In nur 8 kurzen Monaten schaffte es Decentralized Finance (DeFi) mehr als 100 Mrd. USD in Smart Contracts zu ziehen. Diese Smart Contracts bringen sowohl Ansätze der traditionellen Finanzen, als auch völlig neue Lösungen zum Ausdruck. Und On-Chain Metriken enthüllen nun, wie es um die Adoption und das Wachstum von DeFi auf Ethereum wirklich steht.

Der Sektor rundum Decentralized Finance (DeFi) ist sowohl eine Technologie, als auch eine Bewegung, um Finanzservices „neu zu denken“. Der Sektor hat dabei einen langen Weg hinter sich von den ersten Schritten der Smart Contracts bis zum heutigen Ökosystem, welches vielerorts als Zukunft der Finanzen bezeichnet wird.

Dabei ist auch immer wieder die Rede von der raschen Adoption, dem rapiden Wachstum und der schieren Menge an neuen DeFi-Protokollen. Die meisten Menschen können aber mit den solchen vagen Aussagen nicht viel anfangen und sehen die dezentralen Finanzen deshalb als eine Art „Mysterium“, das besser nicht näher erkundet wird und sowieso nur von Hype lebt.

Dieser Denkweise widersprechen On-Chain Daten deutlichst. Und diese Daten zum größten DeFi-Sektor auf Ethereum sehen wir uns heute mal genauer an!

Das rapide Wachstum von DeFi auf Ethereum

Seit April 2020 erlebt DeFi einen wahren Wachstumsboom in jedweder Hinsicht. Ganz gleich, ob es sich dabei also um Adoption, Wachstum oder auch die preisliche Entwicklung zahlreicher DeFi-Token handelt. Zugegeben, Bilder sagen gerade in dieser Hinsicht einfach mehr als tausend Worte.

Quelle: Dune Analytics

Der obige Chart zeigt eindrucksvoll das explosive Gesamtwachstum des DeFi-Sektors auf Ethereum von April 2020 bis Mai 2021. Wir erkennen in diesem Wachstum die Verbindung von technologischer Innovation und monetären Incentivierungen. Und die größten Protokolle sind dabei gekommen, um zu bleiben. Gekommen, um mehr und mehr Innovation zu fördern.

Adoption von DeFi immens, aber mit viel Luft nach oben

Solche schnellen Übersichten werden dem schieren Ausmaß des DeFi-Booms aber nicht gerecht. Sehen wir uns deshalb doch mal speziell die Adoption von DeFi-Protokollen an. Aktive Nutzer sind dafür eine schöne Kennzahl. Seit den frühen Tagen der dezentralen Finanzen konnten laut On-Chain Daten mehr als 2,1 Mio. einzigartige Adressen auf Ethereum erfasst werden.

Quelle: Dune Analytics

Das ist beeindruckend, aber wie sieht das Zukunftspotenzial hier aus? Nun, dazu vergleichen wir doch einfach mal die 2,1 Mio. Adressen und setzen sie ins Verhältnis aller Adressen auf Ethereum mit Guthaben. Dabei erkennen wir, dass DeFi noch nicht mal 3 % der Gesamtadressen auf ETH ausmacht.Quelle: Glassnode

Während die Adoption von Ether weiter zunimmt, wächst auch die potenzielle Adoption von DeFi. Es gibt für den DeFi-Sektor noch genug Luft nach oben und die Grenzen des Wachstums sind offenbar noch lange nicht erreicht.

Gesamtmenge an USD in Kryptowährungen in Smart Contracts

Während Adoption und Nutzung das Eine ist, ist die Liquidität etwas ganz Anderes. Diese Liquidität in DeFi wird mit Total Value Locked (TVL) angegeben. Also die Gesamtmenge (meist in USD) aller Kryptowährungen in Smart Contracts.

Quelle: DeFi Lama

Die Relevanz der Metrik TVL ist dabei niemals im Vakuum zu betrachten. 124 Mrd. USD TVL klingen zwar beeindruckend, sagen aber an sich nur wenig aus. Denn das Kapital in DeFi ist dynamisch und verlagert sich immer dorthin, wo die besten Rewards im Verhältnis zum Risiko erwartet werden. Wir müssen also wesentlich tiefer graben, um herauszufinden, ob dezentrale Finanzen wirklich Nutzer an sich binden.

Lending-Protokolle

Fangen wir doch einfach mit den Lending-Protokollen an. Maker (MKR) führte diese Art der DeFi-Applikationen ein und machte Lending populär. Compound (COMP) schaffte dann mehr Reichweite durch eine breitere Anzahl an unterstützten Assets. Aave (AAVE, damals noch LEND) stieg dann in den Sektor ein und iterierte mit verschiedenen Tokenomics an vorhandenen Modellen.

Quelle: The Graph

Der obige Chart zeigt uns dabei, dass es den drei genannten Protokollen wunderbar geht. Der Use Case ist da, die Lender zufrieden und die Borrower offenbar auch. Viele Menschen nutzen regelmäßig die Services von Lending-Protokollen aus diversen Gründen heraus. Und viele davon, was wiederum andere Daten zeigen, kehren auch wieder zurück zu den DApps. Hier ist also eine loyale Nutzerschaft zu finden.

Dezentrale Krypto Börsen (DEXes)

Die sogenannten dezentralen Krypto Börsen (DEXes) sind praktisch explodiert in den letzten 12 Monaten. Während Lending stark abhängig von der Liquidität ist, sind DEXes zum größten Teil abhängig von Nutzern. Von den vorher genannten 2,1 Mio. einzigartigen Adressen nutzten alleine schon 1,53 Mio. Adressen Uniswap. Dies steht im Verhältnis zu „lediglich“ 316.000 Adressen, die Compound im selben Zeitraum nutzten.

Quelle: Dune Analytics

Und Uniswap ist hier mit Abstand die dominanteste DEX, mit Abstand. Nicht umsonst flippte das Einhorn zuletzt sogar Bitcoin in Sachen 7-Tage-Durchschnitt bei den erzeugten Gebühren. Und mit knapp 2 Mio. Adressen auf alle DEXes verteilt wird auch schnell klar, wie groß der Anteil von Uniswap an diesem Markt ist.

Vitalik Buterin setzt sich übrigens dafür ein, dass Uniswap künftig auch eigene Oracles bereitstellt, was bisher Chainlink tut.

DeFi hat starkes Potenzial und steckt noch in den Kinderschuhen

Es gäbe noch unzählige Daten, die die Message dieses Artikels unterstreichen würden: DeFi ist ein rapide wachsender Sektor, in jedweder Hinsicht. Und die Luft nach oben für den Sektor als Ganzes, die einzelnen Protokolle, aber auch die DeFi-Tokens an den Märkten scheint enorm.

Gleichzeitig ist nicht alles Gold was glänzt und wir sollten gerade in so schnell wachsenden Umgebungen immer schön die Augen offen halten! Denn während viele Protokolle absolut seriös sind, gibt es – wie überall anders auch – die üblichen schwarzen Schafe.