Der regulatorische Crackdown bezüglich Krypto Derivate nimmt weiter Fahrt auf. Während die USA straf- und zivilrechtlich gegen BitMEX vorgehen, verbietet die britische Regulierungsbehörde FCA ab Januar 2021 offiziell das Angebot von Krypto Derivaten an Privatkunden.

Um das gleich vorweg klarzustellen: Möglichkeiten Kryptowährungen zu kaufen wird es in Großbritannien weiterhin geben. Das Angebot der Derivate allerdings, wird ab Januar 2021 verboten. Das gab die britische Regulierungsbehörde FCA am 06. Oktober 2020 bekannt. Der Grund sei der „Schutz der Bevölkerung“ vor „unregulierten Finanzinstrumenten mit einem sehr hohen Risikopotenzial“.

Der Derivatehandel ist tatsächlich mit hohen Risiken verbunden, weswegen wir dir eindeutig zum normalen Kauf und Verkauf von Kryptowährungen raten. Du weißt nicht, wo und wie? Dann zeigen wir dir, wie du ganz einfach Kryptowährungen kaufen kannst!

England verbietet Krypto Derivate ab Januar 2021

Die Financial Conduct Authority (FCA) hat am 06. Oktober 2020 offiziell bekannt gegeben, dass sämtliche Angebote von Krypto Derivaten und Exchange-traded Notes (ETNs) ab Januar 2021 in Großbritannien verboten sein werden. Dieses Verbot bezieht sich nur auf Angebote an Privatkunden. Die FCA betrachtet Krypto Derivate demnach als „schlecht geeignet“ für Privatkunden, aufgrund des erheblichen Verlustrisikos.

Signifikante Preisvolatilität kombiniert mit der Schwierigkeit Kryptoassets nachhaltig zu bewerten, setzt Privatkunden einem hohen Verlustrisiko durch das Trading mit Krypto Derivaten aus. […] Das Verbot bietet einen angebrachten Schutz.

Das Verbot soll den britischen Privatkunden nun also schützen vor einem Verlustrisiko, das kaum zu verhindern ist. So zumindest stellt die Regulierungsbehörde Krypto Derivate hin. Also Finanzinstrumente wie die Bitcoin Futures, Optionen oder auch Exchange-traded Notes (ETNs). Schauen wir uns doch kurz mal den Derivatehandel in der Krypto-Szene an. Vielleicht verstehen wir dann die FCA besser oder auch nicht.

Der Derivatehandel und das fragile Argument des isolierten Verlustrisikos

Derivative Finanzinstrumente gehören in den Handel mit Kryptowährungen ebenso, wie in den traditionellen Handel. Gold und Silber beispielsweise besitzen auch Futures, also Derivate. Ebenso ist das bei Bitcoin (BTC) und Co. der Fall. Die größte Handelsplattform für Krypto Derivate, BitMEX, kam u.a. aufgrund des Angebots dieser Finanzinstrumente in die Schusslinie der US-Behörden. Und ja, für unerfahrene Nutzer sind Derivate ein hohes Verlustrisiko.

Derivate werden mit sog. (optionalen) Hebeln gehandelt. Dabei kann der Handelnde mehr Geld in eine Handelsposition legen, als er eigentlich hat. Dadurch maximieren sich natürlich die potenziellen Profite, aber eben auch die potenziellen Verluste. Es braucht ein hohes Maß an Erfahrung und strikte Sorgfalt im Umgang mit Trading und Risikomanagement, um Derivate „sicher“ zu handeln. Doch beim Derivatehandel gibt es einen Stop Loss! Dieser schließt eine Handelsposition zu einem selbstgewählten Preis und verhindert damit unkontrollierte Verluste.

Was die FCA in ihrer Beurteilung von Krypto Derivaten verpasst ist die Tatsache, dass Aufklärung hier mehr nachhaltige Besserung bewirken würde, als ein striktes Verbot. Denn während Krypto Derivate ab Januar 2021 verboten sein werden, können Privatkunden fröhlich weiter traditionelle Futures handeln. Und ja, auch diese bringen ein erhebliches Verlustrisiko mit sich!

Glücksspiel ist auch erlaubt und sorgt jährlich für Millionen an verlorenen Geldern. Das Argument des „hohen Verlustrisikos“ wirkt hier sichtlich fragil. Stattdessen sollte Aufklärung betrieben werden, sodass interessierte Privatkunden erlernen, wie sie ihr Kapital ordentlich absichern und eben nicht weiter „Glücksspiel“ via Krypto Börsen betreiben.

Was bedeutet das Verbot für BitMEX und Co.?

Was die britische FCA zudem verpasst ist ein gewisses Maß an Weitsicht. Denn die Entscheidung einer respektierten Regulierungsbehörde für ein Verbot von Krypto Derivaten, kann gut und gerne Signalwirkung haben. Noch sind Kryptowährungen und der Handel mit den digitalen Währungen weiträumig unreguliert. In einem solchen Umfeld könnten andere Regulatoren schnell der Entscheidung aus Großbritannien folgen. Was das bedeuten würde? Einen massiven Einfluss auf Krypto Börsen, die ihre Angebote auf Krypto Derivate ausgelegt haben.

Da wären BitMEX, ByBit, Bakkt oder auch Deribit, um nur ein paar zu nennen. Auch die weltweit größte Krypto Börse Binance hat ein breites und wachsendes Angebot an Krypto Derivaten für ihre Kunden parat. Und das ist auch gut so! Denn bspw. Futures sind wichtig, um zusätzliche Sicherheit ins Trading zu bringen oder gegen anhaltende Abwärtstrends in Portfolios zu „hedgen“. Es dürfte interessant werden zu beobachten, wie sich die Entscheidung aus England auf andere Regulierungsbehörden auswirken wird.

Fazit zum Verbot von Krypto Derivaten

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Entscheidung der FCA seltsam anmutet. Und der Hauptgrund für das kommende Verbot von Krypto Derivaten scheint zudem fragil bzw. fragwürdig. Wie dem auch sei, das Verbot wird wohl kommen und seine Folgen nach sich ziehen.

Ganz gleich wie diese Folgen auch aussehen mögen. Für den normalen HODLer hat dies keinerlei Folgen, für Krypto Trader, die ihr Hauptaugenmerk auf Futures oder auch Optionen gelegt haben, allerdings schon. Im schlimmsten Fall ziehen diese Trader in andere Bereiche weiter und nehmen das Tradingvolumen und die Liquidität mit.

Es muss aber auch deutlich gemacht werden, dass die Entscheidung der FCA keine Entscheidung gegen Kryptowährungen ist. Denn der Handel mit den digitalen Coins und Tokens wird weiter stattfinden dürfen. Vielleicht sehen wir ja durch diese Entscheidung noch mehr Briten ihre Gelder in Casinos verlieren. Aber das ist dann okay, denn der Staat verdient hier ordentlich und offenbar ist Glücksspiel mit weniger Verlustrisiko verbunden, als der Derivatehandel. Wir bleiben wie immer dran und halten euch täglich auf dem Laufenden!