Wie die Nachrichtenagentur Reuter berichtete, droht die Deutsche Börse damit den Handel mit Coinbase-Aktien (Tickersymbol: COIN) zum Börsenschluss am heutigen Freitag zu stoppen. Demnach würde das Wertpapier nicht mehr über das XETRA System und die Frankfurter Börse handelbar sein. Hintergrund seien Fehler beim notwendigen LEI (Referenz-)Code.

Laut Angaben der Deutschen Börse erfüllt die Coinbase-Aktie COIN gegenwärtig nicht alle erforderlichen Kriterien, um für den Handel am regulierten deutschen Aktienmarkt weiter zugelassen zu werden. Sollte die größte US-amerikanische Krypto Börse nicht bis Handelsschluss am heutigen Freitag einen gültigen LEI Code vorweisen können, so werde der Handel gestoppt.

Coinbase würde dann delistet vom XETRA Handelssystem und der Frankfurter Börse. Ein späterer Antrag auf erneutes Listing sei dadurch zwar nicht ausgeschlossen, doch das Wertpapier würde hierzulande dann zunächst die regulatorischen Voraussetzungen nicht erfüllen können. Für den ohnehin holprigen Handelsstart vor etwa einer Woche an der NASDAQ wäre diese Entwicklung sicherlich kein Zugewinn.

Update: Mittlerweile berichtet Reuters, dass Coinbase im letzten Moment die nötige Referenznummer nachgereicht hat. Damit steht der Fortsetzung des Handels mit COIN nichts mehr im Weg.

Coinbase-Aktie weiter unter Druck

Im aktuellen Pre-Market ist der Kurs der Coinbase-Aktie mit 2,77 % im Minus zum Zeitpunkt dieses Artikels (Stand: 22.04.2021). Diese Entwicklung ist aber wohl mehr an den Bitcoin Kurs gebunden, als an den Trubel um das Wertpapier in Deutschland. Nichtsdestotrotz muss der gehypte Börsengang der Krypto Börse Coinbase weiterhin als enttäuschend eingestuft werden. Und ein Delisting aus dem XETRA Handelssystem und von der Frankfurter Börse würde dem Kurs wohl kaum bei einer Erholung helfen.

Quelle: Tradingview

Der initiale Anstieg zum Börsengang auf knapp 429 USD ist längst vergessen. Stattdessen steht der Preis im vorbörslichen Handel (Pre-Market) bei 310,50 USD und demnach nahe seines aktuellen Jahrestiefs bei 302,88 USD. Für Coinbase ist der Börsengang also alles andere als bullisch verlaufen, vor allem, wenn wir uns den Hype um die Aktie im Vorfeld ins Gedächtnis rufen.

Delisting an der Deutschen Börse wegen fehlendem LEI Code

Das Problem mit der Deutschen Börse ist ein sog. LEI Code, ein 20-stelliger, individueller Identifikationscode also. Diesen braucht jede Aktie in Deutschland gemäß geltender Regularien. Dieser Code ist fehlend oder fehlerhaft und muss demnach nachgereicht werden. Die Frist hierfür läuft zum heutigen Handelsschluss am Freitag aus. Sollte Coinbase den LEI Code nicht nachreichen, wird die Aktie aus dem XETRA Handelssystem genommen und von der Frankfurter Börse delistet.

Als Coinbase den Handel begann, war der LEI Code fehlerhaft. Ein korrekter LEI Code ist ein regulatorisches Muss für Wertpapiere in Europa. Der einzige Weg um ein Delisting zu vermeiden ist daher einen korrekten LEI Code nachzureichen.

Ein Delisting würde übrigens ein späteres Re-Listing nicht verhindern. Dennoch wäre eine Aussetzung des Handels an den beiden deutschen Börsen ein weiterer Schlag für die US-amerikanische Krypto Börse und ihr noch junges Abenteuer an den traditionellen Märkten. Analysten sehen auf die Kurse der Kryptowährungen übrigens keinen Einfluss durch diesen Trubel.

Schlusswort

Ein Delisting klingt zunächst mal stark bärisch. Allerdings sollte gesehen werden, dass das Delisting a) womöglich verhindert werden könnte und b) nicht von Dauerhaftigkeit sein muss. Den Kurs der Aktie würde ein Delisting unabhängig vom Bitcoin Kurs wohl dennoch belasten. Denn am Ende zeugt ein fehlerhafter LEI Code eines Unternehmens, welches sich selbst regulatorische Korrektheit auf die Brust schreibt, nicht gerade von Vertrauen.