Ein Stratege der größten US-Bank JP Morgan bemerkt in einem Bericht, dass er Kryptowährungen lange Zeit außer Acht gelassen hat und nun sehr spät dran ist, um an deren enormem Wachstum teilzuhaben.

Was hält JP Morgan von Kryptowährungen?

Der Bericht, der den Namen The Maltese Falcoin trägt, ist eine Einschätzung zum Thema Kryptowährungen. Allerdings schrieb ihn nicht irgendwer, sondern der Vorsitzende der Abteilung Markt- und Investmentstrategie bei JP Morgan – Michael Cembalest.

Zu Beginn möchte Cembalest direkt eine Sache klarstellen: Er ist nun fast 60 Jahre alt und das macht ihn offenbar zu alt, um eine angemessene Einschätzung abzugeben. Dennoch gab er sich Mühe, einige Elemente des Krypto-Markts zu verstehen.

Marktkapitalisierung des Krypto-Markts von 2016 bis 2022

Einstieg in Kryptowährungen zu spät?

Da er das enorme Wachstum des Krypto-Marktes nicht erwartet habe, habe er große Chancen zur Investition einfach verpasst. So schreibt Cembalest:

Nein, ich habe die Wertsteigerung von Krypto-Anlagen von 25 Milliarden auf 250 Milliarden und schließlich 2,5 Billionen US-Dollar nicht erwartet. Ich bemerke, dass ich spät dran bin.

In seinem Bericht, dessen Name an einen alten Krimi aus 1941 angelehnt ist, möchte sich Cembalest auf das konzentrieren, was er kann. Nämlich: Eine Einschätzung zu Kryptowährungen als Wertanlage abgeben.

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Er habe auch festgestellt, dass Kryptowährungen oft Teil ethischer Diskussionen sind. Auf ihre Bedeutung in illegalen Aktivitäten, Energieverbrauch und ihre Rolle gegenüber Banken möchte er jedoch nicht eingehen.

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Krypto zweitgrößtes Investitionsziel für Risikokapital

Cembalest fällt der Krypto-Markt vor allem wegen eines Punktes auf: Er ist aktuell der am zweitschnellste wachsende Sektor, wenn es um den Zustrom von Risikokapital geht. Lediglich ein Sektor ist noch schneller gewachsen.

Gegenüber der künstlichen Intelligenz musste sich Krypto 2021 noch deutlich geschlagen geben. Über 110 Milliarden US-Dollar flossen in die Entwicklung von KI und maschinelles Lernen.

Investitionen von Risikokapitalgesellschaften

Auffällig sei zudem, dass Kryptowährungen global auf ganz unterschiedliche Reaktionen treffen. Während in den USA nur knapp über 40 Prozent aller Finanzberater in Kryptowährungen investieren, sind es in Europa bereits 70 Prozent.

Spitzenreiter dieser Kategorie ist allerdings Asien. Dort partizipiert nahezu jeder Finanzberater am Krypto-Markt. In den USA interessieren sich vor allem Family Offices für Investitionen in Kryptowährungen.

JPMorgan warnt vor Ethereum
Vor einigen Monaten erklärte die US-Bank Ethereum für überaus nützlich. Inzwischen hat sich diese Position geändert. JPMorgan warnt vor Ethereum.

In Europa und Asien ist mit jeweils über 80 Prozent laut einer Umfrage vom September 2021 schon ein erheblicher Teil vermögender Privatleute in Kryptos investiert.  Besonders Bitcoin, Ethereum und Litecoin sind in Europa beliebt.

Der Statistik nach bündeln diese drei Kryptowährungen generell die meisten Investitionen. In Asien können sich XRP, Bitcoin Cash und BNB anteilig jedoch viel stärker durchsetzen.

Cembalest kann Investment in Kryptowährungen verstehen

Nun, da Kryptowährungen bereits kein kleines Nischenprodukt mehr sind, erkennt Cembalest auch, warum so viele Menschen von ihnen überzeugt sind.

Ich verstehe, warum Menschen in Kryptowährungen als Wertspeicher mit einer festen Versorgung investieren. Die entwickelte Welt wurde mit Schuld- und Fiatgeld geflutet. Zentralbanken und Staatskassen haben eine Menge Vertrauen verspielt und es wäre seltsam, wenn eine Alternative zu Fiat nicht entstanden wäre.

Derartiges Verhalten seitens Finanzinstituten und Regierungen sei schon zu antiken Zeiten ein Grund für Verfall gewesen. Klar wäre auch, dass nicht jede Kryptowährung gewinnen könne. Am Ende müssten sich wenige davon durchsetzen.

Cembalest erinnere der Krypto-Markt an den vor einigen Jahren aufgekommenen Trend des Energie-Sektors zum Wasserstoff. Damals schlugen unterschiedlichste Firmen Lösungsansätze für verschiedene Bereiche des Lebens vor.

Am Ende war davon jedoch nur ein geringer Teil wirklich brauchbar. Die anderen Firmen verloren ihren kompletten Wert. Die gleiche Entwicklung sei bei Kryptowährungen zu erwarten.

Cembalest hält Krypto für zu traumhaft

Insgesamt seien die Preise der Kryptowährungen aktuell einfach zu hoch für die Leistung, die sie wirklich bringen können, schreibt Cembalest. Ihre vorgesehenen Rollen seien traumhaft – zu traumhaft.

Einen Grund für die von ihm erklärten zu hohen Preise sieht er in der Hoffnung vieler Investoren in eine weitere Preissteigerung. In Erwartung, dass der Kurs ohnehin noch deutlich weiter steige, nehmen Nutzer dann exorbitante Zahlungen in Kauf.

Cembalest sendete seine Schrift vorab an verschiedene anonyme Personen, die er für Krypto- und Blockchain-Experten hält. Ihre Meinung zu seiner Arbeit sind tendenziell negativ. Viele Aussagen kritisieren Cembalests Engstirnigkeit.

Nicht jede große Entwicklung sei vorab einzuschätzen. So wäre es bereits mit dem Internet gewesen. Das Web3 sei die Zukunft. Auch in Entwicklungsländern hätten Kryptowährungen zudem eine enorme Daseinsberechtigung.

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