Monero-Entwickler Fluffypony kommt in Südafrika vor Gericht. Der Vorwurf: 378 Fälle von Betrug und Urkundenfälschung. Der Programmierer und Unternehmer bekennt sich nicht schuldig und hofft auf eine schnelle Klärung des Vorfalls.

Rückblick: Riccardo Spagnis Festnahme in den USA

Der gebürtige Südafrikaner Riccardo Paolo Spagni, besser bekannt unter seinem Pseudonym Fluffypony, war fünf Jahre lang der Hauptentwickler des Privacy Coins Monero beteiligt. Seit dessen Gründung im Jahr 2014 engagierte er sich, bevor er die Entwicklung des Projekts im Dezember 2019 in fremde Hände übergab.

Im April 2021 erhob die Staatsanwaltschaft von Kapstadt Anklage gegen Spagni und veranlasste seine Festnahme. Spagni lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in den USA. Dort erfolgte die Festnahme schließlich am 20. Juli 2021 in Nashville.

Fluffypony befand sich in diesem Moment auf der Reise von seinem Wirkungsort New York zu einer Krypto-Konferenz im mexikanischen Los Cabos. Als das Flugzeug zum Nachtanken landete, erfolgte der Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden.

Wegen der Anschuldigungen, welche die südafrikanische Staatsanwaltschaft äußerte, verlangte man Spagnis Erscheinen vor einem US-amerikanischen Gericht. Spagni blieb der Anhörung fern.

Er selbst erklärte, es handele sich um ein Missverständnis, da ihn ein Anwalt vertrat, während er geschäftlichen Aktivitäten nachging. Außerdem sei der Hintergrund dieser Anhörung lediglich organisatorischer Natur.

Der Zweck dieser Anhörung war die Festlegung weiterer Gerichtstermine.

Laut Spagnis Anwalt, Duncan Okes, sei das Prozedere der US-Behörden, eine plötzliche Festnahme zu veranlassen, ungewöhnlich. Möglicherweise vermutete man hinter Spagnis Ausreise einen Fluchtversuch.

Es wird vermutet, dass Spagni über ein beträchtliches Vermögen in Kryptowährungen verfügt, das ihm die Flucht ermöglichen würde.

So steht es zumindest in offiziellen Dokumenten der US-Justizbehörden.

Fluffypony kommt vor südafrikanisches Gericht

Fast zwei Monate nach seiner Verhaftung kam Spagni im September 2021 wieder frei. Die südafrikanischen Behörden hatten versäumt, nötige Dokumente bereitzustellen, die eine Auslieferung nach Südafrika ermöglicht hätten.

Spagni gab seitdem bekannt, sich dem Konflikt in Südafrika persönlich stellen zu wollen. Auf das Recht einer Auslieferungsanhörung verzichtete er. Diese hätte ihm die Möglichkeit gegeben, zu erklären, warum die USA auf eine Auslieferung seiner Person hätten verzichten sollen.

Stattdessen bat Fluffypony darum, die Auslieferung zu beschleunigen. Am 25. Mai erklärte er:

Ich (...) erkläre mich damit einverstanden, so bald wie möglich in Gewahrsam nach Südafrika verbracht zu werden.

Der Transport des Beschuldigten scheint noch nicht erfolgt zu sein. Neueste Informationen aus den Dokumenten der südafrikanischen Justiz geben jedoch einen Einblick in die Vorwürfe, so berichtet My Broadband.

Die Anklage sieht eine Verurteilung wegen 126 Fällen des Betruges und Verstößen gegen das Mehrwertsteuergesetz, 126 Fällen der Urkundenfälschung und 126 weiteren Manipulationen vor.

Warum wurde Fluffypony angeklagt?

Die Anklage gegen Fluffypony erfolgt wegen einer ehemaligen Tätigkeit bei dem Unternehmen Cape Cookies. Den Backwarenhersteller soll er zwischen Oktober 2009 und Juni 2011 umgerechnet um rund 93.000 US-Dollar betrogen haben.

Rechnungen des IT-Unternehmens Ensync and Cape Cookies veränderte Spagni angeblich und fügte seine eigene Steuernummer und eigene Bankdaten ein. Zusätzlich veränderte er den Rechnungsbetrag.

Spagni erhielt die Zahlungen dann auf sein eigenes Konto. Von dort aus sendete er die originalen Kosten an Ensync und behielt die Differenz. So soll ein Schaden in Höhe von fast 1,5 Millionen südafrikanischen Rand entstanden sein.

Zudem soll er drei Rechnungen für vollkommen fiktive IT-Unternehmen fingiert haben. Fluffypony gab auf Twitter einen Kommentar zu den Vorwürfen ab.

Dort schreibt er:

Ich arbeite mit meinen Anwälten aktiv daran, so bald wie möglich nach Südafrika zurückzukehren, damit ich diese Angelegenheit ein für alle Mal hinter mich bringen kann. Das ist es, was ich schon immer tun wollte.

Er streitet die Vorwürfe bislang ab und beteuert seine Unschuld.

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