Bitcoin Münze auf Platine

Was ist Bitcoin (BTC)? – Die Kryptowährung Nr. 1 verstehen

Was ist Bitcoin (BTC)? – Diese Frage hat sich die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung bereits gestellt. Eine Umfrage des Bundesverbandes für  Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Annahme und zeigt, dass rund 64% der Bevölkerung bereits einmal vom sogenannten Bitcoin gehört oder aber gelesen haben. Das Phänomen und die Anziehungskraft der Kryptowährung wird hierbei bereits deutlich, denn im Jahr 2013 hatten gerade einmal 14% der Bevölkerung von Bitcoin gehört.

Der Unterschied zwischen „ich habe etwas gehört“ und „ich habe etwas verstanden“ ist jedoch enorm und so zeigt eine weitere Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass wiederum 80% der Deutschen wenig bis gar keine Ahnung von Kryptowährungen haben. Unsere Reaktion auf diese Zahlen war eindeutig: Es bedarf einer Anlaufstelle, die seriös und transparent Aufklärungsarbeit leistet und den Menschen erklärt, was Bitcoin (BTC) ist.

Bitkom Umfrage aus 2018 zur Bekanntheit von Bitcoin in Deutschland. Quelle: statista.de

Mit diesem Artikel möchten wir daher für dich als Leser eine Grundlage schaffen. Vorweg: Bitcoin gleicht tatsächlich einer Wissenschaft, denn die größte und bekannteste Kryptowährung enthält Elemente aus der Informatik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Um das Konstrukt Bitcoin ganzheitlich zu verstehen, benötigt es sowohl Zeit als auch Lernbereitschaft. Wir haben diesen Artikel bewusst so geschrieben, dass er sich für jeden Einsteiger eignet, der sich grundsätzlich über BTC informieren möchte. Du als Leser darfst dieses Dokument also als Startpunkt und Anker sehen.

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Aufbau und Zielsetzung des Artikels

Unser Ziel ist es, dir einen ganzheitlichen Blick aufzuzeigen und somit verschiedene Aspekte der Kryptowährung Bitcoin zu beleuchten. Wir beginnen mit einer kurzen Zeitreise in die 90er Jahre und der Frage, ob es bereits digitale Währungen oder ähnliche Ideen vor Bitcoin gab. Anschließend geht es um die Grundidee der Kryptowährung, sowie die technischen Elemente, die dieses komplette Konstrukt erst ermöglichen.

Obwohl die Chronik von BTC nur 11 Jahre alt ist, kann die bekannteste Kryptowährung der Welt bereits eine bewegte Geschichte vorweisen, auf die wir ebenso eingehen möchten. Diese Ereignisse dürfen gerne als Impuls und Inspiration für weitere Recherchen verstanden werden. Zum Abschluss blicken wir in die heutige Zeit und beleuchten den Status-Quo von Bitcoin aus verschiedenen Perspektiven. Hierbei stellen sich Fragen zur aktuellen Verbreitung sowie Nutzung und dem allgemeinen Interesse seitens großer Firmen und Gesellschaften.

Was ist Bitcoin (BTC)? - Ein Überblick

Die Ursprünge von Bitcoin

Dieser Abschnitt beginnt mit einem klaren Statement und einer Definition von Bitcoin, ein Satz der eigentlich alles aussagt:

Bitcoin ist die erste, weltweit akzeptierte, digitale und komplett dezentrale Währung.

Damit stellt die Kryptowährung eine klare Innovation dar und ist ein Novum in der menschlichen Geschichte des Geldes. Dennoch gibt es eine interessante Historie von früheren Ansätzen digitales Geld zu etablieren. Einige dieser Ansätze haben bereits wichtige, technische Elemente verwendet, die nun auch bei Bitcoin selbst zum Tragen kommen.

1977: Asymmetrische Verschlüsselung als Auftakt

Der Beginn der modernen Verschlüsselung lässt sich auf das Jahr 1977 datieren. In diesem Jahr veröffentlichten die drei Mathematiker Ron Rivest, Adi Shamier und Leonard Adleman einen Algorithmus zur Verschlüsselung von Daten. Der Name dieser Verschlüsselungsmethode heißt gemäß der Nachnamen der drei Herren RSA. Die Methode war revolutionär und bildete die spätere Grundlage für die Entwicklung der sogenannten Secure Hashing Algorithms (SHA).

Warum sind all diese Fakten überhaupt wichtig und welche Relevanz haben sie? – Jegliche Art der Verschlüsselung über das Internet läuft heute über asymmetrische Verschlüsselung und einen SHA-Algorithmus. Egal ob es dein Online-Banking, dein Kauf über Amazon, das Versenden via PayPal oder die Übertragung persönlicher Daten ist. Auch das Bitcoin Netzwerk verwendet einen SHA-256 Algorithmus als eines der wichtigsten Bestandteile.

Zurück zur Historie: Nachdem die Mathematiker 1977 die Idee von RSA veröffentlichten, verbreitete ein Kryptograph namens David Chaum 1982 ein wissenschaftliches Papier, welches mithilfe dieser Methoden ’nicht nachverfolgbare Zahlungen‘ ermöglichte. Ab diesem Zeitpunkt haben sich viele sogenannte Cypherpunks (=technisch versierte Menschen mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre) das Ziel gesetzt, Software zu entwickeln, die zensurresistent ist und die Privatsphäre jedes Individuums respektiert. Und so kamen über die Jahre bis hin zur Entstehung von Bitcoin im Jahr 2008/2009 verschiedene Vorschläge zu digitalen Währungen, die auf dem Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung basierten.

1983 – 2005: Von eCash zu BitGold

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der bekannteste Entwicklungen, die vor Bitcoin entstanden sind.

Name Erfinder Jahr Beschreibung und Idee
eCash
David Chaum
1983
Halb-Dezentrales elektronisches Geld für kleine Zahlungen
Hashcash
Adam Back
1997
Keine digitale Währung. Vielmehr ein System, um digitale Knappheit zu erzeugen. Idee des Proof-of-Work.
B-Money
Wei Dai
1998
Zwei Vorschläge von dezentralem, digitalem Geld. Eine Währung ähnlich zu Bitcoin, die andere zu Ethereum.
RPOW
Hal Finney
2004
Dezentrales Geldsystem, auf Basis eines Proof-of-Work Algorithmus.
Bit Gold
Nick Szabo
2005
Dezentrales Geld auf Basis von Hashcash. Bereits sehr ähnlich zu Bitcoin.

31. Oktober 2008: Die Geburtsstunde von Bitcoin

In Mitten der Höhepunkt der Finanzkrise von 2007/2008 veröffentlichte eine bis heute unbekannte Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine wissenschaftliche Arbeit mit dem mittlerweile legendären Titel:

Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system

In diesem Whitepaper beschreibt Nakamoto die technische Funktionsweise und legte somit den Grundstein für die bekannteste Kryptowährung der Welt. 

Wenn du mehr über den Gründer und die Spekulationen zu dessen Identität erfahren möchtest, dann schaue dir unseren Artikel zu Satoshi Nakamoto an.

Im folgenden Abschnitt werfen wir nun einen Blick auf das Bitcoin Protokoll. Dabei handelt es sich um den eben beschriebenen Grundstein, den Nakamoto am 31. Oktober 2008  mit der Veröffentlichung des Whitepapers legte.

Wie funktioniert Bitcoin? – Das Protokoll

Das Bitcoin Protokoll bildet die Grundlage für das Netzwerk und enthält alle wichtigen Regeln, damit BTC in einer ordnungsgemäßen Art und Weise funktioniert. Dabei gibt es 4 entscheidende Elemente, die das Fundament bilden: die Blockchain, Nodes, Miner und der Konsensalgorithmus Proof-of-Work (PoW).

Die 4 wichtigsten Pfeiler des Netzwerkes

In der nachfolgenden Tab-Darstellung gehen wir auf die jeweiligen Elemente näher ein und erläutern deren Funktion im Netzwerk.

  • Blockchain
  • Nodes
  • Miner
  • Proof-of-Work (PoW)

Der Begriff Blockchain kann im Deutschen etwa mit einer verketteten Liste übersetzt werden. Technisch gesehen gehört die Blockchain zu den sogenannten Distributed Ledger Technologien (DLT).

Es handelt sich hierbei um eine verteilte Datenbank, deren Inhalt über ein weltweites Netzwerk von Computern (Nodes) repliziert und verteilt wird.

Diese Datenbank beinhaltet alle Transaktionen (=Überweisungen), die jemals über das Bitcoin Netzwerk getätigt wurden. Transaktionen werden hierbei gebündelt und anschließend in einen sogenannten Block gepackt. Die Blockchain besteht somit aus mehreren Blöcken, die jeweils Transaktionen beinhalten.

Manipulations- und Zensurresistenz als Vorteil

Die Verkettung entsteht dadurch, dass jeder einzelne Block eine Verlinkung (=Prüfsumme) auf den vorherigen Block hat. Das Konzept ist so aufgebaut, dass eine Änderung in einem einzigen Block zur Änderung aller nachstehenden Prüfsummen führen würde. Damit kann sichergestellt werden, dass Manipulationen sofort auffallen würden.

Mehr Informationen erfährst du in unserem Artikel: Was ist eine Blockchain? - Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Nodes sind die Knotenpunkte im weltweiten Netzwerk der Bitcoin Blockchain. Sie speichern die Kopie der Blockchain und sorgen für die ordnungsgemäße Verarbeitung neuer Transaktionen

Wir haben gerade beschrieben, dass eine Blockchain eine verkettete Liste ist. Dabei werden immer neue Blöcke an das aktuelle Ende gehängt.

Wie entstehen eigentlich Blöcke in der Blockchain?

Neue Blöcke entstehen durch Miner. Hierbei handelt es sich (einfach gesagt) um eine besondere Gruppe, die spezielle Hardware verwendet, mit deren Hilfe besonders komplexe mathematische Aufgaben gelöst werden können. Mit der Lösung dieser Aufgaben entstehen neue Blöcke. Da die Maschinen der Miner nicht nur viel Energie benötigen, sondern auch in der Anschaffung Kosten haben, werden Miner für das Schaffen von Blöcken belohnt. Die Belohnung besteht hierbei aus einer gewissen Menge an Bitcoin, welche alle 4 Jahre halbiert wird. Der Grund für diese komplexen Rechenaufgaben liegt im Proof-of-Work Algorithmus, den wir uns als nächstes anschauen.

Mining ist ein sehr wichtiger Prozess, da er zur Sicherheit des gesamten Netzwerks beiträgt und für die Stabilität und Funktionsweise sorgt.

Unter Proof-of-Work (PoW) versteht man einige Regeln für das Netzwerk. Hierbei geht es beispielsweise um die Frage, wie man erkennt, welche Blockchain die "richtige" ist und welcher neue Block tatsächlich der "wahre" Block ist.

Dieser Art von Algorithmus setzt einen Rechen- sowie Energieaufwand voraus. Da für die Maschinen sowie die Energiekosten enorm hohe Fix- und variable Kosten anfallen, sorgt dieser Algorithmus für mehr Sicherheit. Miner haben nämlich aufgrund des finanziellen Risikos kein Interesse an einer Manipulation, sondern sind eher daran interessiert, das Modell Mining zu einem Geschäft zu machen.

Zugegebenermaßen sind die eben beschriebenen Punkte komplex und man benötigt im Normalfall ein gewisses Grundverständnis für das Thema IT und Kryptographie.

Was eben noch in einem technischen Tonus erklärt wurde, hat jedoch leicht verständliche Konsequenzen für jede Person, die Bitcoin real nutzen möchte.

Die praktischen Vorteile des Protokolls

Dadurch, dass die Bitcoin Blockchain eine verteilte Datenbank ist, entsteht der immense Vorteil, dass alle Datensätze weltweit bei unterschiedlichen Personen und Gruppen verteilt sind. Dies hat den enormen Vorteil, dass die Macht und die Kontrolle über diese Daten nicht bei einer einzigen Gruppe liegt, der wir als Anwender vertrauen müssen.

Entscheidungen des Netzwerks werden immer im Kollektiv getroffen. Damit hast du als potenzieller Nutzer der Blockchain niemals ein Vertrauensproblem und kannst immer von zuverlässigen Daten ausgehen. Selbst, wenn einzelne Knotenpunkte ausfallen oder gar manipuliert werden, können wir sicher sein, dass die Mehrheit der Teilnehmer die richtigen Daten hat. Die Dezentralität unterstreicht außerdem die Zensurresistenz des Netzwerks.

Ein weiterer enormer Vorteil von Bitcoin besteht in den Transaktionen selbst. Falls du in deinem Leben vielleicht bereits eine Auslandsüberweisung getätigt hast, müsstest du merken, wie viele Hürden es hierbei gibt:

Beginnend bei den Kosten für die Überweisung über horrende Wechselkurse bis hin zur langen Verarbeitung von Transaktionen. Das Bitcoin Netzwerk vereinfacht diesen Prozess und lässt jede Person mit einem Zugang zum Internet am Netzwerk teilhaben. Dabei können BTC weltweit zu günstigen Konditionen und in minutenschnelle versendet werden. 

Dass Bitcoin allerdings nicht nur ein technisches Konstrukt ist, sondern auch eine politische Komponente hat, siehst du im folgenden Abschnitt. Besonders die Inhalte der Jahre 2008 und 2009 zeigen dir, dass Bitcoin angewandte Geldpolitik ist und mehr als eine digitale Währung darstellt.

Der Weg von 0 zu 20.000 US-Dollar

Am 31.10.2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das Whitepaper von Bitcoin. 3 Monate später, am 03.01.2009, ging die Bitcoin Software live und die Kryptowährung konnte zum ersten Mal verwendet werden. Damit ist BTC fast 12 Jahre alt.

In diesen fast 12 Jahren hat die größte Kryptowährung der Welt Höhen und Tiefen erlebt. Die Reise all derjenigen Menschen, die das Projekt seit Beginn an mitverfolgt haben, ist wohl kaum vorstellbar. Um dir als Einsteiger ein Gefühl zu geben, wie bewegend die Historie Bitcoins tatsächlich ist, haben wir im Folgenden die wichtigsten Ereignisse seit 2008 zusammengefasst.

Es ist der 15. September 2008. Die Welt steht buchstäblich am Höhepunkt der Finanzkrise. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers, welche eine 150-jährige Historie vorzuweisen hat, beantragt offiziell Insolvenz. In Folge dessen erweiterte sich die Finanzkrise zu einer Banken- und Immobilienkrise. Die Welt stand unter dem Eindruck vieler negativer Faktoren, die zur Krise geführt hatten.

Eine gefährliche Kombination aus falschen Kreditbewertungen von Ratingagenturen, einer Blase am Immobilienmarkt, Schattenbanken und vor allem einer steigenden Einkommensungleichheit führte zu einer der eindrucksvollsten Wirtschaftskrisen der Neuzeit.

Das Bitcoin Whitepaper entsteht

Geprägt von den Eindrücken und den Konsequenzen dieser Misswirtschaft, veröffentlichte rund 6 Wochen später eine bis heute unbekannte Person ein Whitepaper zu einer digitalen Währung. Diese digitale Währung hieß Bitcoin und stellte ein völlig konträres Konzept zur bisherigen (keynesianischen) Geldpolitik dar.

Am 03.01.2009 wurde der erste Block der Bitcoin Blockchain geschaffen. Dieser erste Block wird im Übrigen Genesis-Block genannt. Der Begriff kommt hierbei aus dem Altgriechischen und kann mit "Schöpfung", "Geburt" oder "Entstehung" übersetzt werden. Bereits seit der ersten Stunde ist klar, dass es sich bei der Kryptowährung nicht nur um eine reine Währung handelt.

Wie fast alle Währungen ist auch sie ein politisches und wirtschaftliches Statement. Geprägt von den Auswirkungen und den notwendigen Rettungen vieler Banken verankerte Satoshi Nakamoto einen einzigen Satz im ersten Block.

Eine geheime Botschaft an die Nachwelt

Dieser einzige Satz hat jedoch bis heute eine starke Wirkung und unterstreicht die Vision Nakamotos.

The Times 03/09/2009: Chancellor on brink of secound bailout for banks

Aus der heutigen Sicht wissen wir, dass der gewählte Titel die Schlagzeile der Ausgabe der britischen Tageszeitung "The Times" vom 03. Januar 2009 war.

Übersetzt werden kann der Titel im Deutschen mit dem Satz "Finanzminister vor zweiter Bankenrettung".

Dies ist eine offensichtliche Kritik an die politische Führung sowie deren ständiges Bestreben die Banken – trotz unlauteren Verhaltens – um jeden Preis zu retten.

Die original Zeitung aus 2009 ist heute übrigens sehr viel Geld wert und ein echtes Sammlerstück.

Im Jahr 2010 entstand die erste Bitcoin Börse namens BitcoinMarket.com. Damit war es zum ersten Mal möglich die Kryptowährung zu erwerben sowie zu handeln.

Im selben Jahr startete auch eine weitere Börse, die den Namen Mt. Gox trägt und im Jahr 2014 eine tragende Rolle spielen sollte.

Der Bitcoin Pizza Tag

Am 22.05.2010 wurde zudem die erste offizielle Bezahlung mit Bitcoin für eine Ware getätigt. Bei der Ware handelte es sich um 2 große Pizzen, die ein Entwickler namens Laszlo Hanyecz für 10.000 BTC kaufte. Zur damaligen Zeit entsprach dies einem Gegenwert von 30 US-Dollar.

Zum heutigen Zeitpunkt (03.06.20) haben die 10.000 Bitcoin einen Gegenwert von 95 Millionen US-Dollar.

Dies ist wohl der Preis, den man als Pionier zahlen muss. Als Hommage an den Entwickler gilt der 22. Mai innerhalb der Kryptowelt nun offiziell als Pizza Day.

Im Jahr 2011 kamen die ersten Abwandlungen von Bitcoin auf den Markt. Das Thema Kryptowährungen wurde populär und so entstanden neue Coins.

Die bekanntesten Kryptowährungen, die 2011 entstanden, sind Litecoin (LTC), Namecoin (NMC) und Swiftcoin (SWIFT).

Im Abschnitt über die Technologie haben wir gelernt, dass Miner für die Aufrechterhaltung und Sicherung des Netzwerks eine Belohnung erhalten.

Dieser Prozess stellt die Entstehung von Bitcoin dar und ist die einzige Art und Weise wie BTC geschaffen werden kann.

Senkung der Inflationsrate und Knappheit als Wertespeicher

Im Gegensatz zu unseren Währungen findet bei Bitcoin eine bewusste und regelmäßige Verknappung des Angebots statt. Dabei halbiert sich die Menge an BTC, die die Miner als Belohnung erhalten, durchschnittlich alle 4 Jahre.

Dieser Prozess ist enorm wichtig, da er für Knappheit sorgt. Knappheit wiederum ist in der Ökonomie und Volkswirtschafslehre ein wichtiges Attribut für einen Wertspeicher.

Dieses Event der Halbierung wird als Bitcoin Halving bezeichnet und fand 2012 zum ersten Mal statt.

Im Jahr 2013 ist viel geschehen. Dazu gehört beispielsweise ein rasanter Anstieg des Bitcoin Kurs, der die digitale Währung von rund 100 Dollar zu Beginn des Jahres auf 1.000 Dollar im Dezember 2013 brachte.

In Folge dieses explosiven Anstiegs erhielt die Kryptowährung nicht nur mediales Interesse, sondern wurde zum Diskussionsgegenstand verschiedener Staaten:

China verbietet Bitcoin; die USA debattiert über die Kryptowährung

Die Volksrepublik China sorgte 2013 für ein Gesetz, welches allen chinesischen Banken Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin verbot.

Der US-Kongress debattierte 2013 ebenso über die Auswirkungen der Kryptowährungen. Ein nachhaltiges Ergebnis blieb hierbei jedoch aus.

Die Bitcoin Börse Mt. Gox dominierte in den Jahren 2011 bis 2014 den Handel mit der beliebtesten Kryptowährung. Zur Hochzeit im Jahr 2013 wurden 70% des weltweiten Handels mit Bitcoin über Mt. Gox abgewickelt.

Nach einer Serie von Hacks und dem Totalverlust für alle Anleger blieb nicht nur der finanzielle Schaden, sondern auch großes Misstrauen innerhalb der Community.

Die Börse stellte 2014 ihre Geschäfte final ein. Noch bis heute zittern Investoren um ihre Bitcoins von damals.

Als Konsequenz des Shutdowns von Mt. Gox herrschte eine Art Depression innerhalb der Bitcoin Community.

Der Bitcoin Kurs fiel seit seinem Hoch von 1.000 Dollar im Dezember 2013 auf einen Kurswert von 195 Dollar im Januar 2015. Über den Jahresverlauf stabilisierte sich der Kurs und beendete das Jahr mit einem Kurswert von rund 430 Dollar.

Im Jahr 2016 fand das zweite Bitcoin Halving der Geschichte statt.

Lightning Netzwerk als Lösung für Bitcoin

Zudem wurde 2016 ein Konzept vorgestellt, welches als Lightning Netzwerk bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine potenzielle Lösung für Bitcoin, die es dem Netzwerk in der Theorie ermöglicht in sekundenschnelle, tausende von Transaktionen zu verarbeiten.

Im Jahr 2017 haben viele Menschen wohl zum ersten Mal von der Kryptowährung Bitcoin gehört. Nachdem die digitale Währung auf einen Kurs von 20.000 Dollar angestiegen ist, berichteten Medien weltweit über das Phänomen Bitcoin. Neben diesem Kursanstieg, gab es aber noch weitere interessante Punkte.

CME führt Bitcoin Futures ein

Jede Anlageklasse, die im Becken der großen Fische mitschwimmen möchte, benötigt einen Derivatemarkt. Der Handel mit Futures, Optionen und weiteren Finanzprodukten ist im klassischen Finanzmarkt viel bedeutender als der sogenannte Spotmarkt.

Insofern war ein wichtiger Schritt für Bitcoin als die Chicago Mercantile Exchange (CME) die Einführung von Bitcoin Futures bekanntgab. Bei der CME handelt es sich um eine der größten und ältesten Börsenplätze weltweit.

Der Bitcoin Cash Hardfork

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahr 2017 war der sogenannte Bitcoin Cash Hardfork. Dabei entstand eine Abwandlung von Bitcoin, die sich in gewissen Eigenschaften von BTC unterscheidet.

Weitere Informationen zu einem Fork und Bitcoin Cash, findest du in unserem Artikel: Welcher Bitcoin ist der beste? - BTC, BCH, BSV, BTG & Co.

 

Im Jahr 2018 machte eine Zahl die Runde, die Bitcoin das Attribut des 'digitalen Goldes' verlieh. Wie bereits erwähnt, entstehen neue Bitcoin im Rahmen des Miningprozesses. In diesem Artikel haben wir außerdem darüber gesprochen, dass das verfügbare Angebot an neuen BTC im Durchschnitt alle 4 Jahre durch das Bitcoin Halving halbiert wird.

Inflation nimmt mit der Zeit ab

Die Konsequenz daraus ist, dass am Anfang sehr viele Bitcoins schnell verteilt wurden. Dies geschah zu einer Zeit als BTC selbst noch einen geringen Wert hatte.

Während der Kurs der Kryptowährung über die Zeit jedoch stieg, verringerte sich das Angebot an neuen Bitcoins, die auf den Markt kommen. Knappheit entsteht.

80% aller Bitcoins bereits vergeben

Im Januar 2018 waren demnach 16 von insgesamt 21 Millionen BTC gemined. Damit waren rund 80% aller Bitcoin bereits im Umlauf.

Im Jahr 2019 öffnete die Future-Plattform Bakkt für den Handel mit Bitcoin Futures. Die Besonderheit lag darin, dass hierbei echte, also physische, Bitcoins erworben werden konnten.

Desweiteren zeigte Bakkt, dass auch große institutionelle Anleger an Bitcoin als Investitionsobjekt interessiert sind.

Die Futures an der CME hingegen waren lediglich cash-settled. Mehr Informationen zu dem Thema Bitcoin Futures findest du hier in unserem Artikel.

Keine Regulierung für Bitcoin

Ebenso spannend war die Aussage der britischen Finanzaufsicht FCA. Sie gab bekannt, dass es für Bitcoin keine einschränkende Regulierung geben werde.

Im Jahr 2020 fand das dritte Bitcoin Halving statt. Dies geschah im Zeichen der Coronakrise. Denn die mit dem Halving verbundene Halbierung des Angebots kommt zu einer Zeit, in der Regierungen in Folge von Covid-19 massiv die umlaufende Geldmenge erhöhen müssen, um Firmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Eine solche Geldpolitik kann zu einer erhöhten Inflationsrate und somit Entwertung der Kaufkraft führen. BTC stellt das Gegenteil zu einer solchen Geldpolitik dar.

Bitcoin 2020 – Wo steht BTC aktuell?

Im vorangegangenen Abschnitt haben wir einige interessante Ereignisse in der Chronik Bitcoins aufgezeigt. Diese Reise endet im Jahr 2020 und bildet somit die Brücke zur Gegenwart. In diesem Abschnitt wollen wir nun den Ist-Zustand betrachten und über den aktuellen Status-Quo von Bitcoin sprechen.

Unser Ziel ist es hierbei verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Wir verwenden daher unterschiedliche Metriken und bedienen uns nicht nur technischen und/oder Finanzindikatoren, sondern schauen auch auf Aspekte wie Bekanntheit und Verbreitung.

Die Analyse beginnt bei den gerade genannten letzten beiden Punkten.

Bekanntheit und Verbreitung der Kryptowährung

Über die Jahre hin ist nicht nur der Kurs von Bitcoin stark angestiegen, sondern vor allem auch dessen Bekanntheit und Verbreitung. Um jedoch nicht nur bei einer Behauptung zu bleiben, wollen wir empirische Daten zeigen, die dies unterstreichen.

In unserer modernen Welt stellt Google wohl die zentrale Anlaufstelle für Fragen dar. Daher ist auch unser erster Anlaufpunkt die Suchmaschine mit den 6 bunten Buchstaben.

Google Trends in Deutschland seit dem 03.01.2009

Um zu verstehen, wie die Menschen eines Landes im Internet suchen, hilft ein Blick auf die Google Trends. Dort wird das Interesse nach einem bestimmten Suchbegriff – in unserem Fall also Bitcoin – über den zeitlichen Verlauf dargestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Google Suchanfragen in Deutschland für den Zeitraum vom 03.01.2009 (Genesis-Block) bis zum aktuellen Tag.

Grafik Google Trends Suchanfragen für den Suchbegriff Bitcoin in Deutschland. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es ist deutlich zu erkennen, dass Bewegungen im Bitcoin Kurs auch ein erhöhtes Interesse mit sich ziehen. Sowohl in den Jahren 2013 (1000$), 2017 (20.000$), im Juli 2019 (13.000$) stieg das Interesse sprunghaft an. Parallel dazu ist auch zu erkennen, dass das Interesse an der digitalen Währung in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufnahm. Nichtsdestotrotz bleibt 2017 eine Zäsur, in der viele Menschen wohl den ersten Berührungspunkt mit BTC hatten.

Google Trends weltweit seit dem 03.01.2009

Schauen wir nun auf das weltweite Interesse. Gibt es Parallelen zu den Beobachtungen aus Deutschland?

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen zum Begriff Bitcoin. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Die offensichtliche Antwortet lautet: Ja, es gibt Parallelen. Wir sehen, dass die untere Grafik fast identisch zu den Suchanfragen in Deutschland aussieht. Der letzte Punkt, den wir uns hierzu anschauen, ist die Verteilung der Anfragen nach Ländern.

Wir betrachten also, welche Länder sich besonders für BTC interessierten.

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen nach Bitcoin auf Länder aufgeteilt. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es wird deutlich, dass insbesondere die drei afrikanischen Länder Nigeria, Südafrika und Ghana sich für die Kryptowährung interessieren. Eine solche Beobachtung unterstreicht den politischen Charakter von Bitcoin.

Die Begründung liegt darin, dass jeder Mensch mit Zugang zum Internet die Möglichkeit hat, Teil des Bitcoin Netzwerks zu werden und die digitale Währung länderübergreifend transferieren kann. Gerade in den afrikanischen Ländern haben viele Menschen keinen Zugang zu einem klassischen Bankkonto, wohl aber Zugang zum Internet. Hinzu kommen viele verschiedene Währungen in Afrika, so dass eine einheitliche Währung Vorteile bietet. Auch die Wertstabilität Bitcoins sowie dessen Potenzial an Wert zu gewinnen, sollten hierbei nicht vernachlässigt werden.

Wachstum und Entwicklung von Bitcoin Wallets

In diesem Abschnitt betrachten wir die Entwicklung der Bitcoin Wallets. Bei einer Bitcoin Wallet handelt es sich um eine Art digitale Geldbörse, in der die Kryptowährung BTC gelagert werden kann.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Mensch nicht nur eine digitale Geldbörse, also Wallet, besitzen kann, sondern beliebig viele. Wenn es also beispielsweise 5 Millionen Wallets gibt, heißt dies explizit nicht, dass es 5 Millionen einzelne Nutzer der Kryptowährung gibt. Dennoch gibt diese Grafik einen Eindruck über die Geschwindigkeit und das Wachstum.

Anzahl an Wallets bei blockchain.com seit 2011

Die Kurve ist charakteristisch für Netzwerke, die ab einem gewissen Zeitpunkt eine kritische Größe erreicht haben und anschließend explosiv Wachsen. Bei Bitcoin wurde dieser Punkt zu Beginn des Jahres 2016 erreicht. Nach wie vor zeigt die Kurve ein deutliches Wachstum auf und deutet noch nicht auf eine Sättigung und/oder Abflachung hin.

Bitcoin und die Marktkapitalisierung: Die Größe BTCs

In diesem Abschnitt wechseln wir die Perspektive und betrachten das Asset Bitcoin. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Marktkapitalisierung. Im Anschluss vergleichen wir die Größe der Kryptowährung mit der anderer Nationalwährungen sowie dem globalen Aktienmarkt, um ein Gefühl für die Dimension sowie das Wachstumspotenzial der digitalen Währung zu erhalten.

Die Entwicklung der Marktkapitalisierung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Zeitraum August 2013 – Juni 2020.
 
Grafik zur Bitcoin Marktkapitalisierung von 2013 - 2020

Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass der vorläufige Höhepunkt der Marktkapitalisierung im Dezember 2017 bei dem Allzeithoch des Bitcoin Kurs von fast 20.000 USD erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung betrug zu dem damaligen Zeitpunkt 331 Milliarden US-Dollar.

Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Bitcoin Kurs von rund 9.500 Dollar noch bemerkenswerte 177 Milliarden USD.

Bitcoin im Vergleich zu deutschen Aktienunternehmen

Da der Ottonormalverbaucher höchstwahrscheinlich keine 177 Mrd. US-Dollar auf dem Konto hat, ist es schwierig die Dimension dieser Zahl einzuschätzen.

Wir wollen dir als Leser dieses Artikels daher einen Eindruck geben und die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit der von deutschen DAX-Unternehmen vergleichen.

Die 5 größten Unternehmen aus dem DAX sind SAP, Linde, Siemens, Allianz und Volkswagen.

Die 5 größten Deutschen Unternehmen

Wir wir erkennen können hat das wertvollste deutsche Unternehmen, der Softwareanbieter SAP, eine Marktkapitalisierung von 145 Milliarden Euro. Wenn wir einen Wechselkurs EUR/USD von 1:1,12 annehmen, entspricht dies einer Marktkapitalisierung von $162 Mrd. Damit ist die Bewertung der digitalen Währung Bitcoin höher als die des wertvollsten deutschen Unternehmens.

Bitcoin im Vergleich zu Globalen Playern

Während BTC das Schwergewicht im deutschen Aktienmarkt wäre, sieht die Bilanz an den amerikanischen Finanzmärkten anders aus. Insbesondere die Global Player aus der Technologie-Branche verzeichnen Marktkapitalisierungen in Höhe von bis zu 1200 Milliarden US-Dollar.

Im Vergleich zu Amazon, Alphabet (Google), Apple oder Facebook zieht Bitcoin also den Kürzeren. Auch aus anderen Branchen wie der Banken-, Automobil-, Öl-, oder Konsumgüterbranche lassen sich etliche weitere Beispiele für größere Firmen finden.

Bitcoin im Vergleich zur Geldmenge und Nationalwährungen

Da die Kryptowährung Bitcoin als digitale Währung konzipiert wurde, ist es ratsam, sie auch mit anderen Währungen dieser Welt zu vergleichen.

Hierfür eignet sich die Geldmenge M1 gut. Bei dieser Geldmenge handelt es sich um die Geldmenge im engeren Sinn. Konkret gehört dazu die sich in Umlauf befindliche Menge an Bargeld sowie Sichteinlagen. Sichteinlagen wiederum sind die Guthaben von Banken, welche jederzeit in physisches Geld umgetauscht werden können. Damit beschränken wir uns also auf die Menge an Geld, die „tatsächlich vorhanden“ ist.

Tabelle, die die Geldmenge M1 verschiedener Staaten aufzeigt

Hierbei lässt sich gut erkennen, dass Bitcoin nicht mit der Geldmenge der größten Volkswirtschaften mithalten kann. Länder wie die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten, Japan oder Deutschland haben deutlich mehr Geld in Umlauf. Interessanterweise kann Bitcoin jedoch das Vereinigte Königreich übertreffen. Auch Schwellenländer wie beispielsweise Brasilien weisen eine geringere Umlaufmenge auf.

Die Kryptowährung in der Praxis – Rechtsstatus, Bezahlung und Avancen aus der Industrie

Bevor wir zum endgültigen Fazit kommen, werfen wir noch einen Blick auf den weltweiten Rechsstatus der Kryptowährung, die bekanntesten Bezahlmöglichkeiten für Bitcoin und die Frage, ob BTC bereits in manchen Branchen Anklang findet.

Rechtsstatus von Bitcoin im Überblick

Die nachfolgende Grafik zeigt die rechtliche Behandlung der Kryptowährung BTC. Zu unterscheiden sind demnach vier verschiedene Ausprägungen:

  • grüner Hintergrund: Es ist legal, Bitcoin zu verwenden.
  • gelber Hintergrund: Bitcoin ist grundsätzlich erlaubt, wenn gleich es Einschränkungen bei der Verwendung und Nutzung gibt.
  • magenta Hintergrund: Es gibt kein explizites, verbietendes Gesetz für Bitcoin. Aufgrund alter, bestehender Gesetze ist die Rechtslage jedoch umstritten.
  • roter Hintergrund: Es ist ganz verboten, Bitcoin zu verwenden.

Rechtsstatus von Bitcoin weltweit

Es lässt sich erkennen, dass in den Industrieländern und der Mehrheit der Schwellenländer die Verwendung von Bitcoin legal ist.

Mit Bitcoin bezahlen: Prominente Beispiele

Während einige Menschen, Bitcoin als Ergänzung im bestehenden Portfolio kaufen und die digitale Währung als Investitionsobjekt sehen, gibt es auch die Gruppe an Menschen, die die Währung als Zahlungsmittel verwenden.

Daher soll dieser Abschnitt kurz einen Eindruck über die größten Portale geben, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

  • Lieferando: Das größte Lieferportal Deutschlands bietet nicht nur eine breite Auswahl an Speisen. Es bietet auch die Möglichkeit mit Bitcoin zu bezahlen.
  • Microsoft: Der Technologieriese und Softwaregigant Microsoft hat das Potenzial der Kryptowährung ebenso erkannt. Wer im Windows- oder XBox-Store digitale Apps oder andere Güter kaufen möchte, kann mit Bitcoin bezahlen.
  • Amazon: Bei dem weltweit größten Versandhaus kann man zwar nicht direkt mit Bitcoin bezahlen. Dennoch gibt es Portale, bei denen sich Amazon Gutscheine via Bitcoin kaufen lassen.
  • Wikipedia: Auch wenn die größte Enzyklopädie der Welt eigentlich kostenlos ist, bedarf es immer wieder Spenden zu dessen Erhaltung. Hier kann man ebenso mit Bitcoin bezahlen.

Avancen aus der Industrie und Kommentare

Das Phänomen Bitcoin ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bevor wir zum Ende dieses sehr ausführlichen Artikels kommen, noch einige Fakten, die die Relevanz der Kryptowährung unterstreichen:

  • Als erstes Land der Welt erlaubt Neuseeland die Bezahlung der Arbeitnehmer in Bitcoin. Zur Quelle
  • Das weltweit am meisten genutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel hat Bitcoin als eigene Währungseinheit eingeführt. Auch bei PowerPoint gibt es eigene Piktogramme für die Kryptowährung
  • Weltweit gibt es über 7.500 Bitcoin Automaten, an denen jedermann Kryptowährungen kaufen und verkaufen kann. Zur Quelle
  • Der südkoreanische Smartphone-Hersteller Samsung liefert eine standardmäßige Bitcoin Wallet für alle neuen Geräte. Zur Quelle
  • Das Handelspaar BTC/USD ist mittlerweile so relevant, als dass es in jedem Finanzticker bei den Währungen als Handelspaar erscheint.

Fazit: Die Geschichte fängt erst an

Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch, denn du hast es bis zum Ende des Artikels geschafft und somit rund 5.000 Wörter hinter dir.

Aller Anfang ist schwer und falls du nicht jedes Detail verstanden hast, solltest du dir keine Sorge darüber machen. Sieh es als Motivation wie vielseitig die Welt der digitalen Währung ist und wie viele interessante Aspekte dahinter stecken.

Damit sollte auch klar werden, dass Bitcoin mehr als eine Randerscheinung und zu komplex in seiner gesamten Aufmachung ist, als dass es in wenigen Minuten zu 100% verstanden werden kann.

Mit diesem Artikel wollten wir dir eine erste Einführung in die Welt der Kryptowährung Nr. 1 geben. Wir hoffen, dass wir viele Aspekte aufzeigen konnten die dir wichtigsten Fragen beantwortet haben. Abschließen möchte ich daher mit einem kleinen Plädoyer:

Bitcoin ist nicht nur die größte digitale Währung weltweit, sondern gehört zu den 20 größten Währungen der Welt. Um die digitale Währung hat sich bereits eine große Infrastruktur und ein starkes Ökosystem gebildet. Bitcoin ist digitales Geld, das für jedermann gemacht ist und niemanden diskriminiert. Anders formuliert: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben!

Wenn du tiefer graben möchtest, eignet sich auch unsere Wissensrubrik in der von A-Z die wichtigsten Begriffe rund um Bitcoin, Investitionen, Technologie und mehr erklären. Keine Sorge, dieses mal kurz und verdaulich: Wissen2Go eben. Es sei denn du gräbst noch tiefer…

Epilog: Kritik und Antworten zu Bitcoin

Zu einem objektiven und gut recherchierten Artikel gehört es auch dazu, negative Aspekte und Kritik an der Kryptowährung aufzulisten. Daher siehst du im Folgenden die häufigsten Kritikpunkt zur digitalen Währung. Während einige Aspekte durchaus begründet sind, sind andere Argumente eher Polemik und sachlich unbegründet.

Die Frage nach dem Wert eines Gutes ist äußerst subjektiv. Hierbei sollte man bereits zwischen Preis und Wert unterscheiden. Während der Preis oft eine absolute Zahl ist, muss der Wert eines Gutes nicht quantitativ messbar sein. Ein Erinnerungsfoto aus dem Urlaub hat für den Besitzer beispielsweise einen hohen emotionalen Wert.

 

Ökonomisch betrachtet gibt es jedoch Faktoren, die zu einer Wertschöpfung führen. So kann das Aufbringen von Arbeitsaufwand oder Produktionskosten bereits zu einer Wertsteigerung führen. Hinter dem Bitcoin Netzwerk steht eine Vielzahl von rechenstarken Maschinen, die dem Netzwerk bereits einen Wert verleihen. Damit ist also das Netzwerk selbst bereits ein Argument für den Wert der Kryptowährung.

Knappheit ist eines der besten Argumente für BTC

Auch Knappheit ist in der Volkswirtschaftslehre ein Treiber von Wert, da per Definition die Nachfrage höher ist als das Angebot. Da Bitcoin auf 21 Mio. begrenzt ist, erfüllt es diese Eigenschaft.

 

Weitere Faktoren, die einen Wert von Bitcoin begründen sind Dezentralität, Zensurresistenz und Fungibilität.

Fakt ist, dass der Energieverbrauch der Kryptowährung aufgrund des Proof-of-Work Algorithmus hoch ist. Durch den rechenintensiven, aber sehr sicheren Prozess wird viel Energie verbraucht.

 

Der aktuelle jährliche Verbrauch liegt bei 57.91 TWhDiese Zahl entspricht in etwa dem Energieverbrauch von Bangladesch. Im Vergleich zu den großen Industriestaaten ist dies jedoch äußerst gering. Neben dem Verbrauch selbst ist die Art der Energiegewinnung ein entscheidender Faktor:

Energiegewinnung aus regenerativen Quellen

Ungefähr 60 bis 70% der Miningpools stehen in China. Während das Land selbst weitestgehend aus der Kohle Energie gewinnt, stehen die Miner überwiegend in der Region Sichuan. In dieser Region befindet der Janktsekiang. Dabei handelt es sich um den längsten Fluss Chinas und Asiens. Die Energiegewinnung erfolgt dort fast ausschließlich aus Wasserkraft. Auch in anderen Regionen der Welt, in denen Bitcoin gemined wird, wird auf regenerative Energien gesetzt. Beispiele hierfür sind Island und Norwegen.

Das Lieblingsargument der Kritiker. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? - Bitcoin ist eine digitale Währung und hat ähnliche Eigenschaften zu Geld. Daher kann Bitcoin - genauso wie Geld - für illegale Aktivitäten verwendet werden. Dies ist nicht auszuschließen.

 

Einige Aspekte sprechen sogar für Bitcoin, da mit Hilfe der Digitalwährung bestimmte Arten von (Cyber)kriminalität nicht möglich sind: BTC ist beispielsweise fälschungssicher. Bitcoin-Nutzer sehen außerdem immer im Voraus die vollen und absoluten Kosten. Maschen wie der Kreditkartenbetrug sind also bei BTC undenkbar. 

Die Zeiten des Wilden Westens sind vorbei

Hinzu kommt, dass Bitcoin, die im Rahmen einer illegalen Aktivität erbeutet wurden, gekennzeichnet werden können. Damit wird für alle ersichtlich, dass es sich um BTC aus illegalen Aktivitäten handelt. Dies ist bei normalen Geld nicht möglich.

 

Final können wir die Analogie zum Internet verwenden. Auch hier gibt es eine Nische, die das Konstrukt Internet für illegale Zwecke verwendet. In einem offenen System kann dies nicht ausgeschlossen werden. Genauso wie bei Bitcoin überwiegen jedoch die Vorteile für die guten und positiven Dinge, die damit getan werden können.

Fakt ist, dass Bitcoin bereits Momente und Anzeichen einer Blasenbildung hatte. Ökonomisch entsteht eine Blase dann, wenn die Bewertung eines Vermögenswertes aufgrund einer nicht rational getriebenen Nachfrage in die Höhe schießt. Die Bewertung entspricht dann nicht mehr dem fundamentalen Gegenwert, so dass die Blase platzt und eine Korrektur stattfindet.

 

Ein Beispiel hierfür ist der Kursanstieg im Jahr 2017. Die Kryptowährung erreichte erstmalig den Mainstream und stieg über das Jahr hin von anfangs 1.000 US-Dollar bis 20.000 USD. Viele Menschen hörten dabei zum ersten Mal von der Kryptowährung und wollten so schnell wie möglich auf diesen Zug aufspringen. Das Ergebnis war eine Überhitzung des Preises sowie des Netzwerks. In Folge dessen platzte die Blase und die Kryptowährung benötigte mehrere Monate um die Korrekturphase abzuschließen.

Nein, Bitcoin ist kein Pyramidensystem. Charakteristisch für ein Pyramidensystem ist die Notwendigkeit des konstanten Wachstums. Das Bitcoin Netzwerk benötigt hingegen kein Wachstum um funktionsfähig zu sein. Bereits eine handvoll Nodes sowie Anwender genügen, um Bitcoin zu betreiben. Die Anfangsjahre haben diesen ausdrücklich gezeigt.

Netzwerkeffekte bei Kommunikation und Infrastruktur

Fest steht jedoch auch, dass Bitcoin ein Netzwerk ist. Wie alle Netzwerke (bspw. Facebook oder das Internet selbst) entstehen mit der Zeit sogenannte Skalen- bzw. Netzwerkeffekte. Weitere Informationen hierzu findest in unserem Artikel: Bitcoin und der Netzwerkeffekt: Diese Daten helfen BTC zu bewerten

Da diese Aussage sehr subjektiv ist, gibt es hierauf keine pauschale Antwort. Fest steht jedoch, dass man auch weniger als 1 Bitcoin (BTC) kaufen kann. Die Kryptowährung ist teilbar und hat insgesamt 8 Nachkommastellen. Damit können selbst kleinste Beträge gekauft werden.

Die Blockchain selbst gehört zu den sichersten Netzwerken der Welt. Um Veränderungen auf ihr durchzuführen, müsste ein böswilliger Angreifer zu einem Zeitpunkt mehr als 51% der Rechenleistung aufbringen. Dies ist ein kaum realisierbares Vorhaben, da es mehrere Hundert-Millionen an Dollar kostet, eine enorme Infrastruktur benötigt und nach wenigen Minuten von den ehrlichen Netzwerkteilnehmern bemerkt werden würde. Damit wäre der Angriff annulliert.

Auch das sicherste Haus wird durch eine Tür betreten

Korrekt ist jedoch, dass Handelsplätze für Bitcoin gehackt werden können. Diese Gefahr besteht, ist real und wurde auch in der Vergangenheit bestätigt. Daher sollten Kryptowährungen nie länger als notwendig auf einer Börse gehalten werden. Damit sind es viel mehr die Eintrittpunkte zur Digitalwährung, die Gefahren mit sich bringen, als die Digitalwährung selbst.

Diese Aussage ist korrekt. Bitcoin ist keine Aktie und besitzt keine Anteilseigner, an die eine Dividende ausgeschüttet werden kann. Im Vergleich zu vielen deutschen oder amerikanischen Aktientiteln wirft die Kryptowährung somit keine Dividende ab. Wer auf eine regelmäßige Dividende verzichten kann, findet sicherlich Trost in dem Wachstum von Bitcoin. Die Performance sieht wie folgt aus:

  • 5 Jahre: +4158%
  • 3 Jahre: +280%
  • 1 Jahr: +25%

Diese Aussage ist zu verneinen. Die Kryptowährung ist unter anderem interessant als Investment, da sie unkorreliert zu klassischen Vermögenswerten ist und somit das eigene Portfolio gut diversifiziert.

 

Die im vorherigen Punkt aufgezeigte Kursperformance ist ebenso selbsterklärend. Desweiteren sind 83% der Käufer "in-the-money". Das heißt, dass 83% aller Käufer niedriger als zum aktuellen Bitcoin Kurs gekauft haben und somit in der Gewinnzone sind.