen wir uns zunächst den Open Interest (OI) an. Das ist die Summe aller offenen Handelspositionen (Long und Short). Diese Metrik steigt, wenngleich langsam. Die Gesamtsumme an OI fluktuierte zwischen 10 und 12 Mrd. USD im Mai und befindet sich seither bei rund 8 Mrd. USD.

Quelle: Glassnode

Das Handelsvolumen in den Bitcoin Futures zeigt ein ähnliches Verhalten, besonders verglichen mit den 120 Mrd. USD während des historischen Abverkaufs im Mai 2021. In den Tagen nach der historischen Entscheidung aus El Salvador wurden allerdings rund 15 Mrd. USD an zusätzlichen Volumen erzeugt. Doch dieses Volumen ließ auch wieder nach.

Trader in den Derivatemärkten scheinen sich also unsicher und halten sowohl Hebel, als auch Volumen niedrig.

Quelle: Glassnode

In der sog. Funding Rate der Perpetual Futures sehen wir allerdings Stabilität einkehren. Nach extrem negativen Werten während der Kapitulation im Mai 2021, sehen wir nun stabilere Werte zwischen +0,005% und -0,010%. Interessanterweise zeigten die jüngsten beiden Rallies negative Funding Rates, was auf ein bärisches Sentiment hindeutet.

Quelle: Glassnode

Gleichzeitig kann die Funding Rate aber auch als konträrer Indikator gesehen werden. Denn während viele Trader bärische Positionen eingingen, konnte auch eine erhöhte Liquidation von Short-Positionen beobachtet werden.

Quelle: Glassnode

HODLer tun, was sie am besten können: einfach HODLen

Kommen wir nun zu den Langzeitinvestoren aka den HODLern. Aktuell sind das alle Käufer, welche vor dem 10. Januar 2021 Bitcoin kauften und seither halten. Die Net Position dieser Langzeitinvestoren gibt uns einen schnellen Überblick über einen von zwei möglichen Modis: Akkumulation oder Distribution. Zurzeit ist weiterhin Akkumulation bei den HODLern angesagt.

Quelle: Glassnode

Während sich weite Teile der kurzfristigen Händler also uneinig sind, scheinen Langzeitinvestoren weiter Vertrauen in die zukünftige Preisentwicklung zu gewinnen. Das Event aus dem Mai 2021 scheint dieses Vertrauen nicht ins Wanken gebracht zu haben. Doch das heißt noch lange nicht, dass alle Langzeitinvestoren auch immer nur halten und weiter zukaufen!

Quelle: Glassnode

Denn wer immer nur hält, wird nie Gewinne realisieren. Für Bullenmärkte bei Bitcoin gilt daher: Langzeitinvestoren verkaufen einige Coins in die Rallies und akkumulieren dann wieder während der Ruhephasen/Korrekturen. Dieses Verhalten kann auch schön in der SOPR für Langzeitinvestoren gesehen werden.

Der höchste Profit-Multiplikator wurde dieses Jahr bei bisher 7,5x erreicht. Langzeitinvestoren erzielten hierbei mindestens 750 % Profite. Aktuell realisieren Langzeitinvestoren ihre Profite nur noch mit einem Multiplikator von 3,2x. Dementsprechend nimmt die Verkaufsaktivität auch ab.

Kampf zwischen Bullen und Bären geht weiter

Die dieswöchigen On-Chain Daten von Glassnode zeigen uns, dass sich die On-Chain Daten a) erholen und b) dem allgemein weiter unsicher-ängstlichen Marktsentiment anschließen. Hauptsächlich entsteht dieses Marktsentiment aus dem kurzfristigen Handel, während HODLer unerschüttert weiter HODLen.