Seit mehreren Wochen äußerte Milliardär Elon Musk, dass er den Kurznachrichtendienst Twitter erwerben wolle. Anfänglich traf er bei vielen Anteilseignern auf Widerstand. Auch als Vorstandsmitglied wollte er vorerst nicht agieren. Nun ist ein Twitter-Kauf durch Elon Musk doch in der Diskussion.

Elon Musk kritisiert Zensur auf Twitter

Im März begann Musk, Twitter wiederholt als Gesprächsthema aufzubringen. Inhalt seiner Tweets war vornehmlich Kritik am Verhalten der Plattform. Er machte darauf aufmerksam, wie wichtig freie Rede für eine Gesellschaft sei.

Auf Twitter sieht er die Möglichkeit zur freien Rede jedoch nicht gegeben. Dafür sei die Zensur der Plattform viel zu groß. Dieser Einschätzung stimmt auch die absolute Mehrheit seiner Anhänger zu.

Laut Musk haben Plattformen wie Twitter jedoch eine wichtige Funktion für den öffentlichen Diskurs. Demnach sei es wichtig, dass eine Plattform im Stil Twitters existiert, auf der Meinungsfreiheit tatsächlich gegeben ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass Twitter de facto als öffentlicher Platz dient, die Grundsätze der Redefreiheit aber nicht einhält, untergräbt es die Demokratie grundlegend.

Schrieb Musk, fragte seine Twitter-Follower nach Ideen: “Was sollte getan werden?” und hoffte auf eine Inspiration. Er selbst stellte auch in Aussicht, einen neuen Kurznachrichtendienst zu gründen.

Musk wird größter Anteilseigner von Twitter und will 100 Prozent kaufen

Seine Tweets folgten, nachdem er am 29. Januar 9,2 Prozent des Unternehmens erwarb. Damit stieg Musk sofort zum größten Anteilseigner auf. Zum damaligen Zeitpunkt lag der Marktpreis einer Twitter-Aktie bei ungefähr 34 US-Dollar.

Am 13. April stellte er schließlich eine Anfrage für den Kauf von 100 Prozent der Aktien. Musk will das Unternehmen komplett erwerben und in eine private Firma umwandeln.

Pro Aktie bietet er einen Preis von 54,20 US-Dollar. Insgesamt würde das eine Investition von 43 Milliarden US-Dollar bedeuten. Der aktuelle Twitter-Kurs liegt bei 48,93 US-Dollar. Das offizielle Ziel der Akquise ist die Herstellung der Redefreiheit auf Twitter.

Twitter-Kurs

Ich habe in Twitter investiert, weil ich das Potenzial als Plattform für die freie Meinungsäußerung auf der ganzen Welt sehe, so Musk und fährt fort:

Seit meiner Investition ist mir jedoch klar geworden, dass das Unternehmen in seiner jetzigen Form weder florieren noch diesem gesellschaftlichen Ziel dienen wird. Twitter muss in ein privates Unternehmen umgewandelt werden.

Ob Twitter wirklich einen grundlegenden Kurswandel durch Musk erfahren würde, wird von anderer Stelle infrage gestellt. Offenbar führte sein Engagement jedoch zu einem steigenden Interesse an der Twitter-Aktie.

Vermögensverwalter Vanguard Group erwarb erst kürzlich 10,3 Prozent von Twitter und verdrängt Elon Musk damit als größter Anteilseigner. Musk bleibt weiterhin die Einzelperson mit den meisten Aktien.

Nach Aussagen des Wall Street Journal, sprechen Insider davon, dass die Finalisierung eines Geschäfts zwischen Musk und Twitter noch diese Woche stattfinden könnte. Musk habe die Geschäftsführung des Unternehmens am Sonntag konsultiert.

Am Freitag traf er sich mit mehreren Gesellschaftern und machte “auf die Vorzüge seines Vorschlags aufmerksam”. Dazu gehört eine Wiederherstellung der Meinungsfreiheit, deren Abwesenheit Twitter nach Einschätzung Musks limitiere.

Elon erwartet eine baldige “Ja”- oder “Nein”-Entscheidung des Twitter-Vorstands über sein Kaufangebot.

Was bedeutet die Musk-Twitter-Debatte für die Kryptowelt?

Elon Musk tritt schon seit einigen Jahren als Krypto-Enthusiast auf. Einer langjährigen Begeisterung für den Bitcoin hat er im Sommer 2021 zumindest partiell abgeschworen. Er kritisiert seitdem den Energiebedarf des Bitcoin und entfernte BTC als Zahlungsmittel aus dem Angebot von Tesla.

Zwar hält Elon auch heute noch Bitcoin, von einer praktischen Verwendung sieht er größtenteils ab und wendete sich zunehmend dem Dogecoin hin. Dieser könnte auf Twitter implementiert werden, wenn Musk Twitter erwerben sollte – zumindest hoffen das einige DOGE-Anhänger.

Eine zunehmende Krypto-Implementierung auf Twitter würde Kryptowährungen weiter in die Mitte der Gesellschaft tragen und die Massenadoption beschleunigen.

Cardano-Mitgründer Charles Hoskinson ist von Musks Idee angetan und spinnt sie weiter. Er wünscht sich die Dezentralisierung einer Plattform wie Twitter.

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