Während die Preise vieler digitaler Assets regelmäßig Achterbahn fahren, bieten Stablecoins eine stabile Ankerpunkt, der die Volatilität eindämmt. Doch wusstest du, dass der Wert dieser Token mittlerweile über 125 Milliarden US-Dollar beträgt? Ein breites Spektrum von 120 Stablecoins operiert weltweit und bildet eine bedeutende Säule im Ökosystem der Kryptowährungen.

DeFi Stablecoins: Das Wichtigste in Kürze

  • DeFi Stablecoins sind Kryptowährungen, die mittels Smart Contracts einen stabilen Wert abbilden wollen.
  • Im Gegensatz zu zentralisierten Stablecoins nutzen sie keine zentrale Instanz, sondern setzen auf Overcollaterlization, Algorithmen oder beides.
  • Der bekannteste DeFi-Stablecoin ist UST, der auf der Terra-Blockchain basiert. Mitte 2022 verlor die Kryptowährung ihre Dollarbindung und das Seigniorage System kollabierte.
  • Seit dem UST-Vorfall sind DeFi-Stablecoins stark in der Kritik. Vor allem algorithmische Stablecoins bergen laut Kritikern hohe Risiken.

Übersicht über die wichtigsten DeFi Stablecoins

In diesem Abschnitt findest du eine Übersicht über die wichtigsten Projekte zum Thema DeFi Stablecoins. Mit Blick auf die Verteilung der Marktkapitalisierung ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass zentralisierte Stablecoins wie USDC und USDT nach wie vor den Löwenanteil im Ökosystem stellen.

DeFi Stablecoins in der Übersicht
Stablecoin Ticker Gründungsjahr Stabilisierungsmechanismus
Dai DAI 2017 Über-Kollateralisierung
sUSD sUSD 2018 Synthetische Vermögenswerte
Ampleforth AMPL 2018 Rebase-Mechanismus
Basis (früher Basecoin) BASIS 2017 Bond-Redemption-System
FRAX FRAX 2020 Teilweise algorithmische Stabilisierung
TerraUSD UST 2020 Seigniorage-Stabilisierung

Was sind DeFi Stablecoins?

Stablecoins sind Kryptowährungen, die aufgrund eines speziellen Mechanismus oder einer zugrunde liegenden Vermögenswertklasse einen stabilen Wert beibehalten. Diese Stabilität hebt sie von volatilen Kryptowährungen ab und ermöglicht es den Nutzern, digitale Vermögenswerte zu halten, ohne sich Sorgen um extreme Preisschwankungen machen zu müssen.

Bei Stablecoins können wir allgemein zwischen folgenden Typen von Stablecoins unterscheiden. Diese unterscheiden hinsichtlich zweier Dimensionen: Der Art der Sicherheiten, durch welche sie gedeckt sind sowie die Zentralisierung des Managements dieser Sicherheiten.

Klassifizierung von Stablecoins
Zentrales Management Dezentrales Management
Exogene Sicherheiten USDT, USDC DAI
Endogene Sicherheiten UST sUSD

Anders als traditionelle Stablecoins werden DeFi Stablecoins nicht von zentralisierten Unternehmen ausgegeben, sondern nutzen Smart Contracts und Protokolle, um ihre Stabilität zu gewährleisten. Diese dezentralen Mechanismen können algorithmische Modelle, Collateral von Kryptowährungen oder sogar Kombinationen aus verschiedenen DeFi-Protokollen umfassen.

Exogene und endogene Sicherheiten

Exogene Sicherheiten beziehen sich auf externe Vermögenswerte, die außerhalb des Ökosystems der Kryptowährung liegen. Ein Stablecoin, der exogene Sicherheiten verwendet, wird durch Vermögenswerte wie traditionelle Währungen (z. B. US-Dollar) oder andere Werte (z. B. Staatsanleihen gestützt. Diese Vermögenswerte werden in Reserve gehalten und dienen als Garantie, um den Wert des Stablecoins stabil zu halten. Die Unterstützung kommt also von außen. Ein Beispiel hierfür wäre USDT.

Endogene Sicherheiten hingegen beziehen sich auf Vermögenswerte, die innerhalb desselben Ökosystems existieren. Ein Stablecoin, der endogene Sicherheiten nutzt, verwendet andere Kryptowährungen oder Token, die bereits in diesem System existieren. Diese Vermögenswerte werden als Sicherheiten gesperrt und dienen dazu, den Wert des Stablecoins stabil zu halten. Wenn der Wert des Stablecoins sinkt, können mehr dieser gesperrten Vermögenswerte freigegeben werden, um den Wert wieder zu erhöhen. Ein Beispiel hierfür wäre UST.

Zentralisierte Stablecoins vs. dezentralisierte Stablecoins

Die Welt der Stablecoins ist zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen zentralisierte Stablecoins wie USDT (Tether) und USDC (USD Coin), die von Unternehmen wie Tether oder Circle ausgegeben werden. Diese Stablecoins funktionieren, indem sie auf traditionelle Finanzinstrumente setzen und den Wert eines Stablecoins an eine Währung wie den US-Dollar binden.

Der Minting-Prozess, bei dem neue Coins geschaffen werden, erfolgt in der Regel durch den Kauf oder die Einzahlung von echten Währungen, die in Reserve gehalten werden. Ebenso können diese Coins jederzeit gegen echte Währungen eingelöst werden.

Demgegenüber stehen dezentralisierte Stablecoins, die auf Kryptowährungen und Smart Contracts aufbauen. Sie setzen auf Algorithmen, um ihren Wert zu stabilisieren. Ein Beispiel hierfür ist DAI, der auf dem MakerDAO-Protokoll basiert. Bei dezentralisierten Stablecoins erfolgt das Minting oft durch das Hinterlegen von Kryptowährungen als Sicherheiten in Smart Contracts.

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Der Hauptunterschied zwischen den beiden Ansätzen liegt in der Kontrolle: Während zentralisierte Stablecoins von Unternehmen herausgegeben und kontrolliert werden, sind dezentralisierte Stablecoins von Natur aus autonomer und werden von der Gemeinschaft der Benutzer und Nutzer des jeweiligen DeFi-Protokolls gesteuert.

Arten von DeFi Stablecoins

Dezentrale Stablecoins sind dennoch eine vielfältige Klasse von Kryptowährungen, die darauf abzielen, einen stabilen Wert zu halten. Innerhalb dieser Kategorie lassen sich drei Haupttypen unterscheiden: Overcollateralized Stablecoins, algorithmische Stablecoins und teilweise algorithmische Stablecoins.

Arten von dezentralisierten Stablecoins
Kategorie Overcollateralized Stablecoins Algorithmische Stablecoins Teilweise algorithmische Stablecoins
Definition Sicherheiten mit höherem Wert als erzeugter Stablecoin Keine Abhängigkeit von Sicherheiten, Algorithmen zur Anpassung des Angebots und der Nachfrage Kombination aus Sicherheiten und Algorithmen zur Anpassung
Sicherheiten Benutzer hinterlegen Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte Keine Sicherheiten Sicherheiten decken weniger als 100 % des Umlaufwerts
Stabilitätsmechanismus Überschuss an Sicherheiten dient als Puffer für Stabilität Algorithmen passen Angebot und Nachfrage an Kombiniert Algorithmen und Sicherheiten
Stabilität in Marktturbulenzen Abfederung von Preisschwankungen durch Sicherheitspuffer Stabilität durch dynamische Anpassungen des Algorithmus Unterliegt sowohl Algorithmen als auch Sicherheiten
Beispiele DAI UST FRAX

Overcollaterlized Stablecoins

Diese Art von Stablecoins setzt auf den Einsatz von Sicherheiten, die einen höheren Wert haben als der tatsächliche Wert des erzeugten Stablecoins. Der Überschuss an Sicherheiten dient als Puffer, um mögliche Preisschwankungen abzufedern und Stabilität zu gewährleisten.

Nutzer hinterlegen eine bestimmte Menge an Sicherheiten, die oft aus Kryptowährungen wie Ethereum oder anderen digitalen Vermögenswerten besteht. Ein Smart Contract berechnet den Wert der hinterlegten Sicherheiten und erzeugt den Stablecoin.

Sollte der Wert der Sicherheiten aufgrund von Marktvolatilität abnehmen, müssen Nutzer möglicherweise weitere Sicherheiten hinzufügen, um das erforderliche Sicherheitsverhältnis aufrechtzuerhalten. Überbesicherte Stablecoins nutzen exogene Sicherheiten. Ein Beispiel hierfür ist DAI von MakerDAO.

Wie funktioniert DAI?

DAI ist ein Beispiel für ein CDP-basiertes System (Collateralized Debt Positions). Benutzer müssen ihre Schuldenpositionen überbesichern, oft im Verhältnis von 150 %. Wenn das Verhältnis von Sicherheiten zu Schulden unter ein bestimmtes Niveau fällt (das Verhältnis für Sicherheitsliquidation), wird der Smart Contract von MakerDAO die Sicherheiten liquidieren, um Dai oder MKR zurückzugewinnen, abhängig von den Marktbedingungen.

In CDP-basierten Stablecoin-Systemen besteht die Sicherheit hauptsächlich aus Kryptowährungen wie Ether und Bitcoin. Aufgrund der Volatilität dieser Vermögenswerte sind diese Systeme jedoch auf Überbesicherung oder volle Reserven angewiesen.

MakerDAO verwendet verschiedene Mechanismen, um den Preis von Dai auf 1 US-Dollar zu stabilisieren. Wenn der Preis von Dai unter 1 US-Dollar fällt, kauft das System Dai mit Sicherheiten zurück. Umgekehrt verkauft es bei einem Preis von Dai über 1 US-Dollar neu geprägtes Dai gegen MKR-Token, um die Dai-Versorgung zu reduzieren. Dieser Ansatz stellt sicher, dass der Preis von Dai stabil bleibt.

CDP-basierte Systeme sind weniger riskant, aber ineffizienter. MakerDAO erschwert etwa Arbitrage durch Kapitalkosten und begrenzt die Skalierbarkeit.

Algorithmische Stablecoins

Diese Stablecoins streben Stabilität an, ohne auf Sicherheiten angewiesen zu sein. Sie verwenden Algorithmen, um das Angebot und die Nachfrage basierend auf Marktbedingungen dynamisch anzupassen. Ein Algorithmus überwacht den Preis des Stablecoins im Verhältnis zu seinem Ziel-Peg (z. B. 1 US-Dollar).

Algorithmische Stablecoins zählen zu den experimentierfreudigsten Projekten auf dem Markt und konnten in den letzten Jahren vor allem durch UST und LUNA Schlagzeilen schreiben. Grundsätzlich lassen sich auch hier zwei verschiedene Arten unterscheiden.

Rebase Stablecoins

Rebase Stablecoins verwenden Mechanismus des „Rebasings“ wird verwendet, um den Wert des Stablecoins anzupassen und somit seine Stabilität zu gewährleisten. Die konkrete Funktionsweise sieht folgendermaßen aus:

  1. Initialer Wert und Tokenmenge: Zu Beginn hat ein Rebasing Algorithmic Stablecoin einen initialen Wert (z.B. 1 Token = 1 USD) und eine bestimmte Tokenmenge im Umlauf.
  2. Regelmäßige Anpassungen: In regelmäßigen Intervallen, oft täglich, wird ein sogenanntes „Rebasing“ durchgeführt. Hierbei wird die Tokenmenge in den Wallets der Benutzer nicht verändert, aber der Preis pro Token wird angepasst.
  3. Angepasster Wert: Wenn der Preis des Stablecoins über dem Zielwert liegt, führt das Protokoll einen „negativen Rebase“ durch. Das bedeutet, dass der Wert eines Tokens verringert wird, um ihn wieder dem Zielwert anzunähern.
  4. Positive Rebase: Wenn der Preis unter dem Zielwert liegt, erfolgt ein „positiver Rebase“. Hierbei wird der Wert eines Tokens erhöht, um ihn wieder an den Zielwert anzupassen.
  5. Auswirkungen auf Tokenhalter: Die Tokenmenge in den Wallets der Benutzer ändert sich nicht, aber der Gesamtwert ihrer Token kann sich aufgrund der Anpassungen im Rebase ändern.

Ein Beispiel hierfür wäre Ampleforth.

Seigniorage Stablecoins

Seigniorage Stablecoins setzen auf ein Zwei-Token-Modell. Der erste Token ist der Stablecoin. Der zweite Token ist der Seigniorage Token. Im Gegensatz zum Rebasing erfüllt der zweite Token in diesem Fall den Zweck der Preissicherung des Stablecoins. Die konkrete Funktionsweise sieht folgendermaßen aus:

Wenn der Stablecoin sich von der Preisbindung nach oben löst, also beispielsweise über 1 US-Dollar handelt, kann der Seignorage Token mittels Burn-Mechanismus vom Markt genommen werden, um mehr Stablecoins in Umlauf zu bringen. Diese werden dann am freien Markt verkauft, bis die Preisbindung erneut hergestellt ist.

Verliert der Stablecoin seine Preisbindung und handelt unter 1 US-Dollar, können Nutzer diesen wiederum mittels Burn-Mechanismus aus dem Markt nehmen und im Gegenzug den Seignorage Token erhalten und für Profit am freien Markt verkaufen.

Ein Beispiel hierfür wären UST und LUNA.

Teilweise algorithmische Stablecoins

Teilweise algorithmische Stablecoins sind Stablecoins, welche sowohl durch Sicherheiten gedeckt sind als auch einem Algorithmus unterliegen. Hierbei sind denkbar viele Kombinationen möglich. Die grundsätzliche Idee besteht jedoch darin, dass die Sicherheiten weniger als 100 % des Umlaufwerts der Stablecoins decken und somit Kapitaleffizienz erhöhen.

Im Gegensatz zu overcollateralized Stablecoins, welche einen Überschuss an Reserven zur Sicherung der Preisbindung halten, sind teilweise algorithmische Stablecoins undercollateralized. Das bedeutet, dass ihre exogenen Reserven die Umlaufmenge nicht decken können.

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Teilweise algorithmische Stablecoins nutzen sowohl exogene als auch endogene Sicherheiten. Ein Beispiel hierfür ist FRAX.

UST und LUNA: Eine Analyse des DeFi Stablecoins

Algorithmische Stablecoins sind wohl spätestens seit UST und LUNA allen Menschen in der Krypto-Community ein Begriff und darüber hinaus ein großes Thema, was DeFi Regulierung angeht. Dabei handelte es sich um ein Seigniorage System, das Mitte des Jahres 2022 kollabierte und die gesamte Anlageklasse schwer erschütterte.

In diesem Abschnitt möchten wir einen Blick auf den bekanntesten DeFi Stablecoin werfen und die Gründe für das Scheitern analysieren.

Destabilisierung

UST war ein algorithmischer Stablecoin, der darauf ausgelegt war, einen stabilen Wert zu halten und an den US-Dollar gekoppelt zu sein. Zu Beginn der Problematik wurde LUNA, der Seignorage-Token, zu rund 80 US-Dollar gehandelt. UST hatte in der Zwischenzeit die Parität zum Dollar verloren und handelte bei etwa 0,995 US-Dollar.

Aus dem Nichts beschloss ein anonymer DeFi Wallet, mehr als 80 Millionen US-Dollar an UST auf dem freien Markt zu verkaufen. Aufgrund der geringen Liquidität führt dies dazu, dass der Preis von UST weiter unter die Dollarbindung fiel. Dieser plötzliche Schritt sendete Schockwellen durch das Terra-Ökosystem. Als Reaktion darauf ergriff die Terra Foundation Maßnahmen und zog über 150 Millionen US-Dollar an UST aus dem Curve-Liquiditätspool ab, um die Situation zu stabilisieren.

Seignorage Spirale

Mitte Mai war der Preis von LUNA weiter gefallen und UST handelte mittelfristig weiter unter der Preisbindung bei etwa 0,97 US-Dollar. Die Abwärtsspirale, angetrieben durch das Seignorage-System der beiden Token setzte sich fort und lies sowohl LUNA als auch UST weiter massiv fallen.

Der Mechanismus hinter UST und LUNA

  1. Anfängliche Bindung: Das Ziel von UST bestand darin, eine 1:1-Parität mit dem US-Dollar aufrechtzuerhalten. Anfangs, als UST erstellt wurde, wurde sie durch einen entsprechenden Wert von LUNA als Sicherheit abgesichert. Wenn beispielsweise 1 UST erstellt wurde, musste 1 USD im Wert von LUNA als Sicherheit hinterlegt werden.
  2. Algorithmische Steuerung: Die Terra-Blockchain verwendete einen algorithmischen Steuermechanismus, um den Preis von UST stabil zu halten. Wenn UST auf Börsen über 1 USD gehandelt wurde, deutete dies auf einen Überschuss an Nachfrage nach UST hin, und das Protokoll ergriff Maßnahmen, um das Angebot zu erhöhen. Wenn UST unter 1 USD gehandelt wurde, deutete dies auf einen Überschuss an Angebot hin, und das Protokoll versuchte, das Angebot zu reduzieren.
  3. Seigniorage-Belohnungen: Wenn es einen Überschuss an Nachfrage nach UST gab, erstellte das Protokoll neue UST-Token, um das Angebot auszudehnen. Diese neu erstellten UST-Token wurden verwendet, um LUNA auf dem Markt zu kaufen. Diese erhöhte Nachfrage nach LUNA tendierte dazu, ihren Preis zu steigern.
  4. Seigniorage-Anteile: Um am System teilzunehmen, konnten Inhaber von LUNA ihre Token staken und Belohnungen in Form von Seignorage-Anteilen verdienen. Diese Anteile repräsentierten einen Anspruch auf zukünftiges Seigniorage, das der Unterschied zwischen dem Wert von ausstehenden UST und dem Wert von LUNA-Sicherheiten war. Inhaber von Seigniorage-Anteilen erhielten einen Teil der neu erstellten UST-Token, wenn das System das Angebot erweitern musste.
  5. Kontraktion: Auf der anderen Seite, wenn UST unter 1 USD gehandelt wurde, startete das Protokoll eine Kontraktion. Es verbrannte einige der UST-Token im Umlauf, wodurch das Angebot reduziert wurde. Die überschüssige LUNA-Sicherheit, die hinterlegt war, wurde an die Inhaber zurückgegeben.
  6. Marktdynamik: Dieser Mechanismus erzeugte eine Rückkopplungsschleife. Wenn UST stark nachgefragt wurde, stieg aufgrund des erhöhten Kaufdrucks tendenziell der Preis von LUNA, und Inhaber von Seigniorage-Anteilen profitierten von Seigniorage-Belohnungen. Umgekehrt, wenn es einen Überschuss an UST-Angebot gab, konnte der Preis von LUNA fallen, und Seigniorage-Anteile wurden verwässert.

Der Verlust der Parität von UST stellt eine extreme Belastung für das Terra-Ökosystem dar. Die Konsequenzen sehen dabei wie folgt aus:

  1. Verkaufsdruck auf LUNA: Wenn UST unter seinem 1:1-Peg mit dem US-Dollar bleibt, können Benutzer LUNA verkaufen, um ihre Verluste auszugleichen.
  2. Verwässerung von Seigniorage-Anteilen: Im Seigniorage-Stabilitätsmechanismus haben Inhaber von LUNA die Möglichkeit, ihre Token zu „staken“ und Seigniorage-Anteile zu verdienen. Wenn die Kontraktionsphase des Mechanismus häufig ausgelöst wird, um UST-Angebotsüberschüsse auszugleichen, können Seigniorage-Anteile verwässert werden. Dies führte zu einem inhärenten Wertverlust des LUNA-Tokens.
  3. Vertrauensverlust in das System: Hinzu kommt der Vertrauensverlust in diese Ökosytem. Durch den Verlust der Parität wurde das Ziel des Projekt faktisch verfehlt und der Zweck als Wertspeicher konnte nicht erreicht werden.
LUNA Circulating Supply: Der Seignorage Mechanismus führte zu extremer Verwässerung
LUNA Circulating Supply: Der Seignorage Mechanismus führte zu extremer Verwässerung

Kritik an DeFi Stablecoins

Dezentralisierte Stablecoins haben zweifelsohne zur Weiterentwicklung des DeFi-Ökosystems beigetragen, doch sie sind nicht frei von Kritik und potenziellen Schwachstellen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen dezentraler Stablecoins, sei es algorithmisch oder mit Vermögensdeckung, führen zu spezifischen Herausforderungen.

Overcollateralized Stablecoins

  • Überdeckung bindet Gelder der Anleger und reduziert Kapitaleffizienz
  • Erfordert sorgfältige Prüfung von Smart Contracts zur Vermeidung von Exploits

Algorithmische Stablecoins

  • Hohe Risiken durch komplexe Algorithmen und Marktabhängigkeiten
  • Gefahr eines Zusammenbruchs bei Algorithmusfehlern oder plötzlichem Nachfrageeinbruch
  • Anfälligkeit für Smart-Contract-Schwachstellen und Manipulation
  • Keine exogenen Sicherheiten

Teilweise algorithmisch Stablecoins

  • Mangelnde vollständige Absicherung durch Sicherheiten
  • Abhängigkeit vom Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage

Fazit zu DeFi Stablecoins

Stablecoins haben sich in der Welt der Kryptowährungen als wichtige Stabilitätsanker etabliert und bilden eine bedeutende Säule im DeFi-Ökosystem. Mit einem Gesamtwert von über 125 Milliarden US-Dollar und mehr als 120 verschiedenen Stablecoins weltweit gewinnen sie zunehmend an Bedeutung.

Dezentrale Stablecoins, im Gegensatz zu ihren zentralisierten Gegenstücken, bieten eine innovative Herangehensweise an die Stabilisierung von Kryptowährungen. Sie setzen auf Smart Contracts und Protokolle, um ihre Stabilität sicherzustellen, anstatt auf traditionelle Finanzinstrumente zurückzugreifen.

Durch die Weiterentwicklung von Stabilisierungsmechanismen und die Integration neuer Technologien könnten sie eine noch größere Rolle im globalen Finanzsystem spielen. Insbesondere algorithmische Stablecoins wie UST und LUNA haben jedoch auch gezeigt, dass große Risiken bestehen.

Häufige Fragen (FAQ) zu DeFi Stablecoins

In diesem Abschnitt geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zu dezentralisierten Stablecoins.

  • Was sind DeFi Stablecoins?

    DeFi Stablecoins sind eine Art von Stablecoins, die nicht von zentralisierten Unternehmen ausgegeben werden. Sie nutzen Smart Contracts und Protokolle, um ihre Stabilität zu gewährleisten, anstatt auf traditionelle Finanzinstrumente zu setzen. Dies macht sie unabhängiger und transparenter.
  • Welche Arten von dezentralen Stablecoins gibt es?

    Es gibt verschiedene Arten von dezentralen Stablecoins. Dazu gehören überbesicherte Stablecoins, algorithmische Stablecoins und teilweise algorithmische Stablecoins. Jede Art hat ihre eigenen Mechanismen zur Stabilisierung des Wertes.
  • Wie funktionieren algorithmische Stablecoins?

    Algorithmische Stablecoins streben Stabilität an, ohne auf Sicherheiten angewiesen zu sein. Sie verwenden Algorithmen, um das Angebot und die Nachfrage basierend auf Marktbedingungen dynamisch anzupassen. Ein Algorithmus überwacht den Preis des Stablecoins im Verhältnis zu seinem Ziel-Peg, z. B. 1 US-Dollar.
  • Welche Rolle spielen DeFi Stablecoins im Ökosystem?

    Zentralisierte Stablecoins wie USDT und USDC stellen nach wie vor einen Großteil des Stablecoin-Ökosystems dar. Sie funktionieren, indem sie den Wert eines Stablecoins an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar binden und werden oft von zentralisierten Unternehmen ausgegeben.