Gemäß der neuen Google-Richtlinie für Finanzprodukte und -dienstleistungen, die am 3. August in Kraft getreten ist, dürfen Werbetreibende aus dem Krypto-Space wieder ihre Produkte vermarkten. Während diese News die Krypto-Community eher positiv gestimmt zurücklässt, wünscht sich der aktuelle SEC-Vorsitzende Gary Gensler strenge Regulierungen.

Google hatte im Juni 2018 Anzeigen für Kryptowährungen und Initial Coin Offering (ICO) verboten. Die aktualisierte Richtlinie erlaubt es regulierten Kryptounternehmen wieder, ihre Dienstleistungen rund um Bitcoin und Co. zu vermarkten.

Google lockert Richtlinien für Werbung

Googles überarbeitete Werberichtlinien für Finanzprodukte wurde erstmals im Juni 2021 vorgestellt und legt fest, dass "Werbetreibende, die Kryptobörsen und Wallets anbieten", die sich an US-Konsumenten richten, ihre Dienstleistungen und Produkte bewerben dürfen, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen.

Die strengen Anforderungen von Google sollen vor allem zwielichtige Werbung und Scam-Projekte aussortieren. Werbetreibende müssen beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) als "Gelddienstleistungsunternehmen und bei mindestens einem Bundesstaat als Geldübermittler" registriert sein. Auch "bundes- oder einzelstaatlich zugelassene Bankunternehmen" dürfen ihre Krypto-Produkte bewerben.

Das Unternehmen wird keine Werbung für ICOs oder DeFi-Handelsprotokolle zulassen.

Auch Anzeigen, die den Verkauf, Kauf oder Handel von Kryptowährungen fördern sollen, sind nicht gestattet. Außerdem verbieten die aktualisierten Richtlinien nach wie vor jegliche Verlinkung von Anzeigen mit Websites, die Handelssignale für den Kryptomarkt oder Aggregatoren hosten.

SEC-Vorsitzender Gary Gensler spricht sich für strenge Regulationen aus

Und während Google die Richtlinien an das wachsende Interesse an Bitcoin und Co. angepasst hat, wünscht sich SEC-Präsident Gary Gensler eine strengere Regulierung für die beliebten Assets.

Investorenschutz als Priorität

In einem ausführlichen Interview mit Bloomberg, das am 4. August 2021 veröffentlicht wurde, sagte Gensler, er glaube, dass Investoren mehr Schutz vor Betrug bräuchten. Laut seiner Aussage nehme die SEC bereits den DeFi-Bereich, aber auch Stablecoins stark unter die Lupe.

Gensler, der selbst einen Kurs über Kryptowährungen am MIT leitet, sagte, er sei der Krypto-Technologie gegenüber neutral eingestellt - wenn nicht sogar fasziniert. In Bezug auf den Anlegerschutz sei mit ihm allerdings nicht zu spaßen:

Wir haben als Nation die Aufgabe, die Investoren vor Betrug zu schützen.

Gensler ist allerdings überzeugt, dass digitale Vermögenswerte den wirtschaftlichen Fortschritt ankurbeln und sich so auch weiter verbreiten könnten. Damit das passiert, müssten allerdings - genau wie im Straßenverkehr - klare Regeln aufgestellt werden.

Wann und wie diese Regulierungen kommen werde, dazu machte Gensler keine Angaben. Auch über die Genehmigung eines möglichen Bitcoin-ETF wollte der SEC-Vorsitzende nicht sprechen. Es steht fest, dass vor Regulierungen erst ein mal die Zuständigkeit geklärt werden muss - und da gibt es an den US-amerikanischen Behörden noch Klärungsbedarf.