Gut anderthalb Monate, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) gemeinsame Maßnahmen mit Argentinien beschloss, um der zunehmenden Krypto-Adoption im Land entgegenzuwirken, stellen argentinische Medien ein starkes Wachstum bei der Nutzung von P2P-Krypto-Börsen fest.

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Starke Inflation macht Kryptowährungen in Argentinien interessant

Die Inflation wächst in Argentinien schon seit einigen Jahren konstant. Zur Jahrtausendwende setzte eine Inflation ein, die immer extremere Züge annimmt. Inzwischen sind mittlere zweistellige Inflationsraten keine Seltenheit mehr.

Inflationsrate in Argentinien. Quelle: Statista

Die aktuelle Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 55,1 Prozent. Argentinier sind daher einem enormen Wertverlust ausgesetzt. Wie gewohnt treibt dieser Zustand viele Bürger in die offenen Arme der Kryptowährungen.

Allein seit Beginn 2022 stiegen die Verbraucherpreise im Land um 4,4 Prozent. Dennoch schätzte Triple A, dass im Jahr 2021 gerade einmal 2,94 Prozent aller Argentinier im Besitz von Kryptowährungen waren.

IWF drängt zu Maßnahmen gegen Kryptowährungen

Dieser äußerst geringe Prozentsatz kann jedoch ein falsches Bild vermitteln. Schon im März 2021 stellte Coin.dance fest, dass die Nutzung der P2P-Börse LocalBitcoins mit argentinischen Pesos ein parabolisches Wachstum verzeichnete.

Steigendes Volumen der P2P-Börse LocalBitcoins in argentinischen Peso

Die argentinischen Behörden waren Kryptowährungen unterdessen nicht prinzipiell abgeneigt. Der Präsident Alberto Fernandez äußerte sich sogar positiv über die digitalen Wertanlagen. Noch im Sommer 2021 sagte er, er könne sich eine staatliche Adoption des Bitcoin in seinem Land vorstellen.

Bitcoin als offizielle Währung in Argentinien? Präsident ist nicht abgeneigt
Der argentinische Präsident möchte den Bitcoin als offizielle Währung nicht ausschließen. In Kürze dürfte dies dennoch nicht Realität werden.

Erst Anfang März schwor die argentinische Regierung dieser Haltung ab. Ausschlaggebender Grund ist eine Förderung des südamerikanischen Staates durch den Internationalen Währungsfonds.

Der IWF verkündete:

Um die Finanzstabilität weiter zu sichern, unternehmen wir wichtige Schritte, welche die Verwendung von Kryptowährungen unterbinden und Geldwäsche, Informalität und Disintermediation verhindern.

Disintermediation bezeichnet einen Vorgang, welcher Mittelsmänner beseitigt – eine Entwicklung, welche die Krypto-Szene erhofft. Die gemeinsamen Maßnahmen sind dem IWF einiges Wert. Er stattet Argentinien im Gegenzug mit einer Förderung von 45 Milliarden US-Dollar aus.

Ist die Nutzung von Krypto in Argentinien unvermeidlich?

Kryptowährungen verfolgen einen bestimmten Zweck. Viele Menschen verzichten erst auf Fiatwährungen, sobald sie durch monetäre Zustände dazu getrieben werden. Das beweist die recht geringe Bitcoin-Adoption im mittelamerikanischen El Salvador.

Obwohl das Land viele Anreize setzt und den Bitcoin auf staatlicher Ebene unterstützt, ist der Anteil der Nutzer immer noch relativ gering. Das Problem: Neben dem Bitcoin ist auch der US-Dollar ein offizielles Zahlungsmittel in El Salvador.

Bitcoin Adoption in El Salvador: Bisher kaum Fortschritte
Aktuelle Daten der salvadorianischen Handelskammer beweisen eine geringe Adoption des Bitcoin im Land - trotz vieler Anreize. Zur gleichen Zeit beweist ein europäischer Konflikt, wie eine Breitenadoption ausgelöst wird.

Viele Personen erachten den US-Dollar als gute Währung und sehen daher keinen Grund für eine Veränderung. In Argentinien herrschen schon allein durch die enorme Inflation andere Zustände.

Im Dezember 2021 besuchte Ethereum-Gründer Vitalik Buterin Argentinien und sah sich die dortigen Zustände höchstpersönlich an. Er sagte, dass er wie ein Held empfangen worden sei und mehr Zuspruch bekam als irgendwo sonst auf der Erde.

Vitalik Buterin besucht Argentinien, um Hyperinflation zu erleben
Die Inflation ist ein bekanntes Instrument, das bereits zur Erfindung des Bitcoin maßgeblich beitrug. Nun besucht Vitalik Buterin Argentinien, um die Hyperinflation persönlich zu erleben.

Argentinier verwenden zunehmend P2P-Börsen

Immer wieder lässt sich feststellen, dass Länder, in denen restriktive Vorschriften gegenüber Kryptowährungen gelten, zunehmend P2P-Börsen verwenden. Ein Krypto-Handelsverbot konnte Nigeria nicht einmal davon abhalten, weiterhin eines der Top-Länder im Bezug auf die Verwendung von Kryptowährungen zu sein.

Länder mit den meisten Krypto-Nutzern. Quelle: Triple A

Bisher gibt es diesbezüglich jedoch kein Problem in Argentinien. Ob diese Freiheit auch in Zukunft gegeben bleibt, ist fraglich. Argentinier nutzen die P2P-Börsen bislang vornehmlich als Vendors (Lieferanten).

Sie erwerben Bitcoin und weitere Kryptowährungen und veräußern diese mit Aufschlägen an die Nutzer der Börsen. Dass die Nutzung dieser Plattformen aus dem argentinischen Raum weiterhin rapide wächst, beweisen Daten.

Maximiliano Hinz, Direktor der Krypto-Börse Binance im lateinamerikanischen Raum, macht auf dieses Wachstum aufmerksam:

Das Wachstum ist recht organisch. Aufgrund der Art des Geschäfts können wir sagen, dass unsere aktiven Nutzer im letzten Monat um 40 % gestiegen sind.

Auch klassische Krypto-Börsen wie Binance oder KuCoin bieten zunehmend einen Bereich zum P2P-Handel an. Das wachsende Geschäft wollen sie sich nicht entgehen lassen. Ein etablierter Name im P2P-Krypto-Trading ist das Unternehmen Paxful.

Paxful verzeichnete über das letzte Jahr eine Zunahme von 110 Prozent der Registrierungen argentinischer Nutzer.

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