Was ist Balancer (BAL)? – Alles über Token & Liquidity Mining

Balancer ist einer der Top DeFi Coins in diesem Jahr. Der Governance Token BAL konnte kurz nach Compound einen Raketenstart hinlegen und zog einiges an Aufmerksamkeit auf sich. Anders als bei Compound oder Aave handelt es sich bei Balancer nicht um ein Lending Protokoll, sondern um eine Art dezentrale Börse (DEX), einen automatisierten Market Maker (AMM).

Doch was bedeutet das genau? Wo sind die Vorteile gegenüber normaler Börsen? Wie kann man den DEX nutzen? Was sind Liquidity Pools und wie kann ich daran verdienen?

All diese Fragen rund um Balancer werden wir in diesem Artikel für dich beantworten. Sollten Fragen offen bleiben, kannst du uns gerne einen Kommentar hinterlassen oder bei Telegram mit uns diskutieren.

Du willst alles über DeFi wissen und nochmal bei den Basics anfangen? Dann empfehlen wir dir unseren „Was ist DeFi?“ Wissensartikel und den dazugehörigen DeFi-Rendite Vergleich, um die beste Plattform für deine Bedürfnisse zu finden.

Übersicht: Was ist Balancer?

Was ist Balancer (BAL)?

Balancer Labs ist das Unternehmen hinter dem gleichnamigen Protokoll. Das Unternehmen wurde 2019 von Mike McDonald und Fernando Martinelli ins Leben gerufen und konnte in der Seed Runde 3 Mio. USD einsammeln. Heute kennen wir Balancer vor allem wegen des automatisierten Market Maker Protokolls (AMM) bzw. dem dezentralen Exchange, den sie anbieten. Zu den genauen Erklärungen kommen wir gleich nochmal, fangen wir doch nochmal etwas leichter an.

Balancer bietet einen dezentralisierten Ersatz für Market Maker, das sind diejenigen, die gehandelten Vermögenswerten Liquidität zur Verfügung stellen. Um an einer Börse handeln zu können braucht es neben der Nachfrage auch ein Angebot, Market Maker sorgen dafür, dass beides auf dem Markt vorhanden ist und sichern so die Handelbarkeit eines Assets.

Balancer automatisiert und dezentralisiert diesen Prozess, so dass Mittelsmänner wegfallen. Der Markt ist dadurch deutlich effizienter. Dies wird durch die Liquiditäts „Pools“ auf der Plattform erreicht, denen sich jeder anschließen kann, um damit passives Einkommen zu generieren.

Grundsätzlich lässt sich Balancer aber auch als DEX (dezentrale Börse) verstehen, auf der du die hinterlegten Tokens zu den besten Preisen im Markt erwerben und direkt „swapen“, also austauschen kannst.

Das war vielleicht ein bisschen viel für den Anfang, daher gehen wir die einzelnen Bestandteile nun Stück für Stück durch.

Balancer Pools

„Liquiditäts“ Pools sind keine neue Erfindung und es gibt bereits andere DEXes wie z.B. Uniswap, die nach diesem Prinzip arbeiten. Der Unterschied bei Balancer ist es aber, dass diese Pools von den Usern selbst angelegt werden können. Das bedeutet auch die Zusammenstellung von bis zu 8 Kryptowährungen (ERC20 Tokens) kann je nach Wunsch ausgewählt werden, genauso wie die Trading-Gebühren dieses Pools.

Balancer Pools

Der User kann dann die Pools wie folgt für sich nutzen:

  1. Liquidität hinterlegen und an den Trading Gebühren (+ BAL Tokens) des Pools mitverdienen.
  2. Trading und die Pools über den Balancer DEX zum Tausch von Tokens nutzen.

Bevor wir uns aber den beiden Themen im Detail widmen, wollen wir verstehen welche Varianten von Pools es gibt und welche Rolle der BAL Token im Balancer Ökosystem einnimmt.

Verschiedene Bedürfnisse, verschiedene Pools

Wie schon erwähnt gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bei den Balancer Pools. Nicht nur die Anzahl an Tokens (bis zu 8) oder die Gewichtung und Gebühren können bestimmt werden, sondern auch die Öffentlichkeit / Sichtbarkeit eines Pools.

Kontrollierte / private Pools: Diese Pools dienen privaten Zwecken und sollen keine externen Liquiditäts-Geber zulassen. Die Konfiguration des Pools wird allein vom Ersteller bestimmt und kann angepasst werden.

Geteilte / öffentliche Pools: Diese Pools stehen allen Akteuren offen, sind aber final und können in ihrer Konfiguration nicht mehr angepasst werden.

Neben den beiden Hauptkategorien von Pools bietet Balancer mit verschiedenen Templates noch weitere sehr spezifische Gestaltungsmöglichkeiten. Aber Achtung, denn jetzt wird es wild und kompliziert, daher werde ich die Themen nur anreißen, wer mag, kann durch die Links mehr erfahren.

So bieten beispielsweise Liquidity Bootstrapping Pools (LBPs) den Teams die Möglichkeit, einen Projekt-Token freizugeben und gleichzeitig eine hohe Liquidität aufzubauen. Andere Beispiele sind Stablecoin-Pools mit null impermanenten Verlusten.

Wie Bitte? Ihr seht, das Thema kann sehr schnell sehr komplex werden. In den wenigsten Fällen ist es für dich als Endnutzer relevant, aber es zeigt sich, wie intensiv sich die DeFi Szene mit Problemen aus der echten Finanzwelt auseinandersetzt und sie teilweise sogar lösen kann.

Kommen wir zurück zum bodenständigeren Teil und dem Balancer Token BAL.

Der BAL Token

Der Balancer Token BAL ist noch recht jung und erst vor einem Monat auf den Markt gekommen. Dies geschah aber mit einem Raketenstart und im Windschatten von COMP, dem Governance Token von Compound.

Ähnlich wie COMP soll BAL eine wichtige Rolle in der Incentivierung und Kontrolle der Plattform übernehmen. Daher wird der Token sukzessive an die Liquiditäts Anbieter ausgeschüttet und führt zu einem niedrigen anfänglichen Umlaufvolumen an BAL Tokens, der Grundstein der Kursrallye.

Dennoch sollte man wissen, dass hier wie bei COMP kein ökonomischer Wert hinter BAL liegt. BAL ist ein Governance Token, er verbrieft also Mitbestimmungsrechte, die es ermöglichen die Entwicklung des Balancer Protokolls mitzubestimmen. Dazu gehören beispielsweise neue Features, Protokoll Gebühren oder größere strukturelle Anpassungen am Protokoll. Damit wird Balancer wie viele andere DeFi Protokolle zu einer dezentralen autonomen Organisation (DAO).

Warum aber bekommen Governance Tokens wie BAL oder COMP so viel wert beigemessen?

Die Token Verteilung und Ausschüttung – Der Trick bei DeFi

Spannend ist, dass ähnlich wie bei Compound die maximale Anzahl an Tokens zwar festgelegt ist, aber nie erreicht werden muss. Besonders die Ausschüttung der gefragten DeFi Tokens führt häufig zu einer Preisexplosion, da es nur wenige Tokens im Umlauf gibt.

Gleiches gilt bei Balancer und BAL. Insgesamt gibt es 100 Mio. BAL wovon 25 Mio. Tokens an das Team, Entwickler, Adviser und Investoren geflossen sind. Weitere 5 Mio. BAL liegen im Balancer Ecosystem Fund und weitere 5 Mio. BAL werden für weitere Fundraisings zurückgehalten. Die restlichen 65 Mio. BAL dienen der Belohnung von Liquiditäts Anbietern (Providern).

Von den 65 Mio. BAL werden aktuell 145.000 Tokens pro Woche, also 7,5 Mio. pro Jahr, an die Liquiditäts Anbieter ausgeschüttet. Damit verwässert der Anteil der Team und Investoren Tokens zunehmend und soll das Projekt so immer mehr dezentralisieren.

ABER: Bei 145.000 BAL pro Woche sind erst in 8.666 Jahren alle Tokens ausgeschüttet. Die Verteilung der Stimmrechte wird also lange zeit zentralisiert bleiben und das Angebot klein. Dennoch können die Stimmberechtigten jederzeit Anpassungen vornehmen und z.B. die Ausgabe an Tokens erhöhen. Dies wiederum würde aber auch vermutlich den Preis durch zu große Inflation nach unten treiben. Profit vs. Stimmrechte.

Es zeigt sich also, dass vor allem die Token Governance nicht nur bei Balancer sondern auch bei anderen Protokollen sehr ausgeklügelt und der Grund, warum dieser Hype entstanden ist. Wie nachhaltig das ist entscheiden die Token-Inhaber und der Markt.

Trading auf Balancer – Quick Guide

Bevor wir dazu kommen, wie du BAL und Gebühren verdienen kannst, wollen wir dir zeigen, wie du Balancer einrichtest und auch als dezentrale Börse DEX nutzen kannst.

Der Vorteil einer dezentralen Börse: Du benötigst kein KYC und kannst hier direkt mit einer Ethereum Wallet loslegen. Dafür empfehlen wir dir eine Web 3.0 Wallet wie z.B. Metamask.

Danach geht es direkt los, klicke auf https://balancer.exchange/#/swap und verbinde oben rechts deine Wallet mit Balancer. Hier kannst du dann aus einem großen Angebot an Kryptowährungen (ERC20) wählen. Unterstützt werden z.B. Ethereum (ETH), DAI, MKR, USDC, REP, WBTC, WETH, BAT, SNX, ZRX, LINK, DZAR, UMA, LRC, REN, LEND, KNC, COMP, OCEAN und viele mehr.

Balancer Trading und Swap

Der Handel auf einer DEX nennt sich „Swap“ und beschreibt den einfachen Austausch zwischen zwei Assets. Balancer nutzt dafür die angebotene Liquidität aus den verschiedenen Pools und stellt automatisiert das beste Angebot und den besten Preis für dich zusammen.

Willst du einen Swap durchführen, kannst du einfach das entsprechende Handelspaar auswählen und bestätigst anschließend die Transaktion über deine Wallet.

Die Bedienung und die Oberfläche auf Seiten der DEX sind also sehr einfach gehalten, die Liquditäts, bzw. „Pool“ Seite sieht da schon etwas anders aus. Schauen wir uns also im Folgenden an, wie du auf Balancer Geld verdienen kannst.

Du willst die besten DeFi Anwendungen (z.B. Lending) und Handelsplätze am liebsten an einem Ort? Dann empfehlen wir dir einen Blick auf 1inch.exchange zu werfen. Der DeFi Aggregator lockt nicht nur mit den besten Preisen, sondern auch mit einer einfachen Bedienung und bester Liquidität. Trotzdem dezentral und anonym:

DeFi

Größter Aggregator für DEX

Ohne KYC

Höchste Liquidität

Teilnahme via
Alle Kryptowährungen
Produktangebot
DEX | Lending | Borrowing
Rendite
3% bis 5% Rendite p.a.
Echtzeit Swap von Token
Anbindung an die größten DEX
Volle Kontrolle über Coins
Geringe ETH-Gebühren

BAL Liquidity Mining: Mit Balancer Geld verdienen

Kommen wir nun zu dem Teil, den vermutlich die meisten interessiert. Wie kann ich mit Balancer Geld verdienen?

Ganz einfach: Ihr hinterlegt eure gehodlten ERC20 Kryptowährungen in einem der vielen Pools und tragt so zur Liquidität der Plattform bei. Als Bonus erhaltet ihr neben den festgelegten Gebühren zusätzlich ein paar BAL Tokens (anteilig). Das Ganze nennt sich „(BAL) Liquidity Mining“ oder auch wenn es ganz wild werden soll „Yield Farming„.

Balancer verdienen mit Liquidity Pools

Die Einrichtung ist dabei genauso einfach wie auf der DEX Seite. Ihr verbindet eure Wallet (z.B. Metamask) bei https://pools.balancer.exchange/#/ und könnt dann aus den angebotenen Pools basierend auf euren Assets wählen. Zugegeben, die Auswahl ist groß und es gibt einiges zu beachten, daher macht es durchaus Sinn sich vorher intensiv mit der Plattform zu beschäftigen.

Als guter Anhaltspunkt dienen aber Pool-Größe (Liquidity) und Handelsvolumen (Trade-Volume). Das ganze lässt sich dann auch Filtern und sogar berechnen, wenn man dieses Tool nutzt.

Noch komplizierter aber auch lukrativer wird es, wenn man „echtes“ Yield Farming betreibt. Hier sind enorme Renditen mögliche aber auch entsprechende Ausfallrisiken. In diesem Artikel haben wir alles wissenswerte zusammengefasst, was sich hinter dem DeFi Trend befindet.

Balancer: Chancen und Risiken

Wie in jedem unserer DeFi Artikel wollen wir die Risiken auf keinen Fall außer Acht lassen. Die Chancen sind offensichtlich. DeFi bietet neben Dezentralisierung und dem freien Zugang zu Finanzprodukten vor allem enorme Renditen, die sich durch komplexe Verfahren weiter optimieren lassen. Die Renditen übersteigen die am Finanzmarkt verfügbaren Zinssätze bei weitem und das hat auch seinen Grund.

Nicht nur die Mittelsmänner werden abgeschnitten sondern auch die Effizienz ist bei DeFi Anwendungen deutlich höher als bei klassischen Finanzprodukten. Ein Handel und Reaktionen sind in Sekundenschnelle und 24/7 möglich.

Dennoch ist der DeFi Space noch sehr jung und die parabolische Entwicklung birgt jede Menge Gefahren. Das fängt bei „Investments“ in teils aufgeblasene Governance Tokens and und hört bei Schwächen der Technologie und Smart Contracts auf. Wir befinden uns in einer Phase der Preisfindung im DeFi Markt, dies gilt für Tokens, wie für Zinssätze.

WICHTIG: Bitte macht eure eigenen Recherchen und investiert nur das, was ihr bereit seid zu verlieren.

Balancer sagt selbst auf seiner eigene Website:

Balancer ist ein neues Protokoll. Obwohl wir vorsichtig sind und intensive Audits machen, ist dies immer noch ein Beta-Produkt. Nutzt nur kleine Beträge um zu starten.“

Nehmt diese Warnung ernst, denn direkt zum Start hat es bei Balancer einen kleinen Hack gegeben, bei dem 500.000 USD gestohlen wurden. Dies kann jedem Protokoll passieren.

Fazit

Balancer ist nicht zu unrecht eine der meistgenutzten DeFi / DEX Protokolle und bringt das automatisierte Market Making (AMM) auf eine neue Ebene. Die vielen Möglichkeiten „Pools“ zusammenzustellen und zu konfigurieren machen Balancer zu einem sehr liquiden Markt mit guten Preisen.

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht und es ist nicht entschieden wer in Sachen AMM und Ethereum in diesem Markt die Oberhand gewinnen wird.

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und empfehlen abschließend für alle Interessierten in Sachen DeFi unseren Rendite und Produktvergleich.

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[Bildquelle: Shutterstock]

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