Nach Erreichen des neuen Allzeithochs bei 64.854 USD im Bitcoin Kurs ging es zunächst um mehr als 27 % in die Tiefe. Die Korrektur war allerdings nötig, um die schwachen Hände aus dem Markt zu spülen, während die starken Hände weiter im Markt bleiben. On-Chain Daten unterstützen dieses Narrativ mit bullischen Signalen.

Eine weitere Woche verging in diesem Jahr und brachte Bitcoin (BTC) eine Fortsetzung der Korrektur. Nachdem die vergangene Woche bei 57.425 USD eröffnete, ging es zeitweise auf ein Tief bei 47.159 USD, ehe sich nun eine scheinbare Erholung abzeichnet. Die Flüge zum Mond sind also vorerst verschoben.

Beschleunigt wurde der Abverkauf bei Bitcoin übrigens durch die Angst bei Investoren in den USA. Denn hier plant die Administration von US-Präsident Joe Biden mehrere Reformen der Steuergesetze, u.a. auch eine Anhebung der Steuer für Einnahmen aus Kapitalanlagen ab 1 Mio. USD im Jahr. On-Chain Daten signalisieren aber auch weiterhin bullische Entwicklungen.

Disclaimer: Dieser Report basiert auf Daten und dem wöchentlichen Newsletter in englischer Sprache von Glassnode und wird in dieser Form nur bei Bitcoin2Go erscheinen. Wir freuen uns euch jede Woche die frischen Glassnode On-Chain Daten für den Bitcoin präsentieren zu dürfen.

Quelle: Glassnode

Bitcoin On-Chain Aktivitäten auf dem Höhepunkt

Das Bitcoin Netzwerk hatte richtig viel zu tun. Einerseits wegen des Einbruchs der Hashrate in der vergangenen Woche, andererseits aber eben auch wegen Korrektur im Bitcoin Kurs. Kaum verwunderlich also, dass wir sowohl Transfervolumen, als auch die durchschnittlichen Transaktionskosten auf Höchstständen sehen.

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Die Transaktionsgebühren wurden durch die hohe Nutzung des Bitcoin Netzwerks zeitweise auf bis zu 54,40 USD gepusht. Und wir sprechen hier von durchschnittlichen Gebühren. Zuletzt hatten wir Preise in diesen Höhen – wenig verwunderlich – im Jahr 2017 gesehen. Selbes gilt für das Transfervolumen On-Chain.

Quelle: Glassnode

Der 7-Tage gleitende Durchschnitt zeigt uns beim Transfervolumen über das Bitcoin Netzwerk ein neues Allzeithoch bei mehr als 50,9 MRd. USD (im Durchschnitt täglich). Damit übertraf die Metrik das ehemalige Allzeithoch aus 2017 um knapp 25 %. In den letzten 136 Tagen wickelte das Bitcoin Netzwerk konstant mehr als 10 Mrd. USD an Transaktionsvolumen ab. Ein entscheidender Unterschied zum vergangenen Bullenmarkt.

Quelle: Glassnode

Dementsprechend stark ist auch die Aktivität im Bitcoin Netzwerk, unter anderem zu sehen an den durchschnittlich aktiven Adressen. Der Rückgang von durchschnittlich 1 bis 1,2 Mio. Adressen auf rund 980.000 Adressen ist wohl durch die zeitweise hohen Transaktionsgebühren zu erklären, mindert aber das bullische Gesamtbild nicht.

Schwache Hände raus, starke Hände rein

Was passiert bei Korrekturen eigentlich, außer, dass der Preis fällt? Nun, vor allem werden die sog. schwachen Hände (zumeist Privatanleger und Spekulanten) aus dem Markt gespült. Diese Art der Marktteilnehmer handelt zum größten Teil rein impulsiv. Es wird mit Angst etwas zu verpassen (FOMO) eingestiegen und mit ordentlich Panik wieder ausgestiegen. Meist auch noch im Minus. Denn wieso auch Gewinner laufen lassen und Verlierer frühzeitig glattstellen?

Quelle: Glassnode

Was wir auf dem obigen Chart sehen, ist genau das eben beschriebene Verhalten. Besitzer von BTC jünger als eine Woche bzw. ein Monat kaufen angetrieben durch Emotionen im Anstieg und verkaufen ebenso angetrieben von Emotionen in Korrekturen. BTC, die älter als ein Monat bzw. 6 Monate sind zeigen hingegen kein solches Verhalten. Schwache Hände werden also aus dem Markt gespült bei Korrekturen, während starke Hände im Markt bleiben.

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BTC Miner sind wieder in der Akkumulation

Die BTC Miner kehren offenbar zurück zur Akkumulation ihrer Block Rewards. Im nachfolgenden Chart sehen wir dabei Werte, die wir seit Mitte 2018 nicht mehr gesehen hatten. Bereiten sich die Miner hier etwa auf eine bevorstehende Fortsetzung der Price Discovery vor? Könnte sein! Genauso gut ist es aber auch möglich, dass die Kosten für das Mining mittlerweile nicht mehr nur via Verkauf der Block Rewards zu decken sind.

Quelle: Glassnode

Die Rückkehr zur Akkumulation bei BTC Minern ist auch durch die steigenden Einnahmen durch Transaktionsgebühren zu erklären. Aufgrund mehrerer Daten lässt sich beispielweise errechnen, dass die Einnahmen durch Transaktionsgebühren für die Miner rund 12 bis 15 % der Summe der Block Rewards ausmachen. Nette Sümmchen also, die den Verkauf der Block Rewards weniger notwendig machen.

Weekly Feature: UniSwap und Ethereum Transaktionsgebühren

Während die Transaktionsgebühren bei BTC ordentlich in die Höhe schnellten, sanken die Transaktionsgebühren auf dem Ethereum Netzwerk deutlich. Durchschnittliche Gebühren sind aktuell „nur noch“ 60 bis 75 Gwei, also eine willkommene Kostensenkung für die Nutzer des Netzwerks. Ein primärer Antreiber für diese Kostensenkungen ist die Erhöhung des Gas Limits von 12,5 Mio. auf 15 Mio. – also effektiv mehr Transaktionen pro Block.

Quelle: Glassnode

Die niedrigen Transaktionsgebühren wurden von Händlern auf UniSwap direkt begrüßt. Belege dafür? Ein neues Allzeithoch bei der Menge der täglichen Transaktionen bei 213.000. Diese Entwicklung folgt einem konstanten Aufwärtstrend seit mehr oder minder Jahresbeginn 2021. Die Zunahme an Transaktionen zurückzuführen auf UniSwap nahm zuletzt aber scharf zu.

Quelle: Glassnode

Das durchschnittliche Tradingvolumen auf UniSwap stieg natürlich korrelierend zur Anzahl der Trades an. Ein Höchststand bei 1,8 Mrd. USD (im Durchschnitt täglich) lässt sich bei der größten dezentralen Krypto Börse (DEX) definitiv sehen. Reduzierte Transaktionsgebühren via ETH zusammen mit den korrigierenden Kryptomärkten eröffneten UniSwap-Händlern offenbar ganz neue Motivationen und Möglichkeiten.

Schlusswort: Bullenmarkt geht weiter

Während Ethereum sich auf einen vermeintlich heißen Sommer 2021 vorbereitet, melden die On-Chain Daten von Glassnode auch für Bitcoin weiterhin bullische Signale. Der Bitcoin Kurs scheint sich an diesem Montag wieder zu erholen und die fundamentalen Daten weisen den mittel- bis langfristigen Weg zu neuen Allzeithochs und folglich einer Fortsetzung des Bullenmarktes.